Liberté, toujours: Französischer Verlag bündelt E-Reader & DRM-freie E-Books

In libro Veritas E-Books E-Reader im Bundle Bookeen Opus.gifBookeen Opus-ILV: das klingt zunächst wie eine neue Version des französischen 5-Zoll-Readers. Doch in Wahrheit geht es um etwas anderes: der Verlag In Libro Veritas bietet das Lesegerät nun im Direktverkauf an, gefüllt mit einer Auswahl kostenloser E-Books. Besonderer Pluspunkt: nicht nur die Public-Domain-Klassiker, sondern auch die aktuellen Titel sind ohne Kopierschutz. Denn Verleger Mathieu Pasquini unterstützt die Copyleft-Bewegung.

In Libro Veritas: ein Verlag im Kampf gegen DRM

„Das Buch als Buch gehört dem Autor, aber als Gedanke gehört es der Menschheit“ – dieses Zitat von Victor Hugo hat es Mathieu Pasquini, Gründer des Verlags In Libro Veritas, besonders angetan. Der Verleger und Digital Rights-Aktivist stellte es seinem Vorwort für den Sammelband „La Bataille Hadopi“ (Die Schlacht um Hadopi) voran. Darin geht es um die Urheberrechts- und Kopierschutzdebatte bei unseren französischen Nachbarn, und natürlich um die Rolle des Internets. Die „Lex Hadopi“ legt schließlich die gesetzliche Grundlage dafür, unerlaubtes Filesharing mit Netzsperren zu ahnden. Bei In Libro Veritas wird dagegen seit 2005 ein deutliches Zeichen gegen Digital Rights Management und für das Recht auf Information gesetzt. Neben zahlreichen Public Domain-Klassikern bietet das Webportal inlibroveritas.net eine Reihe aktueller Titel unter Creativ Commons Lizenz an, die man entweder als PDF oder epub downloaden oder zumindest online lesen kann.

Die Leser können zwischen verschiedenen E-Book-Bundles wählen

In Kooperation mit Bookeen kann man verschiedene E-Book-Kollektionen von In Libro Veritas nun auch vorinstalliert auf einem E-Reader erwerben. Dabei handelt es sich um Bookeens 5-Zoll-Lesegerät Opus, das seit Sommer 2009 auf dem Markt ist. Die Opus-ILV-Version geht für 199 Euro über den Ladentisch, ist also genauso teuer wie bei anderen Anbietern. Doch dafür kann man zwischen mehreren Literatur-Bundles wählen.

  • Die Ubuntu-Version etwa enthält E-Books, die sich mit der gleichnamigen Linux-Distribution beschäftigen. Was ja auch deshalb Sinn macht, weil der Opus nicht nur problemlos Verbindung mit Windows- und Mac-Rechnern aufnehmen kann, sondern auch mit der Open Source-Alternative.
  • Die Selection InLibroVeritas wie auch ILV-Bibliotheca bieten eine allgemeine Auswahl aktueller Titel aus dem Verlagsprogramm, die Selection d’oeuvres du Domaine Public dagegen versammelt hundert Klassiker von Homer bis Victor Hugo.

Wie es sich für In Libro Veritas gehört, sind die E-Books im epub-Format und DRM-frei. Letzlich verstehen sich die E-Books natürlich nur als Appetizer, denn grundsätzlich steht den Benutzern ja die gesamte Online-Bibliothek von In Libro Veritas offen. Völlig bargeldlos geht es dort übrigens nicht zu: gegen Cash bekommt man jedes E-Book auch als Print-On-Demand-Buch, und den lebenden Autoren kann man online eine Spende zukommen lassen.

Fünf ist Trümpf: Die neue Liga der 5-Zoll-Reader

Die neue Liga der 5-Zoll E-Reader Bild_Pixelio_Kathrin Antrak.gifGanz klein kommt ganz groß raus. Bookeen mit dem Opus, Sony mit dem PRS 300 und Bebook mit dem geplanten Mini: alle setzen auf kleinere, handlichere E-Reader mit 5-Zoll-Display. Auch die Russen sind in der Offensive: mit dem Pocketbook 360 geht der osteuropäische Netronix-Distributor Pocket-Book ebenfalls mit einem Lesegerät für die Hosentasche an den Start. Preis und Leistung unterscheiden sich jedoch deutlich – obwohl keines der Geräte über ein Touch-Screen verfügt oder WiFi-fähig ist.

Je kleiner das E-Ink-Display, desto günstiger der gesamte E-Reader

Ein wichtiges Argument für die Mini-Reader ist offenbar der Preis: E-Ink-Displays sind das teuerste Element eines Lesegerätes, verkleinert man die Fläche, sinken auch die Kosten. Was allen 5-Zoll-Displays gemeinsam ist: das Display ist zwar kleiner, die Auflösung bleibt aber wie bei 6-Zoll-Readern, nämlich 600 mal 800 Pixel. Trotzdem wird man im Vergleich zum 6-Zoll-Reader öfter umblättern müssen, wenn man nicht kleinere Buchstaben in Kauf nehmen möchte. Zentral für die Mini-Reader-Strategie ist wohl auch der Mobilitäts-Faktor: bisherige Geräte sind einfach zu sperrig, um sie immer dabei haben zu können. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung dürfte am Ende die Kombination von Preis und Komfort sein. Allerdings: zum Preis der meisten 5-Zoll-Geräte gibt es auch jetzt schon einen iPod Touch — inklusive Farbdisplay, WLAN-Fähigkeit und Touch-Screen.

Fünf ist Trümpf: die Preisspanne der 5-Zoll-Reader reicht von 150 bis 280 Euro

  • Der PRS-300 von Sony kommt zwar nur mit 512 MB internem Speicher, kann aber 8 Graustufen darstellen. Der Reader bringt jedoch außer USB keine weitere Schnittstellen mit — kann also auch keine SD-Karte aufnehmen. Spartanische Ausstattung — spartanischer Preis: Mit etwa 150 Euro wird der PRS 300 der günstigste Reader auf dem Markt sein.
  • Das BeBook Mini vom niederländischen Hersteller Endless Ideas hat bis auf das 5-Zoll Display die gleichen Leistungsdaten wie das ursprüngliche BeBook 1 (512 MB interner Speicher, Einschub für SD-Karte). Es soll ab Ende August für 199 Euro erhältlich sein, also rund hundert Euro günstiger als die bisherige 6-Zoll-Variante.
  • Schon seit ein paar Wochen im Handel ist das Cybook Opus vom französischen E-Reader-Hersteller Bookeen (etwa 250 Euro). Es kann wie das BeBook 4 Graustufen darstellen, bietet aber nicht nur mehr internen Speicher (1 MB) als das BeBook, sondern als Zusatz auch eine „Accelerator-Funktion“ — je nach Position des Gerätes wird eine Buchseite auf dem Display im Hoch- oder Querformat dargestellt.
  • Eine Klasse für sich ist dagegen das russische Pocket-Book. Es bietet zwar dank SD-Karten-Slot und Accelerator-Funktion mehr Komfort, wird aber in Deutschland vorraussichtliche zwischen 260 und 280 Euro kosten.
  • Bild: Pixelio/Kathrin Antrak