Kindle Color ante portas? Amazon soll Farbdisplay-Entwickler Liquavista übernehmen

Farbige E-Ink-Displays lassen immer noch auf sich warten – woran hohe Produktionskosten und mangelnde Farbqualität nicht ganz unschuldig sind. Nicht umsonst konzentrieren sich Hersteller solcher High-End-Gadgets wie etwa Pocketbook vorerst noch auf den Bildungssektor. Am Massenmarkt orientierte Player wie Amazon setzen dagegen im Reader-Sektor bisher auf monochromes E-Ink, wenn auch in HD-Qualität und mit verbessetem Kontrast dank Glowlight-Funktion. Nun scheint Jeff Bezos jedoch offenbar eine Alternative zu farbigem E-Ink gefunden zu haben: die stromsparende Electrowetting-Technologie von Liquavista. Sie bietet brilliante Farben wie bei LCD, einen schnellen Screen-Refresh, der Bewegtbilder ermöglicht, funktioniert aber wie E-Ink prinzipiell ohne Hintergrundbeleuchtung, was eine Menge Strom spart. Nutzen lässt sich Electrowetting natürlich auch für Smartphones und Tablets.

Wohl zu diesem Zweck war der Display-Hersteller Liquavista erst im Jahr 2011 von Samsung aufgekauft worden. Brancheninsider Nate Hoffelder von The Digital Reader zufolge bereitet nun Amazon die Übernahme von Liquavista vor – Indizien dafür seien nicht nur Stellenausschreibungen des „geheimen“ Entwicklungslabors 126, bei denen es u.a. um Display-Spezialisten geht. Zugleich hat Amazon offenbar gerade eine Scheinfirma mit der Bezeichnung „Amazon Development Center (Netherlands) B.V.“ gegründet – in den Niederlanden hat Liquavista seinen Stammsitz. Soll damit der Einkauf so lange wie möglich geheim gehalten werden? Hoffelders These lautet jedenfalls: „Amazon is buying Liquavista. Or at the very least they are buying part of the company (making a major investment) and plan to use Liquavista’s screen in the next Kindle.“ Die Serienproduktion der alternativen Farb-Displays soll Liquavista zufolge auf jeden Fall noch in diesem Jahr beginnen – vielleicht gibt’s das Kindle color ja schon zur Weihnachtssaison.

Abb.: Screenshot

Farbiges E-Ink kommt: Hanvon kündigt für 2011 Marktstart eines 9-Zoll-Readers mit Color-Display an

hanvon-color-e-ink-reader-marktstart-2011-440-dollarFarbiges E-Ink kommt näher: Anfang 2011 will Hanvon einen 9-Zoll-E-Reader mit Color-Display auf den Markt bringen. Diese Woche wird der chinesische Hersteller das Gerät auf der Messe „FPD International 2010“ erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. In China soll der Farb-Reader im Tablet-Format in einer UMTS-&WiFi-Version ab März für 440 Dollar in den Handel gelangen. Wann der Marktstart in den USA oder Europa kommt, ist allerdings noch ungewiss.

Hanvon ermöglicht farbiges E-Ink zum bezahlbaren Preis

So wie 2010 zum Jahr des Tablets wurde, könnte 2011 nun das Jahr sein, das Farb-E-Ink zum Durchbruch verhilft. Bisher waren es vor allem technische Probleme, die Farbe auf dem E-Reader ausgebremst haben – so hat etwa Amazon erklärtermaßen für das Kindle 3 auf bunte Displays verzichtet. Farbiges E-Ink sieht im Vergleich zu anderen Display-Techniken tatsächlich etwas blass aus. Barnes&Noble setzt beim neuesten Nook-Reader deswegen auch auf LCD. Das hat allerdings auch finanzielle Gründe: E-Ink in Farbe ist einfach noch zu teuer. Im letzten Jahr wagte sich Fujitsu mit einem Color-E-Ink-Display auf den Markt – in Japan wurde das mit WiFi & Bluetooth ausgestatte 8-Zoll-Gerät für rund 1000 Dollar verkauft. Im Angesicht von iPad & Co. nicht gerade ein konkurrenzfähiger Preis. Mit 440 Dollar liegt Hanvon bei seinem avisierten 9,6-Zoller dagegen sogar deutlich unter der Basisversion von Apples Tablet. Das dürfte vor allem auf dem US-Markt wichtig sein – der New York Times zufolge will Hanvon dort mit Farb-E-Ink in Zukunft auch präsent sein.

“Ohne Farbe werden E-Ink-Geräte vom Markt verdrängt“

Unter der Haube des Hanvon-Readers findet man übrigens ein normales schwarz-weiß-Display – die Farbwirkung wird durch einen darübergelegten Filter erzeugt. Der Kontrast verschlechtert sich durch solche Filter zwar, doch der Verlust wird bei Verwendung von besonders kontraststarken E-Ink-Displays (siehe Pearl-E-Ink beim Kindle) mehr oder weniger ausgeglichen. Ansonsten bleibt E-Ink natürlich E-Ink – anders als bei anderen stromsparenden Display-Techniken wie etwa von PixelQi sind Video-Clips noch nicht drin. Auch wenn Hanvons bunter E-Reader Tablet-Größe hat – als direkte Konkurrenz zum iPad ist das Gerät offenbar nicht geplant – es soll ein „dediziertes Lesegerät“ sein. Doch ohne Farbe geht wohl auch in diesem Bereich in Zukunft gar nichts mehr, wenn man den Marktstrategen glauben darf. “Farbe ist bei E-Ink absolut unabdingbar“, zitiert die NYT etwa den Forrester Research-Analysten James McQuivey. “Ohne Farbe werden E-Ink-Reader entweder durch LCD oder andere Konkurrenzprodukte vom Markt verdrängt.“

E-Paper macht die Biege: Bridgestone & AU Optronic entwickeln flexible Reader-Displays

Echtes Papier ist bunt, echtes Papier ist biegsam. In beiden Bereichen musste E-Paper bisher passen. Das japanische Unternehmen Bridgestone präsentiert nun eine E-Paper-Lösung, die farbige und biegsame Displays bietet. Besonderer Vorteil ist ein schneller Seitenwechsel. Der taiwanesische Konkurrent AU Optronics hat dagegen ein flexibles Schwarzweiß-Display entwickelt, das dank Roll-to-Roll-Manufacturing besonders preisgünstig ist.

Bridgestones Display schlägt die E-Paper-Konkurrenz in punkto Farbe und Geschwindigkeit


Bridgestone präsentiert farbiges und flexibles E-Paper für E-Reader Displays.gifDas japanische Unternehmen Bridgestone ist einer der größten Reifenhersteller weltweit. Insofern ist man dort schon seit jeher Experte für Biegsamkeit und Flexibilität von Gummi und Kunststoff. Nun hat man auch dem E-Paper Flexibilität beigebracht. Auf einer Fachmesse in Yokohama wird man diese Woche den Prototypen eines biegsamen 10,7-Zoll-Farbdisplays vorstellen. Alle Teile des nur 5,8 Millimeter dicken Geräts (Zum Vergleich: der Kindle 2 etwa hat eine Dicke von 9 Millimetern) sind nach Angaben von Bridgestone flexibel – vom Display über das Touch-Panel bis hin zur Elektronik. Zum Vergleich: der Kindle 2 etwa hat eine Dicke von 9 Millimetern. Erste Testläufe mit Endverbrauchern sollen im Frühjahr 2010 beginnen, doch eine Markteinführung ist in absehbarer Zeit offenbar noch nicht geplant. Ausgereift ist dagegen ein farbiges (allerdings nicht flexibles) Display in DIN A 4-Größe: mit 4096 Farben und einem Seitenwechsel innerhalb von 0,8 Sekunden ist Bridgestone mit diesem E-Reader dem bisherigen Branchenprimus Fujitsu und dessen FLEPia um Längen voraus. Das WiFi-fähige Touch-Screen-Geräte wird im Frühjahr 2010 in Osaka von den Mitarbeitern einer Bank erstmals unter realen Bedingungen getestet.

Optronics bietet preisgünstiges E-Paper aus der Rotationsmaschine


Neue E-Paper Lösung Optronic entwickelt flexibles E-Reader Display.gifDie Konkurrenz schläft nicht: das zeigt auch ein weiterer Prototyp in Sachen Flexibilität, den AU Optronics in Yokohama präsentieren wird. Das zur BenQ-Gruppe gehörende Unternehmen aus Taiwan zeigt ein marktreifes 6-Zoll-Display, das mit der von Sipix entwickelten Microcup-Technik arbeitet. Das schwarz-weiße E-Reader-Display mit 16 Graustufen und einem 9:1-Kontrast kommt im Jahr 2010 in den Handel. Für dieses Display wird erstmals das sogenannte Roll-to-Roll-Manufacturing genutzt – vergleichbar mit dem Rotationsdruck bei Zeitungspapier wird eine Endlos-Rolle aus E-Paper produziert, die dann in die gewünschten Formate zerschnitten werden kann. Verwendung findet diese Technologie bereits bei Dünnschicht-Solarzellen. Für die gesellschaftliche Akzeptanz von E-Paper-Lösungen dürfte neben der Farbdarstellung vor allem die Flexibilität ein wichtiger Faktor sein. Doch man darf natürlich den Display-Preis nicht unterschätzen. Momentan arbeiten auch PlasticLogic (USA), Prime View International (Japan), LG Display (Korea) und Polymer Vision (Niederlande) an flexiblen E-Paper-Lösungen. Sie alle stehen letzlich vor dem selben Problem: Je teurer die jeweils gewählte Technik, desto später erreichen die biegsamen Displays den Massenmarkt.

Via Crunchgear, Tech-On!, pressetext

E-Reader-Displays erobern die Handy-Welt

Die E-Ink-Technologie setzt auf Licht, das von außen kommt, ob von der Sonne oder einer Neonröhre. Das spart sehr viel Strom, und stößt deswegen auf das Interesse der gesamten Industrie für mobile Geräte. Gerade Handys mit großen Farbdisplays gehen schließlich stark zu Lasten der Akku-Leistung. Was E-Ink für den E-Reader ist, könnte „Mirasol“ bald für das Mobiltelefon sein: eine reflektive Technologie, die sogar Farbwirkungen entstehen lässt. (mehr …)

Das E-Book wird farbig: Fujitsu’s FLEPia erobert Tokio

e-book-wird-farbig_fujitsus-flepia-erobert-tokio-150x150Man hatte sich fast schon daran gewöhnt: E-Books sind ein bisschen so wie echte Bücher, klein, seriös verpackt und vor allem in Schwarz-Weiß. Farbige E-Ink-Displays kannte man nur aus den Hightech-Laboren der Industrie. Doch plötzlich ist die Welt auf dem Display groß und bunt, zumindest wenn man in Tokio wohnt. Dort können  die Gäste des Termina Kinshicho Fujiya Restaurants seit Anfang des Monats die Zukunft des E-Books live erleben: (mehr …)