Weniger ist mehr: Alexi empfiehlt gute Bücher, handverlesen von prominenten Kuratoren

alexi-app-kuratierte-empfehlungenWelches Buch soll ich lesen? Man kann natürlich Alexa fragen — und wird eine algorithmengesteuerte Leseempfehlung erhalten. Immer mehr Briten zücken dagegen ihr iPhone, fragen Alexi — und erhalten persönliche Buchempfehlungen von prominenten AutorInnen wie Kamila Shamsie, Bret Easton Ellis oder John le Carré.

Discovery wie in einer echten Buchhandlung

Die Alexi-App bietet nämlich so etwas wie die kuratierte Spotify-Playlist für die Buchbranche — für 1,99 Pfund pro Woche bzw. 79 Pfund pro Jahr führen die Lesetipps heraus aus der Echokammer von künstlich generierten Empfehlungen und 5-Sterne-Bewertungen anonymer Leser-Kommunen. Den App-Erfindern Andrew Kidd und Ayesha Karim zufolge soll Alexi das bieten, was auch eine gute Buchhandlung bzw. ein hilfreicher Buchhändler mit seiner Expertise bietet: eine handverlesene Auswahl an guten Büchern, unter denen man interessante Entdeckungen machen kann.

Jenseits von „All-you-can-Read“

Das müssen dann gerade nicht Bestseller sein, sondern gerne auch mal versteckte Edelsteine, die von den Blockbustern im Rampenlicht vielleicht zu unrecht überstrahlt wurden. Genausogut findet man bei Alexi aber auch lohnenswerte Backlist-Titel und Klassiker. Die App empfiehlt Woche für Woche eine Menge Lesestoff, aber nicht unendlich viel, verspricht Andrew Kidd: „Alexi ist das Gegenteil von All-you-can-eat-Flatrates. Die Leser leiden unter zuviel, nicht unter zuwenig Auswahl. Alexi blendet die ganzen Störgeräusche aus und bietet stattdessen eine sorgfältige Zusammenstellung der besten Bücher.“

In-App-Shopping & Reading

In Zahlen ausgedrückt: Übers Jahr gibt die App ungefähr 400 Leseempfehlungen. Folgt man ihnen, landet man in einer kostenlosen Leseprobe. Geht man über das Limit hinaus, ist das E-Book automatisch gekauft – die Lektüre kann direkt innerhalb der App fortgesetzt werden. Die Kuratoren erhalten für jeden Buchkauf eine kleine Provision.

(via TheGuardian.com & TheBookseller.com)

Mit freundlicher Empfehlung: Random House startet „Buchgeschenkefinder.de“

buchgeschenkefinderUnd wieder ein neues Buchempfehlungs-Portal, diesmal aus dem Hause Random House: mit dem „Buchgeschenkefinder“ (BGF) möchten die Bertelsmänner die vorweihnachtlichen Fahndung nach Geschenkideen in Sachen Print und E-Book erleichtern, und damit natürlich zugleich den saisonalen Buchverkauf der Verlagsgruppe anfeuern. Vorbild ist die Web-App „Flipper“ von Penguin Random House — anders als Flipper erhält man beim deutschen BGF aber Kauflinks, die zu traditionellen Buchhandelsketten wie auch Verlags-Shops führen, nicht nur in Richtung Amazon.

Mini-Psychotest ermittelt Lesetypen

Recht ähnlich verläuft dagegen der Auswahlprozess — nur die Zahl der Alternativen ist geringer. Sollen Erwachsene beschenkt werden, trifft man in fünf Schritten jeweils Entweder-Oder-Entscheidungen bei der Frage: Welche Eigenschaft passt zu ihr oder ihm? Zum Beispiel: Ästhetisch oder Fantasievoll? Liest zur Entspannung oder Wissensdurstig? Abenteuerlustig oder Schätzt das Vertraute?

Buchauswahl lässt sich weiter verfeinern

Am Ende präsentiert der BGF eine Typen-Einschätzung, die an das Ergebnis eines Mini-Psychotests erinnert, so etwa „Die Romantikerin“, „Der Empathische“ oder „Der Zeitreisende“. Die dazu gelieferte Buchauswahl lässt sich dann durch das Anwählen weiterer Themen verfeinern, zum Beispiel „Lesefreude“, „Gänsehaut“, „Infotainment“ etc. — wohl am Ende immer der beste Weg, um etwas passendes zu finden.

Kinderbücher je nach Altersgruppe finden

Bei Kindern funktioniert der BGF auf etwas andere Weise, nach der Angabe einer Altersgruppe kann man jeweils aus altersgemäßen Themenbereichen wählen, bei Kindern ab 10 Jahren zum Beispiel „Coole Mädchen“, „Tierische Freundschaften“ oder „Liebenswerte Nerds“. Die Zahl der vorgestellten Titel für Kinder ist eher begrenzt, aber durchaus brauchbar.

(via Buchreport)