Mehr Auflage machen: Crossmediales Content Marketing für Self-Publisher & Indie-Verlage

contentmarketing-fuer-autoren-und-verlagMöglichst viele „Eyeballs“ erreichen, das möchten auch Indie-Autoren bzw. Verlage, die für ihre Titel die Trommel rühren — und investieren etwa in Werbebanner auf Webseiten oder Gratisaktionen in großen E-Stores. Was viele aber nicht wissen: die größte Reichweite erreicht man mit begrenztem Budget immer noch offline bzw. mit Crossmedia-Kampagnen, die auf klassisches Content Marketing in regionalen Medien setzen.

88 Mio. Auflage, oder: Print is not dead

Denn auch wenn alle von „Zeitungskrise“ reden — die Auflage von Wochen- und Anzeigenblättern ist im Gegensatz zu Tageszeitungen in den letzten 15 jahren fast konstant geblieben, sie liegt derzeit bei 88 Millionen pro Woche, zwei von drei Deutschen lesen sie, und zwar auch den redaktionellen Inhalt, der neben Regionalnews viele überregionale Servicethemen beinhalten kann – inklusive Technik, Lifestyle und Kultur. Wer es also schafft, dort zu landen, wird von vielen potentiellen Kunden wahrgenommen.

„Männer, Mondschein und Amore“

Wie man das schafft, zeigt das Beispiel der Dotbooks-Autorin Tina Grube: um die E-Book-Version ihres Herzschmerz-Romans „Männer, Mondschein und Amore“ zu promoten, wurde Ende 2015 die Würzburger Content-Marketing-Agentur djd beauftragt, in Deutschland der Marktführer für solche Services. Über das djd-Themenportal pressetreff.de — direkte Anlaufstelle für viele Redaktionen auf der Suche nach kostenlosem Content — fand dann ein professionell erstellter Pressetext mitsamt Fotos bundesweite Verbreitung in diversen Print- und Onlinemedien.

Auch Superbuch nutzt Content Marketing

Diese Männer, Mondschein, Amore-Kampagne ist mittlerweile beendet, doch aktuelle Beispiele auf pressetreff.de zeigen, wie Content-Marketing von Buchbranche genutzt wird: so findet man dort etwa zwei Artikel zum Thema „Bücher interaktiv erleben“ mit Material der Initiative superbuch.de sowie einen Bericht über Online-Buchflohmärkte mit Material von Buchmaxe/Buchmarie.

Übrigens: Zum Thema „Anzeigenblätter: die unterschätzte Medienpower“ veranstaltet djd am 22.09. ab 10 Uhr ein 45minütiges Webinar.

Gestatten, CSO: Vom Schriftsteller zum „Chief Storytelling Officer“

chief-storytelling-officerGestatten, CSO, Chief Storytelling Officer! Oberster Geschichten-Erzähler… Was für ein toller Titel – und das beste: es gibt solche Planstellen für Schriftsteller wirklich, zumindest in der englischsprachigen Welt. Der pakistanische Bestseller-Autor Mohsin Hamid etwa („So wirst du stinkreich im boomenden Asien“, „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ etc.) ist seit kurzem CSO des Londoner Kreativ-Beratungsunternehmens Wolff Olins.

Vom literarischen Büro zum Corporate Storytelling

Man könnte natürlich behaupten, das Erzählen von Geschichten zum Geschäftsmodell zu machen wäre gar nichts so furchtbar neues. Immerhin wurden selbst die PR-Abteilungen großer deutscher Unternehmen in den 1920er Jahren noch als „Literarische Büros“ bezeichnet.

Und erzählt wird auch heute eine ganze Menge, besonders performativ natürlich online, wo eine Horde von Corporate Bloggern, Social Media Gurus und Community Managern im direkten Dialog mit den Kunden an der großen Unternehmens-Erzählung webt. Manchmal werden sogar zukünftige High-Tech-Produkte zunächst narrativ entworfen, siehe den Bereich „Science Fiction Prototyping“.

„Creating a story, reshaping a strategy“

Der literarisch begabte „CSO“ jedoch ist immer noch eine eher seltene Spezies, auf Plattformen wie LinkedIn findet man vielleicht ein, zwei Dutzend Personen, die eine solche Tätigkeit in ihrem Portfolio bzw. ihrer Vita verzeichnen.

Im Fall von Mohsin Hamid geht es darum, im Auftrag des Kreativbüros Chefs von großen Unternehmen (jaja, genau, CEOs) zu helfen, ihre eigene „Story“ rüberzubringen, gegenüber den Mitarbeitern ebenso wie gegenüber den Kunden. Was nicht nur bei Start-Ups Sinn macht, sondern auch bei Projekten, die in einem schwierigen Markt an Wachstumsgrenzen stoßen und ihren Kurs neu ausrichten möchten. „Creating a story is about reshaping a strategy“, sagt Hamid.

Business-Modell auch für Journalisten

Die komplette Story über den CSO Mohsin Hamid – der nebenbei schon wieder an seinem neuesten Roman werkelt – findet man nicht zufällig auf FastCompany. Dort wird über Corporate Storytelling schon seit längerem diskutiert, zumeist allerdings als Business-Modell für Journalisten. Das nüchterne Synonym für das unternehmerische Geschichtenerzählen lautet dabei dann meist: Content Marketing.

(Via FastCompany)

Abb.: Garry Knight/Flickr (cc-by-2.0)