Neue Textur für Apple News: Cupertino plant offenbar Magazin- & Zeitschriften-Flatrate

apple-news-plus-textureWenn ein großer Konzerne ein kleines Startup verschluckt, stellt sich immer die Frage: Was wird er damit machen? Nach der Übernahme der Texture-App („Magzines unbound & unlimited“) durch Apple scheint das absehbar zu sein — Apple will der iPhone- und iPad-Gemeinde offenbar nicht nur kuratierte Nachrichten im Rahmen der Apple News-App bieten, sondern auch eine Content-Flatrate.

Texture bot bereits mehr als 200 Titel

Die bisherige Texture-App hatte bereits über 200 Magazin-und Zeitschriften-Titel im Angebot — die Jungs aus Cupertino werden aber bestimmt noch mehr Verlage ins Boot holen. Vorbild könnte hier das Rundum-Angebot von Apple Music sein (und auch hier ging das Unternehmen zunächst auf Einkaufstour und schluckte den Subskriptionsdienst Beat Music). Auch bei spätem Eintritt in bereits erschlossene Märkte lautet die Devise von Apple ja bekanntlich: Wenn schon, dann richtig.

App-Umsätze ergänzen iPhone-Verkauf

Mit dem forcierten Verkauf von Dienstleistungen via App will Apple wohl auch einem strukturellen Problem begegnen: die iPhone-Verkaufzahlen lassen sich nicht mehr beliebig steigern, also muss das Wachstum auf anderen Feldern erzeugt werden. Eine breite Plattform ist mit all den iOS-Nutzers weltweit vorhanden. Vielleicht kommt Apple News in neuer Form dann ja auch nach Deutschland?

Erst Apple, jetzt Twitter: Handverlesene News ergänzt Algorithmen

twitter-kuratiert-die-newsKünstliche Intelligenz kann alles, möchte man manchmal meinen. Suchergebnisse sortieren, Personen erkennen, Musik empfehlen. Doch gerade wenn es um die effektive Vermarktung von komplexen Inhalten geht, scheint die helfende Hand von menschlichen „Kuratoren“ im Zweifelsfall noch immer unverzichtbar zu sein. Das gilt nicht nur im (Offline-)Buchhandel, sondern offenbar auch bei Online-Musik, oder etwa im digitalen Nachrichten-Sektor.

„The best in breaking news“

Wenn aktuelle Stellenausschreibungen als Gradmesser taugen, gibt es nämlich gerade im Journalismus – angeblich ja von Roboterisierung bedroht – gerade eine Rückbesinnung auf handverlesene Informationen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Apple für den neuen Service Apple News einen Redakteur sucht, der aus dem Strom der Neuigkeiten „the best in breaking national, global, and local news“ herausfischen soll. (Bei „Apple Music“ wird übrigens auch noch eine menschliche Hand durch die Musikbox blättern…)

Von Apple News zu Twitter News

Nun möchte offenbar auch Twitter eine eigene Redaktion aufbauen, um News zu besonderen Gelegenheiten besser darstellen zu können. In einer aktuellen Stellenausschreibung heißt es: „We’re looking for a skilled editorial mind to lead a small team that will identify the best Tweets, photos, Vines and videos around the biggest real-world events and high profile opportunities“.

Die Hand am Stream regiert die News

Eine spannende Entwicklung, die tendenziell natürlich weiter die klassische Rollenverteilung untergräbt – schließlich gehört die Auswahl und Zusammenstellung von Nachrichten ja zur Kernkompetenz der Presse. Doch seitdem die Nachrichten atomisiert durch die sozialen Medien strömen, wuchs eben auch außerhalb klassischer Formate der Bedarf nach mehr Ordnung auf dem Bildschirm. Neben Empfehlungen der Community oder Auswahl-Algorithmen scheint da die Hand des Redakteurs immer noch die beste Wahl…

Abb.: Pete Simon (cc-by-2.0)