Digital First, & dann Papier – mit epub2print dreht Readbox den Workflow um

„Digital First“ lautet für viele Verlage mittlerweile die Devise – denn mit E-Book-Versionen lässt sich kostengünstig & zeitnah ausloten, ob ein Titel genügend Leser anspricht, um auch eine Print-Auflage zu wagen. Es gibt nur ein Problem: Der klassische Workflow läuft genau umgekehrt, zumeist werden epubs aus DTP-Programmen wie Indesign heraus exportiert, deren Hauptaufgabe das Gestalten von aufwändigen Print-Layouts ist. Dabei wird aus einer sehr komplexen Satzdatei ein relativ einfaches epub – denn fix gesetzte Seiten gibt es ja bei E-Books nicht, nur ein paar generelle Angaben zu Schriftart oder Kapitelgestaltung.

Der Schritt vom epub zum gedruckten Buch bedeutet deswegen zusätzlichen Aufwand – und kostet neben Geld auch Zeit. Mit „epub2print“ will der Dortmunder E-Publishing-Dienstleister Readbox nun dabei helfen, die Verdopplung des Workflows bei ‚Digital First‘ zu vermeiden: die mit dieser Technologie erstellten epubs sind bereits optimal zur späteren Konvertierung in ein Print-Layout vorbereitet, d.h. sie enthalten schon wichtige Informationen, mit denen sich automatisch ein richtig formatiertes XML-Dokument erstellen lässt, das dann wiederum als Vorlage für ein Indesign-Layout fungieren kann.

Für Verlage lohnt sich dieser umgekehrte Workflow vor allem bei Reihen, die nach einem festgelegten Stylesheet gelayoutet werden – alles, was benötigt wird, sind Metadaten, ein Cover und eine Manuskript-Datei z.B. im Word-Format. Ein schönes Anwendungsbeispiel ist die „Rockstar-Reihe“ des vom Carlsen Verlag gestarteten Labels „Impress“ – blättert man sich zum Impressum von Band 1 (Teresa Sporrer, „Verliebe dich nie in einen Rockstar“), findet man dort nicht zufällig die Angabe „Satz und Umsetzung: readbox Publishing, Dortmund“. Interessant finde ich aber auch die anschließende Information: „Druck und Bindung: BoD Hamburg“. Denn durch die Kooperation mit Books on Demand kann Readbox sozusagen „from scratch“ den gesamten Herstellungsprozess vom Manuskript bis zum Endprodukt übernehmen.

Letzlich, so Readbox-Geschäftsführer Ralf Biesemeier, könnte dank epub2print die Risikominimierung durch ‚Digital First’ plus Print-Option zukünftig nicht mehr nur für Indie-Autoren, sondern auch für Verlage zum Standard-Verfahren werden: „Verlage können damit den Vorteil, den die Self-Publisher nutzen, auch für sich selbst ausspielen.“ Auch vor dem Hintergrund reduzierter Verkaufsflächen und sinkender Druckauflagen sei die neue Form des weitgehend automatisierten Workflows vom E-Book zur Druckauflage ein vielversprechender Ansatz für das gesamte Buch- und Verlagswesen.

Abb.: Blick in Bd. 1 der Rockstar-Reihe (Carlsen Verlag), produziert mit epub2print (Readbox)

Impress & Instant Books: Neue Digital-Only-Imprints von Carlsen umwerben unabhängige Autoren

Von Self-Publishing hält man beim Carlsen Verlag nicht so viel, von Self-PublisherInnen dagegen umso mehr: Anfang August gehen zwei neue Digital-Only-Imprints an den Start, für die speziell nach Talenten innerhalb der Indie-Szene Ausschau gehalten wurde. Bei „Impress“ – Zielgruppe: Jugendliche und Junge Erwachsene – dreht sich alles um „Romantasy“ und „Paranormal Romance“, was man auch schon an Titel-Previews wie „Falkenmagie“, „Unter goldenen Schwingen“ oder „Die Piratin“ ablesen kann. Unter dem Label „Instant Books“ – Zielgruppe Erwachsene – geht’s derweil etwas härter zur Sache, siehe etwa „Zombifiziert“, „Chill Bill“ oder „Blutspeer“. Preislich rangieren die für epub- und mobi-Format angekündigten E-Books je nach Länge zwischen 1,99 Euro und 4,99 Euro, auf DRM wird offenbar verzichtet.

„Auf Self-Publishing reagieren wir mit Qualität“

Schon vor einiger Zeit hatte Carlsen einen Aufruf an Indie-Autoren gestartet: gesucht wurden Serials, Kurzgeschichten und Romane für die neuen Imprints. Dank digitalem Vertrieb konnte der Hamburger Verlag attraktive Konditionen bieten, so winken nicht nur bis zu 50 Prozent Tantiemen, sondern auch ein Vorschuss sowie besondere Marketing-Möglichkeiten via Social Media. Für das Herzschmerz-Label will man mit der Leser- & Autoren-Community „bittersweet.de“ kooperieren, für das Thriller- und Horror-Genre soll ein eigenes Portal aufgebaut werden. Ein professionelles Lektorat wie auch Design sind selbstverständlich inklusive – man reagiere schließlich „auf Self-Publishing mit Qualität“, behauptet die Pressemitteilung.

Carlsen setzt auf das Gesetz der Serie

Solche Dienstleistungen gibt’s natürlich auch längst jenseits von Verlagen – für neu eingeworbene Indie-AutorInnen wie etwa Jennifer Jäger, Fabian Lutz oder Judith Hüller dürfte somit wohl vor allem eins im Vordergrund gestanden haben: die weitaus besseren Vermarktungs- und Umsatzmöglichkeiten, die ein renommierter Verlag wie Carlsen verspricht. Erst recht natürlich, wenn es im Verlauf der Kooperation nicht bei einem One-Hit-Wonder bleibt. Nicht umsonst haben die Hamburger wohl auch nach lohnenden Ideen für Serien gefahndet, und sind fündig geworden: „Zombifiziert“ von Fabian Lutz etwa ist als „Band 1“ angekündigt, ebenso Sandra Regniers „Geheimes Vermächtnis des Pan“. Für Nachschub dürfte somit gesorgt sein. Während beide Labels mit jeweils zehn Titeln gelauncht werden, sind im monatlichen Rhythmus je fünf Neuerscheinungen geplant.

Cover-Abb.: Carlsen Verlag

Deutsche Version von Harry Potter startet als E-Book & MP3

Knapp eine Woche nach dem Start der deutschen Pottermore-Community ist es nun soweit: im angegliederten E-Store kann man Harry Potter auf deutsch als E-Book und Audiobook herunterladen – vorausgesetzt, man hat eine Kreditkarte. Neben den einzelnen Bänden wird auf Pottermore auch ein Sammelband bzw. ein Audiobook-Sampler mit allen sieben Teilen der Harry-Potter-Saga angeboten. Zeitgleich hat Amazon im deutschen Kindle-Store auf den entsprechenden Produktseiten Harry Potter-Kauflinkseingefügt, die vor dem Download zunächst auf Pottermore verweisen. Denn der Bezahlvorgang selbst wird exklusiv über die von J K Rowling in Kooperatoin mit Sony betriebene Plattform abgewickelt. Andere E-Book-Portale wie Thalia oder Libri, aber auch Apples iBooks sind bis auf weiteres überhaupt nicht mit im Boot.

Sehr viel sparen kann man gegenüber der bei Carlsen erschienenen deutschsprachigen Taschenbuch-Ausgabe allerdings nicht. Die ersten drei Bände von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bis „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ kosten elektronisch mit 7,99 Euro sogar etwas mehr als die gedruckte Version mit 7,95 Euro. Bei Band vier („Harry Potter und der Feuerkelch“) bis Band 7 („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“), die als E-Book für 9,99 Euro angeboten werden, kann man immerhin fast zwei Euro gegenüber der Paperback-Variante für 11,90 Euro sparen. Echte Pfennigpfuchser sollten vielleicht eher die englischsprachigen Harry-Potter-E-Books shoppen – hier lassen sich dann nochmal zwischen ein bis zwei Euro herausholen.

Die epub-Versionen von Harry Potter können auf beliebig vielen Geräten gelesen werden, denn sie werden ohne Kopierschutz ausgeliefert. Stattdessen setzt Pottermore auf „soziales DRM“: „Der Pottermore Shop markiert eBücher mit einer Kombination verschiedener Wasserzeichen, die sich auf das Buch, den Käufer und Datum und Zeit des Kaufs beziehen“, heißt es auf dem Portal. Gleichfalls DRM-frei sind die auf Pottermore angebotenen deutschsprachigen Audiobook-Versionen von Harry Potter. Doch den Kauf sollte man sich wirklich gut überlegen. Denn die MP3-Version der von Rufus Beck eingelesenen Hörbücher ist bei Pottermore deutlich teurer als die etwa von Amazon angebotene CD-Version: für die ersten drei Bände berappt man im E-Store 24,95 Euro (statt 19,95 für die CD), Band vier bis sieben schlagen sogar mit 39,95 Euro zu Buche (statt 21,99 Euro für die CD).

Per Fingerwisch von rechts nach links: die Manga-App von Carlsen ist da

Deutsche Comic-Apps für iPad & iPhone sind immer noch etwas rar gesät. Manga-Fans werden ab jetzt allerdings sehr gut bedient – denn der Carlsen Verlag bringt die schwarz-weißen Kult-Comics in Apples App Store. Abgesehen von Übersetzungen prominenter japanischer Autoren finden sich im In-App-Shop auch zahlreiche Titel bzw. Serien aus deutscher Feder, etwa Raccoon (Melanie Schober), A Kiss from the Dark (Nadine Büttner/Michael Waaler) oder Ninja! Hinter den Schatten (Baron Malte/Miyuki Tsuji). Die App selbst ist kostenlos, neben ausführlichen Leseproben lassen sich zudem zum Testen zwei komplette Gratis-Titel herunterladen.

Zwanzig Jahre Manga in Deutschland

Vor knapp zwanzig Jahren brachte Carlsen mit „Akira“ den ersten deutschsprachigen Manga heraus. Das blieb für die Populärkultur nicht ohne Folgen. Die Beliebtheit des Genres zeigte in den letzten Jahren alleine schon ein Besuch auf der Leipziger Buchmesse – nicht nur in der Comicabteilung begegnet man dort unzähligen Kids in Anime- oder Manga-Kostümen. Und auch in den großen Buchhandlungen sind die Manga-Regale mit ihren bunten Cover-Rücken längst etabliert. Insofern war es also höchste Zeit, Mangas auch auf iPhone & iPad zu bringen. Betreut wird Carlsens Manga-App von Anne Berling, Chefredakteurin des Manga-Magazins DAISUKI, übrigens dem einzigen seiner Art in Europa. Das Pricing ist auf die jugendliche Klientel abgestimmt, einzelne Titel kosten zwischen 1,59 und 4,99 Euro.

Mit dabei ist auch die Comic-Version von „Twilight“

Per Fingerwisch blättert man sich komfortabel durch die App, über eine Bildlaufleiste am unteren Displayrand kann man aber auch einzelne Seiten gezielt ansteuern. Mit zwei Fingern zoomt man bei Bedarf die jeweilige Ansicht auf die gewünschte Größe. Geblättert wird mangatypisch von rechts nach links. Nur nicht bei der Comic-Fassung von Stephenie Meyers Vampir-Bestseller „Twilight“. Auch die kann man nämlich direkt innerhalb der App shoppen, sie ist mit 11,99 Euro aber deutlich teurer als die anderen Comics. Bereits zum Start der Carlsen Manga-App ist der E-Store mit insgesamt vierzig E-Comics gut gefüllt, nach und nach soll ein großer Teil des verlagseigenen Manga-Universum dazu kommen. Das klingt vielversprechend – denn von etwa 4000 lieferbaren deutschsprachigen Titeln stammen um die 1500 aus dem Carlsen Verlag.

[e-book-review] iPad als Slam-Pad: „Warum ich Angst vor Frauen habe“ (Mischa-Sarim Vérollet)


Das Leben ist kein Ponyhof, es ist aber auch keine Waldorfschule – das weiß niemand besser als Mischa-Sarim Vérollet (MSV), seines Zeichens Slam-Poet & Romanautor. Wer die fulminanten Auftritte des Event-Literaten bisher verpasst hat, kann dies nun auf iPad oder iPhone nachholen – MSVs ersten Roman „Warum ich Angst vor Frauen habe“ gibt’s nämlich als multimedial aufgepepptes E-Book, inklusive Audiofiles, Videos und Fotos. Was man sonst noch über Autor & Werk wissen sollte, verrät im Folgenden Heide Reinhäckel.

Slam-Poetry als literarisches Sprungbrett

Mischa-Sarim Vérollet fällt auf. Der Dreiklang seines Namens, eine ungebremste Beatnik-Lockenfrisur und eine überdimensionale Vintage-Brille gehören zu den Markenzeichen des Berliner Poetry-Slammers. Vérollet, der 1981 auf Gibraltar als Sohn einer deutschen Mutter und eines englisch-französischen Vaters geboren wurde, zog im Kleinkindalter mit der Familie nach Bielefeld und wuchs dort auf. Mittlerweile ist er der Star unter den Slam-Poeten. Die 1986 in Chicago erfundenen Literatur-Events haben sich längst auch auf deutschen Bühnen etabliert. Das Publikum entscheidet, wer weiterkommt und zum „Dichterfürsten“ der etwas anderen Art gekrönt wird. Wichtig ist also nicht nur, wie man schreibt, sondern auch, wie man die Texte vor dem Mikro präsentiert.

“Das Leben ist keine Waldorfschule“

Seit 2009 kombiniert Vérollet die Slam-Performance auf der Lesebühne mit Formen traditioneller Autorenpräsenz. Im Publikumsverlag Carlsen erschien mit „Das Leben ist keine Waldorfschule“ eine Sammlung kurzer Poetry-Slam Texte. Das Buch wurde auf der Frankfurter Buchmesse zum „Kuriosesten Buchtitel“ des Jahres gekürt. 2010 kam dann mit „Warum ich Angst vor Frauen habe“ Vérollets erster Roman heraus. Er erzählt eine leicht autobiographisch eingefärbte Bielefelder Coming of Age -Geschichte in den 1990er Jahren. Der skurile, selbstironische und mit reichlich schwarzem Humor versehene Roman erzählt über pubertäres Erwachen in Schule und Sportunterricht („Der Krieg der Pheromone eskalierte, das Gemenge aus neonfarbigen, hautengen Leggings, Die-Ärzte-T-Sirts und frischem Mädchenschweiß verfehlte seine Wirkung nicht…“ ), von Mädchen, geplanten Mondreisen und Jungsfreundschaften sowie über die Geschmackssünden der 1990er Jahre. Das Episodenhafte, Überzogene und Skurile des Romans verweist immer wieder auf die Geburt von MSV’s Literatur aus dem Geist des Poetry-Slams.

Slam Poetry wird zum „enhanced E-Book“

Neben der Buchversion, die als Zugabe eine CD mit Bonusmatrial enthielt, ist „Warum ich Angst vor Frauen habe“ nun auch als enhanced E-Book erschienen. Die multimediale Romanversion, erhältlich für iPhone, iPad & iPod Touch kombiniert die Textfassung mit Audiofiles, Videos und Fotos, gestrichenen Szenen sowie einem alternativen Ende. Neben einem Werkstatt-Effekt oder dem DVD-Bonustrackgefühl garantiert so das Enhanced E-Book vor allem eines: Lesebühnenstimmung nach dem Motto „pimp up ur ebook“. Denn man kann das E-Book eben nicht nur lesen, man kann richtig was erleben. Etwa, wie gekonnt der Autor selbst seinen Text live vorträgt, die wilden Locken schüttelt und einfach komisch ist.

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Mischa-Sarim Vérollet, Warum ich Angst vor Frauen habe
iBooks (iPhone, iPod Touch, iPad), 12, 99 Euro
Roman (Print) plus CD, 14,99 Euro

Autorin & Copyright: Heide Reinhäckel

Großes Display für die Kleinen: Pixi-Bücher kommen auf das iPad

pixi-buecher-fuer-das-ipad-carlsenPixi-Bücher sind ein Klassiker im Kinderzimmer – schon seit mehr als fünfzig Jahren. Jetzt bringt der Carlsen-Verlag die beliebten Bilderbücher nach und nach auf das iPad. Sechs Titel sind bereits zu haben – zwei davon kann man sogar kostenlos herunterladen: „Ritter Bodobert und der Yeti“ sowie „Kasimir und sein Bauernhoforchester“. Die restlichen Titel gibt’s für jeweils 79 Cent. Technisch fallen die Pixis für das iPad eindeutig in die Kategorie „enhanced E-Books“: es gibt interaktive Bildelemente, Text-to-Speech, Bilderpuzzles und Basteltipps. Außerdem können Eltern (oder Kinder) ihre eigene Vorlesestimme aufnehmen und abspielen.

Harry Potter bald als E-Book: Bestseller-Autorin J K Rowling erlaubt elektronische Version

Harry Potter erscheint als E-Book.gifHarry Potter als E-Book? Das gab es bisher nur mit Hilfe von schwarzer Magie, besser gesagt auf illegalen Tauschbörsen. Denn die Autorin J K Rowling lehnte die Veröffentlichung ihrer Bestseller-Reihe auf elektronischem Weg strikt ab. Der ungebrochene E-Book-Boom zeigt nun aber offenbar Wirkung: Rowlings Literaturagent Neil Blair zufolge ist man „aktiv“ auf der Suche nach einem geeigneten Konzept für eine elektronische Ausgabe. Die englischsprachige Harry Potter-Reihe erscheint bisher bei Bloomsbury, die deutsche Übersetzung im Carlsen Verlag.

Harry Potter auf der Leinwand, aber nicht auf dem Display: Bisher lehnte J K Rowling E-Books strikt ab

Die Bewohner der magischen Parallelwelt in den Harry-Potter-Romanen pflegen eine gewisse Ignoranz gegenüber den Segnungen der technischen Moderne. Kein Wunder – sie können ja zaubern. Was elektronische Bücher betrifft, verhält sich J K Rowling ganz ähnlich. Wenn auch etwas aus anderen Motiven: zauberhafte Auflagenhöhen. Die gedruckten Ausgaben der mittlerweile sieben Harry-Potter-Romane haben sich weltweit mehr als 400 Millionen mal verkauft. Als der letzte Band „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ im Jahr 2007 herauskam, gingen in den USA und Großbritannien allein am ersten Tag mehr als zehn Millionen Bände über den Ladentisch. Neben den Büchern der 1997 gestarteten Serie gab es rasch eine breite Palette an medialen Umsetzungen – von Harry-Potter-Videospielen bis zu Harry-Potter-Kinofilmen. Nur eben keine E-Books, obwohl die Bedeutung elektronischer Lektüre von Jahr für Jahr zunahm. Offenbar musste erst die Magie des iPad-Moments hinzukommen, um J K Rowling umzustimmen. Wie Rowlings Literaturagent gegenüber dem Branchenportal Bookseller.com formulierte, würde man im Moment „alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, die sich auf diesem Gebiet entwickeln“ und sei „aktiv auf der Suche“.

Kommt mit der elektronischen Fassung nun ein zweiter Harry-Potter-Hype?

Kommt Harry Potter als E-Book heraus, werden vermutlich keine Zauberlehrlinge mit Schlapphüten vor den Buchhandlungen campieren – es sei denn, man verkauft die elektronische Fassung nur auf CD-Roms oder USB-Sticks. Doch eine große mediale Aufmerksamkeit dürfte diesem Ereignis trotzdem sicher sein. Auf Plattformen wie Scribd.com waren J K Rowlings Romane immer schon beliebt – was erst im letzten Jahr erneut zu einem Rechtsstreit führte, zugleich aber noch einmal den offensichtliche Bedarf der Leser nach Harry Potter-E-Books deutlich machte. Gegenüber Bookseller.com erwartete Alex Ingram von der britischen Buchhandelskette Waterstone so etwas wie den elektronischen Harry-Potter-Hype : “Ohne Zweifel würde J K Rowling unser Verständnis verändern, was die Verkaufszahlen von E-Books angeht.”