Leuchtendes Vorbild: Kobo Glo schlägt Kindle Paperwhite – aber nur im ComputerBild-Test

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Lichtgestalten: pünktlich zum weihnachtlichen Shopping-Endspurt nahmen Computer-Bild und c’t u.a. die Glimmerlicht-Reader von Amazon, Kobo und Thalia unter die Lupe. Preislich unterscheiden sich Kindle Paperwhite, Kobo Glo und Cybook Frontlight HD mit jeweils 129 Euro nicht – es zählen also die inneren Werte. Aus Sicht von Computer-Bild hat Kobos Glowlight-Version dabei „die dünne Nase vorn“ (Note 2,08).

epub-Universum bietet mehr Wahlfreiheit

Gelobt wurden die „gleichmäßige Ausleuchtung“, das robuste Gehäuse, lange Akkulaufzeit (ohne Glowlight sogar bis zu 168 Stunden) sowie der SD-Kartenslot. Letzterer fehlt nämlich beim Kindle Paperwhite (Note 2,24). Punkten konnte der Kobo Glo gegenüber Amazons Flaggschiff zudem beim Content – schließlich lassen sich dank epub-Standard E-Books von zahlreichen Anbietern nutzen. Kindle-Geräte bieten diese Wahlfreiheit ja leider nicht. Allerdings ist der Kindle-Store selbst prall gefüllt, während Computer-Bild den vorinstallierten Kobo-Store als eher „mager“ bezeichnet. Regelrecht abgewatscht wurde der von Thalia angebotene Cybook Odyssey HD Frontlight (Note 4,33) – das Testgerät wies verschiedene technische Mängel auf, vom Senden unverschlüsselter Passwortdaten (!) bis zu durchbrennenden LEDs. Im Gesamtranking landete es nur auf Platz acht, sogar noch abgehängt von Trekstors Low-Cost-Reader Pyrus, bei Weltbild unter den Namen „reader 4ink“ zu haben.

c’t lobt „natürliche Beleuchtung“ des Kindle Paperwhite

Etwas weniger kontrovers lesen sich die Testergebnisse der c’t-Redaktion – was natürlich auch daran liegt, dass das Magazin grundsätzlich keine Testsieger kürt, sondern in einem Test-Fazit Stärken und Schwächen der untersuchten Gadgets zusammenstellt. Die drei Lichtgestalten von Amazon, Kobo und Thalia liegen dabei gerade beim Vergleich der Glowlight-Funktion eng beieinander. „Auf dem Kobo Glo verteilt die Diffusionsbeschichtung das Licht der unten eingebauten LEDs am gleichmäßigsten“, lobt die c’t zum einen. „Am natürlichsten sieht die Beleuchtung auf dem Kindle Paperwhite aus“, stellen die Tester andererseits fest. Was unter anderem daran liegt, dass man die Helligkeit sehr stark herabregulieren kann, so dass bei Tageslicht tatsächlich ein papierähnlicher Effekt entsteht („als würde man die Buchseiten sanft bleichen“). Die Verteilung des LED-Lichts meistert Amazons Reader dagegen nicht ganz so gut wie der Kobo Glo, aber immer noch deutlich besser als Thalias Cybook Frontlight HD („Ausleuchtung ist miserabel“). Wirklich zum Tragen kommen die Nachteile aber nur beim Lesen unter der Bettdecke – bei normalem Umgebungslicht liest es sich mit allen drei Readern angenehm. Gar nicht so wichtig für den Komfort scheint im übrigen die höhere Pixeldichte bei den HD-Modellen zu sein: „bei normalem Abstand und längerem Lesen fällt der Unterschied kaum auf“, meinen die c’t-Tester.

PS: Wer die vollständigen Testberichte elektronisch lesen möchte: die aktuelle Computerbild gibt’s z.B. im Pageplace-Kiosk für 1,50 Euro, die c’t bekommt man über die iPad-App des Magazins für 2,99 Euro (eine Android-Version gibt’s leider noch nicht).

Abb.: Screenshots

Sechs gegen den Kindle: c’t testet E-Book-Lesegeräte mit E-Ink-Display

c't magazin testet e-reader kindle sony cybook.gifDas Computermagazin c’t hat für seine aktuelle Ausgabe sieben E-Reader getestet – darunter Amazons Kindle, Sonys PRS 505 sowie das Cybook Opus. Mit dabei sind ausschließlich Geräte mit E-Ink-Display. Ergebnis: die E-Reader schlagen „mit langen Laufzeiten und augenfreundlichen Displays Smartphones, Notebooks und PCs“. Problematisch fanden die Tester allerdings, das es in Deutschland noch nicht genügend elektronischen Lesestoff gibt.

„Das universelle Buch“: E-Reader sind keine Exoten mehr

Lange Zeit fielen E-Reader in Fachzeitschriften in die Kategorie der exotischen Produkte. Kein Wunder: erst seit letztem Jahr gibt es auf dem deutschen Markt eine nennenswerte Palette lieferbarer Modelle. Das Computermagazin c’t widmet nun den elektronischen Lesegeräten ein Themen-Special. Unter dem Titel „Das universelle Buch“ gibt es eine solide Einführung: vorgestellt werden E-Book-Formate & E-Book-Shops im Internet, Möglichkeiten elektronischer Lektüre auf Smartphones sowie ein Howto zum Erstellen von epubs. Im Mittelpunkt steht jedoch ein ausführlicher Gerätetest.

Kindle 2: technisch hervorragend, aber zu wenig deutscher Content

kindle ereader c't magazin test.jpgDen Anfang macht Amazons Kindle2: mit der Technik & Benutzerfreundlichkeit sind die Tester sehr zufrieden, bemängeln jedoch den fehlenden deutschen Content: „In Deutsch gibt es nur einige Klassiker sowie drei Periodika: Die FAZ, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche“. Lesen lassen sich allerdings keine E-Books im epub-Format. Selbst die Konvertierung von PDF, HTML oder Bildern für das Kindle geht nur per E-Mail an den Konvertierungsdienst von Amazon – pro Dokument muss man einen Dollar zahlen.

Cybook Opus: rasanter Seitenaufbau, aber nicht trudelsicher

cybook opus ereader bookeen c't magazin test.jpgMindestens genauso gut schneidet Bookeens 5-Zoll-Reader Opus ab: „Beim Blättern macht das Cybook eine gute Figur: Der Seitenaufbau liegt bei knapp über einer Sekunde, die erkannten Formate werden sauber dargestellt und die Texte lassen sich sehr gut anpassen.“ Problematisch schien allerdings der Lagesensor, der den Bildschirminhalt automatisch ausrichtet: „Häufiges Schwenken brachte den Reader ins schwitzen und führte zweimal zum Absturz.“

Hanvon N518: gut im Handlesen, schlecht in Deutsch

hanvon e-reader N 518.jpgEinen echten Exoten stellt c’t mit dem Hanvon N518 vor. Das wie der Opus mit 5-Zoll-Display ausgestatte Gerät wird in Deutschland von Hexaglot vertrieben und kann mit Stifteingabe und Handschriftenerkennung aufwarten. Letztere hat jedoch auch ihre Tücken: sie erwies sich zwar als reaktionsschnell und treffsicher auch für Deutsch – „doch das Umstellen auf Englisch stellte sich als Einbahnstraße heraus: Danach gelang es nicht mehr, die deutsche Erkennung zu reaktivieren“.
Moniert wurde übrigens auch die schlampige Übersetzung der deutschen Menüführung.

Irex Digital Reader 1000S:

Irex Digital Reader 1000S ereader test c't magazin.jpgMit dem Irex Digital Reader 1000S nahm c’t einen der ältesten und zugleich größten Reader auf dem deutschen Markt mit in den Test auf. Das 10,2 Zoll große Lesegerät brillierte naturgemäß besonders bei der Anzeige großformatiger PDFs. Außerdem lassen sich mehrere Dokumente gleichzeitig öffnen – ein Feature, das bisher kein anderer E-Reader bietet. Größter Nachteil: Das Gerät ist mit 700 Euro aber auch dreimal so teuer wie ein durchschnittlicher 5- oder 6-Zoller.

Iriver Story: ein Spezialist für PDFs und E-Comics

iriver story e-reader c't magazin test.jpgMit dem Iriver Story testet c’t einen optischen Kindle-Klon: das Lesegerät bringt ähnlich wie Amazons Reader sogar eine Tastatur mit. Die Tester waren beeindruckt von den besonderen Display-Fähigkeiten: so kann der iRiver etwa „PDFs unter Aufgabe des Ursprungslayouts neu umbrechen und dann Text un Bilder an die Bildschirmbreite anpassen“. Auch .doc, .xls- und .ppt-Dokumente kann das Gerät besser darstellen als die anderen Testobjekte. Interessantes Detail: der Story eignet sich offenbar auch gut als Comic-Viewer – Bilder in zip-Containern lassen sich in alphabetischer Reihenfolge abspielen – viele E-Comics werden in dieser Form abgespeichert.

Sony PRS-505 / Sony Reader Touch Edition

sony prs505 ereader test c't magazin.jpgGut und günstig: so könnte man das Testergebnis für Sonys Klassiker PRS-505 zusammenfassen – denn der 6-Zoller ist schon für unter 200 Euro zu haben. Nicht so gut schnitt allerdings sein Nachfolger ab. sony ereader touch edition c't magazin test.jpgDas Touchscreen der Touch Edition ist zwar bisher einzigartig auf dem E-Reader-Markt, die Darstellung von Bildern und Texten leidet darunter aber stark: „Der Kontraast ist deutlich schwächer als bei Geräten ohne Touch, das Display spiegelt und ist blickwinkelabhängig.“