epubs auf dem Kindle Fire lesen – Dropbox & Bluefire App machen’s möglich

Bisher war die E-Lesewelt in zwei Hälften geteilt – entweder nutzte man Amazons Kindle-Format, oder aber den Branchenstandard epub. Denn leider verhindert der Kopierschutz bei kommerziellen E-Books das grundsätzlich mögliche Hin- und Herformatieren. Der Boom im Bereich von Lese-Tablets auf Android-Basis ermöglicht jetzt jedoch die friedliche Koexistenz von E-Books & E-Lese-Apps unterschiedlicher Anbieter, und das sogar auf Amazons Kindle Fire. Eine besonders clevere Lösung ist die Installation der Cloud-Speicher-App DropBox in Verbindung mit der E-Reading-App Bluefire. So lassen sich mit einem Fingertipp epub-Dateien vom PC oder Laptop auf das Kindle Fire bringen und automatisch mit der komfortablen Lese-App öffnen. Ein aufwändiger „Jailbreak“ ist dazu nicht nötig: E-Book-News zeigt, wie’s geht.

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Das App-Universum im Android-Bereich scheint schier unendlich, auf dem Kindle Fire jedoch ist es recht überschaubar. Denn statt des normalen Google Play Stores bietet Amazons Tablet im Lieferzustand nur den „kuratierten“, firmeneigenen App Shop. Das heißt: Lese-Apps der Konkurrenz müssen draußen bleiben. Macht aber nichts, denn über einen kleinen Umweg kann man sie trotzdem installieren. Dazu muss man lediglich im Konfigurationsmenü unter der Rubrik „Gerät“ die Installation von „Anwendungen unbekannter Herkunft“ zulassen. Nun macht man sich auf die Suche nach einem direkten Download-Link für die gewünschte App. Sowohl Dropbox wie auch Bluefire bieten solche Links zum Glück direkt auf ihrer jeweiligen Webseite an.

Nach dem Download lässt sich die App-Datei per Fingertipp installieren und ist dann auf dem Homescreen über das App-Menü aufrufbar. Einziger Nachteil dieses Workarounds jenseits normaler App-Stores: die App wird nicht automatisch aktualisiert, d.h. man sollte ab und zu den Download wiederholen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Kombination von Dropbox und Bluefire auf dem Kindle Fire lohnt sich aber auf jeden Fall – per Fingertipp im Dropbox-Menü wird eine Datei aus der Cloud nun direkt auf das Gerät geladen und öffnet sich automatisch im Bluefire-Reader. Da die Bluefire App mit Adobe Digital Editions kompatibel ist, kann man auch DRM-geschützte epubs problemlos auf dem Kindle Fire lesen.

eBookS alias Bluefire: Libri-App für iOS & Android setzt auf Rebranding

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Tablet-Fieber auf der Leipziger Buchmesse: Libri stellte erstmals die neue eBookS-App vor, die demnächst sowohl für iOS wie für Android angeboten werden soll. Testen konnte man die neue App am Libri-Stand etwa auf Apples iPad, auf dem Pandigital Novel wie auch einer Preview-Version von Samsungs neuem Galaxy 10.1-Tablet. Bei der kombinierten E-Reader- und E-Shopping-Anwendung setzt Libri auf „Rebranding“ -- denn unter der Haube von eBookS werkelt die populäre Bluefire-App. Sie ermöglicht die komfortable Lektüre von E-Books im epub oder PDF-Format, inklusive Adobe-DRM. Auch „Onleihe“ in der lokalen Bibliothek klappt mit eBookS reibungslos.

eBookS-App bietet zahlreiche Ansichtsoptionen

„Create your own branded reading application and integrated store“ lautet das Motto der Bluefire App. Genau das hat Libri getan – die neue eBookS-App setzt auf die bewährte Technologie von Bluefire Productions. Gute Idee, denn keine andere E-Reader-App bietet eine ähnlichen Funktions- und Konfigurations-Umfang. Bei epub-Dateien gibt es zahlreiche Ansichtsoptionen wie Schriftgröße, Fontart und Spaltenbreite. Außerdem lassen sich bestimmte „Themes“ einstellen, wodurch sich die Text- und Hintergrundfarbe ändert. Handelt es sich um ein PDF, sind die Möglichkeiten zur Anpassung der Buch-Ansicht etwas begrenzter – neben der Einstellung der Helligkeit lässt sich lediglich herein- und heraus zoomen. Sowohl bei epubs wie auch bei PDFs können Lesezeichen angelegt und Anmerkungen gemacht werden, außerdem gibt es eine Volltextsuche. Übersicht schafft die „Library View“ – hier werden die Cover der persönlichen E-Bibliothek angezeigt.

Speziell auf mobilen Zugang abgestimmtes Frontend

Genau wie auf LumiRead & Pocketbook-Reader ermöglicht auch die eBookS-App für Tablet-PCs den direkten Zugang zum E-Store von Libri bzw. den Libri-Partnershops (z.B. von E-Book-News). Das speziell auf den mobilen Zugang abgestimmte Frontend kommt naturgemäß mit wenig Grafik aus, es gibt lediglich Miniaturansichten der E-Book-Cover, dazu kann man kurze Infos zum Inhalt lesen. Die Android-Version der eBooks-App soll zum Start des neuen Galaxy-Tablets verfügbar sein, die iOS-App wartet noch auf die Zulassung durch Apples App-Store. Das erste überhaupt lieferbare Tablet mit eBooks-App an Bord wird somit wohl das 7-Zoll-Gerät Pandigital Novel sein – voraussichtlich ab 31. März. Mit 250 Euro ist es allerdings etwas teuer. Eine günstigere Alternative mit direktem Draht zum E-Store dürfte das bereits jetzt für knapp 160 Euro lieferbare IQ 701 von Pocketbook bieten, zumindest sobald eBookS auch im Android Marketplace zur Verfügung steht.