Ambiente, Espresso, Print On Demand, nicht nur für New York: Shakespeare & Co. will landesweit expandieren

shakespeare-and-co-newyork-expandiertBuchhandlungen, die neu eröffnen? In den USA? Und es geht nicht um Amazon? Ja, das gibt es: unter dem Markennamen „Shakespeare & Co“ will Dane Neller, Mitgründer und Chef von „On Demand Books“ eine landesweite Kette aufziehen. Und zwar immer nach dem selben Prinzip: Bücher, Espresso-Bar und Espresso Book Machine – d.h. in den Buchhandlungen können gewünschte Paperbacks aus einem Online-Katalog direkt ausgedruckt werden. Im „Flagship-Store“ an der Lexington Avenue auf Manhattans Upper East Side funktioniert das schon.

In fünf Jahren landesweite Präsenz anvisiert

Bald soll es auch in Boston, Chicago und anderswo funktionieren: „In five years we’d like to be a large national presence,“ so Dane Neller gegenüber Publishers Weekly. Bevorzugt sollen die Filialen im Umfeld von Hochschulen angesiedelt werden, statt großen Buchsupermärkten werden es meist überschaubare Verkaufsräume mit ca. 300 Quadratmeter Fläche sein. Bis Ende 2018 sollen bis zu drei neue Standorte ihre Pforten öffnen.

Shakespeare & Company: eine Idee lebt fort

Schön dabei ist natürlich auch, dass damit die New Yorker Tradition der „Shakespeare & Co.“-Buchläden fortgesetzt wird, die in den 1980er Jahren begann (angeregt wiederum durch die Shakespeare & Company-Buchläden in Paris) — zeitweise gab es ein halbes Dutzend Filialen. Zusammen mit einer Gruppe von Investoren kaufte Dane Neller im Jahr 2015 nicht nur den Markennamen, sondern übernahm auch die Verkaufsflächen des letzen verbliebenen Geschäfts.

Mit neuem Konzept wie auch neuem Corporate Design geht es nun weiter. Die Grundidee aber bleibt bestehen. “Bookstores are about social gathering, expression, intimacy, service, and selection”, beschreibt es Neller. Bücher einfach nur kaufen könne man schließlich auch online. Ein richtiges Einkaufserlebnis, das gebe es aber eben nur in Buchhandlungen vor Ort.

PUF trifft Espresso: In Paris öffnet Europas erste Print-On-Demand-Buchhandlung

puf-librarie-paris-espresso-book-machineAls 1999 die berühmte Pariser Verlagsbuchhandlung PUF nach fast 100 Jahren schließen musste, war das ein trauriger Tag nicht nur für das Quartier Latin. Nun sind „Les Presses Universitaires de France“ wieder da, nur einen Steinwurf entfernt von der alten Location, und mit deutlich mehr Titeln im Angebot auf deutlich weniger Fläche. Genauer gesagt: 3 Millionen Titel auf 80 Quadratmetern.

Espresso Book Machine druckt jedes lieferbare Buch

Des Rätsels Lösung: im Zentrum des Ladens werkelt eine Espresso Book Machine von „On Demand Books“, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Sie druckt in wenigen Minuten aus Coverdatei (farbig) und Layoutdatei (schwarzweiß) jedes als elektronischen Vorlage vorrätige Buch, sowohl aus dem PUF-Verlagskatalog wie auch aus dem allgemein lieferbaren POD-Angebot.

Schnelldruck mit Xerox-Technik

Weltweit sind schon mehr als 100 Espresso Book Machines auf XEROX-Basis im Einsatz, in Frankreich standen dagegen erst ganze fünf. Jetzt sind’s also sechs: „Das ist die erste komplett digitale Buchhandlung in Europa, die ausschließlich Print-On-Demand verkauft“, so PUF-Leiter Frederic Meriot gegenüber der Nachrichtenagentur AP. „Ein Modell für die Zukunft, in der Digital und Paperback Hand in Hand arbeiten“. (Anmerkung: „Kontinentaleuropa“ meint Meriot wohl. Denn in London gibt’s auch schon eine P-O-D-Buchhandlung mit Espresso-Book-Maschine.)

Zwischen 40 und 800 Seiten geht alles

Möglich sind Formate von 11×18 bis 20x28cm, bei einer Zahl zwischen 40 und 800 Seiten. Während die Maschine das gewünschte Buch druckt, trinken die Kunden entspannt einen Kaffee. Ganze 60 Käufer waren am 12. März, dem Eröffnungstag da, damit sich der Laden rentiert, müssen im Durchschnitt aber lediglich 15 Titel vor Ort produziert werden, so Meriot.

Frisch gedruckt aus der Buchhandlung: Barnes & Noble testet Espresso Book Machine

„Kommt ein Self-Publisher in die Buchhandlung, geht an den Digitaldrucker, und druckt sich sein eigenes Buch aus“: was wie ein bisschen wie ein Witz klingt, beschreibt zugleich ziemlich exakt die Realität in einigen US-Buchhandlungen. Dort stehen nämlich „Espresso Book Machines“ von On Demand Books, die auf Knopfdruck ein komplettes Paperback binnen Minuten ausspucken. Neben der Buchkette „Books a Million“ will nun auch Barnes & Noble auf Print On Demand vor Ort setzen – zunächst wird das Angebot an drei Standorten ausprobiert, darunter im Flagship-Store am New Yorker Union Square.

Einem Unternehmenssprecher zufolge sollen Kunden auf diese Weise ein ansonsten nicht direkt lieferbares Buch, einen Public Domain-Titel oder ihre eigenes Self-Publishing-Buch ausdrucken können. „Sinn und Zweck des Testlaufs ist es, bei den Konsumenten Interesse zu wecken“, wird der namentlich nicht genannte Sprecher bei publishersweekly zitiert.

Für On Demand Books ist das Teil einer breiter angelegten Strategie, um mehr Geräte in Umlauf zu bringen, nicht nur im unabhängigen Buchhandel, sondern eben auch bei den großen Ketten. Bis Ende des Jahres sollen bis zu 100 Espresso Book Machines in Buch- und anderen Läden stehen. Das wäre schon einer kleiner großer Sprung nach vor: Inklusive Bibliotheken sind derzeit weltweit knapp 70 der flinken Digitaldruckmaschinen im Einsatz, die meisten in den USA (siehe Karte).

Kurzzeitig waren es sogar ein paar mehr – doch seit Mitte 2013 sind die Zahlen leicht rückläufig. So haben etwa einige Indies aus kleineren Städten ihre Maschinen aber auch wieder zurückgegeben, denn die Nachfrage war dort einfach nicht groß genug, die Kosten zu hoch. An manchen Orten wird der Ad-Hoc-Druck aber durchaus häufig genutzt – so werden etwa am Standort Harvard Book Store in Cambridge, Mass. monatlich zwischen 1.000 und 1.500 Titel produziert, etwa die Hälfte davon sind gemeinfreie Bücher aus der Google-Bibliothek.

Die Anschaffungskosten für eine Espresso Book Machine sind immer noch ziemlich schmerzhaft – derzeit werden 85.000 Dollar fällig, beim Start des Programms im Jahr 2007 waren es sogar noch 185.000 Dollar. Auch die Leasingraten sind offenbar nicht unbedeutend. Kein Wunder, dass sich der hyperlokale POD-Sektor noch nicht als der erhoffte Buchbranchen-Disruptor erwiesen hat. Auch ein sehr spannendes Joint-Venture zwischen Books On Demand und Kodak ist offenbar nicht zu Stande gekommen – es hätte die Espresso Book Machines mit dem Kodak Picture Kiosk kombiniert.

(via Publishers Weekly & The Digital Reader)

Abb.: Waag Society/Flickr (cc-by-2.0)
Das Bild zeigt eine Espresso Book Machine in Amsterdam – neben Den Haag derzeit der einzige Standort auf dem westeuropäischen Kontinent.

Espresso Book Machine bringt Print-On-Demand in US-Drogerien

Jedes Buch zu jeder Zeit an jedem Ort – und zwar frisch gedruckt: so lautet das Mission Statement der Espresso Book Machine von On Demand Books. Doch ganz so „radikal dezentralisiert“ und „direct-to-consumer“ wie ursprünglich mal angekündigt ist das Angebot bisher noch nicht. Von weltweit knapp 60 EBM’s (mehr als die Hälfte steht in den USA) werden fast alle in Uni-Bibliotheken bzw. Campus-Buchhandlungen betrieben. Im Frühjahr 2014 könnte nun aber doch endlich der Schritt in die außerliterarische Wirklichkeit gelingen – durch eine Kooperation von On Demand Books mit Kodak und der US-Drogeriekette Bartell Drugs.

Pilotprojekt in Downtown Seattle

Das Pilotprojekt startet in einem Einkaufszentrum in Downtown Seattle – dort soll die Express-Druckmaschine zusammen mit dem Kodak Picture Kiosk genutzt werden, so dass neben Fotobüchern auch mehr als 7 Mio. aktuelle Sachbuch- und Belletristik-Titel aus dem EspressNet Digital-Katalog auf’s Papier gebracht werden können. In Seattle würden damit insgesamt bereits drei Espresso Book Machines stehen. “Die Konsumenten suchen nach immer mehr Wegen, um sich auszudrücken und personalisierte Produkte zu kreieren – mit dieser Technologie bieten wir ihnen einen direkten Weg, um Content aufzubereiten, egal ob mit Worten oder Bildern”, so Howie Cohen von Bartell Drug.

Die Konkurrenz schläft nicht…

Bei On Demand Books hoffe man aber auch darauf, durch den einfacheren Zugang mehr Nutzer für das lokale Print-On-Demand-Konzept zu gewinnen, so CEO Dane Neller. Das wird wohl auch höchste Zeit – denn die Konkurrenz schläft nicht: Amazon etwa betreibt nicht nur Digitaldruckmaschinen in seinen Logistikzentren (siehe Createspace), sondern bietet auch in immer mehr US-Städten die Express-Zustellung am selben Tag an, nicht zufällig auch in Seattle selbst, dem Stammsitz des Unternehmens. Vorteil gegenüber der Bookmachine: der Leser muss das Haus überhaupt nicht mehr verlassen.

(via Publishersweekly)

Abb.: Flickr/Waag Society (cc)

Kodak Picture Kiosk trifft Espresso Book Machine: Print-on-Demand bald an jeder Ecke?

Jedes Buch an jedem Ort, in weniger als einer Minute? Das geht nicht nur mit E-Books. Denn dank Print-on-Demand lassen sich auch Bücher aus Papier überall vor Ort herstellen. Der beste Beweis dafür ist die legendäre „Espresso Book Machine“, produziert von der US-Firma On Demand Books. Die Sache hat nur einen Haken: bisher wurden innerhalb der letzten drei Jahre weltweilt erst knapp 60 dieser Express-Buchautomaten aufgestellt, zum Teil in Buchläden, zum Teil auch in Bibliotheken. Doch nun könnte ein Print-on-Demand-Boom bevorstehen – denn On Demand Books kooperiert zukünftig mit Kodak. Der Foto-Riese betreibt mehr an mehr als 100.000 Orten seinen „Kodak Picture Kiosk“, mit dem sich Digitalfotos ausdrucken lassen. In Zukunft sollen Farbfoto-Druck und Sofort-Buchdruck kombiniert werden – was zudem Print-on-Demand in hoher Farbqualität ermöglichen würde. Vor allem aber macht dieser Coup dank elektronischer Druckvorlagen mehr als 7 Millionen Titel landauf, landab direkt verfügbar.

Nächster Clou: Neben dem Schnelldruck von Bestsellern und Backlist-Titeln der großen Verlage ist natürlich auch die Herstellung von Self-Publishing-Titeln möglich. Independent-Autoren können schon jetzt ihre Druckdateien in den Online-Katalog von On Demand Books einspeisen. Das dürfte wiederum Amazon nervös machen, denn mit CreateSpace hat der Branchen-Primus gerade sein eigenes Print-on-Demand-Programm gestartet, bei dem kräftig quersubventioniert wird – genau wie bei Büchern, die auf Lager sind, entfallen nämlich die Versandkosten. Wenn man demächst nicht mal mehr ein bis zwei Tage auf ein frisch gedrucktes Buch warten muss, sondern nur noch ein bis zwei Minuten, nützt zumindest im städtischen Umfeld auch Amazons Logistik nicht mehr viel. Zumal Kodak einige Erfahrung darin hat, die Druckkosten für den Endkunden dramatisch zu senken.

Die erweiterte Version des Kodak Kiosks wird bis Ende 2012 zunächst innerhalb der USA eingeführt, danach ist die internationale Expansion des neuen Modells geplant. Wenn das tatsächlich klappen sollte, würde es natürlich nicht einer gewissen Ironie entbehren. Denn damit würde die Gutenberg-Galaxis mit Kodak ausgerechnet von einem Unternehmen in ihren Grundfesten erschüttert, das selbst vor kurzem in die Insolvenz gehen musste. Pikanterweise gerade deshalb, weil es allzu lange die Zeichen der Zeit (=Digitalfotografie) nicht erkennen wollte. Ob der Picture-Kiosk mit Buchoption also wirklich bald dem Buchhändler an der Ecke Konkurrenz macht, hängt auch davon ab, an welchen Investor/Konkurrenten die betreffende Kodak-Sparte verkauft wird.

Abb.: Neuestes Modell der Espresso-Book-Machine (On Demand Books)

Frisch gedruckt statt E-Book: Espresso Book Machine beschleunigt Print-On-Demand

Espresso Book Maschine beschleunigt Print On Demand.JPGAuch im Zeitalter von E-Books wird es weiterhin auf Papier gedruckte Versionen von Büchern geben. Dank Print-On-Demand werden sie jedoch direkt vor unseren Augen produziert, während wir einen Espresso schlürfen: das Zeitalter der Buch-Maschine hat begonnen. Vorreiter ist das amerikanische Unternehmen On Demand Books. Mit der Espresso Book Machine 2.0 steht mittlerweile ein Gerät zur Verfügung, das ein Buch tatsächlich genauso schnell drucken kann wie eine Espresso Maschine Kaffee kocht.

Das Herz der Espresso Book Machine ist ein Hochgeschwindigkeits-Drucker

Das Herz der Espresso Book Machine ist ein Hochgeschwindigkeits-Drucker: ein Buch mit 300 Seiten in beliebigem Format kann damit in etwa drei bis vier Minuten produziert werden. Parallel zum Druck der Seiten wird ein Farb-Umschlag hergestellt. Der Papierstoß wird mit Leim versehen, in das Cover gepresst, und schließlich werden die Ränder beschnitten. Die PDF-Vorlagen von kommerziellen Titeln liefert der Kooperationspartner Ingram Book Group, einer der bedeutendsten Buch-Großhändler weltweit.

„The Espresso Machine eliminates the Gutenberg Supply Chain“

Zehn Exemplare der EBM 1.5 wurden bereits seit 2008 in Buchläden und Bibliotheken in aller Welt betrieben, darunter in den USA, Kanada, Australien sowie in Ägypten. Unter den ca. 100 pro Tag gedruckten Titeln sind Lehrbücher, im normalen Sortiment vergriffene Bücher, Ersatz-Exemplare für Bibliotheken, aber auch ganze Kleinauflagen für akademische Verlage. Bei der Präsentation der EBM 2.0 beschrieb Jason Epstein, Verleger und Mitgründer von On Demand Books die Vorzüge der Buchmaschine so: „The Espresso machine eliminates completely the Gutenberg supply chain by delivering a finished book from a selected digital file to the end user with no intervening steps: no inventory, no warehouse, no delivery cost, no spoilage and no returns.“

Die britische Buchhandels-Kette Blackwell will 60 Filialen mit der Espresso Book Machine ausstatten

Noch bis Ende Juli 2009 läuft der Testbetrieb für die EBM 2.0: eins von bisher drei Geräten steht in der Londoner Buchhandlung Blackwell. Wer sich mitten im Stadtzentrum von London auf diese Weise ein Buch drucken läßt, hat davon keinen finanziellen Vorteil: die Espresso-Bücher sind nicht nur identisch mit den Großauflagen aus klassischen Druckereien, sie haben auch den selben Preis. Dafür sind natürlich auch vergriffene Titel wieder lieferbar. Die Buchhandelskette Blackwell plant bereits die landesweite Aufstellung von weiteren EBMs in 60 Filialen. Für das Testgerät wurden 68.000 Pfund investiert. In der Serienfertigung sollen die Buchmaschinen allerdings nicht viel mehr kosten als ein High-End-Kopierer.