All you can read im Aufwind: Jeder zweite deutsche E-Leser nutzt Flatrate-Abos (laut GfK)

jeder-zweite-liest-mit-flatrateE-Book-Flatrates sind längst zum Millionenmarkt geworden: alleine im ersten Halbjahr 2015 gaben die Deutschen dafür 30 Millionen Euro aus – das meldet die GfK im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Im E-Book-Einzelverkauf wurden dagegen 95 Millionen Euro investiert, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit betragen die Ausgaben der Konsumenten für „All-you-can-read“-Angebote immerhin bereits ein Drittel der normalen E-Book-Käufe.

Wer leiht, kauft deutlich weniger

Zu den E-Book-Konsumenten zählt die GfK mittlerweile 2,9 Millionen Deutsche ab 10 Jahren, zugleich beziehen aber auch bereits 1,4 Millionen Deutsche ihre Lektüre über digitale Abos, wobei hier Onleihe in Bibliotheken und monatliche Flatrate-Modelle zusammengerechnet wurden (einer aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge nutzen 32 Prozent der E-Leser die Onleihe, 19 Prozent kommerzielle Flatrates). Die Nutzer dieser Modelle sind offenbar stark auf das Ausleihen fokussiert. Laut GfK kauften mehr als die Hälfte der Abonnenten in diesem Zeitraum keine Bücher mehr – weder gedruckte noch E-Books.

Männlich, mittelalt, gut gebildet

Abo-Leser sind im Unterschied zum sonstigen Buchmarkt etwas jünger und etwas männlicher als der Durchschnitt: 56 Prozent der Flatrate-Nutzer sind Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Auch interessant: die Sparfüchse unter den Viellesern sollen überdurchnittlich gebildet, finanziell gut situiert und eher urban verortet sein. Basis der Analyse ist das GfK Media*Scope, eine kontinuierliche Befragung von ca. 25.000 deutschen Konsumenten zu ihren Einkäufen u.a. im Bereich Medien (Musik, Games, Kino, Video, Bücher).

Video-Flatrate toppt E-Books & Musik

Apropos Multimedia: insgesamt wurden für digitale Flatrates im ersten Halbjahr 2015 satte 200 Millionen Euro ausgegeben, E-Books werden also von anderen Säulen wie Musik und Video deutlich übertrumpft. Dabei ist Bewegtbild der größte Umsatztreiber: Knapp die Hälfte der Ausgaben entfällt hier auf den Bereich Video, am meisten profitieren davon große Anbieter wie Amazon, Netflix oder Maxdome.

Abb.: Tim RT (cc-by-2.0)