Neue E-Reader-Pleite: Britischer Hersteller Interead drückt den Abschaltknopf

interead pleite hersteller e-reader cool-er.gifMit Interead verliert die E-Reader-Branche kurz nach der iRex-Pleite einen weiteren Hersteller. Erst 2009 hatte das britische Unternehmen mit der bunten Cool-ER-Serie für Aufsehen gesorgt. Angeblich soll das Unternehmen sogar schon profitabel gewesen sein. Doch als jetzt ein Großkunde aus den USA eine Bestellung stornierte, drehten die Banken den Geldhahn zu. Die parallel zum Cool-ER gestartete Content-Plattform Coolerbooks bleibt bis auf weiteres online.

Die E-Reader-Branche zwischen „iPod“-Moment und „iPad“-Moment

Vom „iPod“-Moment der E-Reader-Branche sprach Interead-Gründer Neil Jones im Sommer 2009 bei der Markteinführung des Cool-ER. Tatsächlich orientierte sich die quietschbunte Optik der 6-Zoll-Geräte mit E-Ink-Display deutlich an Apples schicken MP3-Playern. Von der technischen Ausstattung her war der Cool-ER recht schlicht geraten, doch Einfachheit wurde hier zum Prinzip erhoben: man wollte sich mit dem Cool-ER bewusst nicht an Techies, sondern an das ganz normale Publikum richten, betonte Jones damals. Noch wichtiger war aber wohl das Low-Price-Konzept. Mit 225 Euro lag Interead damals deutlich unter dem Amazon Kindle. Mittlerweile hat die E-Reader-Branche allerdings ihren iPad-Moment erlebt. Die Preise für klassische Lesegeräte sind ins Rutschen gekommen, die Kreditwürdigkeit ebenso. Diese Erfahrung musste im letzten Monat bereits der niederländische Hersteller iRex machen. Als der Marktstart einer neuen E-Reader-Reihe vom Hype um Apples neues Tablet überlagert wurde, drehten wichtige Gläubiger wie etwa die Deutsche Bank vorsorglich den Geldhahn zu.

Beim Preis-Leistungsverhältnis ist der Cool-ER mittlerweile eher uncool

Ähnlich wie iRex stand auch Interead noch vor wenigen Monaten gar nicht so schlecht da. In Großbritannien hatte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 20 Prozent gesichert, seit letztem Sommer wurden insgesamt knapp 37.000 Lesegeräte verkauft. Zum eigentlichen Auslöser der Krise wurde ein geplatzter Deal mit einer großen us-amerikanischen Einzelhandels-Kette, bei dem es laut einem Bericht des Guardian um eine Charge von 17.000 Cool-ERs ging. Erst im Februar war Interead mit dem D&H Distributing übereingekommen, den Cool-ER in das Programm des auf Computer und Unterhaltungselektronik spezialisierten US-Großhändlers aufzunehmen. Letztlich dürfte wohl nicht nur der „iPad“-Moment für den Absturz von Interead verantwortlich sein, sondern auch das veränderte Preis-Leistungsverhältnis. Einfache E-Ink-Reader ohne Extras wie WLAN, Bluetooth oder UMTS werden wohl bald die 100 Euro-Grenze knacken. Für den Cool-ER auch weiterhin mehr als das doppelte zu verlangen (momentan 225 Euro), ist ganz einfach ziemlich uncool.

Coolerbooks meets Google Books: Erste Kooperation mit eBook-Store außerhalb der USA

Coolerbooks kooperiert mit Google Books - bietet nun eine Mio. E-Books an.gifCoolerbooks.com übernimmt als erster E-Book-Store außerhalb der USA den Public Domain-Bestand von Google Books in das eigene Angebot. Damit werden in Europa etwa eine halbe Million freier E-Books über Coolerbooks.com verfügbar sein. Nach eigenen Ankündigungen bietet Coolerbooks nun insgesamt mehr als 1 Mio. kommerzieller wie kostenloser E-Books an und erklärte sich einstweilen zum größten E-Book-Store weltweit.

Das Angebot von Coolerbooks ist für alle gängigen E-Reader und Formate offen

Der E-Book-Store ist für alle gängigen E-Reader offen, Betreiber Interread zielt aber vor allem auf Benutzer des Anfang 2009 gelaunchten Cool-E-Readers. Das Lesegerät mit 6-Zoll-Display ist Mac- und PC kompatibel und unterstützt alle gängigen E-Book-Formate inklusive epub. Technisch unterscheidet sich der Cool-E-Reader mit E-Ink-Display, USB-Port und SD-Kartenslot nicht von anderen Readern seiner Preisklasse (aktuell 225 Euro). Mit einem bunten, iPod-ähnlichem Gehäuse in acht verschiedenen Farben versucht Interread allerdings eine neue Nutzergruppe zu erobern: ‘Unser Ziel war von Anfang an, E-Books für normale Buchliebhaber interessant zu machen, nicht nur für Technik-Freaks“, so Neil Jones, Gründer des Unternehmens. Doch egal zu welcher Gruppe man gehört: Zur Zeit sind die Lesegeräte leider nicht lieferbar, im Online-Shop von coolreaders.eu werden lediglich Vorbestellungen aufgenommen.

iPod-Moment für E-Books? Cool-E-Reader geht an den Start

Er ist bunt, er sieht aus wie ein etwas zu groß geratener iPod, und er ist unschlagbar günstig: der Cool-E-Reader von Interead kann jetzt auch in Deutschland online gekauft werden. Vorausgesetzt, man hat eine Kreditkarte. Das Gerät bietet für 225 Euro (plus 15 Euro Versandkosten) ein 6 Zoll E-Ink Display mit 8 Graustufen, 1 Gigabyte Speicher und einem Akku der für 8000 mal umblättern reichen soll. Standardformate wie epub– sowie PDF werden unterstützt. Das Display des nur 178 Gramm schweren Gadgets ist schwarz-weiß, das Chassis kommt dafür in acht Apple-mäßigen Farben daher. Interead-Gründer Neil Jones sprach bei der Markteinführung vom „iPod-Moment“ der E-Reader-Branche, denn das Gerät sei das erste, dass sich nicht nur an Techies, sondern an das ganz normale Publikum richten würde. Doch wie cool ist der Cool-ER wirklich? (mehr …)

Das Cybook ist cool, aber der Cool-E-Reader ist cooler…

cooler-readerAlle reden vom Amazon Kindle oder Sonys E-Reader PRS 505. Doch den Kindle kann man in Europa nicht kaufen, und Sonys Gerät ist mit 300 Euro ziemlich teuer. Der lachende Dritte war bisher ein E-Reader namens CyBook. Der französische Hersteller Bookeen brachte das Gadget Ende 2007 an den Start. Das CyBook hat hat wie Sonys Reader ein 6-Zoll-Display mit einer Auflösung von 160 dpi, ist aber beim deutschen Reseller Justread.de bereits ab 259 Euro erhältlich. In dieser Version lassen sich jedoch kommerzielle E-Books nur im Mobipocket-Format lesen. Kauft man das CyBook für 269 Euro über Weltbild.de, kann die Firmware zwar kopiergeschützte PDFs und epubs problemlos lesen, dafür aber keine Mobipocket-Dateien. Wer ohnehin kein Mobipocket braucht, hat aber demnächst noch eine ganz andere Möglichkeit: denn der Cool-ER von der US-Firma Interead bietet bereits ab 225 Euro einen CyBook-ähnlichen Standard. (mehr …)