Mit dem zweiten liest man besser: Yotaphone setzt auf LCD plus E-Ink

E-Ink-Reader gehören fast schon zum alten Eisen – bei Smartphones löst die elektronische Tinte dagegen gerade einen neuen Hype aus. Aktuellstes Beispiel ist das Yotaphone, ein Dual-Screen-Konzept mit LCD-Vorderseite und E-Ink-Rückseite, entwickelt vom russischen Netzbetreiber Yota in Zusammenarbeit mit E-Ink Corp. Als erster bekam der russische Staatspräsident den doppelseitigen Prototypen zu sehen, dann das Publikum der CES in Las Vegas, Mitte Februar wird man das Gadget auf der Mobilfunkmesse Barcelona bewundern können. Abgesehen vom zweiten Display klingen die technischen Daten des Yotaphones erstmal gar nicht so ungewöhnlich: Dual-Core-Prozessor, 2 GB RAM, 4,3-Zoll Display mit 720p Auflösung, 12-Megapixel-Kamera, Android 4.1 Jellybean.

Doch bei der Alltagsnutzung soll das Yotaphone sich deutlich von anderen Smartphones unterscheiden – der Reizüberflutung auf der bunten Vorderseite lässt sich ganz einfach durch eine 180-Grad-Wende entfliehen. Mit einer Zweifingergeste kann man per Screenshot die Inhalte auf der Vorderseite in eine E-Ink-Ansicht umwandeln, etwa eine Karte oder eine Einkaufsliste. Eine besonders gute Idee, wenn der Akku gerade schlappmacht. Darüber hinaus will Yota jedoch auch spezielle Apps für das zweite Screen launchen, vom Wecker bis zu RSS-Reader oder Twitter-Client, weitere Apps sollen Drittanbieter programmieren können. Für E-Reader- oder Zeitungs-Apps könnte sich das natürlich besonders lohnen – Lesen via E-Ink schont schließlich Augen UND Akku.

Der Marktstart in Russland wurde für den Sommer angekündigt, international soll das Yotaphone ab Herbst 2013 für 500 Dollar zu haben sein. Ein ambitionierter Zeitplan, der aber trotzdem scheitern könnte – denn die Konkurrenz schläft nicht. Der chinesische E-Reader-Fabrikant Onyx etwa will dieses Jahr ein E-Ink-Smartphone herausbringen, das komplett auf elektronisches Papier setzt, und könnte somit auch bei der Akkuleistung das Yotaphone noch weit übertreffen. Eine kostengünstiges E-Ink-Accessoire für Smartphones kann man sogar jetzt schon für 99 Dollar vorbestellen: popSLATE. Das clevere iPhone-Case mit integriertem E-Ink-Display wird ab Juni 2013 ausgeliefert. In diesem Fall gibt’s auch schon eine konkrete Bedarfsprognose – denn finanziert wurde der Marktstart über die Crowdfunding-Plattform Indigogo.

Abb.: yotaphone.com

(via tekkni.cc)