Befreit die (Print-)Bücher: Bookrebels-App will Büchertausch vor Ort erleichtern

bookrebels-befreien-buecherProaktives Social Reading, das würde ja bedeuten, sich nicht nur über Bücher auszutauschen, sondern auch … Bücher unter Gleichgesinnten vor Ort zu tauschen oder zu teilen bzw. zu verleihen? Genau in diese Richtung denkt auch David Ulrich — der Bremer Buchliebhaber möchte zu diesem Zweck „Bookrebels“ an den Start bringen, eine Plattform/App mit „Matching-Funktion“, deren virtuelle Regale die Leser dahinter zusammenbringen und zum aktiven Austausch motivieren soll.

Zu Gast im Regal, oder: Das AirBNB für Bücher

Bookrebels sei zugleich das „AirBNB, Tinder und Instagram für Bücher“, verspricht Ulrich vollmundig auf der Startnext-Projektwebsite — und meint damit: die künftigen Buchrebellen bringen ihre Bücher woanders unter oder haben welche zu Gast, finden Bücherfreunde und teilen Bilder von Büchern oder Rezensions-Videos. Vorher gilt es aber, gemeinsam die Spendierhosen anzuziehen: Über die Crowndfunding-Plattform Startnex soll bis zum 20. Juni das notwendige Startkapital zusammenkommen, mindestens 35.000 Euro.

Freisetzen von Lektüre wird bereits praktiziert

„We free Books“ lautet das Kampagnenmotto. Schaut man sich an, wieviele Bücher im Stadtraum schon jetzt „freigesetzt“ werden, auf Fensterbänken, Treppenabsätzen oder in eigens umgebauten Telefonzellen oder Freiluftregalen, scheint das Bedürnis nach mehr Sharing Economy unter den Schmökerfreunden wirklich sehr groß zu sein. Mit besserer Vernetzung via App könnte da vor Ort vielleicht noch mehr passieren…

Funding ist Pop: Leser-Crowd hilft Ventil-Verlag aus der Finanz-Klemme

Wenn ein kleiner, aber feiner crowd-rettet-ventil-verlagVerlag mit dem Schwerpunkt Pop- und Subkultur Geld braucht, liegt es ja fast schon nahe: zapf die Crowd an! Schließlich ist Crowdfunding nicht nur Pop, es kommt auch aus dem Sektor Populärkultur — gut vernetzte Fan-Communities waren schon immer eine besonders zuverlässige Basis für Massenspenden. Im Fall des Ventil Verlag ging diese Rechnung auf, eine engagierte Leserschaft half den Mainzer Buchmachern aus der buchhalterischen Bredouille. Insgesamt 292 UnterstützerInnen sammelten in wenigen Wochen mehr als 15.000 Euro.

Kollektivbetrieb gerettet, Herbstprogramm dito

Der vor zwanzig Jahren gegründete Kollektivbetrieb, in dem alle Mitarbeiter auch Eigentümer sind, kann jetzt wie geplant sein Herbstprogramm herausbringen, unter anderem „Glam – Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert“, den Punkrock-Erzählband „Many Injured, More Dead“, sowie „Schwarz Rot Pop – Popmusik im Echoraum des Rechtspopulismus“. Und auch das eine oder andere vegane Kochbuch.

Krautpublishing kompensiert geklaute Tantiemen

Hintergrund des finanziellen Engpasses war ironischerweise ebenfalls eine Art Kollektivierung, bzw. Re-Kollektivierung: der Ventil-Verlag muss wie viele andere Verlage auch nach dem juristischen Streit zwischen Autoren und der VG Wort in Kürze einen ganzen Batzen unrechtmäßig einbehaltener Tantiemen an die elenden Skribenten erstatten, die Rede ist von knapp 20.000 Euro.

(via boersenblatt.net)

Spesen für’s Weiterlesen: Firefox-Crowd sammelte 25.000 Euro für EPUBReader-Update

epubreader-addon-firefox-via-crowdfunding-erfolgreich-finanziertWie wollen wir online E-Books lesen? Die Firefox-Crowd hat diese Frage in den letzten Wochen bravourös beantwortet: im Browser mit EPUBReader, bitte! Damit das auch in Zukunft klappt, haben knapp 975 SpenderInnen aus aller Welt via Kickstarter mehr als 25.000 Euro gesammelt – das dringend notwendige Update des beliebten Firefox-Add-Ons ist damit finanziert. Herzlichen Glückwunsch! Und zwar uns allen… EPUBReader-Entwickler Michael Volz kann sich der Code-Auffrischung jetzt in Vollzeit widmen, das Ergebnis seiner Arbeit kommt der gesamten Web-Community zu Gute.

Add-On wird „fast komplett neu programmiert“

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt dem EPUB-Reader-Entwickler zufolge die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Kleinspenden von 0,25 % der Nutzer haben ausgereicht

Dem geplanten Update-Release im Herbst 2017 steht nun nichts mehr im Wege – schon fünf Tage vor dem Ende der Kampagne steht das Kickstartometer bei 26.370 Euro. Knapp die Hälfte der 975 Unterstützer gaben Kleinspenden bis zu 10 Euro, übrigen waren meist mit Beträgen zwischen 10 bis 25 Euro dabei. Die Zahl der täglichen EPUBReader-Nutzer liegt Michael Volz zufolge bei knapp 400.000 Personen — somit haben Kleinspenden von 0,25 Prozent der Anwender zur Finanzierung des Updates ausgereicht.

Endspurt mit Hilfe von „Kickbooster“

Interessante Fussnote: Um das Spendenziel zu erreichen, hat Michael Volz wie viele andere Kickstarter in der zweiten Hälfte der Funding-Phase auf „Kickbooster“-Links gesetzt – wer diese Affiliatelinks für eine Kampagne via Social Media verbreitet, erhält von jeder auf diesem Weg eingesammelte Spende 10 Prozent Provision.

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

Update für EPUBReader in Sicht: Krautfunding-Kampagne soll beliebtes Firefox Add-on retten

epubreader-app-ebooks-direkt-im-browser-lesenDas kostenlose Add-On EPUBReader macht Firefox zum E-Lesegerät: E-Books zum Beispiel bei Project Gutenberg oder Google Books lassen sich damit direkt im Browser öffnen. Mehr 400.000 Firefox-Nutzer lesen Tag für Tag auf diese Weise komfortabel via Desktop oder mobil, ohne eine externe App starten zu müssen. Doch damit das auch so bleibt, muss die Crowd in den nächsten Wochen ein bisschen investieren — siehe die aktuelle Kickstarter-Kampagne zur dringend notwendigen Weiterentwicklung von EPUBReader.

Firefox ändert sich, das Add-On muss folgen

Hintergrund: ein bald erwartetes Firefox-Update erzwingt laut EPUB-Reader-Entwickler Michael Volz die Überarbeitung des E-Lese-Add-Ons. Auf Kickstarter schreibt er: „Firefox hat sehr umfangreiche Änderungen der Add-on-Schnittstelle angekündigt. Das Ergebnis wird sein, daß EPUBReader in einigen Monaten nicht mehr funktionieren wird. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, EPUBReader fast komplett neu zu programmieren.“

Crowd hat bereit 15.000 Euro gesammelt

Der Aufwand für ein so komplexes Add-On ist Volz zufolge hoch — damit der freiberufliche Software-Entwickler Vollzeit an der Programmierung arbeiten kann, seien 25.000 Euro notwendig. Die gute Nachricht: Die werden wohl via Kickstarter auch definitv zusammen kommen, derzeit haben bereits 660 Unterstützer mehr als 15.000 Euro zusammengetragen, die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis Anfang März.

Neue Version öffnet E-Books mit mehr als 250MB

Mitmachen lohnt sich für alle: EPUBReader wird auf diese Weise nicht nur der internationalen Firefox-Nutzergemeinde erhalten bleiben, es kommen auch ein paar Verbesserungen hinzu: so wird man zukünftig auch E-Books mit mehr als 250 MB öffnen können. Das Öffnen selbst wird schneller vonstatten gehen, da nur noch der Arbeitsspeicher verwendet wird, kein Diskspace mehr.

Als kleines Dankeschön werden die Unterstützer ab einem Betrag von 10 Euro in der offiziellen Sponsoren-Liste genannt, wer größere Beträge spendiert, wird mit Backlinks oder Bannern auf epubread.com bedacht. Wenn alles so klappt wie geplant, soll das neue EPUBReader-Add-on im Herbst 2017 der Firefox-Community zur Verfügung stehen.

[UPDATE 22.02.: Die Kampagne hat die Spenden-Schwelle von 25.000 Euro erreicht. Herzlichen Glückwunsch!]

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner von epubread.com

Abschussrampe für Ideen: Amazon Launchpad unterstützt jetzt auch deutsche Startups

amazon-launchpad-abschussrampe-fuer-startupsOb smartes WLAN-Küchenradio, App-gesteuertes Battle-Racing-Spielzeug oder vegane Trinkschokolade mit Guarana-Zusatz — Immer mehr Produktinnovationen landen – bzw. starten – direkt bei Amazon. Mit dem „Launchpad“-Programm unterstützt der Online-Händler nämlich die Vermarktung erfolgversprechender Geschäftsideen, in den USA schon seit letztem Jahr, in Deutschland seit Ende letzten Monats. Die Start-Ups profitieren von „maßgeschneiderten Produktseiten und Marketing-Unterstützung … sowie direkten Zugang zu Amazons globalem Logistiknetzwerk“.

Rasanter Start für neue Produkte

„Schnell viele potenzielle Kunden zu erreichen ist für Start-ups entscheidend“, so verkündet Francois Saugier, Director Amazon Seller Services in Europa. Die Launchpad verschaffe jungen Unternehmen einen einfachen und erfolgreichen Start, indem sie ihre Produkte Millionen Kunden auf internationaler Ebene vorstellen könnten. Nun eben auch hierzulande: Unter amazonlaunchpad.de wagen sich auch zahlreiche deutsche Newcomer auf die Abschussrampe, etwa mit einer Sonnenglas-Solarlaterne, kabellosen Kopfhörern oder einer Gingko-Brahmi-Rosenwurz-Mischung, die Konzentration und Gedächtnisleistung steigern soll.

Viele Crowdfunding-Projekte dabei

Wer sich auch ohne Brain-Doping noch gut erinnern kann, wird im Launchpad-Store auf manch prominentes Kickstarter-Projekt stoßen, über das u.a. hier auf E-Book-News schon zu lesen war: so ist etwa die aktuelle Version der Pebble Smartwatch mit dabei oder der edle Eingabestift „Pencil“ von Fifty Three. Auch mit Kapital von der Crowd ging der VertiPen an den Start, ein als Armband tragbare Kombination aus Kugelschreiber und Eingabestift.

Alexa-Accessoires für das Smarthome

An einem ebenfalls wie Launchpad angeschobenem Produkt wie dem WLAN-Küchenradio Triby sieht man zudem, wie pfiffig Amazons verschiedene Geschäftsfelder ineinander übergreifen können: denn Triby ist das erste Gerät eines Drittherstellers, das mit Amazons digitaler Assistentin „Alexa“ ausgestattet wird. Auch so manche Smartwatch mit Echo-Anbindung — wie aktuell die auf Indiegogo angetretene CoWatch — und weitere Gadgets für das Smarthome dürfte man zukünftig auf dem Launchpad finden.

Nicht alles ist elektronisch

Wobei Angebote wie etwa die „FlashSticks“ genannten Sprachlernkarten, die vegane Trinkschokolade „koawach“ oder auch transparente, wasserspeichernde Blumentöpfe namens „Boskke Cube“ zeigen: es ist auch einiges innovativ-anologes dabei, was völlig ohne App-Anbindung und integrierte Leiterplatte auskommt. Hauptsache bleibt eben, dass die Produkte einen Hauch von Start-Up-Kultur atmen. Die ja nun — siehe etwa die Vox-Serie „Höhle des Löwen“ — definitiv im Mainstream angekommen ist.

(via Amazon Watchblog)

Bücher machen mit der Kraft der Crowd: Krautpublishing – ein Handbuch für Verleger & Self-Publisher

krautpublishing-crowdfunding-handbuch-fuer-die-buchbrancheSelf- bzw. Indie-Publishing plus Crowdfunding gleich Krautpublishing. Das war grundsätzlich schon beim Erscheinen der ersten Auflage von „Krautfunding“ vor fast fünf Jahren (!) klar. Nicht umsonst lautete die dritte These, die ich dem Buch vorangestellt hatte, ja auch: „Crowdfunding verstärkt den Trend in Richtung Direkt-Publishing“.
Klar schien auch: Klassische Vermittlungsinstanzen wie Verlage und Buchhandel waren nicht mehr unbedingt notwendig. Bis zum Erscheinen des aktuellen Handbuchs „Krautpublishing“ hat es dann aber doch noch ein Weilchen gedauert. Denn so richtig nahm die Sache hierzulande erst Fahrt auf, als zwei neue Vermittlungsinstanzen bereit standen: einfach zu nutzende Self-Publishing-Plattformen, siehe KDP/Createspace, epubli & Co., wie auch deutsche Crowdfunding-Plattformen mit großer Unterstützer-Community, siehe Startnext, Visionbakery etc.

Krautpublishing via Kickstarter & Startnext

Inzwischen wird die Self-Publishing-Revolution tatsächlich auch stark durch die Kraft der Crowd angetrieben: auf der US-Plattform Kickstarter nähert sich die Zahl der crowdgefundeten Publishing-Projekte sogar schon der 100-Millionen-Dollar-Marke, in Deutschland haben die Book People alleine via Startnext immerhin schon mehr als 500.000 Euro zusammengetragen. Wobei immer öfter auch (Indie-)Verlage dabei sind… (mehr …)

„Made with Creative Commons“: E-Book-Projekt versammelt nicht-exklusive Geschäftsmodelle

made-with-creative-commonsIm kalifornischen Mountain View sitzen IT-Unternehmen, deren Börsenwert längst durch die Decke gegangen ist. Doch nicht alle im Silicon Valley sind an maximalen Quartalsgewinnen interessiert. Bestes Beispiel für solche Non-Profits ist Creative Commons. Die gemeinnützige Organisation steht hinter der gleichnamigen nicht-exklusiven Lizenz, die als „Anti-Copyright“ Künstlern und Kreativen, aber auch Unternehmen erlaubt, Inhalte kostenlos zu nutzen, weiterzuverbreiten oder auch zu verändern.

Kann man denn davon leben?

Die digitale Allmende boomt. Weltweit soll die Zahl der cc-lizensierten Werke in diesem Jahr die Milliarden-Marke überschreiten. Doch bleibt bei allem Erfolg die Frage nach der finanzielle Nachhaltigkeit für die Urheber oft im Raum stehen: Wie können die Schöpfer solcher Werke Geld damit verdienen, indem sie ihre Werke der Allgemeinheit zur Verfügung stellen? Oder noch kürzer: Kann man denn davon leben, auch wenn man nicht Cory Doctorow heißt?

24 Open Business-Geschäftsmodelle

Die CC’ler aus Mountain View sind entschieden der Meinung: Ja! Um den Beweis zu führen, wollen Paul Stacey, Sarah Pearson und weiter KollegInnen nun unter dem Titel „Made with Creative Commons“ ein E-Book veröffentlichen, das in 24 ausführlichen Fallbeispielen das gesamte Spektrum möglicher „Open Business“-Modelle auf Grundlage von Creative Commons ausleuchtet. Natürlich wird das Best-Practice-Buch auch selbst cc-lizensiert, und in einem transparenten Publikationsprozess von Punkt zu Punkt online nachvollziehbar produziert. Eine besondere Rolle soll dabei die Social-Journalism-Plattform Medium.com spielen.

Krautpublishing trifft Creative Commons

Nicht zuletzt darf die Web-Community aber auch bei der Finanzierung von „Made with Creative Commons“ in die Bresche springen – via Crowdfunding auf Kickstarter. Also wieder mal eins von diesen Büchern, die ihre Hauptthese auch ganz praktisch beweisen möchten (vgl. Free, Meconomy, Eine neue Version ist verfügbar, etc.) Wer das Projekt auf Kickstarter unterstützt, erhält übrigens auch Stimmrecht bei der Auswahl der Fallbeispiele. CC-basierte Business Modelle nominieren kann aber jeder…

Abb.: Colores Mari/Flickr (cc-by-2.0)

Deutsche Kickstarter-Projekte ab morgen aktiv – neuer Kick für’s Krautpublishing?

kickstarter-jetzt-auch-in-deutschlandAb morgen geht’s los: Kickstarter, die Mutter aller Crowdfunding-Plattformen öffnet sich am 12. Mai 2015 für Projekte made in Germany, und vor allem made FOR Germany. Unter der Adresse kickstarter.com/germany kann man sich bereits einen ersten Eindruck machen, zahlreiche Projekte vor allem aus dem Kulturbereich sind hinter den Kulissen offenbar bereits in Vorbereitung, zu den angekündigten Technik-Gadgets gehört die Storytelling-Maschine „Storyhome“. Natürlich wird im neuen Kickstarter-Bereich nun auch Deutsch gesprochen, selbst die Zahlungsmodalitäten wurden an hiesige Befindlichkeiten angepasst: neben Kreditkarten können zumindest Beträge bis 250 Euro per Lastschrift eingezogen werden.

Kickstarter knackt Milliarden-Dollar-Grenze

Auf dem deutschen Crowdfunding-Markt haben bisher andere Plattformen die Nase vorn: allen voran die waschechten Krautfunding-Adressen Startnext und Visionbakery, die international aktive Plattform Indiegogo betreibt schon seit längerem ebenfalls einen deutschen Ableger. Doch nicht zu unrecht gilt Kickstarter eben als Mutter aller Crowdfunding-Plattformen überhaupt. Das 2009 von Charles Adler, Perry Chen und Yancey Strickler gegründete Unternehmen entwickelte sich im englischsprachigen Raum rasch zur ersten Anlaufstelle nicht nur für das Einsammeln von Massenspenden, sondern vor allem auch für die Pre-Order-Vermarktung von Gadgets und Content. Mittlerweile erzielten erfolgreich abgeschlossenen Kampagnen fast 1,5 Milliarden Dollar (zum Vergleich: Startnext 20 Mio. Euro).

Comics auf Kickstarter besonders erfolgreich

Zu den eindrucksvollsten Kickstarter-Projekten aller Zeiten gehören die Smartwatch Pebble (20 Mio. Dollar), Neil Youngs Hi-End-Walkman Pono (6 Mio. Dollar) sowie der 3D-Zeichenstift Doodler (2 Mio. Dollar). Aber auch weit unterhalb der Millionen-Dollar-Schwelle ist eine Menge los, gerade im Bereich Content: so wurden via Kickstarter im Rahmen von mehr als 20.000 Publishing-Projekten schon fast 100 Millionen Dollar gesammelt, einen besonders hohen Anteil (40 Mio. Dollar) hatten dabei Comics.

Pre-Order-Kampagne als Chance für Verlage

Immer öfter realisieren nicht nur Self-Publisher einzelne Veröffentlichungen mit Hilfe der Crowd, gerade in den USA gehen Startup-Verlage dazu über, Teile ihres Programms vorab mit Crowdfunding zu finanzieren. Dieses Beispiel macht mittlerweile auch in Deutschland Schule: Mikrotext-Verlegerin Nikola Richter vermarktete kürzlich ihr 2015er-Programm via Startnext als eine Art „Flatrate-Abo“. Wächst Kickstarter nun in Deutschland so rasant wie in den USA, könnte das Krautpublishing erst so richtig ins Kraut schießen…

E-Ink an die Wand: Vikaura, ein Bluetooth-Bilderrahmen

Das Internet der Dinge hat uns skurrile Gegenstände mit unterschiedlichstem Nutzwert beschert, vom ohrwackelnden WLAN-Hasen (vgl. Nabztag) über Tweet-Minidrucker (vgl. mPrint) bis hin zum vernetzten Widget-Wecker (vgl. Chumby). Doch wie wär’s mal mit einem interaktiven Bilderrahmen aus E-Ink!? Auf Kickstarter entscheidet derzeit die Crowd mit, ob so ein Produkt demnächst an den Start geht. „Vikaura“ heißt das Projekt, benannt nach dem altindischen Wort für „Veränderung“: „we hope your Vikaura screens helps you transform the way you view, share and communicate the things that are important to you“, so das Entwickler-Team aus Pittsburgh/Pennsylvania.

Das Vikaura-Prinzip ist App-zentriert: Per Smartphone oder Tablet schickt man Bilder, Texte oder Emojis via Bluetooth in Richtung Bilderrahmen, dort werden sie dann dargestellt, wahlweise im vier, sechs oder zehn Zoll-Format. Auch Feeds, etwa mit Nachrichten oder Wetterdaten, lassen sich automatisch auf das Vikaura leiten. Außerdem können mehrere Personen Inhalte an verschiedene Bilderrahmen innerhalb eines persönlichen Netzwerkes schicken, um etwa ein Bild mit der Familie oder Freunden zu teilen.

Der Bildschirm selbst ist allerdings ziemlich „dumm“, er stellt ganz einfach Bilder dar, die man ihm zuschickt, insofern vergleichbar mit passiven Second Screens für das Smartphone auf E-Ink-Basis wie popSlate oder Inkcase. Am „Vikaura“ selbst lässt sich nicht einmal zwischen den Inhalten hin und her blättern. Dafür soll die eingebaute Batterie dank neuartiger „Low Power Technology“ mehrere Jahre lang durchhalten, so daß man das Gerät tatsächlich wie ein Bild an die Wand hängen kann (aber vorsicht mit dem Nagel).

Auf dieses Feature sind die Entwickler auch ganz besonders stolz: „Vikaura Screen is a first of a family of devices that will incorporate this technology. We expect this technology to change that way we use, interact, and maintain our electronic devices. Imagine a world without battery recharging!“, heißt es auf der Produkt-Website. Preislich rangiert Vikaura je nach Display-Format zwischen 100 und 200 Dollar, kostet also ungefähr so viel oder sogar etwas mehr als ein E-Reader.

Bevor man sich entscheidet, so viel Geld auszugeben, sollte man aber vielleicht noch einen Blick auf Nabaztag werfen, zuletzt unter dem Namen „Karotz“ vermarktet: Mitte Februar 2015 wird der plappernde Webhase das Ohrwackeln einstellen und überhaupt endgültig verstummen, denn der der derzeitige Betreiber Mindscape stellt den Hintergrund-Service ein: „Your rabbit will remain by your side, but with no activities.“

(via The Digital Reader)

Mikrotext goes Krautpublishing: 2015er Programm jetzt via Abo vorbestellbar

Mikrotext trifft Startnext – Freunde neuer digitaler Literatur können auf der Crowdfunding-Plattform ab sofort das komplette Programm des Berliner E-Book-Labels für 2015 im Paket vorbestellen. Klingt ein bisschen nach Flatrate-Klimbim, ist aber deutlich exklusiver: Wer mindestens 15 Euro in den Topf wirft, erhält ein Jahr lang die aktuellen E-Books zum Erscheinungstermin direkt per E-Mail (pro Quartal erscheinen in der Regel ein bis zwei Titel). Man kann sich aber auch für das „Abo plus“ entscheiden, und dafür ausgesuchte Dankeschöns ergattern, von Chloe Zeegens unveröffentlichtem Manuskript „Conservative Alternative“ über Sarah Khans Frühwerk bis hin zum Wüstenralley-Daumenkino von Sebastian Christ.

10.000 Euro soll die Crowd zusammentragen

„Das mikrotext-Abo richtet sich an alle neugierigen, vorwärtsdenkenden Leserinnen und Leser, die daran glauben, dass Literatur und das Digitale ausgezeichnet zusammenpassen. Und dass das E-Book kein Hardcover-Doppelgänger sein muss“, schreibt Verlagsgründerin Nikola Richter auf der Kampagnen-Seite. Die Mindestschwelle für die Kampagne liegt bei recht realistischen 10.000 Euro: „Wir brauchen nur 400 Leute, die 25 Euro zahlen, dann sind wir am Ziel“, so Richter gegenüber E-Book-News. Tatsächlich haben in der Vergangenheit bereits Pre-Order-Kampagnen für einzelne Titel von Self-Publishern oder Indie-Verlagen auf Startnext deutlich mehr erreicht – etwa das „Drachenväter“-Buch von Tom Hillenbrand und Konrad Litschko oder der Facebook-Roman „Zwirbler“.

Abohonorare gehen direkt an AutorInnen

Auch bei Mikrotext profitieren an erster Stelle die Autoren selbst: „Alle Abohonorare werden an die Autoren des vierteljährlichen Hauptprogramms ausgeschüttet, so als wären sie klassische Verkaufshonorare“, so Nikola Richter. Der über die Dankeschöns hinaus erzielte Erlös wird in die allgemeine Verlagsarbeit gesteckt. Für diese Art des Verlags-Krautpublishings gibt es in Deutschland bereits Vorbilder: so kooperiert der Kladdebuch-Verlag seit 2014 mit der Crowdfunding-Plattform Visionbakery, hier wurden knapp 40.000 Euro gesammelt und ein halbes Dutzend Projekte realisiert. Gleich eine eigene Krautpublishing-Plattform betreibt mit „100fans.de“ die Münchner Verlagsgruppe.

„Abonnement spart Geld und Zeit“

Besonders spannend beim Ansatz von Mikrotext: viele E-Books des 2013 gegründeten Digital-Only-Verlags reflektieren ohnehin das Potential von Internet und neuen Medien ästhetisch und inhaltlich mit. In Zukunft wird dank Crowdfunding nun auch wirtschaftlich und marketing-technisch das Netz eine noch zentralere Rolle für die Mikrotexte spielen. Die Crowd dürfte dabei nicht nur rein mäzenatische Interessen antreiben. Nikola Richter betont schließlich: „Mit dem Abonnement spart man einige Euro gegenüber dem klassischen Kauf per Webshop und man spart Zeit: Anmeldung und Download per Webshop fallen weg, denn alle Titel landen codefrisch (druckfrisch können wir ja nicht sagen) im Mailpostfach“.

Abb.: Screenshot Mikrotext-Kampagne auf Startnext