Projekthelden auf der Suche nach Stoff: Kollaboratives Schreiben mit „Splitstory“

splitstory-kollaboratives-schreibenDer Stoff, aus dem die Helden sind, kommt vielleicht bald aus dem Internet: „Splitstory“ heißt eine neue Online-Plattform für kollaboratives Schreiben. Wer sich hier registriert, kann zusammen mit anderen Autoren Geschichten entwickeln, diskutieren und verändern. Gestartet wurde der kostenlose Service von den „Projekthelden“ – dahinter verbirgt sich das „Büro für innovative Kommunikation und Gestaltung“ mit Sitz in München. Alles, was dem Projekt noch fehlt, sind passende Stories…

Narrative Teamarbeit im Echtzeit-Web

Das elektronische Lesen ist längst im Zeitalter der Social Media angekommen – mit Erweiterungen wie etwa dem BookGlutton-Widget kann man Bücher gemeinsam lesen und diskutieren. Manche gegenüber E-Books eher kritische Geister wie der FAZ-Kolumnist David Gelernter sehen in solchen kommunikativen Erweiterungen des Mediums Buch sogar den eigentlichen Sinn der Digitalisierung. Noch interessanter scheint aber die Tatsache zu sein, dass Lese- und Schreibprozess immer weniger voneinander zu trennen sind. E-Books werden gemeinsam gelesen, sie können aber mit den Möglichkeiten des „Echtzeit-Webs“ genauso gut auch gemeinsam geschrieben werden. Mit FastPencil haben wir vor einiger Zeit an dieser Stelle ein Web 2.0-Werkzeug vorgestellt, das die Buchproduktion zur Teamarbeit macht – etwa, in dem es die Umwandlung von kollaborativ entstandenem Blog-Content in ein E-Book automatisiert.

Splitstory richtet sich an „literarisch ambitionierte Menschen“ der Generation Facebook

Ob es nun um Co-Reading oder Co-Storytelling geht: viele solcher Projekte entstehen im englischsprachigen Internet. Splitsstory ist insofern etwas Neues – der Online-Service richtet sich speziell an deutschsprachige Nutzer. Weniger an nerdigere Zeitgenossen – für die gibt es ja auch schon Applikationen wie booki.cc, das zuletzt auf der Transmediale bei einem sogenannten „Booksprint“ Furore machte. Splitstory ist eher für „schriftstellerisch amibitionierte Menschen“ gedacht, die aber zumindest wissen, wie man einen Browser bedient. Die Macher setzen auf das Prinzip Keep it simple: „Die Basis einer Splitstory bildet eine einfache Idee, bestehend aus einer Beschreibung, einer Aufstellung der beteiligten Figuren und Handlungsorte sowie einem möglichen Ende.“ Ob das für eine gute Story ausreicht, mag dahingestellt sein. Man könnte etwa einwenden, keine Geschichte komme ohne „Plotpoints“ aus, dramatische Wendepunkte, die die Handlung vorantreiben. Wichtiger als solche Details scheint den Projekthelden aber der kreative Mitmach-Effekt selbst zu sein. Wenn man so will, ist Splitstory eine pragmatische Antwort auf die etwas weltfremde Plagiatsdebatte des deutschen Feuilletons, Stichwort Axolotl Roadkill. Den medialen Gewohnheiten der Digital Natives dürfte Erzählen à la Splitsstory auf jeden Fall entgegen kommen. „Mit E-Mail, SMS, Microblogging, Feeds, etc. werden Texte mittlerweile schneller und nicht mehr ausschließlich linear konsumiert, kommen aus verschiedenen Quellen, von unterschiedlichen Autoren und Systemen“, stellen die Splitsstory-Macher ganz richtig fest. Hoffen wir mal, dass vor lauter simsen & bloggen der Zielgruppe auch Zeit bleibt, eine Geschichte zu erzählen, die länger als 140 Zeichen ist…

E-Books und E-Comics online lesen: so geht’s

Ein Buch muss man dabei haben, um es zu lesen. Doch gilt das für ein E-Book eigentlich auch? Nein! Denn alles, was man braucht, ist das Lesegerät und ein Zugang zum Internet, am besten natürlich per WLAN. Verschiedene Web-Anwendungen ermöglichen sogar das reine Online-Lesen von E-Books. Die prominentesten davon sind neben Google Books wohl Bookworm und BookGlutton. Registrierte Nutzer können bei Bookworm und BookGlutton eigene E-Books auf den Server hochladen. Doch auch E-Comic-LeserInnen kommen unterwegs etwa per iPod oder iPhone voll auf ihre Kosten. Mehr dazu im E-Book-News-Special zum Thema Online Lesen. (mehr …)

Web 2.0 als Lesebühne: BookGlutton vereint E-Book und Chat-Forum

Bücher werden von ihren Lesern auch im Zeitalter des E-Books verschlungen. Dabei hilft ihnen jetzt eine Software namens Bookglutton, zu deutsch: Bücher-Vielfraß. Der digitale Buchverschlinger ist zunächst einmal ein online-E-Reader wie etwa Bookworm von O’Reilly. Nur: man liest nicht mehr allein. Bookglutton vereint nämlich „book group“, Computer und Buch. „Die Leute wollen gleichzeitig lesen, Anmerkungen machen und miteinander diskutieren“, schreiben die BookGlutton-Erfinder Travis Alber und Aaron Miller in ihrem Mission Statement. Denn: „Das ist der beste Zeitpunkt, um über ein Buch zu sprechen“. Der virtuelle Lesezirkel funktioniert tatsächlich wie eine Mischung zwischen Facebook, Chat-Forum und Google Books. Als Widget lässt er sich zudem in jeden WordPress-Blog integrieren. Doch was bringt die Mischung von Web 2.0 und Buch 2.0? (mehr …)