E-Book, Youtube & Instagram gekreuzt: Oolipo-App offiziell gestartet

oolipo-storytelling-app-introSchluss mit der reinen Buchstabensuppe, das Smartphone ist eine viel mächtigere Storytelling-Maschine. Es ist vor allem auch eine perfekte Verkaufsplattform für serielles Erzählen mit allen Mitteln, vom Text über das (Bewegt-)Bild und Ton bis hin zum plurimedialen Mix. Irgendwie so in diese Richtug denken die Macher von Oolipo, der neuen Streaming-App für Geschichten. Das hinter diesem Venture Bastei Lübbe steht, ist kein Zufall – die Kölner haben in den letzten Jahren schon einige Erfahrung mit seriellen digitalen Erzählformaten gesammelt.

„Imagine eBook, YouTube & Instagram had a romantic meeting“

Was heißt Ooolipo konkret? „Imagine an eBook, YouTube and an Instagram story had a romantic meeting. Their offspring would be oolipo“, fabuliert die Produktbeschreibung im Apple Store, wo man Oolipo jetzt herunterladen kann (die Android-App folgt Mitte 2017). Zu den ersten Stories gehören „Get used to it“, ein digitales Documentary über junge Skateboarder in Südafrika, „London I“, eine illustrierte Liebeserklärung an das London der Nuller Jahre, sowie „The Darkness Behind Our Eyes“, eine Graphic Novel ad usum Smartphoni.

„Wir betreten mit dieser Plattform Neuland“

„Es gibt kein vergleichbares Angebot am Markt, und wir wissen, dass wir Neuland betreten“, so Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack (was nicht ganz stimmt, andere haben das auch schon versucht, siehe z.B. Vook). Man sei aber überzeugt, dass die dahintersteckende Idee, eine Plattform für multimediale Erzählformate auf’s Smartphone zu bringen, enormes Potenzial berge.

Alternative zu Chat-Style-Apps

Tatsächlich geht der Trend derzeit ja eher wieder in Richtung Effekt-Minimalismus, wie die Flut von Chatstyle-Apps diverser Anbieter zeigt. Mit diesen gemein hat Oolipo allerdings die an der Gamesbranche geschulte Verwertungsmechanik: Pilotfolgen einzelner Staffeln sind kostenlos, weitere Episoden kann man via In-App-Shopping erwerben.

Verlage & Autoren für Content gesucht

Zum Start bietet die Oolipo-App insgesamt acht englische und vier deutschsprachige Serien, allesamt Oolipo-Eigenproduktionen. Zukünftig soll Oolipo aber auch – und wohl vor allem – als Plattform für Drittanbieter fungieren, vom gestandenen Verlag bis zum ambitionierten Self-Publisher.

(via Buchreport)

Riethmüller-Doktrin, oder: Verlage, die mit Amazon kooperieren, werden ausgelistet?

illuminati-via-kindle-appWar da was!? Bastei Lübbe hat in den letzten Wochen mal wieder E-Books verschenkt – in Form von kostenloser, vorinstallierter Lektüre auf E-Readern bzw. innerhalb von E-Lese-Apps. Soweit, so gut. Die Aktion wurde kurz vor Weihnachten in Kooperation mit der Tolino-Allianz (Sebastian Fitzek, Joshua-Profil) durchgeführt, seit 8. Januar (& noch bis morgen, also 14. Januar) läuft eine Kooperation mit Amazon (Dan Brown, Illuminati). Oder sollte man vielleicht eher sagen: Kollaboration mit Amazon?

Denn die Gratis-Illuminati via Kindle-App haben für erheblichen Ärger im Totholz-Spiralarm der Gutenberggalaxis gesorgt: der Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein sieht die Partnerschaft zwischen Buchhändlern und Verlagen bedroht, die bundesweite Fachhändler- Initiative BuyLocal kündigte nun gar an, die seit 2012 bestehende Förderpartnerschaft mit Bastei Lübbe aufzukündigen.

Auch einzelne Buchhändler wollen den Kölner Publikumsverlag boykottieren, darunter Michael Riethmüller (RavensBuch, Ravensburg/Friedrichshafen) — letzterer ist in der Branche kein Unbekannter. Schon als Bastei Lübbe letztes Jahr ein wenige Millimeter großes Kindle-Logo auf das Cover von Phillipp P. Petersons Sci-Fi-Bestseller „Paradox“ druckte (das Buch hatte zuvor den Kindle-Storyteller-Wettbewerb gewonnen), listete der Ravensburger Buchhändler und Buy-Local-Vorsitzende den Titel in seinen Geschäften kurzerhand aus.

Wird die Riethmüller-Doktrin jetzt etwa zur branchenweiten Ächtungs-Policy im Umgang mit Amazon, quasi als Buchhandels-Version der Hallstein-Doktrin? Wahrscheinlich nicht. Denn die von Bastei Lübbe vorgebrachten Kooperations-Argumente (z.B. neue Leserschichten ansprechen, Aktivierung der Backlist, Wachstum in einem stagnierenden Markt generieren) gelten auch für viele andere großen Verlage. Ohne deren Bestseller wie auch Longseller aber wäre das stationäre Geschäft kaum mehr rentabel zu betreiben…

Oolipo, oder: E-Book-Erweiterung durch formale Zwänge

oolipo-ebook-streaming-made-by-bastei-luebbe„Das Youtube des Irgendwas“ oder das „Youtube für Dings“ wollten schon viele gründen. Jetzt ist auch mal Bastei Lübbe dran: das kürzlich vom börsennotierten Verlag aufgekaufte E-Book-Portal Beam soll zum „Youtube des Storytellings“ ausgebaut werden. Genauer gesagt, zu einer Streaming-Plattform, „die es Autoren und anderen Contentherstellern ermöglicht, multimedial Inhalte zu erstellen und so aufzubereiten, dass sie bei einer Zielgruppe landen, die Smartphones als primäre Inhalte-Konsumquelle nutzen“, so Colin Lovrinovic, Lübbes Head of International Digital Sales, gegenüber Buchreport. Oder in den Worten des Mission Statements auf oolipo.com: „Fiction, reimagined for mobile“.

Werkstatt für potentielle E-Literatur

Der für April 2016 international geplante Soft-Launch des Erzähl-Youtubes wird allerdings nicht unter dem Namen Beam stattfinden, sondern aus namensrechtlichen Gründen unter dem Label „Oolipo“. Gesprochen: „Uh-lie-poh“. Das wiederum ist kein beliebiger Gaga-Name wie Oyo & Co., sondern eine hochliterarische Anspielung (was aber in der Branche bezeichnenderweise bisher niemand gemerkt hat, Buchreport inklusive…). Unter dem Akronym „Oulipo“ („Ouvroir de littérature potentielle“, also etwa: Werkstatt für potentielle Literatur) versammelten sich seit den 1960er Jahren Avantgarde-Autoren wie Italo Calvino, Raymond Queneau oder Oskar Pastior, um mit „Spracherweiterungen durch formale Zwänge“ zu experimentieren. Zum Beispiel einen Roman ohne den Vokal „e“, Palindrom-Sonette oder ähnliches.

Know-How von Readfy, BookRix & Blue Sky Tech

Wobei die „Zwänge“ bei Oolipo natürlich technischer Natur sein werden, es soll um kurze Formate etwa mit Audio- und Videoinhalten gehen, Bastei-Lübbe-typisch auch in Serienform und so interaktiv wie möglich. Konsumiert werden die Inhalte auf Smartphone oder Tablet mit der Oolipo-App, die ebenfalls 2016 gelauncht wird. Wie ambitioniert das Vorhaben ist, sieht man auch schon an den jetzt bekannt gewordenen Personalia: neben Colin Lovrinovic als Head of Content wird das Joint Venture mit Ryan David Mullins als CPO den Mitgründer von Readfy an Bord haben, dazu Johannes Conrady (zuvor Bookrix) sowie als CEO Andrew Irvine vom Investor Blue Sky Tech Ventures, der 55% an Oolipo hält.

Ach ja, uuups, und was wird eigentlich aus Beam 1.0, wenn Beam zu Oolipo wird? Ganz einfach: aus dem o.a. formalen Zwang darf Beam auch in Zukunft Beam heißen, und bleibt laut Pressemitteilung unter diesem Namen ein „normales“ E-Book-Portal.

„Bei Netflix abgeguckt“: Bastei Lübbe startet 2016 eigene E-Book-Flatrate

bastei-lübbe-homepageMit einer E-Book-Flatrate will die Kölner Verlagsgruppe Bastei Lübbe den Vorsprung als Marktführer bei E-Book-Belletristik ausbauen. Bereits ab 2016 werden deutsche Leser digitale Romanserien und Audiobooks zum Preis von 5 Euro pro Monat abonnieren können. „Das haben wir uns ein bisschen von Netflix abgeguckt“, so Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack am Dienstag gegenüber dem Handelsblatt. Ähnlich wie beim deutschen Flatrate Startup Readfy soll es zudem ein kostenloses, werbefinanziertes Angebot geben.

Für den Aufbau einer eigenen Flatrate greift Bastei Lübbe tief in die Tasche. Zwischen 15 und 20 Millionen Euro soll neben dem Content selbst für den Aufbau einer eigenen Plattform sowie das Marketing aufgewendet werden. Geplant sind auch Lese- und Hörstreams auf Englisch, Spanisch sowie Mandarin. Schafft es das börsennotierte Unternehmen, bis 2020 die laut Handesblatt anvisierten 24 Millionen Nutzer zu erreichen, könnte sich der Gesamterlös von derzeit knapp 100 Millionen auf 200 Millionen Euro verdoppeln.

Die geplante E-Book-Flatrate von Bastei Lübbe fügt sich nahtlos in die bisherige Digital-Strategie ein: schon 2012 ging die Verlagsgruppe unter dem Label „Digital First“ mit originären Digi-Novel-Serien an den Start. Ähnlich wie TV-Serien sind diese Serien in Staffeln angelegt und eignen sich gut für Streaming-Angebote. Im letzten Jahr folgten mit der Übernahme der Self-Publishing-Community BookRix und dem E-Book-Store Beam eBooks zwei Zukäufe, die den Aufbau einer eigenen Plattform erleichtern.

Außerdem macht sich Bastei Lübbe auf die Suche nach geeigneten Marketing- und Distributionspartnern – auf dem Radar haben die Kölner dem Handesblatt zufolge nicht zuletzt das große Vorbild Netflix selbst. Was wohl auch keine schlechte Idee ist, denn die Bastei-Lübbe-Flatrate wird in Deutschland mit gut etablierten Platzhirschen konkurrieren müssen: neben Kindle Unlimited sind hier mit Skoobe und Readfy schon längst deutsche Startups aktiv.

DRM-freie Serienromane als gemeinsame Basis: Bastei Lübbe erwirbt Beam eBooks

Die Kölner Verlagsgruppe Bastei Lübbe bleibt in Shopping-Laune – nach dem Erwerb der Self-Publishing-Plattform BookRix ist nun Beam eBooks im Einkaufswagen gelandet. Der (bisher) unabhängige E-Book-Store gehört unter den Kleinen der Branche mit mehr als 400.000 registrierten Kunden eindeutig zu den Großen. Und darf zudem als Branchen-Vorreiter gelten: schon vor knapp zehn Jahren wurde das Portal vom E-Lese-begeisterten Buchhändler Christoph Kaufmann gegründet.

Thematisch und technisch unterscheidet sich Beam ebenfalls vom Mainstream. Der E-Book-Store ist spezialisiert auf populäre Genres wie Sci-Fi, Fantasy und Thriller, und verkauft aus Prinzip nur DRM-freie Lektüre. Die gibt’s gar nicht mal so selten, derzeit umfasst der Katalog schon mehr als 230.000 Titel. Experimentierfreudig ist Kaufmann auch auf anderem Gebiet: so bietet er bereits seit einiger Zeit Serien wie Perry Rhodan, Jerry Cotton oder Geisterjäger John Sinclair im Abo an, und launchte ein spezielles Sci-Fi-Portal (science-fiction-ebooks.de), das vom Autor und Genre-Experten Thomas Knip betreut wird.

Viele der bei Beam abonnierbaren Digi-Dime-Novels erscheinen übrigens nicht zufällig bei Bastei Lübbe. Insofern wächst hier wohl auch inhaltlich zusammen, was sehr gut zusammen passt. Zumal Bastei Lübbe ja das Marketing ebenfalls sehr gut auf ein junges, technikaffines Publikum zuschneidet, mit Digital-Only Serienromanen experimentiert und Inhalte ohne hartes DRM und zu medial angemessenen Preisen anbietet.

Abb.: Screenshot Frontpage Beam eBooks

BookRix-Community wird Bastei Lübbes neue Casting-Allee

Bastei Lübbe braucht immer neue Schreibtalente, am besten in Serie – und dabei war der Marktführer im Bereich E-Book-Belletristik schon bisher sehr erfinderisch: der Autor für den digitalen Serienroman „Apocalypsis“ etwa wurde kurzerhand gecastet. Damit der Nachschub am Stoff, aus dem die Genre-Träume gestrickt werden, auch zukünftig nicht ausgeht, hat sich Bastei Lübbe nun eine ganze Casting-Allee zugelegt: das Kölner Medienunternehmen sicherte sich die Mehrheit an BookRix, einer der größten deutschen Self-Publishing-Communities mit mehr als 500.000 registrierten Mitgliedern.

Autorenwettbewerb soll neue Talente scouten

Passenderweise soll als erstes ein großangelegter Autorenwettbewerb stattfinden: Man werde „gemeinsam nach den besten Newcomer-Autoren 2014 suchen“, so Lübbe-Vorstandschef Thomas Schierack. Natürlich bedeutet die Beteiligung an Bookrix mehr als nur Casting. Denn zugleich erhält der Publikumsverlag nun den direkten Draht zu einer vorwiegend jungen und kommunikationsfreudigen Leserschaft, die sich auf der Facebook-ähnlichen Plattform um ihre Lieblings-Autoren und Genres versammelt. Der auf populäre Genres spezialisierten Kölner folgen mit der effektiven Kombination von Social Reading, Self-Publishing und Talent-Scouting einem Branchentrend – so ähnlich macht es bereits DroemerKnaur mit der Self-Publishing-Plattform Neobooks (Claim: „Bestseller von heute und morgen entdecken“): auch dort erhalten Indie-Autoren die Chance, über einen internen Wettbewerb im regulären Verlagsprogramm zu landen.

Das beste aus beiden Welten

Letztlich bieten solche Plattformen das Beste aus beiden Welten. Das sieht auch Bookrix-Gründer & CEO Gunnar Siewert so: bei der Partnerschaft mit Bastei würden sich (Autoren-)“Unabhängigkeit und die klassischen Kernkompetenzen eines Verlages optimal ergänzen“. Schon bisher konnte man via BookRix elektronische Bücher nicht nur innerhalb der Community teilen, sondern sich auch für die Distribution über den Buchhandel entscheiden. Insgesamt wurden bereits 6.500 Titel ausgeliefert, von denen es drei sogar in die Top 10 von Amazons Kindle-Shop schafften. 2014 plant BookRix, die Marke von einer Million verkauften E-Books zu überschreiten.

[Sponsored Post] Digitale Kurzroman-Serie „Horror Factory“: Bastei Lübbe lädt zum Gruseln ein

Die Digitalsparte von Bastei Lübbe setzt auf das Gesetz der Serie: mit Wolfgang Hohlbeins Gruselgeschichte „Pakt mit dem Tod“ startet heute die neue Kurzroman-Reihe „Horror Factory“. Herausgeber Uwe Voehl präsentiert ab sofort im 14-Tages-Rhythmus Horror-Kurzromane von prominenten Autoren wie auch interessanten Newcomer. Die Stories sind in sich abgeschlossen, bei manchen umfasst der Spannungsbogen jedoch mehrere Folgen. Von der klassischen Geistergeschichte über Gothic bis Dark Fantasy ist alles dabei -- jeweils zum Preis von 1,49 Euro pro Download, erhältlich als epub & Kindle-Version.

Horror-Factory als Manufaktur des Schreckens

Wie gut sich Serienprinzip und E-Books vertragen, hat Lübbe Digital bereits mit dem Vatikanthriller „Apocalypsis“, der Mystery-Serie „Survivor“ oder der Berliner Lifestyle-Soap „Coffeshop“ gezeigt: diese Serien verlaufen ähnlich wie man es von TV-Produktionen gewohnt ist über mehrere Staffeln, wobei ein typischer „Myth-Arc“ die Spannung aufrecht erhält. Während diese Serien kollaborativ von Schreib-Teams begleitet werden, ist die Horror-Factory trotz des Namens eher eine Manufaktur des Schreckens -- schließlich gilt hier: ein Text, ein Autor.

Zum Auftakt begibt sich Deutschlands erfolgreichster Horror- und Phantastik-Autor Wolfgang Hohlbein in die amerikanische Provinz: in Milton, Massachusets erblick Farmersohn Herman an seinem Geburtstag zum ersten mal das absolut Böse (was in diesem Fall aber nichts damit zu tun hat, dass es sich um den Geburtsort von George W. Bush handelt). Wie heißt es so schön: die Hölle, das sind die anderen. Doch um zu überleben, geht Herman einen Pakt mit dem Tod ein -- die friedlichen Tage im Provinznest sind gezählt.

Blutiger Splatter-Fleck als Serien-Logo

Am 12. Juni gibt’s dann die nächste Folge -- nämlich „Crazy Wolf -- Die Bestie in mir“, aus der Feder von Christian Endres, bekannt als Autor von „Die Zombies von Oz“ oder der Crossover-Sammlung „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“. Im Amazons Kindle-Shop kann man „Crazy Wolf“ und die folgenden Geschichten aus der Horror-Factory von Lübbe Digital bereits vorbestellen, was offenbar auch schon sehr viele Leser gemacht haben: der Verkaufsrang der einzelnen E-Books ist bereits erstaunlich hoch für Titel, die noch gar nicht lieferbar sind.

Die schon vorab gelungene Leserbindung dürfte neben den Titeln wie „Teufelsbrut“, „Blutflüsterer“ oder „Bedenke dass du sterben musst“ wohl auch am vielversprechenden Artwork der neuen Reihe liegen. Auf den Covern erscheinen vor eisigem Hintergrund Hackebeile, Schädel, Grabsteine oder Raben, in der Mitte prangt jeweils als Reihen-Logo ein blutiger Splatter-Fleck. Nicht zu verachten ist aber auch der über Youtube verbreitete Trailer -- wer ihn anklickt, sollte dabei besser keine Tasse aus Meißner Porzellan in der Hand halten. Die könnte dann nämlich auch als Splatter-Fleck enden…

Wolfgang Hohlbein,
Pakt mit dem Tod

(Lübbe Digital, Mai 2013)
Preis: 1,49 Euro (epub/Kindle)
Reihe „Horror-Factory“,
hrsg. von Uwe Voehl

Abb.: Lübbe Digital

Hinweis: Dieser Artikel wurde gesponsert von VIRAL LAB

Digital First: Bastei Lübbe startet rein digitale Serienromane

Bastei Lübbe weitet das elektronische Programm aus: im Frühjahr 2012 startet mit „Digital First“ ein Angebot, das exklusiv als App, E-Book, Audio-Download oder Read-and-Listen-Version vermarktet wird. Neben der zweiten Staffel des Vatikanthrillers „Apocalypsis“ erscheint im Mai 2012 die neue Mystery-Serie „Survivor“. Den Lesern steht drei Monate lang eine neue Episode zum wöchentlichen Download bereit. Die letzte Folge von „Apocalypsis“ (Staffel Eins) erschien Anfang Januar – alle zwölf Folgen zusammen kosten etwa soviel wie ein normales Hardcover-Buch. Bereits seit 2011 gibt es bei Bastei Lübbe ein eigenes Lektorat für digitale Inhalte, mit „Bastei Entertainment“ hat der Verlag nun zudem eine eigene Abteilung für E-Publishing und crossmediale Verwertung. „Digital First“ führt mustergültig vor, wie weit die Verwertungskette des elektronischen Buchmarktes mittlerweile reicht: Abgesehen von klassischen E-Readern können die Inhalte schließlich auf Smartphone, MP3-Playern oder Tablets konsumiert werden.

Gutenbergs Apokalpyse: „Fangt an zu beten!“

Auf der letzten Frankfurter Buchmesse ließ Bastei Lübbe falsche Mönche in langen Kutten aufmarschieren, und warb mit dem Motto: „Fangt an zu beten, die Apokalypse steht bevor“. Gemeint war damit nicht der Untergang der Gutenberg-Galaxis, sondern deren Fortsetzung mit anderen Mitteln. Denn es ging natürlich um den Start der ersten Staffel von „Apocalypsis“. Das Grundgerüst des Plots lässt keine Wünsche offen: Der Papst ist unter mysteriösen Umständen verschwunden, ein bestialischer Serienmörder treibt sein Unwesen, eine okkulte Sekte sucht nach dem Geheimnis der Templer, und mitten drin im Geschehen der Chef-Exorzist des Vatikans, die junge Nonne Maria und der Journalist eines Hamburger Nachrichtenmagazins. Schöpfer der E-Book- und Hörbuch-Serie „Apocalypsis“ ist interessanterweise mit Mario Giordano ein versierter Drehbuch-Schreiber, der die einzelnen Folgen zusammen mit einem Team von Ko-Autoren produziert hat.

„Print Second“: Taschenbuch-Ausgabe nicht ausgeschlossen

Bastei Lübbe geht also im Vergleich zu bisherigen enhanced-Konzepten im E-Book-Bereich noch einen entscheidenen Schritt weiter. Die neuen Serien werden nicht im Nachhinein mit Audio- oder Videomaterial angereichert – wie es etwa bei Ken Folletts „Sturz der Titanen“ der Fall war – sondern von vornherein multimedial konzipiert. Die schnörkellöse, filmische Schreibweise dürfte dabei zugleich die spätere Umsetzung auf dem TV-Bildschirm erleichtern. Von dort ausgeborgt ist ja auch der sich von Staffel zu Staffel ziehende Spannungsbogen. Allerdings steht selbst bei der „Digital First“-Reihe immer noch der Text im Mittelpunkt – es handelt sich also zugleich um eine neue Form des Fortsetzungsromans. Schon alleine deshalb ist „Print Second“ natürlich nicht ausgeschlossen: später sollen die neuen Serien auch als klassisches Taschenbuch erscheinen.