„Alexa, lies mir was vor“: Deutsche Verlage entdecken die Echo-Konsole

amazon-alexa-kommt-nach-deutschland„Alexa, lies mir was vor“, „Alexa, was gibt’s in der Tagesschau?“, „Alexa, was ist das Chefkoch-Rezept des Tages?“: Erstmals wird Amazons digitale Assistentin solche Fragen nun auch auf deutsch beantworten können — gestern hat das Unternehmen nämlich den Europa-Start (Deutschland/Großbritannien) der smarten Lautsprecher-Konsole Echo sowie des Mini-Ablegers Echo Dot bekanntgegeben. Laut Dave Limp, Amazons Hardware-Chef, haben mehr als 1.000 Techniker zwei Jahre lang daran gearbeitet, die künstliche Intelligenz der Software für diesen Launch zu trainieren, und Alexa nicht nur britischen Akzent bzw. Hochdeutsch, sondern auch lokale Umgangssprache und einen Sinn für Humor beigebracht.

Deutsche Verlage & Dienstleister als Partner

Für lokalisierten Content sorgen in Deutschland neben Amazon-Labels wie Audible oder Streaming-Partnern wie Spotify auch zahlreiche Kooperationspartner wie etwa Bild, Tagessschau, Spiegel, n-tv, Chefkoch, Eltern, Gala etc. „Hunderte deutsche Entwickler arbeiten bereits an Skills“, heißt es bei Amazon dazu. Smart Home, Hardware- und Mobilitätsdienstleister von tado°oder innogy über Fitbit und Philips bis zu BMW werden spezielle Alexa-Fähigkeiten zur Verfügung stellen, die dann im Haus bzw. im Auto angewendet werden können.

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Alexa in Deutschland vorerst nur als Beta-Test

Anders als bei den Briten kann man die Dosengeister aus dem Internet der Dinge bei uns nicht regulär vorbestellen: Echo & Dot sind vorerst nur im Rahmen einer halböffentlichen Beta-Phase auf Einladung verfügbar. In den Worten des Herstellers: „Amazon sucht Kunden, die bei der Weiterentwicklung von Alexa und Echo in Deutschland mithelfen möchten.“ Ausgeliefert werden die Konsolen ab Oktober.
In Deutschland kostet die Amazon Echo-Konsole 180 Euro, die Echo Dots gibt es für 60 Euro. In den USA werden die Dots bereits mit Mengenrabatt verkauft, nach dem Motto „Buy 5, get 1 free“ bzw. „Buy 10 get 2 free“.

Alexa kommt in Kürze auch auf Fire-Tablets

Amazon verdient nach eigenen Angaben bei diesem Pricing kein Geld mit den Geräten, sondern vertrautt darauf, dass die Kunden mit ihnen — ähnlich wie bei den Fire-Tablets — vermehrt Content und Dienstleistungen von Amazon nutzen. Amazons gerade gelaunchtes neues Fire HD 8 soll in Kürze via Software-Update ebenfalls das Alexa-Feature erhalten – und das wohl in absehbarer Zeit auch in Deutschland.

Amazon verkauft Echo Dots mit Mengenrabatt

Amazon Echo wie auch Echo Dot verfügen über sieben Mikrofone, die mit Richtstrahl-Technologie und Störsignalunterdrückung den Nutzer von überall im Raum klar hören können. Die kleinen Echo Dots können auch in mehreren Räumen aufgestellt werden, in diesem Fall sorgt das ESP (Echo Spatial Perception)-Feature dafür, dass die jeweils dem Nutzer nächste Konsole reagiert. Der Echo Dot verfügt selbst nur einen kleinen eingebauten Lautsprecher, er kann dafür via Bluetooth bzw. Audiokabel direkt an die Stereoanlage angeschlossen werden.

24 Pixelpunkte reichen aus: Dot, eine Smartwatch mit Braille-Display

dot-braille-smartwatchEs ist ja immer wieder spannend, in welche Grenzgebiete das Thema Elektronisches Lesen führen kann. Aktuellstes Beispiel: Dot, eine Smartwatch mit Braille-Display, entwickelt von einem koreanischen Startup. Auf TechInAsia wurde über dieses Gadget gerade berichtet. Das Display dieser cleveren Lesehilfe for the sake of the blind besteht aus vier Blöcken mit jeweils 6 variablen Erhebungen, die elektronisch angesteuert werden – mit den insgesamt also 24 fühlbaren Pixeln lassen sich vier Braille-Zeichen auf einmal anzeigen. Die Frequenz, mit der neue Zeichen erscheinen, beträgt minimal ein Zeichen pro Sekunde (gleich 1 Hertz), maximal 100 Hertz (was doch sehr an Speed-Reading-Techniken wie Spritz erinnert…).

Selber lesen statt Siri zuhören

Via Bluetooth-Verbindung kann man per Sprachbefehl ganz einfach Texte von Smartphone- oder Tablet-Apps (etwa Textnachrichten, aber auch Artikel oder E-Books) auf die Braille-Watch beamen. „Bisher musstest du dir auf iOS-Geräten eine Textnachricht deiner Freunding von Siri vorlesen lassen, was ja eher unpersönlich ist“, so erklärt Dot-Mitgründer und CEO Eric Ju Yoon Kim. „Möchte man die Nachricht nicht lieber selbst lesen und im Kopf die Stimme der Freundin hören?“ Hmmm, auch ein sehr interessanter Gedanke, auf den ich so nicht gekommen wäre…

„Public Braille“ erobert den öffentlichen Raum

Die von den Koreanern entworfene Braille-Smartwatch soll Anfang 2016 auf den Markt gelangen und um die 300 Dollar kosten, bisher müssen blinde Menschen für mobile elektronische Braille-Reader mindestens das zehnfache ausgeben. Analoge Alternativen dagegen sind rar gesät, so ist nur etwa 1 Prozent aller Bücher in Braille-Schrift erhältlich. Die haptische Display-Technologie von Dot kommt derweil auch schon anderswo zum Einsatz: im Rahmen des „public Braille“-Projects werden damit in Süd-Korea im öffentlichen Raum etwa Geldautomaten oder Fahrkartenautomaten mit ertastbaren Anzeigen erweitert.