„Kindle for the Web“: Nach Google setzt auch Amazon auf cloud-basierte E-Books

kindle-for-the-web-01 Einen Tag nach der Premiere von Googles eBookstore schlägt Amazon zurück: mit „Kindle for the Web“ stellte der Online-Buchhändler heute ebenfalls ein cloud-basiertes E-Book-Programm der Öffentlichkeit vor. Das eilig aus dem Hut gezauberte Angebot basiert auf „Kindle for the Web“-Beta, mit dem US-Kunden schon bisher zahlreiche Kindle-E-Books im Browser probelesen konnten. Brancheninsider erwarten allerdings, das der neue Service nicht vor 2011 an den Start geht. Ausprobieren kann man Kindle-for-the-Web aber jetzt schon…

Fortsetzung der „Kindle wherever you go“-Strategie

E-Books überall und auf allen Geräten – was Google kann, kann Amazon schon lange. Kindle-E-Books liest man schließlich nicht nur auf dem E-Reader selbst, sondern über die Kindle-App auch auf dem PC & Mac sowie zahlreichen Smartphones und Tablets. Dementsprechend groß ist der Marktanteil des Online-Buchhändlers – was aber vor allem an etwa 5 bis 6 Millionen verkauften Kindle-Readern liegt. Alleine mit dem Kindle selbst werden bis zu zwei Drittel aller in den USA verkauften E-Books heruntergeladen. Das einzige, was noch fehlte, war eine browserbasierte Lösung für die Online-Lektüre – und genau das wurde heute mit „Kindle for the Web“ präsentiert, ironischerweise während eines Google-Chrome-Events. Den ersten Schritt in diese Richtung hatte Amazon bereits mit browserbasierten Leseproben gemacht, die vor zwei Monaten unter dem Label „Kindle for the Web Beta“ starteten: „Kindle for the Web Beta offers an enhanced online experience to give you an impression of the book as a digital Kindle edition“, so Amazon selbst über das Angebot. Zukünftig soll „Kindle for the Web“ nicht nur einen ersten Eindruck, sondern die vollständige Lektüre erlauben – und zudem unabhängigen Webseiten ermöglichen, Kindle-E-Books anzubieten: „Kindle for the Web makes it possible for bookstores, authors, retailers, bloggers or other website owners to offer Kindle books on their websites and earn affiliate fees for doing so“, so Amazon-Manager Russ Grandinetti.

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Die E-Book-Giganten stecken ihre Claims ab

Nicht zufällig sind das genau die Elemente, mit denen gestern auch Googles eBookstore an den Start gegangen ist. Die technischen Voraussetzungen für E-Books aus der Rechnerwolke bringen wohl beide Unternehmen mit, schließlich betreiben Google wie auch Amazon riesige Rechnerfarmen. Allerdings gibt es in beiden Buchhandels-Modellen immer noch kleine Lücken. Google bringt seine E-Books auf alle Geräte – mit Ausnahme des Kindle-Readers. Umgekehrt können Kindle-E-Books nicht auf anderen E-Ink-Readern gelesen werden. So richtig konkurrieren können beide Anbieter also abgesehen von Smarthones & Tablets nur im Browser. Ob sich die Online-Lektüre allerdings als wichtiger Vertriebskanal etabliert, ist wohl in beiden Fällen eher fraglich. Denn echte E-Reader bzw. E-Reader-Apps auf Mobilgeräten bieten deutlich mehr Komfort, abgesehen davon, dass man zur Lektüre nicht zwangsläufig online sein muss. Wirklich Sinn machen die browserbasierten E-Books eher in Form von Leseproben, denen dann der bezahlte Download folgt – so wie Amazon das bisher schon ausprobiert hat. Aber momentan geht’s im Kampf der Giganten natürlich auch darum, öffentlichkeitswirksam die Claims abzustecken. Das dürfte Amazon gelungen sein.

E-Book-Streaming aus der Rechnerwolke: Google eBookstore offiziell gestartet

google-ebookstore-gestartetDas E-Book aus der Datenwolke steht vor der Tür: Googles großer eBookstore ist heute offiziell gestartet. Gelesen werden die E-Books von Google vor allem im Browser bzw. via App – egal, ob auf Desktop, Laptop, Smartphone oder Tablet. Bis zu 500.000 kommerzielle Titel sollen für US-Kunden verfügbar sein, dazu kommen Millionen Public Domain-Bücher, die von Google in Bibliotheken eingescannt wurden. In Deutschland startet Google Editions frühestens im März 2011. [Artikel aktualisiert am 6.12.2010]

Google Books verkauft auch jetzt schon Bücher

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Eigentlich sollte Google Editions schon im Juli 2010 starten, doch „technische und juristische Hürden“ hatten das offenbar verhindert. Nun ist die größte E-Buchhandlung nur wenige Tage nach der offiziellen Ankündigung bereits online. Bei kommerziellen Titeln liest man zur Zeit allerdings den Hinweis: „The latest Google eBooks are not available for sale in your location, yet…“. In Deutschland startet Google Editions nämlich frühestens im März 2011. Die Verhandlungen mit Verlagen sind nach Informationen des Wall Street Journals offenbar nun in der Abschlussphase. Indirekt verkaufte Google aber auch in Deutschland schon jetzt Bücher. Denn schließlich verlinkt die Google Buchsuche direkt auf verschiedene Anbieter von Print-Versionen, etwa Libri, Buch.de oder Weltbild. Eine spezielle Shop-Suche ermöglicht zudem auch den virtuellen Einkauf zugunsten einer lokalen Buchhandlung. Neu ist allerdings der Verkauf von kommerziellen E-Books – sowohl auf Googles eigener Webpräsenz wie auch durch Reseller. Alleine in den USA sind mehr als 200 unabhängige Buchhändler mit dabei sein.

Google E-Books wohnen in der Rechnerwolke

Zur Zeit wird der E-Book-Markt in den USA zwar zu etwa 80 Prozent von Amazon beherrscht. Doch mit 190 Millionen monatlichen US-Besuchern auf google.com verfügt der Suchmaschinenriese über eine solide Ausgangsbasis. Außerdem muss Google auch keine E-Reader unter die Leute bringen. Der Kindle-Killer ist der Content selbst. Denn bei Google Editions geht es um eine Web-Applikation -- gelesen wird via Browser, die Daten selbst bleiben auf dem Google Server, bzw. für die Offline-Lektüre im Browser-Cache. E-Books via Google können also mit jedem internetfähigen mobilen Endgerät genutzt werden -- Apps werden (wiederum gilt hier zur Zeit: „US-only“) sowohl für Apple- wie auch Android-Geräte angeboten. Die E-Book-Lektüre aus der Datenwolke hat allerdings seine Tücken: bereits bei Google Books würden „Lesegewohnheiten in bisher nicht dagewesener Präzision aufgezeichnet“, kritisiert die Electronic Frontier Foundation. Googles neuer E-Book-Werbetrailer klingt insofern nicht beruhigend: „It’s not only simple, it’s automatic“.

Keine Buchpreisbindung beim Bundling von E-Book & Print

Zum Glück ist man aber nicht zwangsläufig online -- denn auch die Offline-Lektüre auf nicht-vernetzten Geräten ist möglich. Da Google bei E-Books auf die Formate epub und PDF setzt, in Verbindung mit Adobe Digital Editions, kann man Google E-Books downloaden und auf normale E-Ink-Reader übertragen. Nur auf einem Gerät landen die Google eBooks so leider nicht -- Amazons Kindle. Bis auf weiteres können Kindle-Nutzer kopiergeschützte Titel aus Googles großer Buchhandlung höchstens online im experimentellen Browser lesen. Die weite Verbreitung von epub-fähigen Geräten in Deutschland dürfte den Google eBookstore auch hierzulande attraktiv machen. Einen Preiskampf wird es allerdings nicht geben. Normale E-Book-Versionen werden dank Buchpreisbindung bei Google nicht günstiger über den digitalen Ladentisch gehen als anderswo. Allerdings werden die Verlage via Google wohl auch das “Bundling” von E-Books & Print praktizieren. Die Kombination Hardcover bzw. Paperback plus E-Book könnte dabei zu einem vergleichsweise niedrigeren Gesamtpreis angeboten werden.

Kopierschutz aus der Wolke: „Ultraviolet“ bringt DRM & Cloudcomputing zusammen

ultraviolet-drm-dece-cloud-computingDer Kopierschutz des 21. Jahrhunderts schwebt in einer virtuellen Datenwolke – glaubt ein Konsortium namens Digital Entertainment Content Ecosystem (DECE). Vermarktet werden soll das DRM-Konzept unter dem Namen „Ultraviolet“. Filme, Musik oder E-Books könnten dann auf verschiedenen Geräten genutzt werden – sofern der Konsument ein Ultraviolet-Account besitzt und die Nutzungsrechte dort hinterlegt sind. Zum DECE-Konsortium gehören IT-Giganten wie Adobe, Sony und Microsoft, aber mit Paramount Pictures oder Warner Bros. ebenso Major Labels der Unterhaltungsbranche. Doch es gibt prominente Ausnahmen: Apple ist nicht mit dabei.

Kommt mit Ultraviolet ein branchenübergreifender Kopierschutz-Standard?

Immer mehr Anwendungen wandern in die Datenwolke. Nach Musik-Files dürfte uns in Zukunft auch Film & Fernsehen in hoher Auflösung als Datenstrom aus dem Netz erreichen. Ähnliches gilt für E-Books, E-Comics und elektronische Zeitungen. Es gibt aber nicht nur immer mehr Content aus der Cloud, sondern auch immer mehr und immer mobilere Wiedergabegeräte. Wie mobil der Content tatsächlich ist, entscheidet letztlich jedoch das jeweilige Digital Rights Management (DRM). In vielen Fällen heißt das, es gibt nur einen autorisierten Nutzer, und nur eine begrenzte Zahl von Geräten. So sind etwa bei Adobe Digital Editions maximal fünf Endgeräte erlaubt, die zudem auch diesen Standard unterstützen müssen. Bei den Konsumenten stoßen solche Beschränkungen zunehmend auf Unverständnis, der komfortable Gebrauch von Filmen oder E-Books ist ohne Umgehung des Kopierschutzes oft gar nicht möglich. Für Unmut sorgt zudem die Tatsache, dass ein branchenübergreifender DRM-Standard bisher fehlt.

Bobs Smartphone, Sallys Laptop, Muttis Fernseher: Ultraviolet verspricht mehr Komfort

Mit „Ultraviolet“ soll sich das nun offenbar ändern – insgesamt 60 Unternehmen wollen ein globales „digitales Ökosystem“ schaffen. Für die Verbraucher bringe das „greater choice, confidence and freedom in how, when and where they enjoy digital movies, TV shows and other entertainment“, so die aktuelle Pressemitteilung des Konsortiums. Im Zentrum steht dabei ein „cloud-basiertes UltraViolet Account“, in dessen „Digital Rights-Schublade“ die jeweiligen Nutzungsrechte hinterlegt sind. Die neue Lösung soll den Content nicht nur auf möglichst viele mobile Geräte bringen, sondern auch besonders familenfreundlich sein: „Multiple UltraViolet devices can share a single UltraViolet Account, which means that Bobby’s smart phone, Sally’s laptop, Jimmy’s game console and Mom & Dad’s TV can all access the same UltraViolet content.“ Manche Filme werden aber auch mit Ultraviolet nur auf Mom&Dad’s TV laufen – denn zu den geplanten Account Management-Funktionen gehört auch die „Parental Control“.

Was machen die Besitzer von Geräten, die nicht von Ultraviolet zertifiziert sind?

„Watch for these capabilities to begin appearing in the market“, rät Ultraviolet den Konsumenten. Das neue Logo wird nicht nur bei Content-Anbietern auftauchen, sondern auch auf Geräten wie DVD- & Blue-Ray-Disc-Playern. Zukünftig könnte das DECE-Konsortium damit also auch kontrollieren, welche Inhalte PC-Anwender wo und wie oft speichern oder auf Silberscheiben kopieren bzw. brennen. Je stärker sich Ultraviolet als Branchenstandard verbreitet, desto schwieriger wäre es möglicherweise, bestimmte Inhalte überhaupt noch ohne zertifizierte Geräte zu nutzen. Um den neuesten Blockbuster anzuschauen, müssten Besitzer älterer Hardware dann von einem gewissen Zeitpunkt an wahrscheinlich technisch aufrüsten. Bei Organisationen wie der Free Software Foundation stößt die DECE-Inititative nicht nur deshalb auf geballte Ablehnung. „We view this as a major threat to the right of people to have control of their digital media“, heißt es dazu auf der Kampagnen-Seite defectivebydesign.

Datenschutz in der Rechnerwolke: Wird das gesamte Nutzerverhalten von ultravioletten Strahlen durchleuchtet?

Ein weiteres Problem dürfte der Datenschutz sein. Schon jetzt werden durch die Kombination von DRM und vernetzten Geräten – z.B. E-Readern – sehr private Informationen über das Nutzerverhalten an zentraler Stelle gesammelt. Gerade den USA ist es längst gängige Praxis, dass diese Informationen auf Anfrage auch an Strafverfolgungsbehörden und andere staatliche Instanzen weitergegeben werden. Wird DECEs DRM-Konzept ein Erfolg, wären in der ultravioletten Datenwolke Nutzungsprofile abgespeichert, die alle nur denkbaren Medienarten umfassen. Insofern hätte DECE dann tatsächlich ein globales Ökosystem im digitalen Format geschaffen – schließlich heißt ja das berühmte „First Law of Ecology“: „Everything is connected with everything else.“ In diesem Fall würde das allerdings nur für die Rechteinhaber und die Nachrichtendienste gelten. Für Mediennutzer gälte auch weiterhin das oberste Gesetz der Ökonomie – nur knappe (bzw. künstlich verknappte) Güter haben einen Wert. Doch damit das so kommt, muss Ultraviolet natürlich erst mal Erfolg haben. Momentan spricht einiges dafür, dass der Globus eine Menge weiße Flecken behalten wird. Denn mit Apple und Disney gehen mindestens zwei Global Player in Sachen DRM vorerst noch eigene Wege.

Alles nur G-Cloud? Google Edition soll statt E-Books die „Lizenz zum Lesen“ bieten

Google Edition E-Books Cloud_Bild_flickr_Mansikka_Bromus.jpgGeht es nach Google, gehört das Besitzen von E-Books endgültig der Vergangenheit an: über Google Editions soll in Zukunft der Zugriff auf ein E-Book nur noch online passieren – man erwirbt also lediglich eine Lizenz zum Lesen. „The book will live in the consumer’s online bookshelf“, wird das Verfahren recht blumig auf einer aktuellen Info-Seite von Google beschrieben.

„E-Book-Verlage glauben nicht an das Privateigentum“


„Es gibt eine gefährliche Gruppe von Anti-Copyright-Aktivisten – sie bedroht die Zukunft von Autoren und Verlegern. Sie respektiert weder Eigentum noch Gesetze. Außerdem ist sie mächtig und gut organisiert“, warnt Blogger und Autor Cory Doctorow im Vorwort seines neuesten Romans, den man kostenlos downloaden kann. Mit den Aktivisten meint Digital-Rights-Aktivist Doctorow allerdings nicht die Zunft der Raubkopierer und Copyleft-Praktizierer – sondern E-Book-Verlage. „Copyright hieß bisher, wenn du ein Buch kaufst, besitzt du es“, so Doctorow. Das habe sich nun geändert: „Aber E-Book-Verlage glauben nicht an dein Recht auf Besitz. Sie sagen dir stattdessen: Wenn du ein E-Book kaufst, erwirbst du eigentlich nur eine Lizenz. Bisher gültige Gesetze werden ganz einfach ausgehebelt durch tausende rechtsverdrehende Formulierungen in den AGBs, die man vor dem Kauf durchklicken muss.“

Warum sagt man statt „Kauf ein E-Book“ nicht gleich: „Kauf eine Lizenz zum Lesen“?


Trotzdem würden alle davon reden, Bücher zu kaufen, aber nicht, Kindle-Lizenzen zum Lesen zu verkaufen. Immerhin laden auch Kindle-Besitzer ihre E-Books zumindest auf das Gerät herunter. Geht es nach dem Willen von Google, wird das Downloaden von E-Books aber bald der Vergangenheit angehören. Mit Google Editions plant der Suchmaschinenriese schon seit einiger Zeit, zum Content-Lieferanten zu werden. Doch Googles Bibliothek der Zukunft ist ein echtes Wolkenkuckucksheim – denn die E-Books sollen in einer Rechnerwolke schweben. „Nach dem Kauf befindet sich das Buch auf dem Online-Bookshelf des Kunden, und man kann via Webbrowser mit allen Internet-fähigen Geräten darauf zugreifen“, heißt es dazu in einer aktuellen Information von Google.

Lesen als reine „Web Experience“?

Für die Verlage ist das Procedere denkbar einfach: sie können Titel, die sie bereits bei Google Books als Vorschau-Version anbieten, durch eine Vertragsänderung ab 2010 ganz einfach für Google Editions freischalten. Die Leser werden dadurch allerdings vom Buchkäufer & -besitzer zum reinen Nutzer degradiert: „Jede Version von Google Edition ist durch einen Code individualisiert und lädt das Buch in einen Cache, wenn der Nutzer per Web-Browser darauf zugreift“, beschreibt man bei Google diesen Vorgang – und weist noch einmal ausdrücklich daraufhin, es handle sich eben nicht um einen „File Download“: „Google Web ist optimiert für das Lesen im Browser – das erlaubt Google, Datenmißbrauch zu entdecken und die Daten zu schützen.“ Im Gegensatz zu normalen Webseiten soll das Lesen von E-Books aus der Google Edition allerdings noch weiter eingeschränkt werden: Verlage können ihren Kunden zwar erlauben, Buchtexte zu 100 Prozent per „Copy and Paste“ in andere Dokumente zu übertragen oder Seite für Seite auszudrucken. Die Default-Version sieht jedoch anders aus: „copy and paste up to 20% of a book’s content over a sixty day period“. Ausgedruckt werden können jeweils nur 20 Seiten.

„Denken Sie darüber nach, wieviel den Kunden das E-Book wert ist“


Die Nutzbarkeit ist also selbst gegenüber DRM-geschützten E-Books, wie sie zur Zeit zum Download angeboten werden, noch viel weiter eingeschränkt. Google rät deswegen den Verlagen, den E-Book-Preis ungefähr 20 Prozent niedriger anzusetzen als die preisgünstigste gedruckte Ausgabe. Und gibt noch einen gutgemeinten Ratschlag: „Denken Sie doch darüber nach, wieviel den Kunden die Google Edition ihres Werkes wert sein könnte, und setzen Sie den Preis danach fest“. Falls alle Stricke reißen, behält sich Google auch noch das Recht vor, selbst einen niedrigeren Preis festzulegen – oder das Buch gar nicht zu verkaufen. Für die Verlage dürfte Google Editions auf jeden Fall ein guter Deal werden – sie erhalten 63 Prozent der Erlöse, wenn das Buch direkt bei Google gekauft wurde. Allerdings sollen auch andere Portale Google Edition-E-Books verkaufen können – die Verlage erhalten dann jedoch nur 45 Prozent, während sich Google und der „Retailer“ den Rest teilen. Für die Leser dürfte die Google Edition eines E-Books eigentlich nur interessant sein, wenn sie preislich unter dem Angebot eines „normalen“ E-Books liegt. Das kann sich jedenfalls nicht mehr in Luft auflösen – wie unlängst Kindle-Nutzer erleben mussten, als Amazon aus urheberrechtlichen Gründen ausgerechnet den Orwell-Klassiker „1984“ von seinen Servern löschte. Wer das Buch nicht lokal gespeichert hatte, konnte gegen diese Art der drahtlosen Zensur nichts ausrichten. Immerhin war es eine Zensur mit Geld-Zurück-Garantie. Googles Motto wiederum ist ja: „Don’t be evil“ – doch wer möchte schon eines Tages vor einem leeren online-Bookshelf stehen und sagen müssen: „Alles nur G-Cloud“!?

(via Bewegliche Lettern, Mobileread, eburon.nl)