Farbiges E-Ink plus Glowlight: Pocketbook startet 2013 den ultimativen E-Reader

Bisher war elektronisches Papier monochrom. Das könnte sich jedoch bald ändern: Pocketbook hat für die erste Jahreshälfte 2013 einen E-Reader mit farbigem E-Ink-Touch-Screen angekündigt. Das 8-Zoll-Gerät setzt auf ein E-Ink-Triton-Display der zweiten Generation, kombiniert diese Technologie allerdings mit dem vom Kindle Paperwhite oder Kobo Glo bekannten Glimmerlicht. Die Display-Auflösung liegt bei 600 mal 800 Pixeln, dargestellt werden können bis zu 4096 unterschiedliche Farbwerte. Bisherige Displays mit farbigem E-Ink waren wegen “verwaschener” Farben und schlechtem Kontrast in die Kritik geraten – die Glowlight-Funktion soll den Lesekomfort laut Pocketbook deutlich verbessern.

Ein Teil des Touchscreen ist für das Dimmen des Glowlights reserviert, so dass man zur Regulierung der Helligkeit nicht erst durch Menüs scrollen muss. Die Akkulaufzeit beträgt einen Monat und übertrifft damit konventionelle Tablets auf TFT-Basis deutlich. Besonders eignet sich das Gerät laut Pressemitteilung für die Lektüre von elektronischen Magazinen wie auch von Sach- und Schulbüchern mit farbigen Illustrationen. Ein Prototyp des Farb-Readers war bereits auf der diesjährigen IFA in Berlin zu sehen, die Markteinführung soll zunächst in den GUS-Staaten stattfinden.

Wie schon bei anderen Lesegeräten im 9-Zoll-Bereich zielt das in der Ukraine beheimatete Unternehmen Pocketbook wohl auch diesmal vor allem auf den staatlich finanzierten Bildungssektor. Andere große Hersteller wie Amazon oder Kobo hatten bisher auch aus Kostengründen auf die Markteinführung von E-Ink-Triton verzichtet. Je nach dem Pricing des neuen Modells von Pocketbook könnte farbiges E-Ink jedoch auch auf dem Massenmarkt die Position klassischer E-Reader gegenüber Lese-Tablets stärken. Schon bisher bietet Pocketbook eine breite Palette von klassischen E-Ink-Geräten wie auch Android-Lesetablets an. E-Ink-Reader mit Glowlight gehören jedoch momentan noch nicht dazu.

(via cme.at & E-Leseratte)

Abb.: Pocketbook

Kindle Color: Farbiges E-Ink-Display noch im Sommer 2012?

Eine neue Generation von Kindle-Readern kündigt sich an: sechs Zoll-Geräte mit farbigem E-Ink-Display. Das Kindle Color soll 4.096 Farben sowie 16 Graustufen (E-Ink-Triton-Standard) darstellen können und in den USA bereits im Sommer 2012 an den Start gehen. Die in Massachusetts beheimatete E-Ink-Corporation hat möglicherweise bereits einen Großauftrag von Amazon erhalten, der ab März 2012 die Lieferung von monatlich 3 Millionen Farb-Displays vorsieht. Das berichtet zumindest der Branchenblog DigiTimes unter Berufung auf die chinesische Tageszeitung Economic Daily. Die alternative Mirasol-Technologie, mit der Amazon einige Zeit geliebäugelt haben soll, wäre damit wohl aus dem Rennen.

Die Ende 2010 zur Serienreife gelangten Displays mit E-Ink-Triton werden bereits in Geräten wie dem Ectaco Jetbook verbaut. Das neun Zoll große Touch-Screen-Gerät ist allerdings relativ teuer und wird vor allem im Bildungsbereich vermarktet. Amazon dürfte das Kindle Color wohl preislich zwischen bisherigen Kindle Modellen und dem Farb-Tablet Kindle Fire ansiedeln. E-Ink-Triton soll ähnlich wie das bisher in Kindle-Readern verbaute Pearl E-Ink im Vergleich zu älteren Versionen für bis zu 20 Prozent schnellere Seitenwechsel sorgen. Mit der Farbdarstellung selbst waren viele Branchenbeobachter bei ersten Präsentationen eher unzufrieden – kritisiert wurde ein „verwaschener“ Eindruck.

Strategisch macht der Schritt zum Farb-Display allerdings durchaus Sinn – das Kindle Color erweitert die bisherige E-Ink-Palette um ein neues High-End-Gerät, nachdem die Preise für die klassischen Modelle stark ins Rutschen gekommen sind. Eine ähnliche Entwicklung steht beim Kindle Fire bevor. Amazon plant nämlich den Marktstart einer 9-Zoll-Variante, die direkt mit dem iPad konkurrieren könnte. Bleibt das Unternehmen im übrigen seiner abgestuften Launch-Politik treu, dürften deutsche Kunden auf die neuen Modelle aber ohnehin noch etwas länger warten müssen. Vielleicht muss aber auch das US-Publikum noch ein Weilchen mit Graustufen vorlieb nehmen. Denn manche Branchenkenner halten es bereits rein logistisch für zweifelhaft, dass Amazon vor 2013 ein Color-Kindle in die Regale bringen kann.

(via DigiTimes & Hexus)