Kritzeln, Skizzieren, Schreiben: E-Ink stellt mit JustWrite einen Wunderblock à la Boogie Board vor

justwrite-eink-schreibtafelWas elektronischen Lesen betrifft, ist dank E-Ink mit allen Finessen inzwischen ein guter Standard erreicht, was Auflösung und Kontrast sowie schnelles „Umblättern“ betrifft. Beim elektronischen Schreiben –genauer gesagt dem Schreiben mit dem Stift — sieht das bisher noch etwas anders aus. Vor allem die Verzögerungsrate verhinderte bisher ein natürliches Schreibgefühl. Marktführer E-Ink scheint nun aber eine Lösung in petto zu haben, die alltagstauglich und „Notizbuch“-fähig sein könnte, Stichwort: „Near Zero Latency“. Dabei wird offenbar der vom Boogie Board bekannt Ansatz verfolgt — das bis zu drei Zoll große, biegsame Display ist eher einer Art reflexiver, magnetischer „Wunderblock“, die Farbpigmente zur Zeichendarstellung werden durch einen (wahrscheinlich) akkubetriebenen Stylus in Position gebracht.

Weiß-auf-Schwarz-Optik erinnert ans Boogie Board

Die neue E-Ink-Technologie namens Just Write wurde bereits auf der Messe Connected Ink in Japan vorgestellt, genaueres ist allerdings bisher weder über die Funktionsweise noch über einen möglichen Marktstart bekannt. Wie The Digital Reader berichtet, ist E-Ink ausgesprochen zurückhaltend bei der Promotion, immerhin lässt sich aus einer kurzen Pressemitteilung noch entnehmen, dass die Schreibfolie genau wie E-Ink-Displays im Roll-to-Roll-Verfahren produziert werden kann. Das Demo-Video auf Youtube (siehe unten) gibt es auch, gerade die Vorführung von Just Write (inklusive Weiß-auf-Schwarz-Optik) erinnert doch sehr stark an das Boogie Board.

(via The Digital Reader)

E-Books bald aus dem Knick? E-Ink Corp. zeigt 10-Zoll-Reader mit flexiblem Display

flexibler-reader-von-einkAufklappen, zuklappen – ein Buch wird auch deswegen als Buch wahrgenommen, weil man es öffnen und schließen kann, und bei der Lektüre jeweils auf eine Doppelseite blickt. Für starre E-Ink-Displays verlief hier bisher die absolute Grenze der Buchähnlichkeit – der E-Reader war bisher schlicht ein Tablet, Vorbild: Schiefertafel. Ein neuer E-Ink-Prototyp weist dagegen in die flexible Zukunft — das jetzt auf der SID Display Week in Los Angeles präsentierte Modell lässt sich fast komplett zusammenfalten.

Ein Reader mit Buch-Rücken

Fast — die Wölbung hat noch einen Durchmesser von 7,5 Millimetern, was aber durch einen buchähnlichen Rücken sowie buchähnliche Deckelung kaum noch auffällt. Bei der Nutzung kann man diesen Reader sowohl komplett aufschlagen, oder wie ein Buch beide Seiten leicht abgewinkelt halten.

E-Ink Mobius als Grundlage

Grundlage ist ein 10,2 Zoll Mobius E-Ink Display mit einer Pixeldichte von 220ppi, was ungefähr der Auflösung beim vorletzten Kindle Paperwhite entspricht, mittlerweile geht der Branchenstandard ja in Richtung 300 ppi.

Aber immerhin – das Konzept wirkt auf den ersten Blick doch ziemlich überzeugend. Fehlt eigentlich nur noch ein E-Reader-Hersteller oder großer E-Book-Anbieter, der den Flexi-Reader unter die Leute bringt. E-Ink zufolge ist die Hardware jedenfalls reif für die Serienfertigung.

(via The Digital Reader)

Amazon & der Reader des Grauens: Kindle-Basis-Produktbilder jetzt mit dunklerem Display

Kindle-Before-and-AfterVon wegen Schwarz-Weiß — eigentlich beherrschen E-Ink-Displays nur Graustufen, den Hintergrund eingeschlossen, der ist nämlich nie wirklich weiß. Das weiß auch Amazon, doch die Produktbilder der Reader werden auch beim Online-Riesen gerne etwas aufgehübscht. Nach dem Start des neuen Basis-Kindles im letzten Monat — das optional mit weißem Gehäuse lieferbar ist und ohne Glimmerlicht daherkommt — musste die Kindle-Sparte des Unternehmens nun aber nachbessern: zahlreiche Nutzer hatten sich darüber beschwert, dass der reale Display-Hintergrund spürbar dunkler erscheine als auf den Abbildungen im Kindle Store.

Grundsätzlich eigentlich nichts neues: Die Gesamtbewertung des glimmerlicht-freien Basis-Kindle fiel schon vor dem Start der aktuellen Version deutlich negativer auf als die der High-End-Modelle, das „grauenhafte“ Display wird in dieser Form seit 2014 verbaut. Nachdem man bei Amazon zunächst u.a. auf eine optische Täuschung verwies, ausgelöst durch den ungewohnten weißen Gehäuserand, wurden kurz darauf dann aber stillschweigend die Produktbilder angepasst (auch im deutschen Kindle-Store). Besonders auffällig ist das in der Reader-Übersicht: das „neue“ Kindle erscheint hier deutlich grauer als Paperwhite, Voyage und Oasis.

Wohl auch als Reaktion auf die Beschwerden weist Amazon.com nun unter den Produktdetails explizit auf die technischen Unterschiede hin: „Planning on reading in low-light-settings? Kindle Paperwhite, Kindle Voyage and Kindle Oasis offer a built in light (…)“. Das Glimmerlicht hellt ja tatsächlich auch den Hintergrund auf und sorgt für besseren Kontrast. Interessante Fußnote: Die Abbildungen im Pressebereich wurden zumindest bisher noch nicht angepasst.

(via The Digital Reader & the-ebook-reader.com)

Blocks, oder: Smartwatch zum Selberbauen – inkl. E-Ink-Option

blocks-wearable-konfigurierbare-smartwatchWelches Display soll sie haben, die persönliche Lieblings-Smartwatch? Rund, rechteckig, viereckig? LCD oder E-Ink? Welche Extras sind gewünscht: Mikrofon, Flashlight, Gestensteuerung? Bei der neuen Smartwatch von Blocks Wearables wird man frei nach Gusto entscheiden können – denn ähnlich wie bei Googles Smartphone-Projekt Ara soll dieses Gadget aus frei kombinierbaren Modulen bestehen.

Kooperation mit Chip-Hersteller Qualcomm

Den Anstoß für das spannende Smartwatch-Projekt gab eine Gruppe von Studenten des Londoner Imperial College – ursprünglich wollten sie mit der Kombination von Gestensteuerung und Bio-Sensorik experimentieren, am Ende kam dann das Konzept der Smartwatch zum Zusammenbauen heraus. Für technische Unterstützung sorgt inzwischen u.a. die Kooperation mit dem Chip-Hersteller Qualcomm – im Innern der ersten Blocks-Version wird deren Snapdragon-400-Prozessor werkeln.

Die Uhr ist nicht nur von Anfang an maßgeschneidert, sondern lässt sich auch leicht erweitern: “Es ist wie beim traditionellen Desktop-Computer“, so Hakeem Javaid, einer der Entwickler, gegenüber dem Guardian. “Wenn man den aufrüsten wollte, hat man ihn ja auch nicht weggeworfen, sondern einfach eine neue Graphikkarte oder mehr Speicher installiert.“

Module einbauen nach dem Plug & Play-Prinzip

Jedes Modul soll zwischen 20 bis 40 Pfund kosten und lässt sich einfach auf die Basiskomponente stecken. Dabei gilt dann: Plug & Play. Die modulare Smartwatch lädt nämlich nach dem Zusammenstecken automatisch die notwendige Software, um die Ergänzung zum Laufen zu bringen. Beim Betriebssystem setzen die Smartwatch-Macher auf Googles aktuelles Android Lollipop.

Ähnlich wie die alternative Pebble-Watch wird das Produkt von Blocks als Vorbestell-Kampagne auf der US-Crowdfunding-Plattform Kickstarter gelauncht – wahrscheinlich noch in diesem Sommer. Die Vorbesteller werden allerdings erst vier Module mit der Basis kombinieren können: einen Extra-Akku-Block, einen Herzfrequenz-Messer, einen GPS-Empfänger und einen NFC-Block zum berührungslosen Bezahlen.

Blockstore statt App-Store

Zum Start wird die Uhr nur mit rundem LCD-Display angeboten, später sollen zwei eckige Varianten dazukommen. Für die Zukunft setzen die Blocks-Macher dann auch auf die Entwickler-Community: im geplanten „Blockstore“ wird man auch Apps wie auch einzelne Module von Dritt-Anbietern bestellen können. Und nicht zu vergessen: Für das schicke und möglichst individuelle Äußere sorgt die Kooperation mit dem britischen Accessoire-Anbieter Tateossian.

Smartwatch, Monitor, Bilderrahmen: Sieben coole E-Ink-Gadgets jenseits von Kindle & Co.

7-coole-eink-gadgets-jenseits-vom-kindleDie E-Book-Revolution wäre ohne E-Ink kaum denkbar. Mittlerweile haben aber die LED-Displays von Smartphone und Tablet dem elektronischen Papier im Kernbereich längst den Rang abgelaufen, die große Zeit der klassischen E-Ink-Reader geht zu Ende. E-Ink-Displays werden aber weiterhin in beachtlicher Stückzahl produziert, denn die Zahl der Anwendungen wächst. Keine andere Display-Technologie ist bisher ähnlich lesefreundlich und akkuschonend zugleich. Wir stellen hier sieben coole Gadgets vor, die neue Wege für das elektronische Papier weisen könnten – von der Smartwatch bis zum Bluetooth-Bilderrahmen.

1. Pebble Smartwatch


pebble-kickstarter-epaper-smartwatchWas ist wirklich smart an einer Armbanduhr, die alle 24 Stunden an die Steckdose muss? Die Pebble Smartwatch hat dieses Problem nicht – denn das clevere Accessoire für iOS- oder Android-Smartphones mit seinem 144 x 168 Pixel großen E-Ink-Display hält locker bis zu einer Woche durch – und ist bei einem Preis ab 130 Euro (Amazon.de) durchaus erschwinglich. Entworfen wurde die Pebble 2011 vom kalifornischen Uhren-Designer Eric Migicovsky, der Marktstart fand 2012 via Kickstarter statt. Was bietet das clevere Chronometer? Zunächst mal dank Bluetooth-Schnittstelle den direkten Draht zum Smartphone. Mit eigenem Vibrationsalarm und Display-Einblendung meldet sich die E-Paper-Uhr, sobald ein Anruf eingeht, blendet Wetterdaten ein, dräuende Termine oder neue Facebook- & Twittermeldungen. Zahlreiche Apps nutzen auch die GPS-Funktionen des Smartphones, so können sich etwa Radfahrer, Jogger oder Wanderer auf der Uhr Geschwindigkeit oder Entfernung zum Ziel anzeigen lassen. Frei konfigurierbar ist auf dem 144 x 168 Pixel großen Display natürlich auch das Aussehen der Uhr selbst. Seit Ende 2014 gibt’s auch eine deutschsprachige Benutzeroberfläche.

  • Display: 1,6 Zoll E-Ink (plus LED-Backlight)
  • Gewicht: 100 Gramm
  • Akkulaufzeit: bis zu 7 Tage
  • Preis: ab 130 Euro (Amazon.de)

2. Ink Case Plus (Smartphone-Hülle)


inkcase-smarte-huelle-mit-e-inkSolange der edle Wettstreit zwischen LED und E-Ink (vielleicht demnächst nicht nur mit Glowlight, sondern in Farbe & blitzschnellen Seitenwechseln!?) noch nicht entschieden ist, bleibt Zeit für clevere Kompromisse. Der günstigste Weg: das Android-Phone ganz einfach mit einer smarten E-Ink-Hülle aufrüsten. Das InkCase Plus von Oaxis Inc. dockt als Second Screen nahtlos an und bleibt im Gegensatz zum First Screen immer eingeschaltet. Über das normale Display geklappt können so können auf dem 3,5-Zoll-Display aus elektronischem Papier nicht nur Fotos, Wetter- oder Fitness-Infos angezeigt werden, sondern auch E-Books oder Benachrichtigungen. Auch E-Tickets können angezeigt werden, selbst wenn das Smartphone schlapp macht. Für viele weitere pfiffige Funktionen sorgt eine wachsende Zahl von Apps, die Dritt-Entwickler beisteuern. Daten zwischen Phone und Hülle werden via Bluetooth ausgetauscht, gespeist wird das InkCase von einem eigenen kleinen Akku. Klein, aber oho: Die maximale Lesedauer mit einem Samsung S4 soll sich von 4 Stunden auf bis zu 19 Stunden erhöhen. Genau wie die Pebble Smartwatch fand auch beim Ink Case Plus der Marktstart via Kickstarter statt.

  • Display: 3,5 Zoll E-Ink, 360×600 Pixel
  • Akkulaufzeit: Bis zu 19 Stunden Lektüre
  • Schnittstelle: Bluetooth
  • Gewicht: 45 Gramm
  • Preis: 79 Dollar (plus Versandkosten)

3. Yotaphone 2 (E-Ink-Smartphone)


yotaphone-2-im-testErinnert sich noch jemand an Dual-Screen-Lesegeräte, die E-Ink und LED kombinierten? Bei Smartphones sind solche Hybrid-Konzepte gerade mächtig en vogue. Seit Ende 2014 machte z.B. das Yotaphone 2 des russischen Herstellers Yota mächtig von sich reden. Die technisch verbesserte Version hat nun ein stromsparendes Second Screen mit Touch-Funktionalität, die Auflösung wurde auf 4,7 Zoll und 960 x 540 Pixel erhöht (die AMOLED-Vorderseite hat 5 Zoll bei 1920 x 1080 Pixel). Zudem wurde das Äußere erkennbar verschlankt, das nun 9 Millimeter dünne Gerät wiegt gerade mal 145 Gramm. Viele normale Android-Apps und Basisfunktionen wie Uhrzeit, Termine, SMS und E-Mail-Nachrichten lassen sich somit spiegeln und auch auf der Rückseite bedienen und beliebige Daten anzeigen (mal abgesehen von Bewegtbild). Allerdings bemängeln die Tester träge Reaktionen des Touch-Screens, sondern auch mangelnde Schärfe beim Schriftbild. Billig wird der Spaß bei einem Gerätepreis ab 689 Euro ohnehin nicht. Doch immerhin: wer den stolzen Preis für das neue Yotaphone berappt, soll durch häufige Nutzung der E-Ink-Rückseite die Akuuleistung auf bis zu drei Tage ausdehnen können.

  • Display: 4,7 Zoll E-Ink, 960×540 Pixel (plus 5 Zoll AMOLED)
  • Gewicht: 145 Gramm
  • Akkulaufzeit: bis zu drei Tagen
  • Preis: ab 689 Euro

4. Onyx BOOX T68 Lynx (E-Ink-Tablet mit Android)


onyx-boox-t68-lynxAm nächsten dran am klassischen E-Reader ist in dieser Auflistung von E-Ink-Gadgets wohl dieses Android Tablet von Onyx mit 6,8 Zoll E-Ink-Touchscreen und Glowlight. Denn immerhin lassen sich neben der integrierten Lese-App via Google Play Store auch klassische E-Reading-Anwendungen wie die Kindle App oder eine Flatrate-App à la Skoobe installieren. Doch daneben steht eben auch das komplette App-Universum offen, so dass man komfortabel E-Mailen, twittern, facebooken und im Web surfen kann. In Verbindung mit einer Bluetooth-Tastatur und Office-Anwendungen wie Kingsoft App oder Google Doc lässt sich das Onyx Boox T68 sogar als Mini-Laptop nutzen. Die Auflösung kann sich mit 1440 x 1080 Pixeln sehen lassen, die Akkulaufzeit soll für bis zu 18.000 Seitenwechsel reichen. Wer multifunktionales Mini-Android-Tablet mit langer Akkulaufzeit sucht und augenschonendem E-Ink-Display sucht, kommt am Onyx Boox T68 derzeit nicht vorbei. Man sollte aber auch wissen: im direkten Vergleich mit einem klassichen E-Ink-Reader schneidet das Display nicht ganz so gut ab…

  • Display: 6,8 Zoll E-Ink, 1440 x 1080 Pixel, Glowlight, Touchscreen
  • Gewicht: 250 Gramm
  • Akkulaufzeit: bis zu 18.000 Seitenwechsel
  • Betriebssystem: Android 4.0, Google Play Store
  • Preis: ca. 189 Euro

5. Hemingwrite („Kindle-Schreibmaschine“)


hemingwrite-schreibmaschine-mit-e-ink-displayDie gute alte Schreibmaschine war zwar schwer und monofunktional, dafür aber 100 Prozent ablenkungsfrei. Die von Adam Leeb und Patrick Paul entwickelte „Hemingwrite“ knüpft daran an: die Retro-Optik dieses Gadgets erinnert stark an die mit Display ausgestatteten Speicherschreibmaschinen der frühen Neunziger Jahre. Als Display dient in diesem Fall allerdings ein 6-Zoll-E-Ink-Bildschirm im Querformat, fast so, als hätte man statt Papier ein Kindle in die Schreibmaschine eingespannt. Die wichtigsten Funktionen lassen sich mit großen Schalthebeln einstellen. Beim Keyboard setzen Leeb und Paul auf Tastenmodule mit fühlbarer Kontaktrückmeldung. Der eingetippte Text landet entweder auf dem integrierten Speicher, läßt sich aber via WiFi-Schnittstelle auch direkt bei Google Docs oder Evernote zwischenparken. Das Chassis besteht aus einer Aluminium-Gußform mit ausklappbarem Tragegriff. Wer möche, kann das 1,8 Kilogramm schwere Gadget dank sechs Wochen Akkupower mit in die einsame Waldhütte nehmen, um dort endlich mal in Ruhe zu schreiben. Der Produktlaunch lief im Herbst 2014 via Kickstarter, ab Herbst 2015 soll die Hemingwrite lieferbar sein.

6. Dasung PaperLike: E-Ink-Monitor


e-ink-monitor-von-dasungWer lieber am heimischen Bildschirm schreibt, hat auf dem Desktop zukünftig ebenfalls eine interessante E-Ink-Alternative: auf der letzten CES in Las Vegas wurde mit dem Dasung PaperLike der erste veritable E-Ink-Monitor mit 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale vorgestellt.
m Standard-Modus können bei einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln 16 Graustufen dargestellt werden, es gibt aber auch einen 5-Graustufen bzw. 2-Stufen (also Schwarz-Weiß-)Modus, bei dem die Screen-Refresh-Rate fast so schnell ist wie bei einem normalen LCD-Monitor, was u.a. auch die Darstellung von Bewegtbildern ermöglicht. Dasungs Monitor basiert auf dem speziell für große Displays entwickelten Standard “Fina E-Ink”, der Glas als Trägermaterial nutzt und dank schlankerem Aufbau deutlich Gewicht spart. Der „PaperLike“ ist als Second Screen konzipiert – das Bild kommt via USB vom Laptop. Auf dem chinesischen Markt wurde das Gerät Ende 2014 zum Preis von umgerechnet 675 Euro an den Start gebracht. Europa muss wohl leider noch etwas warten…

  • Display: 13,3 Zoll E-Ink
  • Akku: n.v., Stromversorgung via USB-Kabel
  • Preis: ca. 675 Euro (in Europa derzeit noch nicht lieferbar)

7. Vikaura E-Ink Bilderrahmen


vikaura-e-ink-bilderrahmenDas Internet der Dinge hat uns schon diverse skurrile Gegenstände mit sehr unterschiedlichem Nutzwert beschert. Wie wär’s mal mit einem interaktiven Bilderrahmen aus E-Ink!? Die Kickstarter-Crowd hat gerade entschieden: Tolle Idee, her damit. Ab Sommer 2015 ist das Gadget lieferbar. Das Vikaura-Prinzip ist App-zentriert: Per Smartphone oder Tablet schickt man Bilder, Texte oder Emojis via Bluetooth in Richtung Bilderrahmen, dort werden sie dann dargestellt, wahlweise im vier, sechs oder zehn Zoll-Format. Auch Feeds, etwa mit Nachrichten oder Wetterdaten, lassen sich automatisch auf das Vikaura leiten. Außerdem können mehrere Personen Inhalte an verschiedene Bilderrahmen innerhalb eines persönlichen Netzwerkes schicken, um etwa ein Bild mit der Familie oder Freunden zu teilen. Der Bildschirm selbst ist allerdings ziemlich “dumm”, er stellt ganz einfach Bilder dar, die man ihm zuschickt, insofern vergleichbar mit passiven Second Screens für das Smartphone (siehe obiges Inkcase). Am “Vikaura” selbst lässt sich nicht einmal zwischen den Inhalten hin und her blättern. Preislich rangiert Vikaura je nach Display-Format zwischen 100 und 200 Dollar, kostet also ungefähr so viel oder sogar etwas mehr als ein E-Reader.

E-Ink an die Wand: Vikaura, ein Bluetooth-Bilderrahmen

Das Internet der Dinge hat uns skurrile Gegenstände mit unterschiedlichstem Nutzwert beschert, vom ohrwackelnden WLAN-Hasen (vgl. Nabztag) über Tweet-Minidrucker (vgl. mPrint) bis hin zum vernetzten Widget-Wecker (vgl. Chumby). Doch wie wär’s mal mit einem interaktiven Bilderrahmen aus E-Ink!? Auf Kickstarter entscheidet derzeit die Crowd mit, ob so ein Produkt demnächst an den Start geht. „Vikaura“ heißt das Projekt, benannt nach dem altindischen Wort für „Veränderung“: „we hope your Vikaura screens helps you transform the way you view, share and communicate the things that are important to you“, so das Entwickler-Team aus Pittsburgh/Pennsylvania.

Das Vikaura-Prinzip ist App-zentriert: Per Smartphone oder Tablet schickt man Bilder, Texte oder Emojis via Bluetooth in Richtung Bilderrahmen, dort werden sie dann dargestellt, wahlweise im vier, sechs oder zehn Zoll-Format. Auch Feeds, etwa mit Nachrichten oder Wetterdaten, lassen sich automatisch auf das Vikaura leiten. Außerdem können mehrere Personen Inhalte an verschiedene Bilderrahmen innerhalb eines persönlichen Netzwerkes schicken, um etwa ein Bild mit der Familie oder Freunden zu teilen.

Der Bildschirm selbst ist allerdings ziemlich „dumm“, er stellt ganz einfach Bilder dar, die man ihm zuschickt, insofern vergleichbar mit passiven Second Screens für das Smartphone auf E-Ink-Basis wie popSlate oder Inkcase. Am „Vikaura“ selbst lässt sich nicht einmal zwischen den Inhalten hin und her blättern. Dafür soll die eingebaute Batterie dank neuartiger „Low Power Technology“ mehrere Jahre lang durchhalten, so daß man das Gerät tatsächlich wie ein Bild an die Wand hängen kann (aber vorsicht mit dem Nagel).

Auf dieses Feature sind die Entwickler auch ganz besonders stolz: „Vikaura Screen is a first of a family of devices that will incorporate this technology. We expect this technology to change that way we use, interact, and maintain our electronic devices. Imagine a world without battery recharging!“, heißt es auf der Produkt-Website. Preislich rangiert Vikaura je nach Display-Format zwischen 100 und 200 Dollar, kostet also ungefähr so viel oder sogar etwas mehr als ein E-Reader.

Bevor man sich entscheidet, so viel Geld auszugeben, sollte man aber vielleicht noch einen Blick auf Nabaztag werfen, zuletzt unter dem Namen „Karotz“ vermarktet: Mitte Februar 2015 wird der plappernde Webhase das Ohrwackeln einstellen und überhaupt endgültig verstummen, denn der der derzeitige Betreiber Mindscape stellt den Hintergrund-Service ein: „Your rabbit will remain by your side, but with no activities.“

(via The Digital Reader)

Ungehemmt dank Hemingwrite: Kindle-Schreibmaschine erfolgreich via Kickstarter gelauncht

Die Kindle-Schreibmaschine kommt! „Wir sind überzeugt, es gibt einen Markt für Hemingwrite“, bloggten Adam Leeb und Patrick Paul erst vor wenigen Wochen. Da hatten der Designer und der Software-Entwickler mit ihrem Konzept eines ablenkungsfreien, mobilen E-Ink-Schreibcomputers gerade mächtig Medienecho und viele Pageviews auf hemingwrite.com erzeugt (E-Book-News berichtete). Gestern folgte dann ein fulminanter Kickstarter-Launch: bereits am ersten Tag trug die Crowd mit 113.000 Dollar fast die Hälfte der Mindestsumme von einer Viertel Million zusammen, heute werden wohl bereits 100 Prozent erreicht. [Update 12.12.: Nach knapp 48 Stunden wurden 255.000 Dollar gesammelt]

Mit dem puristischen High-Tech-Revival der Reiseschreibmaschine scheinen die beiden Startup-Unternehmer aus Detroit den Nerv der Zeit getroffen zu haben: „4 pound distraction elimination system“ nannte etwa The Verge die Black Box made in Michigan. Tja, die Creative Class leidet mittlerweile unter der Multifunktionalität des Geräteparks, der das mobile Leben zwischen Home-Office, Starbucks und Großraumbüro erst möglich gemacht hat. Ein anderes Problem ist wohl die Ergonomie: viele vermissen unterwegs eine komfortable, große Tastatur. Auch hier bietet die Hemingway, die aussieht, als hätte man ein Kindle quer in eine Schreibmaschine eingespannt, eine perfekte Lösung.

Vielleicht sind Netbooks, Phablets und Smartphones aber auch einfach zu unauffällig und alltäglich, um damit unte Style-Aspekten noch zu punkten: wer wie im Pitch-Video die 2 Kilo schwere, schwarz ummantelte Hemingwrite am ausklappbaren Handgriff ins Café schleppt, braucht sich um die Aufmerksamkeit seiner Umgebung keine Sorgen mehr zu machen. Das alleine dürfte den urbanben Hipstern Investition von mindestens 400 Dollar wert sein.

Wer wirklich unter dem Writer’s Block leidet, könnte aber tatsächlich von diesem Retro-Gadget profitieren, nicht mal Copy & Paste wird unterstützt, im Zentrum steht das Schreiben. Tipp, tipp, tipp. Unter der Haube ist dieser späte Nachfahre von Hermes Baby & Co. dann trotzdem vollkommen up-to-date ist, denn die Texte werden via WLAN in die Rechnerwolke geschickt und lassen sich mit DropBox, Evernote oder Google Docs archivieren. Auf Wunsch wird über einen analogen Absendeknopf auch gleich ein druckfertiges PDF gemailt.

Lieferbar wird die Hemingwrite jedoch erst ab Herbst 2015 sein. Bis dahin müssen sich Kreative diesseits und jenseits des großen Teichs anderweitig behelfen, entweder mit einer klassischen Speicherschreibmaschine vom Flohmarkt oder zeitgemäßeren Zwischenlösungen, etwa der Kombination eines E-Ink-Android-Tablets plus Bluetooth-Tastatur. Letzteres dürfte wohl mittelfristig die günstigste und zugleich tragbarste Lösung darstellen. Wenn auch nicht ganz so ablenkungsfrei.

Hemingwrite Specs:

  • Akkulaufzeit: 4 -6 Wochen
  • interner Speicher: 1 Million Seiten 
  • Tastatur: Full-size mech. Cherry MX, US ANSI/ISO International
  • Display: 6 Zoll E-Ink
  • Gehäuse: Aluminium
  • Gewicht: ca. 1,8 Kilogramm
  • Größe: 20 x 25 x 6 Zentimeter (Tiefe x Breite x Höhe)
  • lieferbar ab: September 2015

Abb.: Screenshot Kickstarter

Readlet oder Tabler? Onyx BOOX AfterGlow 2 – vollwertiges E-Ink-Tablet im 6-Zoll-Format

Readlet oder Tabler? Mit dem „AfterGlow 2“ etabliert der chinesische Hersteller Onyx eine neue Geräteklasse – von Format und Display-Technik her könnte man diesen 6-Zoller glatt mit einem normalen E-Reader verwechseln, zumal seitliche Umblättertasten vorhanden sind. Doch unter der Haube schlummert veritable Tablet-Technologie. Dank schnellem 1,2 Gigahertz-Zweikernprozessor und offenem Android 4.2 inklusive Google Play Store lässt sich das Gerät wie ein normales WiFi-Tablet mit Multitouch nutzen – der Akku hält aber vermittels stromsparendem E-Ink-Display mit 1024 mal 758 Pixeln Auflösung und Glimmerlicht-Feature (vgl. Kindle Paperwhite 2) deutlich länger durch, laut Onyx sind bis zu acht Wochen drin, bzw. 10.000 Seitenwechsel bei der E-Book-Lektüre.

Google Play Store mit an Bord

Via Google Play lassen sich alle für Android verfügbaren E-Lese-Apps installieren, von der Kindle- oder Kobo-App bis hin zu Flatrate-Apps wie Skoobe oder Readfy. Während normale E-Reader in punkto Multimedia immer weiter verschlankt wurden, bringt der AfterGlow 2 zahlreiche Audio-Features mit, die den Umgang mit Texten erleichtern – von der Text-To-Speech-Anwendung IVONA (derzeit nur englisch & polnisch) bis hin zu den bei Tablets üblichen Audiofunktionen, die z.B. die Nutzung von Hörbüchern oder Podcasts ermöglichen. Ob Audiobooks oder E-Books -via SD-Kartenslot kann man zudem eine voluminöse E-Bibliothek mit sich herumtragen. Weiteren virtuellen Stauraum schafft der Midiapolis Drive, ein persönlicher Cloudspeicher mit bis zu 2 Gigabyte.

Konkurrenz für Kindle Fire & Kindle Reader

Der After Glow 2 ergänzt die bereits existierende Pallette von Reader-Tablet-Hybriden aus dem Hause Onyx, die im 7- wie auch 9,7-Zoll-Format erhältlich sind (siehe T 68 Lynx bzw. M 96) – und darf als clever platziertes Konkurrenzprodukt zum neuen Kindle Fire HD 6 gelten. Dieses Tablet mit Fire OS wird mit 99 Euro zwar besonders günstig angeboten, weist aber durch die herkömmliche LCD-Technologie eine deutlich geringere Akkulaufzeit auf. Zugleich ist die Hardware-Performance des AfterGlow 2 besser als beim E-Ink-Reader Kindle Paperwhite. Für das augen- und Akku schonende Nachglühen aus Fernost muss man ein bisschen mehr auf den Tisch legen – inklusive Versandkosten gibt’s das hybride Mini-Tablet im Onyx-Store für knapp 134 Euro.

Onyx BOOX AfterGlow 2


Display

6 Zoll Pearl E-Ink Touchscreen,
1024 x 758 Pixel (16 Graustufen, Glowlight)

Gewicht

184 Gramm

Schnittstellen

WiFi, USB, SD-Kartenslot

Speicher

4 GB intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), Kindle, PDF etc.

Zus. Features

Audio-Funktionen, Text-To-Speech, Google Play Store

Preis

ca. 130 Euro (via onyx-boox.com)

(via ebook-fieber.de & The Digital Reader)

Vorne LED, hinten E-Ink: Yotaphone in Deutschland lieferbar

Das Yotaphone ist da – seit Anfang Dezember ist das Dual-Screen-Smartphone mit zusätzlichem E-Ink-Display auch in Deutschland lieferbar (Update: die erste Charge ist offenbar schon ausverkauft, in Kürze sollen aber wieder Vorbestellungen möglich sein). Ganz billig wird der Spaß aber nicht: 449 Euro kostet das Gadget made in Russia, entwickelt vom Netzbetreiber Yota in Zusammenarbeit mit E-Ink Corp. Auf der deutschsprachigen Version der Yotaphone-Website gibt’s eine interaktive Präsentation – und eine Auflistung der Vorteile des medialen Zwitters, ganz vorne steht dabei nicht zufällig: „Lesekomfort“. Dazu kommt ein weiterer Vorteil: die E-Ink-Seite ist immer aktiv. Status-Updates oder News lassen sich also auch im „Stand By“-Modus ablesen, während das normale LED-Screen auf der anderen Seite abgeschaltet ist.

Ganz so komfortabel wie ein aktueller Touch-Sreen-Reader ist die E-Ink-Seite allerdings nicht: bedient wird sie mit einem speziellen Sensorfeld unterhalb des Displays, die meisten Daten werden jedoch ohnehin nur statisch dargestellt, außerdem ist die Auflösung mit 360 mal 640 Pixeln nicht gerade sehr groß. Auch ärgerlich: Während sich die mitgelieferte E-Reading-App auf dem E-Ink-Screen nutzen lässt, gilt das für externe Apps wie etwa die Kindle-App nicht. Wie erste Tests gezeigt haben, scheint das grundsätzlich stromsparende E-Ink-Screen die Akkulaufzeit im Vergleich zu normalen Smartphones auch nicht maßgeblich zu verlängern, mehr als ein Tag Dauerbetrieb ist nicht drin.

Ohnehin sind Dual-Screen-Geräte nur ein temporärer Kompromiss, solange es noch keine echte Alternative zwischen Farb-LED und schwarz-weißem E-Ink gibt. Auf manche etwas günstigere Alternativen zum Yotaphone muss man vielleicht auch gar nicht mehr so lange warten: so hat etwa Onyxals „One-Screen-Lösung“ Android-Smartphones und Tablets angekündigt, die ein hochauflösendes, voll funktionsfähiges E-Ink-Touchscreen besitzen. Noch preiswerter dürften smarte E-Ink-Cover für Mobiltelefone sein, die u.a. auch vom E-Reader-Hersteller Pocketbook („CoverReader“) angekündigt worden sind.

Tablet essen E-Reader auf: Wachstum bei E-Ink fällt von 200 auf 20 Prozent

Der Tablet-Boom wirkt auch in Deutschland als Wachstumsbremse für klassische E-Reader: bis Ende 2013 steigt der Absatz bei E-Ink zwar um 22 Prozent auf 832.000 Geräte, prognostiziert der IT-Branchenverband BITKOM, doch im Vorjahr schnellten die Verkaufszahlen noch um satte 200 Prozent in die Höhe. Ursprünglich war auch für 2013 noch ein rasches Wachstum auf bis zu 1,4 Millionen verkaufte E-Reader erwartet worden – angesichts des großen Erfolgs von iPad, Kindle Fire & Co. mussten die Marktforscher diese Zahl nun offenbar deutlich nach unten korrigieren. Bei Tablets dagegen gilt momentan die Devise „The sky is the limit“ – insgesamt werden bis Dezember wohl 8 Millionen Flachrechner über den Ladentisch gehen.

Doch immerhin – die Tage von E-In-Lesegeräten scheinen noch nicht gezählt zu sein: „Reine E-Reader haben sich als eigenes Marktsegment etabliert, weil sie vor allem den Viel-Lesern Vorteile wie lange Akkulaufzeiten und einen besonders augenfreundlichen Bildschirm bieten“, so BITKOM-Vizepräsident Achim Berg im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Der Durchschnittspreis für E-Reader liegt dem Branchenverband zufolge hierzulande bei 97 Euro, und damit nur 2 Euro niedriger als im Vorjahr. Weit entfernt von diesem Niveau sind Tablet-PCs nicht mehr – die Hälfte der Modelle ist laut BITKOM schon für weniger als 200 Euro zu haben. Immer bessere Display-Auflösungen machen die LCD-Bildschirme der Tablets zudem deutlich augenfreundlicher als früher.

Nicht ganz unschuldig am langsamer wachsenden E-Reader-Geschäft sind natürlich auch Smartphones – für das Lese-App-Ökosystem von Amazon, Kobo & Co. spielen sie eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Im Jahr 2013 werden in Deutschland sage und schreibe 26 Millionen der multifunktionalen Mini-Mobilgeräte verkauft, schätzt BITKOM – nimmt man hier noch die 22 Millionen abgesetzten Smartphones aus 2012 hinzu, ist rein rechnerisch schon die gesamte Kernbevölkerung mit solchen Ad-hoc-Lesegeräten ausgestattet. In Millionen von Haushalten dürfte das elektronische Lesen mittlerweile sogar schon abwechselnd auf Tablet, Smartphone und E-Reader stattfinden – fehlt eigentlich nur noch das universelle Ladekabel.

Abb.: BITKOM-Grafik