Kleines Display, großer Unterschied: 4-Zoller Pyrus Mini im Test

Kleine Reader, große Auswahl – unterhalb von 6 Zoll gibt’s abgesehen vom schicken Kobo Mini (5 Zoll, ab 65 Euro) nun auch zwei Lowest-Cost-Reader: neben dem Pyrus Mini (4 Zoll, ab 50 Euro)startete vor kurzem der txtr Beagle (5 Zoll, 59 Euro). „Keep it simple, stupid“ könnte das Motto bei beiden Winzlingen heißen – denn sie bieten zwar maximale Mobilität, aber nur ein Minimum an Lesekomfort. Einen echten Sonderweg geht txtr: der Beagle wird mit Batterien betrieben, E-Books kommen nur via Bluetooth auf das Gerät, und viel mehr als Umblättern wird nicht geboten. Bei TrekStor bekommt man etwas mehr für’s Geld – und spart sogar noch beim Gewicht: mit 111 Gramm ist der Pyrus Mini leichter als so manches Smartphone. Unser Tipp: Wer unterwegs den Smartphone-Akku schonen möchte, sollte zusätzlich TrekStors 4-Zoller in die Tasche stecken. Alles weitere im folgenden Testbericht…

Format-Faktor macht sich bemerkbar

„Großartige Leseerlebnisse im Kleinformat“ verspricht der hessische Reader-Hersteller TrekStor dem Käufer des Pyrus Mini. Der in schwarz, blau, und pink erhältliche E-Reader ist mit 4,3 Zoll Displaydiagonale auf jeden Fall das kleinste Lesegerät auf dem Markt, und bei einem Preis ab 50 Euro zugleich das günstigste. Geliefert wird es in einer Plexiglasverpackung, das Zubehör verbirgt sich in einer Pappschachtel: neben einem USB-Kabel findet man darin noch eine Kurzanleitung. Der Format-Faktor macht sich sofort bemerkbar – der Pyrus Mini liegt in der Hand wie ein Smartphone oder PDA, und lässt sich ähnlich leicht verstauen. Um das „freihändige“ Lesen zu erleichtern, sind an der rechten Außenkante zwei Umblättertasten angebracht. Die sonstigen Trekstor-üblichen Steuerungstasten sind unterhalb des Displays angeordnet. Neben dem Einschaltknopf findet man an der Unterkante des Pyrus Mini zudem einen Mikro-USB-Port sowie einen Einschub für Micro-SD-Karten.

Der Platz auf dem Display ist begrenzt

Das Homescreen informiert über die zuletzt gelesene sowie zuletzt dem Gerät hinzugefügten Lektüre. Den kompletten Überblick vermittelt die Bibliotheksansicht, wahlweise als Liste oder mit Miniatur-Covern, geordnet nach Autor, Titel oder den Kritierien „Kürzlich gelesen“ oder „Neu hinzgefügt“. Im Vergleich zum 6-Zoll-Pyrus ist der Platz auf dem Display natürlich knapper, deswegen erscheint die Schriftgröße in den Menüs und auf dem Homescreen sehr klein – durch die identische Auflösung von 600×800 Pixel bleibt aber alles gut lesbar. Für die E-Book-Lektüre stehen insgesamt 6 Fontgrößen zur Verfügung, zudem lässt sich die Breite des Seitenrandes in drei Stufen einstellen. Auch in der Leseansicht macht sich die geringere Fläche des Displays bemerkbar: bei größeren Fonts passen kaum drei Worte in eine Zeile, durch den Blocksatz entstehen je nach Wortlänge viele Lücken. Mit maximaler Seitenbreite und mittlerer Fontgröße erzielt man jedoch eine recht komfortable Leseansicht.

Pyrus Mini als Smartphone-Accessoire?

Der weitere Funktionsumfang ist eher begrenzt: neben dem Setzen von Lesezeichen kann man den aktuellen Text nach Stichworten durchsuchen, zu diesem Zweck wird eine virtuelle Tastatur eingeblendet, die man mit den Richtungstasten bedient. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Seiten automatisch umblättern zu lassen, zur Wahl stehen Intervalle von einer bis fünf Minuten. Um E-Books auf den Reader zu bringen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man verbindet Pyrus Mini und PC via USB-Kabel, oder man nutzt den Einschub für SD-Karten (erinnert mich ein wenig an das Zeitalter des Diskettenlaufwerks). Auf letztere Weise lassen sich natürlich auch unterwegs Daten zwischen Android-Phone bzw. Tablet und Reader austauschen, sofern diese ebenfalls einen SD-Kartenslot besitzten. Insofern ist der Pyrus Mini mindestens genauso gut als Smartphone-Accessoire geeignet wie txtrs Beagle.

Ein echter E-Reader im Miniformat

Insgesamt erhält man mit dem Pyrus Mini zum Preis von ca. 50 Euro deutlich mehr Nutzwert als mit dem knapp zehn Euro teureren txtr Beagle. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei Trekstors Produkt um einen echten Reader, der epubs und PDFs anzeigen kann und die normalen Menü- und Textfunktionen liefert. Beim Beagle bekommt man dagegen nur speicherfressende Seitenabbilder zu sehen, die zuvor auf dem Smartphone gerendert werden müssen. Deswegen passen trotz 4 Gigabyte Speicher auch maximal 5 E-Books auf den Beagle – der Pyrus Mini dagegen fasst mit seinen 2 Gigabyte Speicher locker mehr als 1000 E-Books. Zudem kommt die Qualität des Digital Ink-Displays sehr nah an das Pearl-E-Ink des Beagles heran. Etwas unklar scheint, warum es beim Beagle ausgerechnet Batterien statt Akkus sein mussten: alleine die Bluetooth-Übertragung zwischen Smartphone und Reader frisst so viel Strom, dass man insgesamt kaum länger lesen kann als etwa mit dem Pyrus Mini. Wer maximale Mobilität zum minimalen Preis möchte, sollte also zu Trekstors 4-Zoller greifen.

Trekstor Pyrus Mini


Display

4 Zoll E-Ink Display,
600×800 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

111 Gramm

Schnittstellen

USB, SD-Kartenslot

Speicher

2 GB intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF etc.

Zus. Features

Pagefresh-Rate wählbar

Preis

ab 50 Euro (Amazon, etc.)

Tasten-Reader mit 8-Zoll-Display: TrekStor Pyrus Maxi kommt groß raus

Sie haben den Kleinsten, und jetzt haben sie auch den Größten: Trekstor setzt nach dem 4-Zoller Pyrus Mini nun mit dem 8-Zoller Pyrus Maxi neue Maßstäbe. Zumindest beim Displayformat, das beim Maxi Tablet-Dimensionen hat. Ansonsten bleibt Deutschlands größter Low-Cost-Tastenreader aber auf dem Teppich: es gibt weder Touch-Screen noch WLAN, und die Auflösung ist mit 1024 x 768 Pixeln gerade mal auf Augenhöhe mit aktuellen 6-Zoll-Readern. Immerhin hat Trekstor die Benutzeroberfläche grafisch aufgepeppt, und mit 4 Gigabyte auch ordentlich Speicherplatz spendiert. Preislich rangiert der Maxi am oberen Ende der Skala – mit voraussichtlich 149 bis 159 Euro kostet er knapp 100 Euro mehr als der Pyrus Mini. Mit 320 Gramm Gewicht bringt der große Bruder zudem knapp das Dreifache auf die Waage.

Abgerundet, robust, rubberbeschichtet

Von der Optik her bietet der Pyrus Maxi das bewährte Trekstor-Design: abgerundet, robust, schwarz gummiert (oder, wie es neuerdings heißt: „rubberbeschichtet“). Bei der Display-Technologie vertraut das Lorscher Unternehmen auch weiterhin auf die E-Ink-Alternative „Digital Ink“. Wie nahe „Digital Ink“ tatsächlich am E-Paper-Konzept des Branchenführers ist, wird sich wohl erst im Verlauf der aktuellen Patentrechtsklage zeigen, die E-Ink im letzten Jahr eingereicht hat. Falls Qualität ein Indiz ist: Grundsätzlich können die Trekstor-Reader vom Kontrast her mit aktuellem Pearl-E-Ink durchaus mithalten.

Viel Komfort bieten die Low-Cost-Reader nicht

Zu den Pluspunkten der Trekstor-Geräte gehört ein serienmäßiger SD-Kartenslot, mit dem sich der Speicher auf bis zu 32 Gigabyte aufrüsten lässt. Viel Komfort bekommt man bei Trekstors Low-Cost-Readern allerdings nicht – die Lesefunktionen beschränken sich auf 6 Zoomstufen und das Anlegen von Lesezeichen. Lieferbar ist das neue Lesegerät voraussichtlich ab Mitte Mai, bei Amazon etwa lässt sich der Pyrus Maxi schon jetzt zum Preis von knapp 160 Euro vorbestellen,mit dem Hinweis: „Gewöhnlich versandfertig in 2 bis 4 Wochen“. Ob sich das lohnt, ist natürlich eine ganz andere Frage. Für nur zehn Euro mehr startet in Kürze der neue 7-Zoller Kobo Aura – mit HD-Auflösung, WLAN und Touchscreen.

Abb.: Trekstor