Spesen für’s Weiterlesen: Firefox-Crowd sammelte 25.000 Euro für EPUBReader-Update

epubreader-addon-firefox-via-crowdfunding-erfolgreich-finanziertWie wollen wir online E-Books lesen? Die Firefox-Crowd hat diese Frage in den letzten Wochen bravourös beantwortet: im Browser mit EPUBReader, bitte! Damit das auch in Zukunft klappt, haben knapp 975 SpenderInnen aus aller Welt via Kickstarter mehr als 25.000 Euro gesammelt – das dringend notwendige Update des beliebten Firefox-Add-Ons ist damit finanziert. Herzlichen Glückwunsch! Und zwar uns allen… EPUBReader-Entwickler Michael Volz kann sich der Code-Auffrischung jetzt in Vollzeit widmen, das Ergebnis seiner Arbeit kommt der gesamten Web-Community zu Gute.

Add-On wird „fast komplett neu programmiert“

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt dem EPUB-Reader-Entwickler zufolge die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Kleinspenden von 0,25 % der Nutzer haben ausgereicht

Dem geplanten Update-Release im Herbst 2017 steht nun nichts mehr im Wege – schon fünf Tage vor dem Ende der Kampagne steht das Kickstartometer bei 26.370 Euro. Knapp die Hälfte der 975 Unterstützer gaben Kleinspenden bis zu 10 Euro, übrigen waren meist mit Beträgen zwischen 10 bis 25 Euro dabei. Die Zahl der täglichen EPUBReader-Nutzer liegt Michael Volz zufolge bei knapp 400.000 Personen — somit haben Kleinspenden von 0,25 Prozent der Anwender zur Finanzierung des Updates ausgereicht.

Endspurt mit Hilfe von „Kickbooster“

Interessante Fussnote: Um das Spendenziel zu erreichen, hat Michael Volz wie viele andere Kickstarter in der zweiten Hälfte der Funding-Phase auf „Kickbooster“-Links gesetzt – wer diese Affiliatelinks für eine Kampagne via Social Media verbreitet, erhält von jeder auf diesem Weg eingesammelte Spende 10 Prozent Provision.

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

[Sponsered Post] epubs ohne DRM kaufen – & direkt im Browser lesen

Eigentlich könnte alles so einfach sein: man bezahlt im Online-Store ein E-Book via PayPal oder Direktüberweisung, klickt auf den Download-Link, und schon öffnet sich im Browser ein neues Fenster, in dem der Volltext angezeigt wird. Leider gibt’s einen Haken: Viele aktuelle Titel werden mit Digital Rights Management (DRM) geschützt, die Lektüre ist deswegen nur mit autorisierten E-Reader-Apps bzw. auf autorisierten Lesegeräten möglich. Doch die Zahl der DRM-freien E-Books nimmt zu – und es gibt Portale, die ausschließlich epubs ohne Kopierschutz im Programm haben: bei epubbuy.com etwa werden mittlerweile mehr als 11.000 Titel angeboten, darunter zahlreiche Bestseller prominenter Autoren wie Dan Brown, Arnaldur Indriðason oder Andreas Eschbach.

Vom epubreader zu epubbuy.com

epubbuy-Gründer Michael Volz hatte ein ganz besonderes Motiv, sich von Anfang an auf DRM-freie E-Books zu konzentrieren: der Software-Entwickler ist nämlich „Erfinder“ des populären Firefox-Plugins „epubreader“, das den Open-Source-Browser zur E-Reader-App macht (siehe den E-Book-News-Artikel zu diesem Thema). Tag für Tag wird das kostenlose Plugin von mehr als 400.000 Nutzern verwendet – egal ob es um lokal gespeicherte epubs geht oder um Downloads aus dem Web. „Da man mit dem Add-on nur ePub-Dateien ohne DRM lesen kann, entstand der Wunsch, Interessenten genau diese eBooks anzubieten“, berichtet Michael Volz. Zum Zeitpunkt des Starts von EPUBBuy.com existierten fast nur Anbieter, die eBooks mit DRM verkauften. Das hat sich geändert: „Erfreulicherweise gibt es inzwischen viele Verlage, die auf DRM verzichten, so dass unser Sortiment stetig wächst“, so der epubbuy-Gründer.

DRM-freie epubs haben viele Vorteile

Die von epubbuy.com angebotenen E-Books lassen sich auf fast allen handelsüblichen E-Readern öffnen, abgesehen vom Kindle. Allerdings kann man die DRM-freien epubs mit Apps wie etwa Calibre auch problemlos in Amazons .mobi-Format umwandeln. Weiterer Vorteil von E-Books ohne Digital Rights Management: der Nutzer darf sie auf beliebig vielen Geräten verwenden – beim DRM-Standard Adobe Digital Editions dagegen ist nach 6 autorisierten Computern bzw. Mobilgeräten automatisch Schluss. Wer immer über die aktuellsten Neuerscheinungen ohne DRM informiert sein möchte, sollte am besten den Newsletter von epubbuy.com abonnieren – auch die Auswahl einzelner Kategorien ist möglich.

Abb.: Screenshot

Hinweis: epubbuy.com ist offizieller Sponsor von E-Book-News. Zu unserem Sponsoren-Programm gehören regelmäßige Dankes-Postings. Möchten auch Sie Sponsor werden?

Gepflegte Bildschirm-Lektüre: Bookle, ein epub-Reader für Mac OS

Für fast alles gibt’s ne App, doch wer epubs auf dem Mac lesen wollte, hatte bisher kaum Auswahl. Die Kindle-App kennt sowieso kein epub-Format. Stanza ist längst überholt, der eingebaute Viewer von Adobe Digital Editions hat auch nur sehr begrenzte Fähigkeiten. Mit Bookle soll nun die Lektüre von DRM-freien E-Books im epub-Format aber endlich auch mit Mac-üblichem Komfort möglich sein. Der epub-Reader Bookle ist eine Koproduktion von Adam Engst (TidBITS Publishing) und Peter Lewis (Stairways Software).

Sogar Text-to-Speech möglich

„Bookle 1.0 is intentionally simple, since Peter and I wanted to get something out quickly and then react to requests from users, but it has all the core features needed to read DRM-free EPUBs“, schreibt Adam Engst über die aktuelle Version. Bookle ist Lese- und Verwaltungs-Tool zugleich: Innerhalb der App kann man eine eigene E-Book-Bibliothek anlegen und per Mausklick zwischen verschiedenen geöffneten Titeln hin- und her wechseln. Nutzen lässt sich zudem die Mac-eigene Text-to-Speech-Funktion. Ein E-Book ist bereits vorinstalliert – eine ausführliche Anleitung. Für 9,99 Dollar kann man die Version 1.0 jetzt im Mac App Store herunterladen. Bookle läuft ab Mac OS X 10.6 (Snow Leopard).

Firefox-Add on als kostenlose Alternative

Doch lohnt sich das wirklich? Zum Betrachten von kopiergeschützten E-Books am Bildschirm muss man ohnehin auf Adobe Digital Editions zurückgreifen. Hauptargument von Engst & Lewis, eine eigene App in Angriff zu nehmen, war zudem das Fehlen einer epub-Erweiterung für Apples Standard-Browser Safari. Mit einem entsprechenden Add-On ließen sich damit ganz bequem E-Book-Links direkt anklicken und öffnen. Ohnehin werden die meisten Dokumente ja im Browser gelesen. Was Apple der Mac Gemeinde vorenthält, hat die Firefox-Community aber schon längst im Angebot: die Nutzer des Open-Source-Browsers können ein Add-On namens epubReader installieren. Und Firefox läuft natürlich auch unter Mac OS X. Ähnlich wie viele E-Reader-Apps auf iPad oder iPhone ist die Leseansicht des EPUBReaders individuell konfigurierbar – von Schriftgröße über Vorder- und Hintergrundfarbe bis zur Anzahl und Breite der Spalten. Die kostenlose Erweiterung ist auf der offiziellen Mozilla-Seite zu finden.

Lesen im Browser: EPUBReader macht Firefox zum E-Reader

epubreader
Das Add-On EPUBReader macht Firefox ganz einfach zum E-Lesegerät: E-Books lassen sich damit direkt im Browser betrachten, ohne dass man noch eine externe Software starten muss. Besonders sinnvoll ist das Add-On für epub-Dateien, wenn man im Internet auf Download-Links für E-Books stößt – sie werden automatisch heruntergeladen und geöffnet. Außerdem fügt EPUBReader alle Downloads einer Bibliothek hinzu, die über die Taskleiste abgerufen werden kann.

Endlich sind die epubs bei Project Gutenberg oder Google Books bequem im Browser lesbar

epubreader-firefox-addonAnfangs war EPUBReader noch ein echter Geheimtipp – mittlerweile wird die 2009 erstmals veröffentlichte Software von mehr als 400.000 Firefox-Nutzern verwendet. In der aktuellen Version 1.4.1.0 lässt sich ein großer Teil der im Netz verfügbaren E-Books im epub-Standard öffnen. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um DRM-freie Titel handelt. Kopiergeschützte E-Books müssen auch weiterhin mit einem externen Programm geöffnet werden, also etwa Adobe Digital Edition (ADE). Wer auf freie Texte zugreift, etwa über Project Gutenberg oder Google Books, kann via EPUBReader dagegen per Mausklick bequem durch ein E-Book navigieren – an der linken Seite des Browser-Fensters erscheint automatisch das Hypertext-Inhaltsverzeichnis.

Lesen ist Ansichtssache: EPUBReader ist individuell konfigurierbar

epubreader-addon-firefoxÄhnlich wie viele E-Reader-Apps auf iPad oder iPhone ist auch die Leseansicht des EPUBReaders individuell konfigurierbar – von Schriftgröße über Vorder- und Hintergrundfarbe bis zur Anzahl und Breite der Spalten. Über das Disketten-Symbol in der Fußleiste kann man die aktuelle epub-Datei lokal speichern, über das Bookmark-Symbol ein Lesezeichen setzen. Um auf E-Books zuzugreifen, die auf der Festplatte gespeichert sind, nutzt man das normale Browser-Menü („Datei öffnen“). Alle epubs, die bereits mit EPUBReader geöffnet wurden, lassen sich über das Katalog-Symbol in der Fußleiste auflisten. Über dieses Menü kann man sich zudem durch die epub-E-Book-Bestände von archive.org und feddbooks.com scrollen. Der direkte Download von epubs in einen bestimmten Zielordner ist auch mit epubReader immer noch möglich – über den Umweg rechte Maustaste – “Speichern Unter…”.

Auch für E-Newspaper im epub-Format macht das Add-On Sinn

Die Installation von epubReader verläuft problemlos, das Add-On ist auf der offiziellen Mozilla-Seite zu finden. Unterstützt werden Firefox-Browser, die auf Win, Mac und Linux-Systemen laufen. Neben dem schnellen Zugriff auf E-Books am Desktop erscheint aber auch der Einsatz auf mobilen Geräten mit kleinerem Bildschirm sinnvoll. Zum Beispiel wenn man die E-Paper-Version einer Zeitung abonniert hat – die alternative Tageszeitung taz etwa bietet die elektronische Fassung auch im epub-Format an. So kann man das BlingBling der Webseite umgehen und muss auch nicht auf dem PDF einer großformatigen Zeitungsseite herumirren.

[Beitrag vom 20.9.2009, aktualisiert am 24.2.2011]