Mit freundlicher Empfehlung: Random House startet „Buchgeschenkefinder.de“

buchgeschenkefinderUnd wieder ein neues Buchempfehlungs-Portal, diesmal aus dem Hause Random House: mit dem „Buchgeschenkefinder“ (BGF) möchten die Bertelsmänner die vorweihnachtlichen Fahndung nach Geschenkideen in Sachen Print und E-Book erleichtern, und damit natürlich zugleich den saisonalen Buchverkauf der Verlagsgruppe anfeuern. Vorbild ist die Web-App „Flipper“ von Penguin Random House — anders als Flipper erhält man beim deutschen BGF aber Kauflinks, die zu traditionellen Buchhandelsketten wie auch Verlags-Shops führen, nicht nur in Richtung Amazon.

Mini-Psychotest ermittelt Lesetypen

Recht ähnlich verläuft dagegen der Auswahlprozess — nur die Zahl der Alternativen ist geringer. Sollen Erwachsene beschenkt werden, trifft man in fünf Schritten jeweils Entweder-Oder-Entscheidungen bei der Frage: Welche Eigenschaft passt zu ihr oder ihm? Zum Beispiel: Ästhetisch oder Fantasievoll? Liest zur Entspannung oder Wissensdurstig? Abenteuerlustig oder Schätzt das Vertraute?

Buchauswahl lässt sich weiter verfeinern

Am Ende präsentiert der BGF eine Typen-Einschätzung, die an das Ergebnis eines Mini-Psychotests erinnert, so etwa „Die Romantikerin“, „Der Empathische“ oder „Der Zeitreisende“. Die dazu gelieferte Buchauswahl lässt sich dann durch das Anwählen weiterer Themen verfeinern, zum Beispiel „Lesefreude“, „Gänsehaut“, „Infotainment“ etc. — wohl am Ende immer der beste Weg, um etwas passendes zu finden.

Kinderbücher je nach Altersgruppe finden

Bei Kindern funktioniert der BGF auf etwas andere Weise, nach der Angabe einer Altersgruppe kann man jeweils aus altersgemäßen Themenbereichen wählen, bei Kindern ab 10 Jahren zum Beispiel „Coole Mädchen“, „Tierische Freundschaften“ oder „Liebenswerte Nerds“. Die Zahl der vorgestellten Titel für Kinder ist eher begrenzt, aber durchaus brauchbar.

(via Buchreport)

From the Backlist, with Love: Random House startet Romance-Portal

sinnlicheseitenMan kann Buchblogger für sich bloggen lassen, man kann aber auch selbst ein Buchmarketing-Portal eröffnen: Random House macht mit „Sinnliche-Seiten.de“ jetzt beides. Denn für die neue Adresse rund um Herzschmerz-Geschichten schreiben nicht nur die zwei „hauptamtlichen“ Journalistinnen Vera Sophie Stegner und Ingeborg Trampe sowie die Autorin Sophie Andresky – über das kürzlich ebenfalls von der Verlagsgruppe gestartete „Bloggerportal“ werden auch Stimmen aus der Leserinnen-Community eingebunden. Nicht fehlen dürfen zudem neben Lektüretipps und Lesefutter rund ums Thema Liebe natürlich auch ein Newsletter und regelmäßige Gewinnspiele.

„Auf die Backlist aufmerksam machen“

Das Ziel scheint klar: Buchmarketing für Print & E-Book aus den hauseigenen Katalogen von Goldmann, Heyne, Blanvalet, Diana etc. Am Ende landet man nicht nur bei Klappentext und Leseprobe, sondern erhält auch Kauflinks in Richtung Amazon oder Mybookshop. Bei Random House selbst sieht man Sinnliche Seiten vor allem als Content-Plattform: Es gehe darum, die „Romance-Leserschaft auf unsere Backlist aufmerksam machen und neue Käuferschichten zu erreichen“, zitiert Buchreport Rita Bollig, seit 2014 als Digital-Strategin bei der zum Bertelsmann-Konzern gehörenden Verlagsgruppe.

Lesefestival Lit.Love als Parallelaktion

Demselben Zweck soll übrigens auch das von Random-Haus-Verlagen organisierte Lesefestival „Lit.Love“ dienen, das im November in München stattfindet. Mission Statement: Fans und Leserinnen von Frauenromanen haben dort „Gelegenheit, ihre Lieblingsautorinnen live zu erleben, sie persönlich zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen“. Das Romance-Portal wird natürlich die Lit.Love-Events ebenfalls featuren.

Reaktion auf Indie-Konkurrenz?

Solche Aktivitäten darf man wohl auch als Reaktion auf den Self-Publishing-Boom werten, der gerade bei populären Genres etablierten Verlagen das Wasser abgräbt – doch zumindest haben die Bertelsmänner den Trend erkannt. Was man nicht zuletzt daran sieht, dass Sinnliche Seiten auch auf ein Gemeinschaftsprojekt von Random House und BoD verlinkt: Twentysix, ein … Self-Publishing-Portal.

„Shades of Grey“ pusht Bertelsmann-Umsatz, E-Book-Anteil schon bei 20%

Die Stärkung des Kerngeschäfts hat sich der Bertelsmann-Konzern vorgenommen, zugleich aber die forcierte digitale Transformation – und das scheint sehr gut zu funktionieren. Perfektes Beispiel dafür ist die Konzerntochter Random House. Die weltgrößte Verlagsgruppe erreichte 2012 ein Umsatzplus von 22,5 Prozent (Gesamtkonzern: plus 4,5 Prozent), gepusht vor allem durch Megaseller wie die „Shades of Grey-Trilogie“. Zwischen März und Dezember des vergangenen Jahres verkaufte sich die SM-Schmonzette der britischen Autorin E L James mehr als 70 Millionen mal – als Taschenbuch, Hörbuch und E-Book. Das gab der Konzern heute auf seiner jährlichen Bilanzpressekonferenz in Berlin bekannt.

„Shades of Grey“ mag zwar die am schnellsten verkaufte Buchserie der Firmengeschichte darstellen, doch es gab auch noch weitere Hits. Auf dem besonders umsatzstarken US-Buchmarkt kamen Titel der Verlagsgruppe Random House im Jahr 2012 insgesamt 33 mal auf Platz Eins der NYT-Bestsellerliste, darunter Lee Childs Thriller „A Wanted Man“, Rod Stewarts Autobiografie „Rod“ sowie „Private Games“ von James Patterson. Zum Erfolg der Buchsparte trug der Ausbau des E-Book-Katalogs auf inzwischen mehr als 47.000 Titel ebenso bei wie die Buchverleih-App Skoobe: insgesamt liegt der E-Book-Anteil nun bereits bei 20 Prozent, verkündet Bertelsmann.

Hier gilt natürlich: Tendenz weiter steigend. Denn zum einen hat Bertelsmann kräftig in die Tolino-Allianz investiert, und verfügt damit über eine eigene, cloudgestützte Geräteplattform für elektronische Bücher. Zum anderen wird 2013 die Fusion zwischen Random House und der Buchsparte von Pearson vollzogen, der neue Verlagsgigant soll dann „Penguin Random House“ heißen. Im US-Geschäft konnte Penguin bereits für das Jahr 2011 einen E-Book-Anteil von 20 Prozent verzeichnen. Letztlich geht es bei diesem Mega-Merger natürlich auch darum, die Position der Großverlage gegenüber einem noch mächtigeren Giganten zu stärken: Amazon.

Abb.: Flickr/twicepix (cc)

E-Books im Abo mit Skoobe-App: Holtzbrinck & Bertelsmann landen Flatrate-Scoop

E-Books werden ab jetzt rückwärts buchstabiert: mit Skoobe gibt es erstmals in Deutschland ein Flatrate-Angebot für elektronische Lektüre. Wer die gleichnamige App auf iPhone oder iPad installiert, kann zum Abo-Preis von 9,99 Euro monatlich jeweils fünf Titel gleichzeitig ausleihen. Umfangreiche Leseproben ermöglichen auch ohne aktives Abo das Anlesen aller verfügbaren Bücher. Das Angebot kann sich sehen lassen: Skoobe ist ein Joint-Venture der Mediengiganten Holtzbrinck und Bertelsmann, so dass schon jetzt mehr als siebzig Verlage mit im Boot sind. Nach Angaben des Unternehmens ist Skoobe zudem „offen für alle Verlage, die ihre Bücher auf dieser Plattform anbieten möchten“. Auch für potentielle Leser lohnt es sich, möglichst bald bei Skoobe dabei zu sein – das Eröffnungsangebot gilt nämlich nur für die ersten zehntausend Abonnenten.

Lesen auf bis zu drei Geräten gleichzeitig

Das Skoobe-Interface ist grafisch gut auf iPhone und iPad abgestimmt – neben animiertem Umblättern glänzt es mit übersichtlichen Menüs und nützlichen Listenfunktionen. Bei der Auswahl interessanter Lektüre im Online-Katalog hilft die Möglichkeit, Bücher zu bewerten und zu kommentieren. Die abwechselnde Lektüre – egal ob online oder offline – auf Smartphone und Tablet ist kein Problem, denn das Digital Rights Management erlaubt die Nutzung von bis zu drei Apple-Gadgets. Systemvoraussetzung ist iOS 4. Eine entsprechende Version für Android-Geräte soll im Laufe des Jahres 2012 ebenfalls zur Verfügung stehen. Wer bei soviel Lektüre lieber augenschonend auf einem E-Ink-Reader lesen möchte, schaut allerdings in die Röhre – das
Skoobe-Prinzip funktioniert nur als App.

Aktuelles Angebot gilt nur bis März 2013

Auch wenn man zu den ersten zehntausend Abonnenten gehört, die das Angebot in vollem Umfang nutzen können, gilt übrigens: ab 1. März 2013 können nur noch zwei E-Books gleichzeitig ausgeliehen werden. Ob Skoobe also für Holtzbrinck und Bertelsmann wirklich den langfristigen Einstieg in das Flatrate-Business bedeutet, bleibt somit abzuwarten. Der Branchentrend weist allerdings schon in diese Richtung. Amazon etwa bietet in den USA für Mitglieder des Prime-Programms bereits mehr als 100.000 Titel zur elektronischen Ausleihe an. Und auch die deutschen Stadtbibliotheken ermöglichen mit ihrer „Onleihe“-App die zeitlich befristete E-Book-Lektüre auf iPhone und iPad.

Sony-Reader sei dank: Random House Verlagsgruppe meldet 100.000 verkaufte E-Books

randomhouse.gifNach Libri und textunes gab nun auch Random House Zahlen zum E-Book-Business bekannt: während der letzten 12 Monate hat das zum Bertelsmann-Konzern gehörende Unternehmen 100.000 E-Books in Deutschland verkauft. Die einzelnen Verlage, zu denen u.a. Heyne und Goldmann gehören, konnten damit offenbar den Absatz im Vergleich zum Vorjahr um das Zwanzigfache steigern. Insgesamt hat die Verlagsgruppe Random House zur Zeit mehr als 2.500 elektronische Bücher im Angebot.

Deutliches Zeichen für den elektronischen Boom: Die Bestseller-Listen von Print & E-Book gleichen sich an


Kommt nach dem E-Book-Hype nun der realwirtschaftliche Boom? Aktuelle Zahlen von Anbietern wie Libri, textunes oder Heubachmedia scheinen das nahe zu legen. Seit dem Marktstart des Sony Readers PRS 505 Anfang 2009 hat das elektronische Lesen offenbar endgültig den Durchbruch geschafft. Fünf- und sechsstellige Verkaufszahlen bei E-Readern wie auch bei E-Books belegen eindeutig eine wachsende Dynamik im deutschen Leseland. Die Veränderungen werden auch bei den Bestseller-Listen deutlich: „Nachdem in den Anfangstagen unsere E-Book-Bestsellerliste von Science Fiction und Fantasy-Titeln geprägt wurde, liegen jetzt unsere aktuellen Print-Bestseller auch bei den E-Books ganz vorne: Helmut Schmidt und Stieg Larsson waren unsere erfolgreichsten E-Book-Autoren im letzten Jahr“, so Frank Sambeth, im Random House-Vorstand verantwortlich für Neue Medien. Für Random House ist diese Dynamik nichts Neues – das seit 1998 zur Bertelsmann Gruppe gehörende globale Verlagsimperium ist schließlich auch am Geschäft mit englischsprachigen Kindle-Books beteiligt. Auf dem Kindle hat Random House bereits im letzten Jahr Wachstumszahlen von 400 Prozent erzielt. Besonderer Umsatztreiber waren Bestseller wie Dan Browns „Lost Symbol“, der im September 2009 an den Start ging. Alleine in der ersten Woche wurden 100.000 elektronische Versionen verkauft…