Nook nicht schnell genug? Neuer E-Reader von Barnes&Noble fällt bei ersten Tests durch

Der Nook von Barnes&Noble ist da – zumindest offiziell hat in den USA nun endlich der Verkauf des Dual-Screen-Readers begonnen. Das Engadget-Blog hat den mit Android laufenden Reader auf Herz und Nieren geprüft – und zeigte sich eher ernüchtert: „mit der richtigen Software könnte der Nook ein Tsunami sein, im jetztigen Zustand macht er aber kaum Wellen“.

Dual-Screen, Android, hippes Design: technisch versprach der Nook eine neue Dimension

Wenn ein E-Reader mit einiger Berechtigung als der ultimative Kindle-Killer gehandelt wurde, dann der „Nook“ von Barnes&Noble. Mit dem Wifi-fähigen Gadget der US-Buchhandelskette schien Amazons Lesegerät endlich einen würdigen Gegner gefunden zu haben. Nicht nur, das sich der stationäre Verkauf auf hunderte Filialen stützen konnte – auch in technischer Hinsicht versprach der Nook eine neue Dimension: der erste auf Googles hippen OS Android basierte Reader, der erste mit einer Kombination aus E-Ink und Farb-Bildschirm, dazu noch ein edles Design.  Doch bereits der Verkaufsstart entwickelte sich für die Kunden zum Hindernisrennen: eigentlich sollte der Nook diese Woche in den Barnes&Noble-Filialen im Regal stehen – doch wegen der großen Nachfrage gibt es Lieferengpässe, und die Kunden wurden bis auf Mitte Januar vertröstet.

Bereits durch sein Design hebt sich der Nook von Amazons Kindle ab

Doch immerhin sind jetzt erste Geräte im Umlauf – und eins davon hat der Tech-Blog Engadget jetzt testen können. Vergleichsbasis war in vielerlei Hinsicht Amazons Kindle-Reader – von dem sich der Nook bereits durch sein minimalistisches Design abhebt. Auf der Vorderseite gibt es neben dem Dual-Screen (6-Zoll E-Ink plus 3,5 Zoll LCD) lediglich fünf Knöpfe – zweimal „Vor“ & „Zurückblättern“ sowie einen Home-Button. Das Dual-Screen-Konzept macht’s möglich: denn die eigentliche Bedienung erfolgt schließlich über das farbige Touch-Screen.  An sonstigen Äußerlichkeiten kommen noch die üblichen Anschlüsse wie Mikro-USB, SD-Kartenslot und Kopfhörerbuchse. Die Speicherausstattung ist üppig – das Gerät kommt mit 2 GB internem Memory und kann über den SD-Slot mit bis zu 16 GB erweitert werden.

„Keine dramatischen Verschlechterungen , aber eben auch keine Verbesserungen.“

Das 6-Zoll-E-Ink Display wies Engadget zufolge kaum Unterschiede zu dem des Kindle-Reader auf, wenn auch der Kontrast etwas besser erschien. Nur das Umblättern – also das „Page-Refresh“, dauerte offenbar deutlich länger. Gesamturteil bis hierher: „Keine dramatischen Verschlechterungen , aber eben auch keine Verbesserungen.“ Doch das eigentliche Highlight ist natürlich das farbige Touch-Screen. „Das Grundkonzept des Touch-Screens ist genial und lehnt sich eng an das iPhone an – eine one-size-fits-all-Portal das jede beliebige Form annehmen kann“, begeistern sich die Technik-Enthusiasten von Engadget noch einmal. Um dann allerdings feststellen zu müssen: das schönste Touch-Screen-Menü nützt wenig, wenn der E-Ink-Bildschirm geschwindigkeitsmäßig einfach nicht hinterherkommt. Auch schien das Touchscreen nicht alle Berührungs-Richtungen mit gleicher Qualität zu registrieren. Das Hauptmenü „Homescreen“ fanden die Tester sehr übersichtlich, es teilt sich in „the daily“ (E-Newspaper/E-Mags, Benachrichtigungen), „my library“ (die eigentliche E-Bibliothek), „shop,“ „reading now,“ sowie „settings.“ In den Verzweigungen der untergeordneten Menüs fühlten sich selbst die Techies von Engadget allerdings etwas lost in space.

Gesamturteil: tolles Design, tolle Technik, aber schlechte Performance

Das Gesamturteil ist dann auch durchwachsen: tolles Design, tolle Technik, aber schlechte Performance – dank mangelhafter Firmware: „Die große Frage ist: hilft die Software, den eigentlichen Zweck des Gerätes zu erfüllen – also das Lesen von Büchern – oder behindert sie dabei, und nach unserem Urteil tut sie letzteres. Das Gerät ist in manchen Situationen geradezu benutzerunfreundlich.“ So bleibt den Freunden des Kindle-Killers namens Nook vorerst nur eins – sie müssen auf ein immerhin von Barnes&Noble bereits versprochenes Firmware-Update warten.

Ein Display ist nicht genug: neue Dual-Screen-Reader von Barnes&Noble und Spring Design

Die Welt der E-Reader wird bunter – dank Dual-Screen-Technik. Gerade hat die us-amerikanische Buchhandelskette Barnes&Noble ein Gerät vorgestellt, der E-Ink und (Farb-)LCD vereint. Das unter dem Namen „Nook“ vertriebene Lesegerät kommt in den USA für 259 Dollar in den Handel. Fast zeitgleich präsentierte Spring Design einen ähnlichen Dual-Screen-Reader mit 3,5-Zoll-LCD Display. Beide Geräte sind WiFi-fähig und können drahtlos E-Books herunterladen.

Mit dem Nook kann man E-Books auch „ausleihen“ – für maximal zwei Wochen


Dual-Screen E-Reader Barnes Noble Nook.gifMan nehme einen 6-Zoll-Reader mit E-Ink-Display und füge am unteren Ende einen halben iPod Touch hinzu: dann hat man – inklusive WiFi-Fähigkeit – ungefähr alles beisammen, was Barnes&Noble in seinen neuen „Nook“-Reader gepackt hat. Unter anderem dient das schmale LCD-Display zum Darstellen von Buch-Covern. Das neue Multimedia-Erlebnis geht allerdings zu Lasten des Akkus: während man bisher mit E-Ink-Geräten Wochen bis Monate schmökern konnte, macht der Nook Barnes&Noble zufolge nach spätestens zehn Tagen intensiver Beanspruchung endgültig schlapp. Technisch scheint der E-Reader ansonsten aber ausgereift zu sein: so kann man etwa Passagen in E-Books markieren, Anmerkungen machen und Wörter im eingebauten Dictionary nachschlagen. Besonders pfiffig: E-Books kann man jetzt auch „ausleihen“, in dem man Freunden aufs Handy oder auf den Laptop eine Kopie schickt, die zwei Wochen lang lesbar sein soll. Das Gerät ist eine deutliche Kampfansage an Amazons E-Reader Kindle – Barnes&Noble hat schließlich nicht nur einen gut ausgebauten E-Book-Store, sondern auch zahlreiche Filialien, über die nun auch der Nook verkauft werden kann.

Spring Design setzt auf Googles „Android“ – und bietet sogar Smartphone-Funktionalität

Dual-Screen E-Reader Spring Design Alex.gifBis es farbige E-Ink-Displays geben wird, die es in punkto Geschwindigkeit mit LCD-Technik aufnehmen können, wird es noch etwas dauern. Doch was nützt die schnellsteVerbindung zwischen WiFi-Reader und E-Book-Store, wenn das Verkaufs-Portal langsam und farblos daherkommt? Das dürfte der Hauptgrund für den Griff der Geräteindustrie in die technische Trickkiste sein. Barnes&Noble ist nicht allein: mit dem „Alex“ von von Spring Design ging diese Woche ein weiteres Gerät an die Öffentlichkeit, dessen LCD-Display mit 3,5 Zoll sogar noch etwas größer ausfällt als beim „Nook“. Eine weitere Besonderheit: es ist der erste E-Reader mit Googles „Android“-Oberfläche. Theoretisch dürfte er sogar „Smartphone“-Funktionalität besitzen – etwa für Voice-over-IP-Telefonate. Doch besonders wichtig scheint den Machern die Multi-Media-Dimension zu sein: „Diese E–Book-Leseerfahrung könnte eine ganz neue Industrie entstehen lassen, sie gibt Sekundär-Autoren die Chance, zusätzlichen Content herzustellen, der mit dem Buchtext verlinkt wird – jetzt kommen Audio, Video und Anmerkungen in die Bücher“ sagte dazu Priscilla Lu, Vorstandsvorsitzende von Spring Design. Außerdem könnten die Leser selbständig Web-Resourcen nutzen, um zusätzliche Informationen zum Buch zu erhalten.