[Aktuelles Stichwort] Calibre – das Multitool für die private E-Bibliothek


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 erschienen – und kann direkt bei ebooknews press bestellt werden…]

Calibre ist eine von Kovid Goyal entwickelte Verwaltungssoftware für die private elektronische Bibliothek, das Programm unterstützt auch beim Importieren, Konvertieren und Synchronisieren von E-Books. Es läuft unter Windows, Mac OS X und Linux und ist Open Source, also kostenlos erhältlich.

C. heißt offiziell „E-Book Library Manager“, zu den Grundfunktionen, mit denen man Ordnung in die E-Bibliothek bringen kann, gehört das Auflisten, Filtern und Suchen. Die Software legt auf dem Rechner eine eigene Ordnerstruktur an, deren Struktur auf Autorennamen und Titeln aufbaut. Neben Cover und Inhalt werden auch spezielle Metadaten gespeichert, etwa Autor, Titel, Verlag, Erscheinungjahr und Ort. Das Menü ermöglicht es dem Nutzer, die E-Books mit solchen zusätzlichen Angaben regelrecht zu katalogisieren.

Zu den speziellen Funktionen von C. gehört das Konvertieren von E-Books in unterschiedlichste Formate. Möchte man ein epub-Buch auf einem Kindle-Reader lesen, kann man es mit wenigen Mausklicks in das von Amazon standardmäßig verwendete mobi-Format bringen. Das geht jedoch nur, wenn der betreffende Titel nicht im Rahmen von Digital Rights Management (DRM) geschützt ist. Mit inoffiziellen Plugins wie DeDRM kann man das DRM jedoch bereits beim Importieren eines E-Books in C. unwirksam machen. Aber auch ohne diese Option nimmt das Programm dem Nutzer viel Arbeit ab. Da sich die Konvertierungseinstellungen sehr detalliert gestalten lassen und auch Metadaten und Cover bearbeitet werden können, nutzen viele Selfpublisher C., um ihre Rohdaten in ein gängiges E-Book-Format zu bringen.

Wer auf verschiedenen Mobilgeräten und Readern E-Books liest, wird die Synchronisierungs-Funktion von Calibre schätzen lernen. Besonders interessant für Apple-User: sogar das persönliche iTunes-Verzeichnis lässt sich per Mausklick einbinden. Gängige E-Reader wie Kindle, Pocketbook- oder Kobo-Reader werden von Calibre beim Herstellen einer USB-Verbindung automatisch erkannt und deren Inhalte in die E-Bibliothek eingebunden.

Calibre kann nicht nur E-Books importieren, sondern auch RSS-Feeds von Nachrichtenportalen. Aus dem Feed kann dann wiederum ein E-Book hergestellt werden, das man bequem auf dem E-Reader liest. Calibre lädt die Feeds auf Wunsch automatisch in bestimmten Zeitabständen herunter. Ebenso erfreulich dürfte für viele Nutzer die Möglichkeit sein, via Calibre die eigene E-Bibliothek bei cloudbasierten Services wie Dropbox zwischenzuspeichern, um sie dann von verschiedenen Mobilgeräten aus zu nutzen.

Download & weitere Infos:

www.calibre-ebook.com

Literaturtipp:

„Calibre – das E-Book Multi-Tool“ von Frank Großklaus & Mirko Russo

(www.calibre-handbuch.de)


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 erschienen – und kann direkt bei ebooknews press bestellt werden…]

das große ebook & ereader abc – 200 aktuelle Stichworte von Adobe-ID bis Zweifingergeste

ASIN? Bundling? Fan-Fiction? Shelfie? WattPad? Die Gutenberg-Galaxis hat in so kurzer Zeit so große Sprünge nach vorn gemacht, dass einem manchmal ganz schwindelig wird – selbst ein Standardwerk wie das „abc des Buchhandels“, zuletzt 2009 in 11. Auflage erschienen, scheint aus einer anderen Epoche zu stammen, obwohl eigentlich nur fünf Jahre vergangen sind.

Dem Wandel der Buchbranche auf der Spur

Ungefähr vor fünf Jahren habe ich auch begonnen, auf E-Book-News über den Wandel der Buchbranche zu bloggen – angespornt von der Kindle-Revolution, die damals gerade aus den USA nach Deutschland hinüberschwappte, aber auch durch erste eigene Erfahrungen mit E-Ink-Readern und Mobilgeräten wie dem iPod Touch. Immer wieder habe ich mir seitdem einen nach Stichworten organisierten Branchenüberblick gewünscht, der all das verzeichnet, was sich rund um das Elektronische Lesen und das elekronische Publizieren entwickelt hat.

Vor knapp einem Jahr habe ich dann angefangen, diesen Branchenüberblick selbst zu schreiben – dabei habe ich nicht nur auf zahlreiche Blogartikel zurückgreifen können, sondern auch auf Inhalte aus zwei Büchern, in denen ich mich schon einmal mehr oder weniger direkt mit E-Reading und E-Publishing beschäftigt hatte, nämlich „Vom Buch zum Byte – Kurze Geschichte des E-Books“ sowie „Krautfunding“.

Technologisches, Historisches, Kulturelles

Jetzt ist das „ebook & ereader abc“ fertig – und enthält knapp 200 Begriffe, die nicht nur die technologische Seite der E-Reading-Revolution von E-Ink bis Glowlight und von epub bis Print-On-Demand berücksichtigen, sondern z.B. auch historische Aspekte, etwa die Entwicklung von Project Gutenberg, von Handy-Romanen, Hyperfiction etc., und zugleich ökonomische wie soziokulturelle Entwicklungen wie Book Sprints, Crowdpublishing, Creative Commons, Selfpublishing oder E-Book-Piraterie.

Wo es sich anbot, habe ich auch traditionelle Begriffe des Buchhandels aufgenommen, um den veränderten Rahmen abzustecken, etwa bei Themen wie Backlist, Buchmesse, Buchpreisbindung oder Börsenverein. Nicht fehlen durften zudem die wichtigen Akteure auf dem E-Book-Markt, von Amazon und Barnes & Noble bis hin zur Tolino-Allianz und „Indies“ wie Osiander oder der Mayerschen.

E-Reading-Branche hat sich ausdifferenziert

Dazu kommen zahlreiche neue Plattformen, die für besondere Ansätze stehen, etwa DRM-Verzicht, Pay-What-You-Want, Crowdfunding, Self-Publishing etc. Zu den der Aha-Effekte, die das „ebook & ereader abc“ bietet, gehören aber nicht nur solche Details und Trouvaillen, sondern sicherlich auch der Gesamteindruck: die E-Reading-Branche hat sich in den letzten Jahren bereits sehr stark ausdifferenziert – weit jenseits traditioneller Geschäftsmodelle. Siehe auch das Stichwort: Disintermediation.

Das „ebook & ereader abc“ folgt als Produkt selbst den Trends, die es beschreibt, das Buch erscheint als Print-On-Demand-Version, gedruckt via Createspace, wie auch als E-Book, zunächst als PDF, später auch als epub & mobi. Bis zum 15. November gibt es beide Versionen zum günstigen Einführungspreis. Übrigens: Wer einen vertieften Blick in das ABC werfen möchte, dem sei die erweiterte Leseprobe von Adobe-ID bis Gutenberg-Galaxis empfohlen – sie kann via Pay-With-A-Tweet gratis heruntergeladen werden.