Nach Monsenstein & Vannerdat-Insolvenz: epubli übernimmt AutorInnen

monsenstein-zu-epubliSie gehörten zu den Pionieren der digitalen Indie-Verlagsszene in Deutschland — doch 17 Jahren nach der Gründung von „Monsenstein und Vannerdat“ war in diesem Herbst Schluss: das umtriebige Münsteraner Verlagshaus musste inklusive der Self-Publishing-Sparte „Ruckzuckbuch.de“ Insolvenz anmelden. An Halloween gab’s nun immerhin eine gute Nachricht für alle Monsenstein & Vannerdat-Kunden: sie finden ein neues Zuhause bei epubli, und das völlig unkompliziert.

Druckdaten werden zu epubli übertragen

„Sobald sich ein Autor für die Zusammenarbeit mit epubli entschieden hat, werden die Druckdatei, Cover- und Metadaten automatisch an epubli übermittelt und direkt über die Plattform publiziert“, heißt es in einer heute veröffentlichen Pressemitteilung von epubli. Zu den Vorteilen des epubli-Angebotes gehören u.a. kurze Kündigungsfristen (5 Tage) sowie die Anbindung an das Barsortiment (Umbreit, KNV etc.).

epubli gehört zu den „großen Drei“ in Sachen POD

Das Berliner Unternehmen epubli gehört neben BoD und Amazons Createspace zu den drei ganz großen Print-On-Demand-Anbietern in Deutschland — und firmiert seit der Fusion mit der E-Book-Community Neobooks unter dem Dach der neugegründeten neopubli-GmbH, diese wiederum ist eine Tochter des Holtzbrinck-Konzerns.

UPDATE 2.11.2016: Wie heute bekannt wurde, hat auch die Hochschul-Sparte von Monsenstein & Vannerdat einen Abnehmer gefunden — sie wird inklusive Mitarbeitern & Bestandskunden von readbox weitergeführt („readbox uni“).

„Die Unterschiede zwischen Laien- und Profi-Indies wachsen“ – Leonie Langer (epubli) im Interview

leonie-langer-epubliQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Leonie Langer, bei epubli zuständig für den Bereich Kommunikation. In diesem Rahmen schreibt sie auch für den epubli-Blog und gibt Seminare zu verschiedenen Themen im Bereich Self-Publishing. Die Berliner Self-Publishing Plattform epubli ermöglicht Autoren seit 2008, ihr Buch unabhängig zu veröffentlichen und weltweit zu verkaufen. Gedruckt und als eBook, im Buchhandel sowie bei Amazon, Apple, Google & Co.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Leonie Langer: Am allerwichtigsten ist nicht eine Qualifikation, sondern die richtige Einstellung: und zwar, professionell und diszipliniert zu arbeiten. Die Grenzen zwischen Verlags- und Indie-Büchern schwinden, dafür werden die Unterschiede zwischen Laien- und Profi-Indie-Autoren immer größer. Wer da als Self-Publisher mithalten will, muss ein gewisses Maß an Disziplin und den unbedingten Anspruch der Professionalität mitbringen. Wer außerdem noch eine Prise unternehmerisches Denken, Lust an der Kommunikation mit seinen Fans und Affinität zu Social Media hat, der hat 2015 die besten Aussichten, ein erfolgreicher Self-Publishing-Autor zu werden.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Beim Lektorat und Korrektorat. Auch Germanistik-Professoren und Deutschlehrer sollten noch einen Profi drüberschauen lassen, denn grundsätzlich ist man bei seinen eigenen Texten blind – sowohl was Stilblüten als auch Rechtschreibfehler betrifft. In anderen Bereichen kommt es natürlich darauf an, wo der Autor selbst ein Profi ist. Wer hauptberuflich als Grafikdesigner arbeitet, kann selbst ein professionelles Buchcover erstellen. Allen anderen würde ich dringend empfehlen, hier ebenfalls einen Experten zurate zu ziehen. Zum Glück kann im Netz jeder schnell den richtigen externen Dienstleister finden, z.B. auf der von epubli ins Leben gerufenen Plattform buchprofis.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Eine sehr zentrale, vor allem das Online Marketing. Das Gute ist, dass teures Online Marketing mit Anzeigenkauf und Bannerwerbung nicht unbedingt nötig ist. Eine gut gestaltete und organisierte Präsenz in den sozialen Netzwerken ist Gold Wert. Dort sollte man als Autor auf keinen Fall plumpe Werbung für sein Buch machen, sondern Kontakt zu seinen Lesern, anderen Autoren, Bloggern und Menschen aus der Buchbranche aufnehmen. Wer seine Social Media Kanäle nicht als reines Marketing-Tool, sondern als Plattformen zum Austausch mit anderen und als Informationskanäle begreift, für den ist Marketing auch nicht unbedingt Arbeit, sondern macht Spaß! Oder wie die Autorin Annie Stone kürzlich schrieb: Durch den Kontakt übers Internet werden aus Lesern schnell Freunde.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Mit der stetigen Professionalisierung selbstverlegter Titel befinden wir uns schon auf einem guten Weg in Richtung Buchhandel. Und je erfolgreicher Indie-Autoren mit E-Books werden, desto eher werden Buchhändler an diesen Erfolgen teilhaben und sich dem Self-Publishing öffnen wollen. Als Self-Publisher sollte man die Offensive ergreifen und Buchhändler direkt ansprechen. Dabei sollte man durchaus eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag legen, aber auf keinen Fall penetrant sein! Mehr zur richtigen Ansprache von Buchhändlern können Autoren in unserem Workshop am 25.4. erfahren.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Abo- und Flatrate-Modelle werden vor allem von Viellesern genutzt. Self-Publisher sollten die Gelegenheit unbedingt nutzen, ihre E-Books dieser sehr wichtigen Zielgruppe zugänglich zu machen. Flatrates und Abos sind vor allem eine Chance für unbekannte Autoren, entdeckt zu werden. Denn durch ein Abo kann man auch einfach mal ein Buch lesen, das man sich nicht gleich kaufen würde. So sorgen diese Modelle für ein bunteres und abwechslungsreicheres Leseverhalten. Außerdem zeigen Statistiken, dass Abonutzer im Schnitt beinahe doppelt so viele Bücher lesen wie Nicht-Abonnenten und nicht weniger Geld für Bücher ausgeben als vor dem Abschluss des Abos. Viele Abo- und Flatrate-Nutzer haben früher sogar ihre eBooks auf Piratenseiten bezogen. Deshalb sind diese Modelle eher eine Chance als eine Herausforderung.
Jemand, der ein Buch ausleiht anstatt es zu kaufen, neigt eher als ein Buchkäufer dazu, es nicht zu Ende zu lesen. Deshalb sind Cliffhanger und Spannungsbögen umso wichtiger.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Wie bereits erwähnt wird es bei uns ganz intensiv um das Thema „Indie-Autoren in den Buchhandel“ gehen. Viele Autoren möchten, dass ihre Bücher auch über den stationären Handel verkauft werden. Eine Umfrage unter Buchhändlern ergab, dass viele Buchhändler sich besonders über eine unprofessionelle Ansprache von Indie-Autoren ärgern. Wie man Buchhändler richtig anspricht und sie von seinen Büchern überzeugt, was es im Vorfeld zu beachten gibt und wie man die Kooperation mit einer Buchhandlung aufrecht erhält, dafür geben wir den Autoren am SPDay viele nützliche Tipps.

Begrenzt unlimited: epubli & BOD setzen auf E-Book-Verleih via Skoobe

Kindle Unlimited“ gibt’s bisher nur in den USA – trotzdem sorgt Amazons neue E-Book-Flatrate bereits für konkrete Reaktionen in Deutschland: zeitgleich haben die Self-Publishing-Dienstleister epubli (gehört zu Holtzbrinck Digital) und Books on Demand angekündigt, E-Books über die normale Distribution hinaus auch via Skoobe anzubieten.

Über die deutsche Flatrate-App sind bisher knapp 50.000 Verlags-Titel verfügbar. Nun dürfte das Angebot der von Holtzbrinck & Bertelsmann angeschobenen Unternehmung deutlich wachsen, alleine bei BoD wurden immerhin schon 24.000 E-Books veröffentlicht, bei epubli sind es bisher lediglich 12.000 Titel. Skoobe wird allerdings nicht nur mit Self-Publishing-Titeln geflutet, gerade BoD wird auch von vielen kleineren Verlagen genutzt. Bei epubli veröffentlichte E-Books lassen sich zudem auf der Fachbuchplattform PaperC mieten.

Ob sich durch die Skoobe-Option die Nutzung von epubli oder BoD nun stärker lohnt als bisher, bleibt allerdings zweifelhaft – denn das Kerngeschäft beider Dienstleister ist und bleibt Print-On-Demand. Das zeigt auch die merkwürdige Preisstruktur: Im Unterschied etwa zu Amazons KDP oder auf E-Books spezialierten deutschen Plattformen wie Xinxii, Neobooks oder BookRix muss man für die E-Book-Veröffentlichtung immer noch Geld bezahlen. Bei epubli sind 15 Euro zu berappen, bei BoD 19 Euro (es sei denn, man nutzt das neue „E-Short“-Programm für Kurztexte bis 80.000 Zeichen).

Viele Self-Publisher dürften deswegen auch weiterhin vor allem auf Amazons Kindle Direkt Publishing setzen, und auf den Start von „Kindle Unlimited“ in Deutschland warten, den Branchenbeobachter schon für den Herbst 2014 erwarten. Die US-Version der E-Book-Flatrate umfasst bereits 500.000 Titel, die meisten davon sind E-Books von Indie-Autoren.

Abb.: Skoobe.de

Der „Neue Buchpreis“? Oder nur Werbung für ePubli?

Ta­ges­spie­gel, Zeit On­line, die »Stif­tung Le­sen« und ePu­bli ha­ben ei­nen Buch­preis für Selbst­ver­le­ger aus­ge­lobt, zu dem man noch bis zum 5. September Werke ein­rei­chen kann. Der Preis ist mit ins­ge­samt 20000 Euro do­tiert, De­tails fin­det man auf der zu­ge­hö­ri­gen Web­adresse derneuebuchpreis.de (die auf eine ePubli-Seite um­lei­tet). Ge­för­dert wer­den sol­len Selbst­ver­le­ger, in ver­schie­de­nen Ka­te­go­rien (Bel­le­tris­tik, Sach­buch, Wis­sen­schaft, Kunst und Fo­to­gra­fie so­wie Kin­der– und Ju­gend­buch) kön­nen Bü­cher ein­ge­reicht wer­den, die dann zu­erst duch die Le­ser und da­nach von ei­ner Jury aus Jour­na­lis­ten, Li­te­ra­tur­ex­per­ten und Wis­sen­schaft­lern ge­sich­tet und be­wer­tet wer­den. Ziel ist laut Web­seite die „Wür­di­gung der bes­ten Selfpublishing-Autoren“.

Ich halte das ehr­lich ge­sagt für ein we­nig ei­gen­ar­tig, denn die Teil­nahme ist aus­schließ­lich mit Wer­ken mög­lich, die bei ePu­bli zur Ver­öf­fent­li­chung ein­ge­reicht wer­den. Wenn es hier tat­säch­lich um Self­publis­hing und des­sen Ver­brei­tung geht, soll­ten Bü­cher über alle Ver­triebs­mög­lich­kei­ten in die Be­wer­tung mit ein­ge­hen und nicht nur sol­che, die über die Holtzbrinck-Tochter ePu­bli ver­öf­fent­licht wer­den. Um teil­neh­men zu kön­nen, muss man zu­dem ei­nen Au­to­ren­ver­trag mit ePu­bli ab­schlie­ßen, das be­deu­tet: wer das frag­li­che Werk be­reits bei Ama­zon (oder ei­ner der an­de­ren Platt­for­men, die ePu­bli be­schickt) ver­öf­fent­licht hat, ist raus.

Man möge mir ver­ge­ben, aber das Ganze er­scheint mir eher wie eine groß an­ge­legte Wer­be­ak­tion für die Platt­form ePu­bli, de­ren Preise im Be­reich Print an­ge­sichts Crea­teSpace in­zwi­schen deut­lich über­höht er­schei­nen (ins­be­son­dere an­ge­sichts der an­ge­bo­te­nen Tan­tie­men). Was wir brau­chen ist ein Plattform-unabhängiger Preis für Selbst­ver­le­ger, um das Kon­zept und auch Au­to­ren beim Pu­bli­kum be­kann­ter zu ma­chen. Für sol­che Au­to­ren, die noch ein un­ver­öf­fent­lich­tes Werk in der vir­tu­el­len Schub­lade ha­ben, ist die Ak­tion aber mög­li­cher­weise in­ter­es­sant.

Autor & cc-Lizenz: Stefan Holzhauer
Crossposting via phantanews.de

Abb.: Logo DNBP Co­py­right ePubli.de, aus dem Pres­se­ma­te­ri­al­ar­chiv von ePu­bli

„Der neue Buchpreis“: Schreibwettbewerb für Self-Publishing-Autoren

Elektronisches Publizieren ist jetzt auch preisverdächtig: auf der Frankfurter Buchmesse 2011 wird erstmals ein Buchpreis für innovative Autoren verliehen, die auf Self-Publishing und E-Books setzen. „derneuebuchpreis.de“ wird organisiert von Tagesspiegel, ZEIT Online und nicht zufällig auch epubli. Denn wer teilnehmen möchte, muss sein Manuskript zuvor auf der zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehörenden Self-Publishing-Plattform veröffentlichen.

Mitmachen kann sich lohnen: Der neue Buchpreis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert, verteilt auf die Kategorien Belletristik, Sachbuch, Wissenschaft und Buchgestaltung. Bewerbungsschluss ist der 7. September, die Preisverleihung findet am 13. Oktober statt. Bei der Wahl der Gewinner sind zunächst die Leser gefragt: sie können via Facebook-Gefällt-mir-Button abstimmen. Die besten fünf Titel aus jeder Kategorie werden dann von einer Jury bewertet, in der prominente Literaturagenten, Journalisten und Publizisten sitzen.

Mittlerweile haben sich bereits mehr als 850 Autorinnen und Autoren am Wettbewerb beteiligt. Besonders viele Teilnehmer gibt es im Bereich Belletristik, knapp die Hälfte der Titel stammen aus diesem Bereich. Groß ist hier auch das Interesse des Publikums: die Top 5 konnten bereits mehr als 2000 Facebook-Votes einsammeln. An die Spitze gewählt wurden mit „Franzis Zauberhemd“, „Die rote Nora“ sowie „Unsere afrikanische Prinzessin“ ein Kinderbuch, ein Thriller und eine Reportage.
Zu den Teilnehmern im Bereich Sachbuch gehört auch E-Book-News: das Krautfunding-Buch von Ansgar Warner ist nämlich via epubli jetzt auch in gedruckter Form lieferbar.

Um teilzunehmen, braucht man ein fertig formatiertes Manuskript im PDF-Format sowie eine jpeg-Datei mit dem Buchcover. Auf epubli finden sich ausführliche Hinweise, wie man Word- oder Open-Office-Dateien für eine Buchpublikation vorbereitet, wie Titelseiten, Inhaltsverzeichnis und das Impressum gestaltet werden können etc. Besonders günstige Konditionen bietet epubli bei der Veröffentlichung als E-Book: beim Vertrieb über den firmeneigenen Shop winkt ein Autorenhonorar von 80 Prozent des Nettoverkaufspreises, bei Verkäufen über Amazon und iBooks (Apple) immerhin noch 60 Prozent. Eine weitere Möglichkeit – wie etwa im Fall von „Krautfunding“ – ist die Veröffentlichung via Print-On-Demand.