Sperrst du Chromecast aus, blockier ich Youtube: Amazon kämpft vs. Google, doch die eigentlichen Opfer sind (mal wieder) die Nutzer

amazon-versus-googleGatekeeper machen am liebsten das, was sie am besten können: Gatekeeping eben, sie halten die Pforte geschlossen. Für die Nutzer ist das schon ärgerlich genug. Noch ärgerlicher wird es, wenn sich zwei Gatekeepter bekämpfen, wie derzeit Amazon und Google. Aktueller Zankapfel ist der Zugriff auf Youtube — auf Amazons Echo Show ist er bereits blockiert, der Zugang via Fire TV wird ab Januar 2018 ebenfalls geblockt, teilte Google jetzt mit.

So lautet die offizielle Begründung: „Wir haben versucht, eine Verständigung mit Amazon zu erreichen, so dass Konsumenten beider Unternehmen gegenseitig Zugang zu Produkten und Services haben. Aber Amazon weigert sich, Produkte wie Chromecast und Google Home zu führen, macht Prime Video nicht für Google Cast-Nutzer zugänglich, und hat auch den Verkauf bestimmter Nest-Produkte gestoppt. Aufgrund dieses Mangels an Entgegenkommen unterstützen wir Youtube nicht länger auf Echo Show und FireTV. Wir hoffen dass wir uns bald einigen können, um diese Probleme zu beheben.“

Amazon wiederum ließ verlauten: „Mit seiner Blockade-Haltung statuiert Google ein enttäuschendes Exempel, indem ausgewählte Benutzer daran gehindert werden, eine ganz normale, offene Webseite zu erreichen.“

Allerdings muss man hier auch dringend mal Anlass und Ursache unterscheiden — denn schon lange liegen beide Konzerne wegen Amazons Android- und App-Store-Politik im Clinch. Nate Hoffelder von The Digital Reader zieht zu Recht eine Parallele zum Streit um konkurrierende E-Reading-Apps in Amazons App Store: auch in diesem Fall trat Amazon bereits als unfairer Gatekeeper auf. Doch diesmal hat der Gegner deutlich mehr Kawumm: Tatsächlich gingen die Verkaufszahlen für das Echo Show erkennbar zurück, seitdem Google im September die Youtube-Blockade verhängt hat.

(via Variety & The Digital Reader)

Rabattschlacht-Echo: Prime Day 2017 spülte 2,2 Mrd. Dollar in Amazons Kassen

alexa30 Stunden statt nur 24, 13 zusätzliche Länder, komfortable Bestellung per Sprachbefehl: schon von der Ausgangslage her war die Rabattschlacht am „Amazon Prime Day“ in diesem Jahr auf viele neue Rekorde ausgelegt. Und wie erwartet war es dann auch so: das Unternehmen meldete ein Wachstum von 60 Prozent gegenüber 2016, und nicht zuletzt den umsatzstärksten Verkaufstag der Firmengeschichte. Was gerade in den USA nicht verwundern kann — dort gibt es mittlerweile geschätzte 85 Millionen Prime-Kunden, etwa doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren.

Echo-Konsolen besonders beliebte Schnäppchen

Besonderer Verkaufsschlager waren bezeichnenderweise Amazons Echo-Konsolen – das Argument „Alexa inside“ und zudem die starke Rabattierung haben insbesondere die Echo Dots in der Verkaufsstatistik nach oben katapultiert. Weltweit sollen Amazon zufolge dreimal soviele Echo-Konsolen am Prime-Day geshoppt worden sein wie im Jahr zuvor.

Doch auch andere Plattformen – allen voran Amazon TV und die Fire Tablets – konnten reichlich unter die Leute gebracht werden. Das wiederum dürfte dem Online-Händler nun auch im restlichen Jahresverlauf weitere Umsätze bescheren, sind Prime-Mitglieder doch ohnehin die kauffreudigsten Kunden, und besitzen nun viele neue Helferlein zum Shoppen per Fingertipp oder auf Zuruf.

2,18 Milliarden Dollar in 30 Stunden verdient

Konkrete Umsatzzahlen nennt Amazon ja nie, doch auch diesmal gibt es wieder recht glaubwürdige Schätzungen, was die Prime-Day-Erlöse betrifft – Internet Retailer zufolge stiegen sie von 1,8 Mrd. Dollar im letzten Jahr auf nun 2,18 Mrd. Dollar (zum Vergleich: Umsatz im 1. Quartal 2017: 35 Mrd. Dollar). Der Löwenanteil – nämlich 1,5 Mrd. Dollar wurde auch diesmal in den USA erzielt, 625 Millionen Dollar kamen in den übrigen Märkten zusammen.

(via TechCrunch)

„Alexa, lies mir was vor“: Deutsche Verlage entdecken die Echo-Konsole

amazon-alexa-kommt-nach-deutschland„Alexa, lies mir was vor“, „Alexa, was gibt’s in der Tagesschau?“, „Alexa, was ist das Chefkoch-Rezept des Tages?“: Erstmals wird Amazons digitale Assistentin solche Fragen nun auch auf deutsch beantworten können — gestern hat das Unternehmen nämlich den Europa-Start (Deutschland/Großbritannien) der smarten Lautsprecher-Konsole Echo sowie des Mini-Ablegers Echo Dot bekanntgegeben. Laut Dave Limp, Amazons Hardware-Chef, haben mehr als 1.000 Techniker zwei Jahre lang daran gearbeitet, die künstliche Intelligenz der Software für diesen Launch zu trainieren, und Alexa nicht nur britischen Akzent bzw. Hochdeutsch, sondern auch lokale Umgangssprache und einen Sinn für Humor beigebracht.

Deutsche Verlage & Dienstleister als Partner

Für lokalisierten Content sorgen in Deutschland neben Amazon-Labels wie Audible oder Streaming-Partnern wie Spotify auch zahlreiche Kooperationspartner wie etwa Bild, Tagessschau, Spiegel, n-tv, Chefkoch, Eltern, Gala etc. „Hunderte deutsche Entwickler arbeiten bereits an Skills“, heißt es bei Amazon dazu. Smart Home, Hardware- und Mobilitätsdienstleister von tado°oder innogy über Fitbit und Philips bis zu BMW werden spezielle Alexa-Fähigkeiten zur Verfügung stellen, die dann im Haus bzw. im Auto angewendet werden können.

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Alexa in Deutschland vorerst nur als Beta-Test

Anders als bei den Briten kann man die Dosengeister aus dem Internet der Dinge bei uns nicht regulär vorbestellen: Echo & Dot sind vorerst nur im Rahmen einer halböffentlichen Beta-Phase auf Einladung verfügbar. In den Worten des Herstellers: „Amazon sucht Kunden, die bei der Weiterentwicklung von Alexa und Echo in Deutschland mithelfen möchten.“ Ausgeliefert werden die Konsolen ab Oktober.
In Deutschland kostet die Amazon Echo-Konsole 180 Euro, die Echo Dots gibt es für 60 Euro. In den USA werden die Dots bereits mit Mengenrabatt verkauft, nach dem Motto „Buy 5, get 1 free“ bzw. „Buy 10 get 2 free“.

Alexa kommt in Kürze auch auf Fire-Tablets

Amazon verdient nach eigenen Angaben bei diesem Pricing kein Geld mit den Geräten, sondern vertrautt darauf, dass die Kunden mit ihnen — ähnlich wie bei den Fire-Tablets — vermehrt Content und Dienstleistungen von Amazon nutzen. Amazons gerade gelaunchtes neues Fire HD 8 soll in Kürze via Software-Update ebenfalls das Alexa-Feature erhalten – und das wohl in absehbarer Zeit auch in Deutschland.

Amazon verkauft Echo Dots mit Mengenrabatt

Amazon Echo wie auch Echo Dot verfügen über sieben Mikrofone, die mit Richtstrahl-Technologie und Störsignalunterdrückung den Nutzer von überall im Raum klar hören können. Die kleinen Echo Dots können auch in mehreren Räumen aufgestellt werden, in diesem Fall sorgt das ESP (Echo Spatial Perception)-Feature dafür, dass die jeweils dem Nutzer nächste Konsole reagiert. Der Echo Dot verfügt selbst nur einen kleinen eingebauten Lautsprecher, er kann dafür via Bluetooth bzw. Audiokabel direkt an die Stereoanlage angeschlossen werden.

Lexi-App für iOS bringt Alexa auf’s iPhone – bisher aber nur mit limitierten Fähigkeiten

lexi-bringt-alexa-aufs-iphoneVeni, vidi, lexi: Amazons smarter Dosengeist Alexa erobert nach Triby ein neues Dritt-Gerät — via Lexi-App können US-Kunden viele von Echo- und Tap-Konsole bekannte Funktionen nun auch auf dem iPhone nutzen. Siri bekommt also im eigenen Gehäuse mächtige Konkurrenz made in Seattle. Die schlanke App ist (fast) komplett sprachgesteuert, zum Aktivieren tippt man auf das Touchscreen und lässt den Finger dort, so lange man ein Kommando gibt (z.B. eine Produktbestellung bei Amazon) oder eine Frage stellt. Während die Lexi-App online via Amazons Serverpark die Anfrage bearbeitet, zeigt das iPhone-Display eine Animation aus rotierenden farbigen Ringen.

Lexi = Alexa für untewegs & zu Hause

Hinter Lexi stecken Thaddeus Ternes und Beth Gerstenfeld, manchen vielleicht schon bekannt als Macher der HomeKit-App „Beam“. Genau dort, also im Smarthome-Bereich, dürften auch die besonderen Vorteile von „Lexi“ liegen — es lassen sich anders als mit Siri nämlich auch Geräte steuern, die nicht HomeKit-kompatibel sind. Weiteres Argument pro Lexi-App: man bekommt für schlappe 4,99 Dollar einen guten Einblick in viele Alexa-Funktionen, ohne dass man gleich für 180 Dollar den Dosengeist komplett mit Dose kaufen muss…

Lexi ist (noch) kein Hörbücher & Musik-Jockey

Die komplette Liste der Alexa/Lexi-Skills ist schon jetzt beachtlich, und ständig kommen von Drittanbietern neue hinzu — was auch eine große Chance für Buchverlage bieten dürfte (Discovery!). Einen entscheidenden Unterschied gibt’s allerdings noch zwischen Alexa in Echo und Lexi auf dem iPhone : über die App lassen sich weder Amazon- eigene noch andere Content-Services ansteuern, Lexi kann also bisher weder auf Kommando ein Audible-Hörbuch noch die Spotify-Playlist abspielen.

(via The Verge)

Triby: Smartes Küchenradio mit E-Ink-Display & inklusive Alexa

triby-smartes-kuechenradio-mit-eink-und-alexaKein echtes Smarthome ohne intelligentes WLAN-Küchenradio. Mit dem „Triby“ hat das US-Startup Invoxia ein ganz besonderes Exemplar auf den Markt gebracht – es besitzt nicht nur ein E-Ink-Display zum Anzeigen von aktuellen Infos, es ist zugleich das erste Gerät eines Drittanbieters, das Amazons Dosengeist „Alexa“ an Bord hat. Invoxia promotet Triby als „Family Friendly Portable Speaker, Connected Message Board and Speakerphone“ — via Smartphone-Anbindung lassen sich nämlich nicht nur Nachrichten und Emoticons aufs Display beamen, Triby fungiert via Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone auch als Telefon-Freisprechanlage.

Was Echo kann, kann Triby auch

Die Alexa-Integration ermöglicht grundsätzlich alle Funktionen, die auch Amazons smarte Lautsprechersäule „Echo“ bietet — heftet man das formschön und farbenfroh designte Gadget mittels der Rückseiten-Magneten an die Kühlschranktür, erweitert man die Küche also um einen persönlichen digitalen Assistenten, der weitaus mehr kann, als nur auf Zuruf den Lieblings-Radiosender einzuschalten, die persönliche Playlist oder ein Hörbuch abzuspielen. Und natürlich funktioniert das alles komplett berührungslos, wie bei der Echo-Säule wartet Triby im Stand-By-Betrieb auf das „Wakeword“, standardmäßig „Alexa“.

Triby auch in Deutschland lieferbar

Triby an sich ging schon vor einiger Zeit noch ohne Alexa-Anbindung an den Start, und zwar über Amazons-Startup-Förderschiene „Amazon Launchpad“. Zusammen mit dem „Alexa Voice Service“ (AVS) folgt nun der Roll-Out im großen Stil — anders als Echo wird Triby plus Dosengeist von Amazon.com auch nach Deutschland geliefert, die geistlose Version ist hierzulande schon seit Herbst 2015 lieferbar. Die Kundenbewertungen sind allerdings eher mittelmäßig, und in den USA hat Triby mit Alexa-Erweiterung in ersten Hands-On-Berichten auch nicht ganz so gut abgeschnitten.

Strategie für die Zeit nach „Peak Smartphone“

Das Konzept an sich — sprich die Entkopplung von Echo & Alexa — dürfte aber zukunftsweisend sein: Amazon ist hier der Konkurrenz à la Siri oder Cortana mehr als nur eine Nasenlänge voraus, ironischerweise trotz der Fire-Phone-Bauchlandung. Gerade erst wurde von Branchenbeobachtern der „Peak Smartphone“ ausgerufen, bei iPhone & Co. ist die Grenze des Wachstums erreicht. Höchste Zeit also, sich in Richtung Smart Home und Internet der Dinge zu bewegen. Triby ist insofern nur der Anfang einer neuen Expansions-Strategie: Amazons Technologien dürften uns demnächst in weitaus mehr Gegenständen begegnen als nur smarten Kühlschrankmagneten…

Alexa für das ganze Haus: erste Smartwatch mit Echo-Anbindung startet auf Indiegogo

Alexa say hello to cowatchAmazons digitaler Dosengeist „Alexa“ erobert Schritt für Schritt das komplette Smarthome — und wird immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für Siri & Konsorten. Mit der CoWatch von IMCO Technology geht nun via Indiegogogo auch die erste Smartwatch an den Start, die via Bluetooth die Interaktion mit dem Echo-Lautsprecher ermöglicht. „Speak, and CoWatch shall listen. Integrating Amazon Alexa, ask questions, order an Uber, organize vour life — all with the power of your voice“ — versprechen die iMCO-Gründer Danny Dong und Leor Stern.

CoWatch macht zusätzliche Echo Dots überflüssig

Genauso kann man über die CoWatch natürlich auch Alexa auffordern, ein Hörbuch oder Musik abzuspielen, oder ein bei der Buch-Lektüre aufgetauchtes unbekanntes Wort zu erklären: „Alexa, was heißt ‚überflüssig'“, fragt ironischerweise die Leserin im Promo-Video, und bekommt die Antwort auf’s 1,4 Zoll große 400×400-Pixel-AMOLED-Touchscreen eingeblendet. Der Clou dabei: mit der CoWatch kann man Alexa im ganzen Smarthome Sprachbefehle erteilen oder Fragen stellen, die der Echo-Konsole verbundene Ergänzungsgeräte namens „Echo Dot“ in weiteren Räumen werden somit tatsächlich überflüssig.

Cronologics OS als Benutzeroberfläche

Mit dem Know-How von Ex-Google-Mitarbeitern wurde für die CoWatch eigens eine Benutzerobefläche namens Cronologics OS gebastelt, das sowohl mit Android wie auch iOS-Smartphones kompatibel sein soll. In die Hardware unter der Haube wurde ebenfalls viel Arbeit gesteckt: im runden Stahlmantel der mit Hilfe von Crowdfunding vorvermarkteten Smartwatch sitzt ein Wireless-freundlicher Keramikkörper mit 1,2 GHz-Zweikernprozessor, 1 GB RAM und 8 GB Flash-Speicher. Alle zwei Tage muss die Uhr an die magnetische Ladestation andocken: Der Akku hält im Always-ON-Betrieb nämlich maximal 32 Stunden durch.

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Preislich attraktiv für Echo-Besitzer

Auch vom Preis her dürfte die CoWatch für viele Echo-Nutzer attraktiv sein — im Rahmen der Pre-Order-Aktion auf Indiegogo kann man sie schon für 159 Dollar (plus 25 Dollar für den internationalen Versand) bestellen. Die Early Bird-Bestellungen sollen ab Juni 2016 ausgeliefert werden. Genug Geld dürfte wohl auf jeden Fall zusammen kommen: Die vor wenigen Tagen gestartete Crowdfunding-Kampagne hat das Funding-Ziel von 80.000 Dollar schon fast erreicht.

CoWatch-Specs:

  • Prozessor: Dual-Core 1.2 GHz/300 MHz
  • Speicher: 1GB RAM & 8GB Flash Memory
  • Display: 1,4 Zoll Super AMOLED Hight-Res Display, 400×400 Pixel, 286 ppi
  • Gehäuse: Rostfreies Stahl, Zirkonium-Keramik
  • Sensorik: Gyrometer, Akzelerometer, Magnetometer, Pulssensor, Vibrationsmotor
  • Akkulaufzeit: 32 Stunden im „Always ON“-Modus
  • Benutzeroberfläche: Cronologics OS
  • Schnittstellen: Bluetooth, Aufladen über induktive Ladestation
  • Features: Voice-Interaction mit Amazon Echo/Alexa, wasserdicht (IP67-Standard)
  • Smartphone-Anbindung: iOS9/Android 5.0 Lollipop

Es wird enger für Alexa: Amazons Echo-Säule bald kleiner, mobiler, sicherer

amazons-neue-alexa-version-kleiner-mobiler-sichererAmazons smarte Lautsprecher-Säule „Echo“ wurde offenbar kräftig überarbeitet – in Kürze soll eine neue Version des sprachgesteuerten Gadgets an den Start gehen. Wie das Wall Street Journal berichtet, wird die neue Version (amazon-interner Codename: „Fox“) dank getrennter Ladestation nicht nur mobiler sein, sie schrumpft offenbar vom Pringels- auf ein handliches Bierdosenformat, und wird zu einem niedrigeren Preis als bisher angeboten (also weniger als 180 Dollar).

Alexa liest auch Kindle Books vor

Wie bisher wird Echo via WLAN mit dem Internet verbunden sein, um per Wake-Up-Word („Alexa“) und Sprach-Kommando die zahlreichen integrierten Funktionen zu gewährleisten, etwa das Abspielen von Prime Music-Titeln, Nachrichten, Wetterberichten und weiteren Informationen, oder das Ansteuern von Smart Home-Geräten von der Lampe bis zur Steckdose. Vorlesen kann Echo mittlerweile auch, entweder ein Kindle Book mit automatischer Stimme, oder ganz einfach ein Audiobook wiedergeben.

Alexa reagiert nur noch auf Knopfdruck

Um den Akku der mobileren Variante zu schonen, soll die in Echo integrierte digitale Assistentin namens Alexa –– Amazons Antwort auf Siri, Cortana und Co. — allerdings nicht mehr ständig auf Befehle lauschen, sondern erst auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Der bisherige „Lauschangriff“ auf’s Wohnzimmer hatte ohnehin für viel Kritik gesorgt, auch wenn Amazon stets versichert hat, nur die Audiosequenzen in Folge des Wakeup-Words würden an entfernte Server übertragen und dort analysiert.

Ende des großen Lauschangriffs?

Zugleich wurde Echo aber auch damit beworben, „always on“ zu sein und dank der Cloud-Anbindung ständig dazuzulernen: „Alexa—the brain behind Echo—is built in the cloud, so it is always getting smarter. The more you use Echo, the more it adapts to your speech patterns, vocabulary, and personal preferences. And because Echo is always connected, updates are delivered automatically“, heißt es auf der Amazon.com-Produktseite.

Deutschland-Start steht noch aus

In den USA hat sich Echo längst zum Kassenschlager gemausert – auf Amazon.com findet man mehr als 30.000 zumeist sehr positive Kunden-Reviews (Durchschnitt: 4,5 Sterne), im letzten Weihnachtsgeschäft gehörte das Gerät neben den Kindle-Produkten zu den Top Sellern. Wann genau die neue Echo-Version lieferbar sein wird, ist noch nicht bekannt, auch der offizielle Launch der Lautsprechersäule bzw. -dose in Deutschland steht noch bevor.

(via WSJ & Time.com)

Fire Phone Land ist abgebrannt: Amazon killt teure Tech-Flops

fire phone amazonKill your darlings, Amazon: Sie hießen Cairo, Nitro, Shimmer, oder auch Fire Phone – nun sind all diese Projekte aus Amazons umtriebigem Lab 126 vor allem eins: tot. Ausgelöst durch maue Verkaufszahlen für das bereits gelaunchte Amazon-Phone hat Amazon offenbar eine ganze Phalanx neuer Mobilgeräte auf dem Altar der Wirtschaftlichkeit geopfert. Gleichzeitig werden die Restbestände des Fire Phones für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises verramscht.

Konzentration auf’s Smart Home

Geräumt werden auch die Büros: Dutzende Ingenieure wurden Berichten zufolge bereits gefeuert, weitere könnten folgen. Statt Smart Stylus, Riesen-Tablet, Beamer oder iPhone-Killer wird das Unternehmen sich nun offenbar wieder auf den Kernbereich der Kindle-Familie konzentrieren, und ansonsten auf’s Smarthome. Dort ist Amazon mit Fire TV und der Echo-Säule ja ohnehin schon präsent, auch die Küchen-Konsole Kabinet wird wohl weiter vorangetrieben. Die Konkurrenz sollte sich nicht zu früh freuen: die Entwicklungsabteilung des Online-Riesen hat immer noch mehr als 3.000 Mitarbeiter.

Doesn’t work? Get out quickly!

Für Amazon ist eine solche Kurswende ohnehin nichts neues: um die geplatzte Dotcom-Blase Anfang des Milleniums zu überleben, hat sich das Unternehmen schon mal einen harten Sanierungskurs verpasst. Auch manche Firmen-Zukäufe wurden bei mangelndem Bedarf wieder abgestoßen. Zugleich dürfte die bisherige Firmenstrategie aber fortgesetzt werden: Gewinne investiert Amazon umgehend wieder in neue Projekte, die Steve Job’sche Devise „Figure out what’s next“ könnte auch ein Zitat von Jeff Bezos sein.

Auch das Kindle war ein Wagnis

In vielen Fällen hatte Amazon damit ja auch Erfolg, selbst in Bereichen, bei denen viele Investoren anfangs skeptisch waren: selbst das E-Book- und E-Reader-Geschäft war ursprünglich ein großes Wagnis, den dafür notwendigen Markt musste Amazon ja selbst erst schaffen. Ein anderes Beispiel ist der Markt für Cloud-Computing-Dienstleitungen: aus dem Testballon Amazon Web Services (AWS) ist längst eine wichtige Cash-Cow geworden.

Suchmaschine für Geschäftsideen

Vielleicht werden Amazons Drohnen bald Bücher, Windeln oder Gemüse liefern, vielleicht auch nicht, vielleicht werden Weltraumtouristen ihren Mondurlaub eines Tages auf Amazon.com buchen, wer weiß. Das Unternehmen wird auch zukünftig vor allem eins sein: eine Suchmaschine für neue Geschäftsideen.

Alexa, hörst du mich? Amazons Lauschangriff auf Premium-Kunden

alexa-hoerst-du-michPersönliche digitale Assistenten sind im Trend: Apple hat Siri, Microsoft hat Cortana, Amazon hat Alexa. Auf dieses „Aufwachwort“ hört nämlich jener dienstbare Geist, der in einem sehr unauffällig daherkommenden Gerät namens „Echo“ haust. Echo ist eine Art smarter Lautsprechersäule, die auch „Ohren“ hat und via WLAN direkt mit Amazons Servern verbunden ist. Nach einer ersten Testphase können Amazons Premiumkunden in den USA dieses „Voice Command Device“ jetzt ganz regulär bestellen.

„Closest thing we’ll have to a Star Trek computer at home“
Ähnlich wie die neuen Dashbuttons erfüllt Alexa letztlich vor allem einen Zweck: das Kaufen und Konsumieren von Amazon-Produkten möglichst einfach zu machen, in diesem Fall per Sprachsteuerung bzw. Spracherkennung. Die Entwicklung von Echo hat um 2010 zeitgleich mit den Kindle Fire Tablets & Fire Smartphones begonnen, der bisher erfolgreichsten Shopping-Plattform des Online-Händlers (auf dem Kindle Fire ist Alexa als App auch präsent).

„Connected to the cloud so it’s always getting smarter“
Und tatsächlich denkt Echo ja das Kundenfreundlichkeits- und Einfachkeits-Prinzip von Amazon konsequent weiter: von allen Geräten aus dem Kindle-& Co-Fuhrpark ist es am unauffälligsten, und kann zugleich noch einen ganzen Schritt weiter in die Privatsphäre eindringen, oder neutraler formuliert: Amazon kann via Echo den Kunden in allen seinen alltäglichen Facetten noch genauer kennenlernen. Viele mögen das offenbar: die Produktseite auf Amazon.com enthält mehr als 20.000 zumeist begeisterte Reviews.

„It’s hands-free and always on“
Der vom Premium-Kunden auch noch bezahlte Lauschangriff hat aber andererseits auch einen besonders hohen „Creepiness“-Faktor – denn um seinen Zweck zu erfüllen, muss uns Alexa immer zuhören (ähnlich wie Siri). Und so stellen sich dann doch einige Fragen. Stellvertretend für viele Autoren hat sie jetzt David Golumbia auf Jacobinmag.com aufgelistet (siehe den Artikel „The Amazonisation of Everything“):

„Alexa, turn off the lights“

  • Analysiert Echo die Häufigkeit, mit der die Personen im jeweiligen Haushalt die Namen von Büchern, Filmen oder Videospielen nennen, oder andere Markeennamen oder Produktkategorien?
  • Hat diese Analyse etwas mit Amazons Plan zu tun, mit der Lieferung von Produkten bereits zu beginnen, bevor wir sie bestellt haben?
  • Verfolgt Echo auch mit, wenn wir von unseren Nachbarn Produkte ausgehändigt bekommen?
  • Wird Echo mit Hilfe der aufgenommenen Audiodaten auch festellen können, wie lange die Personen im Haushalt schlafen, wie oft sie Sex haben, wie oft Gäste ins Haus kommen?

„More coming soon“
Für ein Unternehmen, dass zum weltgrößten „Everything-Store“ werden möchte, wären viele dieser Daten sicherlich extrem wertvoll. Manches würde wohl auch Dritte (inklusive die staatliche Exekutive) interessieren. Ähnlich wie Apple, Google oder Microsoft beteuert Amazon selbstverständlich: nur die Audiosequenzen in Folge des jeweiligen Wakeup-Words werden an entfernte Server übertragen und dort analysiert. Doch spätestens, wenn Echo in Deutschland lieferbar ist, darf man sich wohl auch hierzulande auf spannende Datenschutz-Debatten freuen…