CarreFour killt Nolim Reader — bald Schwenk von Bookeen in Richtung Kobo?

carrefour-logoHehehe, „Kill your darlings“ ist offenbar die Maxime des neuen CarreFour-Chefs Alexandre Bompard – Pech für den Nolim-Reader: der französische Einzelhandels-Konzern setzt 2.400 Leute vor die Tür und kippt diverse Projekte, darunter auch den Verkauf des „gebrandeten“ Bookeen-Readers und den eigenen E-Book-Store. Was bedeutet das für die Kunden? Pas grand chose, je dirais. Denn zum einen gibt’s den schicken Nolim mit integriertem Cover unter dem Namen „Saga“ noch direkt bei Bookeen, und außerdem werden wohl auch zukünftig weiter E-Reader bei Frankreichs größter Supermarkt-Kette zu haben sein.

CarreFour und Kobo-Partner Fnac wollen kooperieren

Denn erst im Dezember haben CarreFour und die Elektronikkette Fnac Darty eine Einkaufspartnerschaft in Sachen Haushaltstechnik und Unterhaltungselektronik bekanntgegeben, zwecks Kostensenkung — und Fnac wiederum ist bereits mit Kobo verpartnert. Und wo war Bompard vor seinem Wechsel zu CarreFour? Tja, bei Fnac Darty. Parbleu!

Symptom der wachsenden Konkurrenz durch Amazon

Das wäre dann übrigens der dritte Anlauf von CarreFour in Sachen E-Reading, um 2010 gab es bereits mal eine Kooperation mit dem E-Book-Distributor Numilog, damals im Besitz des Verlags Hachette. Hinter all dem raschen Wandel steht natürlich auch die verschärfte Konkurrenz durch Amazon, nicht nur in Sachen E-Reading, sondern auch im Einzelhandel ingesamt – in Zukunft heißt es dann also Carrefour plus Fnac plus Kobo contre Seattle.

(via The Digital Reader & Actualitté)

Stell‘ deinen PC in den Schatten: High-End-Cloud-PC „Blade Shadow“ kommt bald nach Deutschland

shadow-cloud-pcWenn 5.000 Franzosen ihren (Gaming-)PC gegen eine kleine Box mit USB-, Ethernet- und Kopfhörer-Anschlüssen eintauschen, macht das noch keinen Sommer. Doch auf der CES in Las Vegas sorgt nun das französische Startup Blade mit seinem „Shadow“-PC aus der Rechnerwolke weltweit für Aufsehen: für eine Handvoll Dollars (oder Euros) abonniert man einen High-End-Windows-10-Rechner in der Cloud, auf den dann via Smartphone, Tablet oder (hehehe) PC bzw. Laptop (aber eben einen langsamen, alten) zugegriffen wird. An Ausstattung wurde dabei nicht gespart, der Remote Desktop glänzt mit Nvidia Grafikchip, Vierkern-Intel-Xeon CPU, 12 Gigabyte RAM und 265 Gigabyte SSD-Drive.

Schluss mit Latenzzeit-Problemen

Übliche Probleme solcher „Blade“-PCs wollen die Pariser Cloud-PC-Konstrukteure endgültig ausgemerzt haben, insbesondere die Latenzzeiten bei der Eingabe von Daten auf dem entfernten Rechner wie auch ruckelige Bilder bei HD-Filmen und HD-Games (dem Startup zufolge werden 144fps (HD) or 60fps (4K) erreicht) sollen nun der Vergangenheit angehören. Spätestens ab März 2018 soll der Service von Blade auch für deutsche Kunden zur Verfügung stehen.

Für normale Büroanwendungen klingt die Performance zwar ein bisschen überkandidelt, das Konzept an sich aber verspricht sicherlich auch für Nicht-Gamer diverse Vorteile: da Blade den Rechner auf dem neuesten Stand hält, muss man selbst nie wieder das Betriebssystem updaten. Und Anwendungssoftware muss man nur einmal installieren, und kann sie dann von überall aus nutzen, egal ob dort nun ein Windows-, Mac- oder Linux-Rechner steht.

Shadow-Box verbindet Tastatur, Maus oder HD-Bildschirm

Wer nicht nur via Touchsceen oder Browser auf dem Laptop zugreifen möchte, muss noch etwas mehr Geld auf den Tisch legen, gegen Aufpreis erhält man die Shadow-Box, um Peripherie-Geräte wie Tastatur, Maus, Spiele-Controller, Audio-Zubehör und einen HD-Bildschirm anzuschließen.

Ach ja, übrigens: regelmäßige Gebühren, Netzwerk-Terminal, Frankreich… Da fällt einem ja irgendwie gleich „Minitel“ ein, made by France Télécom. Nicht ganz zufällig kommt wohl nun auch das neueste Konzept eines Schatten-PCs aus Frankreich: schon Anfang der 1980er haben die Eltern und Großeltern der heutigen Gamer dort ihre ersten Erfahrungen mit „Cloud-Computing“ und sogar „Cloud-Gaming“ gemacht, noch bevor ein „richtiger“ PC oder Heimcomputer in ihrer Wohnung stand… Für die Enkel gibt’s jetzt quasi Maxitel.

(via cnet.com & pcgameshardware)

„Dégooglisons l’internet“: Framasoft befreit das Web — mit Alternativen made in France

framasoft-befreit-das-web-von-googleWir schreiben das Jahr 2016 — das ganze Internet wird von US-Konzernen beherrscht. Das ganze Internet? Nein… Es gibt da noch ein gewisses gallisches Dorf. „Dégooglisons l’internet!“ skandieren derzeit viele Franzosen — und vielleicht sollten die „GAFAM“ (also Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft) diese Forderung nicht so ganz auf die leichte Schulter nehmen. Denn die „Framasoft“-Community setzt die Parole gerade in eine konkrete Utopie um — nach den vier Prinzipien frei, dezentralisiert, ethisch, solidarisch.

Ob Google Docs oder Skype: Frama schafft Alternativen

Die kleine Entwickler-Genossenschaft aus Lyon mag zwar nur über ein halbes Dutzend bezahlte Mitarbeiter und etwa 30 Freiwillige verfügen, doch sie hat in den letzten fünf Jahren tatsächlich schon zahlreiche non-kommerzielle Webservices auf Basis freier Software gestartet: gegen Google Docs setzen sie Framapad, gegen Google Spreadsheet Framacalc, gegen Facebook Framasphère (ein Diaspora-Klon), gegen Skype Framatalk, gegen WeTransfer Framadrop, und so weiter. Mehr als 30 Frama-Web-Apps gibt es bereits, für 2017 ist u.a. ein Twitter-Double („Framatweet“) geplant…

„Kulturelle & ökonomische Dominanz beenden“

„Unser Ziel ist es nicht, die GAFAM zu ersetzen, sondern konkrete Alternativen vorschlagen“, umreißt Projektleiter Pierre-Yves Gosset gegenüber Le Monde die Framasoft-Roadmap. Die in Lyon beheimatete Framasoft-Genossenschaft möchte damit ein deutliches Zeichen setzen: „Die ökonomische und kulturelle Dominanz von Google & Co. ist nicht unumgänglich. Man kann sich auch anders entscheiden, niemand muss sich mit der Gleichschaltung des globalen Dorfes durch die Amerikaner abfinden“, so Gosset.

„Schafft eins, zwei, drei, viele Framasofts“

Etwa 20.000 Nutzer hat das Framasoft-Portal selbst, die jährlichen Kosten liegen derzeit bei knapp 250.000 Euro. Man setzt auf Wachstum der etwas anderen Art: Die ursprünglich im universitären Rahmen entstandene Framasoft-Initiative hat quer durch die Grande Nation bereits viele Ableger erzeugt — vielerorts bilden sich neue Genossenschaften, die sich der Framasoft-Charta anschließen und eigene Webserver betreiben, zum Beispiel „La mère Zaclys“. Das Akronym für diese alternativen Hosting-Services heißt „CHATONS“ („Kätzchen“), und steht für „Collectif d’Hébergeurs Alternatifs, Transparents, Ouverts, Neutres et Solidaires“.

Gezahlt wird nicht mit den eigenen Daten

In der Regel werden die derzeit mehr als 20 CHATONS (nicht alle sind öffentlich) solidarisch durch Spenden finanziert, oder durch günstige Abos. Auf jeden Fall soll der Nutzer nicht durch Preisgabe seiner Daten zahlen, sondern erhält volle Datensouveränität. Und wird ermuntert, auch selbst zum Service-Betreiber zu werden — die notwendige freie Software steht bereit. Das widerständige gallische Daten-Dorf mag noch recht klein sein, doch der Kampf gegen Closedum, Proprietarum, Trackum und Centralizum hat begonnen. Vielleicht ja auch bald in Deutschland? Zahlreiche Framasoft-Nutzer in Belgien und der Schweiz gibt es bereits…

(via Le Monde & Framablog)

Kindle-à-Gogo: Amazon eröffnet Pop-Up-Kioske in Pariser Shopping Malls

kindle-pop-up-store-in-parisWenn man schon keine Herrenboutique mit dem Papst in Wuppertal eröffnet, wie wäre es dann mal mit einem Kindle-Kiosk mit Jeff Bezos in Paris? Genau das gibt’s am Rand der französischen Hauptstadt jetzt tatsächlich (nur ohne Jeff Bezos in personam), denn mitten in zwei populären Shopping Malls hat das US-Unternehmen in diesen Tagen Pop-Up-Kioske eröffnet.

Der Zweck des spontanen Budenzaubers ist klar: An den edel holzvertäfelten Comptoires in La Défense und Le Chesnay soll während der verkaufsstarken Weihnachtsaison die Kindle-Modellreihe vom Basis-Reader bis zu Kindle Voyage und Kindle Fire Tablet promotet werden, und zwar sieben Tage die Woche. Die Ausführung des Mini-Projektes hat die italienische Agentur Target zusammen mit dem Pariser Start-Up Coephe Retailbox übernommen, das sich auf den „commerce ephemère“ in Einkaufszentren spezialisiert hat.

Wenn auch keine Eintagsfliegen, so bedeuten die beiden Kioske also definitiv nicht der Einstieg ins stationäre Geschäft, wie Amazon ihn gerade in Seattle testet: Ende Januar werden die französischen Pop-Up-Kioske wieder demontiert – sie sind also eher Teil der Amazonschen Experimentierfreude, die uns u.a. auch schon Kindle-Automaten an Flughäfen beschert hat.

Doch auch die ephemere Paris-Präsenz für das Kindle kann wohl nicht schaden, denn auf dem Publikumsmarkt haben E-Books jenseits des Rheins erst einen mageren Umsatzanteil von 3 Prozent ergattert. Was nicht heißen soll, dass sich das Pop-Up-Konzept nicht auch in Deutschland lohnen würde… vielleicht in Sichtweite einer Thalia- oder Hugendubel-Filiale? Das Medienecho wäre sicher schon mal garantiert.

(via The Digital Reader/defense-92.fr/sitesdesmarques)

Abb.: defense-92.fr

Erst Hörbücher, dann E-Books: GroKo will ermäßigten Mehrwertsteuersatz ausdehnen

„Macht die Bücher billiger“, lautet eine alte Forderung. Bei Hörbüchern und vielleicht auch E-Books könnte sie bald erfüllt werden – nach dem Willen der Großen Koalition soll für sie zukünftig nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuer-Satz von 7 Prozent gelten, statt bisher 19 Prozent. Bisher genossen nur gedruckte Bücher dieses Privileg. In Zeiten der Digitalisierung sei das aber nicht mehr haltbar, befanden die Fraktionen von Union und SPD nun während einer Klausurtagung auf dem Petersberg bei Bonn. Wörtlich heißt es in dem Beschlusspapier: „Der Gesetzeszweck, mit dem der derzeit geltende ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Bücher, Zeitschriften und Zeitungen begründet wird, liegt darin, die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am kulturellen Leben zu erleichtern“. Dieser Zweck gelte ohne Abstriche auch für „elektronische und akustische Informationsmedien“.

„Noch vor der Sommerpause ins Parlament“

Konkret entschieden wurde zunächst aber nur der verminderte Steuersatz für Hörbücher. „Das soll noch vor der Sommerpause in das Gesetzgebungsverfahren kommen“, wird Volker Kauder von dpa zitiert. Die Aufsplittung hat mit den Tücken der Europapolitik zu tun. „Bei den Hörbüchern lässt es die Europäische Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie bereits heute zu, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz einzuführen“, liest man im Beschlusspapier. Eine entsprechende Möglichkeit für „E-Books, E-Papers und andere elektronische Informationsmedien“ sei dort aber nicht vorgesehen. Somit blieb den GroKo-Fraktionen nichts anderes übrig, als in punkto E-Lektüre die Bundesregierung zu bitten, sich auf europäischer Ebene aktiv für eine „baldige Änderung der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie“ einzusetzen, damit der ermäßigte Mehrwertsteuersatz in den Mitgliedstaaten auch auf elektronische Bücher angewendet werden kann.

Bei E-Books bremst europäische „Systemrichtlinie“

Eine sehr defensive Position, schaut man auf Länder wie Frankreich oder Luxemburg: dort wurden die entsprechenden Mehrwertsteuersätze für E-Books bereits in den letzten Jahren auf 5,5 Prozent bzw. 3 Prozent gesenkt. Gut für den Wettbewerb, gut für den in Luxemburg ansässigen Amazon-Konzern, der auch in Deutschland E-Books zum luxemburgischen Niedrigst-Tarif verkaufen kann. Die betreffenden Regierungen wurden inzwischen jedoch vom Europäischen Gerichtshof verklagt – diesen Stress wollen sich die Großkoalitionäre wohl ersparen. Sie wissen schließlich: die zuletzt 2006 aktualisierte Systemrichtlinie schreibt einen Mindeststeuersatz von 15 Prozent vor. Ausnahmen sind nur bei lokal erbrachten Dienstleistungen erlaubt, etwa beim Bierausschank oder Haareschneiden. Und ganz zufällig auch bei „Ausschenken“ von Druckerzeugnissen am Buchhandels-Tresen.

Abb.: Flickr/Chris Halderman (cc)

Französische Comic-Piraten scannen mehr als 30.000 Titel ein – Verlagsbranche profitiert davon

Franzosen lieben ihre BDs (= „Bande Dessinée“) über alles. Der Comic-Anteil am nationalen Buchmarkt beträgt outre-Rhin satte 15 Prozent. So verwundert es kaum, dass die bunten Bildergeschichten im Land von Asterix, Gaston Lagaffe oder Lanfeust de Troy auch zu den am meisten raubkopierten Genres gehören. Doch die jetzt im Vorfeld des internationalen Comic-Festivals von Angoulême präsentierten Zahlen zeigen erstmals en detail, wie proaktiv und gut vernetzt die Subkultur der Peer-to-Peer-Piraten wirklich ist. Die in der Region Paris ansässige Monitoring-Behörde Le MOTif („Observatoire du livre et de l’écrit en Ile-de-France“) geht von 30 – 50.000 eingescannten Comics aus, von denen bis zu 10.000 einem breiterem Publikum zugänglich seien.

Die Aktivitäten der Scan-Szene erreichen fast schon industrielle Strukturen: in der Regel arbeiten die Raubkopierer in Teams von bis zu 100 Personen. Dabei geht es offenbar vor allem um die Selbsthilfe von passionierten Comic-Fans. Denn 58 Prozent der betroffenen Titel waren zum Zeitpunkt ihrer Verbreitung über Internet-Tauschbörsen oder Streaming-Portale weder digital noch im Print in Frankreich lieferbar. Die Comic-Piraten befriedigen also eine Nachfrage, für die es noch kein entsprechendes Angebot gibt. Doch auch andere Elemente der Copycat-Kultur dürften Kritikern illegaler Downloads dabei deutlich den Wind aus den Segeln nehmen. Denn bei Mangas etwa sind die Raubkopierer sogar als Übersetzer tätig – aktuelle japanische Serien landen somit ohne große Verzögerung auf dem franzöischen Markt, manchmal sogar mit erklärenden Fußnoten. Weltweit kommt die Grande Nation beim Manga-Konsum nach Nippon auf Platz zwei.

Den französischen Verlagen ist die „Vorfeldarbeit“ der Piraten offenbar gar nicht so unlieb. Denn Einnahmeverluste werden nicht verzeichnet – ganz im Gegenteil. Nicht nur die Zahl der Raubkopien steigt, sondern auch der Absatz offizieller Printversionen. Gerade die Bestseller am Kiosk oder in der Buchhandlung gehören zu den am meisten via Peer-to-Peer-Netzwerken verbreiteten Inhalten. Vielleicht auch deshalb, weil die Sprechblasen-Piraten auf der anderen Seite des Rheins einen ganz besonderen Ehrenkodex pflegen. Sobald ein Comicbuch kommerziell verlegt wird, ziehen sie die inoffiziellen elektronischen Versionen zurück. Die vorab veröffentlichten Erkenntnisse von MOTiF dürften in der nächsten Zeit für eine Menge Diskussionstoff sorgen. Denn schon vor einiger Zeit musste ausgerechnet Frankreichs Internet-Überwachungsbehörde HADOPI zugeben, dass „Heavy User“ von illegalen Tauschbörsen im Musikbereich zugleich zu den besten Kunden von legalen Anbietern gehören. Nun wird am Beispiel des Comic-Marktes noch deutlicher: Sanktionen wie Netzsperren sind nicht nur sinnlos, sie können sogar zur Bedrohung prosperierender Geschäftsfelder werden.

(via Publishing Perspectives, Les Numériques, Le MOTif)

Abb.: flickr/Terry McCombs

GfK-Umfrage: Jeder dritte Franzose ist ein E-Book-Pirat

Oh la la: Obwohl in Frankreich illegale Downloads mit harten Sanktionen bis hin zur „Netzsperre“ belegt werden, greifen 27% der Leser lieber zum gecrackten E-Book auf Tauschforen. Das zeigte jetzt eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), an der 1000 Personen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren teilnahmen. Die Ergebnisse decken sich in ihem Ausmaß mit den Zahlen der französischen Netzbehörde HADOPI, die bisher mit 18 Millionen Beschwerden wegen Copyright-Vergehen regelrecht überschwemmt wurde, und im Rahmen der „Three Strikes“-Regel bereits fast 500.000 erste Verwarnungen an User verschickt hat. Anders als in Deutschland ist die Motivation für die literarische Piraterie aber nicht nur das überhöhte E-Book-Pricing, sondern offenbar auch das mangelnde Angebot – viele Titel sind aufgrund abwartender Haltung der französischen Verlage offziell noch gar nicht elektronisch lieferbar. So erklären sich wohl auch die weiteren Erkenntnisse aus der GfK-Umfrage. Denn mehr als die Hälfte (52%) der heruntergeladenen Lektüre stammte aus Bibliotheksbeständen, verfügbar etwa auf dem Gallica-Portal der französischen Nationalbibliothek oder via Google Books. Der Online-Buchhandel kommt dagegen nur auf einen Anteil von 41 Prozent. Doch auch da suchen die Leser jenseits des Rheins vor allem nach kostenlosen bzw. gemeinfreien Titeln, insgesamt wurde nur für ein Viertel der Downloads das Portemonnaie gezückt.

Manga macht mobil: Japanische E-Comics erobern Europas Handys

Japan liebt Handys, und Japan liebt Mangas: Nippons Jugend liest Serien wie Naruto, Dragon Ball oder Death Note deswegen schon seit Jahren als E-Comic auf dem „Keitei„, also dem Mobiltelefon. In Zukunft könnten die Franzosen die ersten Europäer sein, die zur mobilen Manga-Fraktion gehören. Der japanische Telekommunikations-Anbieter DOCOMO bringt in Zusammenarbeit mit Bouygues Telecom die „Bande Dessinée“ aus dem fernen Osten auf die Displays französischer E-Comic-Fans. Für drei Euro können die ca. 9,7 Millionen Handy-Kunden des Anbieters ein komplettes Album herunterladen (natürlich „en francais“). Frankreich ist auf jeden Fall ein ideales Testfeld: neben Belgien werden nirgendwo sonst in Europa soviele Comics produziert und gelesen. Auch die japanischen Mangas erfreuen sich zwischen Ärmelkanal und Cote d’Azur großer Beliebtheit. (mehr …)