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Mockingbird-Plugin für Chrome: Im Kindle-Store suchen, bei Project Gutenberg lesen

mockingbird-fuer-chromeBeim Showrooming in der Buchbranche heißt der Gewinner nicht immer Amazon. Das wissen wir spätestens, seitdem clevere Browser-Erweiterungen den umfangreichen Katalog des Online-Riesen für verschiedenste Zwecke hacken, sei es um die Lektüre letztlich dann bei der nächsten Bibliothek auszuchecken, bei Konkurrenz-Flatrates zu lesen, oder via Bit-Torrents aus dem Datenhafen der Piraten zu klauben (Projekt „Pirates of the Amazon“).

Mockingbird verweist auf Project Gutenberg

Etwas Spott ist immer dabei, beim Mockingbird-Plugin für Chrome auch schon im Namen. In diesem Fall lenkt die spottende Drossel den Leser per Pop-Up auf kostenlose Klassiker-Versionen bei Project Gutenberg, sowohl E-Books wie auch, soweit vorhanden, Audiobooks. In der Public-Domain-Bibliothek gibt’s ja nicht nur Freebies im epub- und PDF-Format, sondern auch im Kindle-Format. Wer möchte, kann die Schmöker sogar direkt im Browser lesen — für die HTML-Versionen gibt’s zudem ein Chrome-Plugin namens „Readable Project Gutenberg“, dass für schönere und komfortablere Seitenansichten sorgt.

Kein Mock-Up, aber mehr als ein Statement?

Wohlgemerkt geht’s hier natürlich um das Original-Project Gutenberg, nicht den deutschen Ableger. Deswegen funktioniert das Plugin zwar auch durchaus auf Amazon.de, deutsche Titel wird man aber nur sehr wenige finden. Mal abgesehen davon, dass die meisten englischsprachigen Klassiker ja auch längst „offiziell“ im Amazon-Katalog als Null-Cent-Download bereitstehen.

Insofern ist die spottende Drossel in der Browserzeile vielleicht kein Mock-Up, aber doch wohl vor allem ein neckisch-häckisches Statement gegen den übermächtigen Bücherriesen, der ja gerne andere umarmt und disintermediiert. Vielleicht wirkt die Software ja aber auch als eine Inspiration für ein deutsches Buy-Local-Plugin, dass tatsächlich in den Schauraum des Buchhändlers an der Ecke führt? Mal abwarten.

Erst mal wird nur folgendes passieren: Mockingbird soll es bald auch in einer Version für Firefox geben, außerdem soll die Browser-Extension zukünftig auch im Katalog von Amazons Hörspiel-Tochter Audible wie auch im E-Store von Barnes & Noble die Public-Domain-Rosinen aus dem Katalog picken können.

(via The Digital Reader & Goodereader)

Pirates-of-the-Amazon

Piraten vom Amazonas: Browser-Erweiterungen hacken Kindle-Store

Kaum hatte Amazon.com mit „Kindle Unlimited“ Kurs auf die E-Book-Flatrate gesetzt, landeten E-Book-Piraten einen ganz eigenen Flatrate-Coup. Sie launchten mit „LibGen“ ein spezielles Add-On für Chrome, das den Kindle-Store in ein Piratennest verwandelt. Die inzwischen wieder aus dem Chrome-Web-Store entfernte Erweiterung für Googles Browser zeigte nämlich direkt unter der Kopfleiste für jeden Kindle-Titel automatisch passende Download-Links bzw. Bit-Torrents aus illegalen Quellen an.

Daten liefert „Library Genesis“

Natürlich müssen die Daten auch irgendwo herkommen. In diesem Fall bedient sich die Software ganz einfach der russischen Plattform Library Genesis (libgen.org), in deren Datenbank genau solche Daten aus aller Welt gesammelt werden. Dem US-Techblog Venturebeat zufolge wurde die Erweiterung in den letzten Tagen von mindestens 800 Nutzern heruntergeladen, bevor sie aus naheliegenden Gründen schließlich wieder aus dem Chrome-Web-Store verschwand. Ähnliche Extensions wie etwa „Torrent this“ sind aber auch weiterhin verfügbar.

„Pirates of the Amazon“ gibt’s schon lange

Ganz neu sind solche Hacks ohnehin nicht, bereits Ende der Nuller Jahre machten die berüchtigten „Pirates of the Amazon“ von sich reden, als sie ein Plugin für den OpenSource-Browser Firefox in Umlauf brachten, das Amazon.com um Torrent-Links von Pirate Bay bereicherte. Dabei wurde auch auf Filme und Musik verlinkt. Die anonymen Hacker sprachen damals übrigens von einem „Kunst-Projekt“: „This artistic project addresses the topic of current media distribution models vs. current culture and technical possibilities“.

BN.com für Piraten uninteressant

Einen Lerneffekt hat letztlich auch die aktuelle „LibGen“-Erweiterung: denn zum einen wird Kindle Unlimited, sobald genügend große Verlage mit im Boot sind, rein technisch die Grenzen zwischen legalen und illegalen Download-Plattformen, die oft ohnehin schon mit Flatrates arbeiten, endgültig verwischen. Zudem ist „LibGen“ ein dezenter Hinweis darauf, welches Unternehmen (auch) in der Welt der Flatrates zukünftig den Ton angeben dürfte. Kein Pirat würde auf die Idee kommen, eine Browser-Plugin für BN.com zu entwickeln, viele populäre Self-Publishing-Titel sind ohnehin exklusiv bei Amazon erhältlich.

(via Torrentfreak & Venturebeat)