„Kundenorientiert, aber nicht händlerorientiert“: ARD-Doku durchleuchtet das System Amazon

ARD-Doku-System-AmazonEigentlich ist alles ganz einfach: „Letztlich bestimmt unser Kaufverhalten die Zukunft des Handels“, fasst es die ARD-Doku „Das System Amazon“ (Buch & Regie: Andreas Bernardi/Jörg Hommer) richtig zusammen. Doch weil fast alle nur noch beim Markttführer Amazon einkaufen, ist es eben nicht ganz so einfach, etwas zu ändern. Bzw. weil viele fast nur noch über Amazon einkaufen. Denn 50 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen in Deutschland mit Angeboten, die von Dritthändlern stammen, kleinen, mittleren, großen, 64.000 sollen es mittlerweile sein. Einige von ihnen kommen in der Doku zu Wort — erfolgreiche wie gescheiterte Händler.

Partner oder Konkurrent?

O-Ton: „Wer als Händler hier anbietet, kann vieles gewinnen, aber auch alles verlieren.“ Der in der Sendung immer wieder zu hörende Vorwurf: der Konzern sei zwar kundenorientiert, doch überhaupt nicht händlerorientiert. Manchen Dritthändlern hat Amazon direkt den Saft abgedreht — weil diese sich weigerten, ihre Lieferantenverträge und damit die Handelsspannen offenzulegen, lautet der Vorwurf. Amazon, so die These, funktioniere auf diese Weise vor allem als eine Art Ökosystem zur Informationsbeschaffung über komplette Branchen, zum Beispiel im Bereich Lebensmittel. Dort, wo es sich lohnt, bietet Amazon dann am Ende die Waren selbst an, und schaltet die Konkurrenten bzw. Zwischenhändler aus.

Auf der Suche nach Alternativen

Die Doppelstruktur als Marktplatz à la Ebay und Online-Händler mit Produkten von Dritten sowie Eigenmarken, so die Macher der ARD-Doku, sei vielen Kunden im Alltag gar nicht bewusst. Amazon ist einfach und bequem, gerade deswegen ist es schwer, alternative Online-Präsenzen oder komplette Marktplätze aufzubauen – auch von solchen Versuchen berichtet die Doku, und zwar am Beispiel von Shopware sowie der Plattform Atalanda.

Aber auch kritische Kunden auf der Suche nach Alternativen können natürlich nicht schaden. „Wer bei Amazon einkauft, sollte sich den Film anschauen“, heißt es auf dem WDR-Blog. Das stimmt.

(via Digitalistan/WDR-Blog)

Das wird Folgen haben: Audible stärkt Kundenbindung mit wöchentlichen Podcasts

audible-exklusive-podcasts-gestartetKundenbindung mittels Exklusivität plus Serialisierung von Content — das gehört schon länger zu Amazons Erfolgsrezept, siehe zum Beispiel Prime Video. Nun macht es auch die 100prozentige Amazon-Tochter Audible so: letzte Woche hat das Hörspiel-Portal 22 „Audible Original Podcasts“ gestartet, mit Inhalten von großen Medienmarken wie Spiegel (mit Olaf Heuser & Christina Pohl), Bunte (mit Nina Ruge) oder Brand Eins (mit Jörg Thadeusz) bis hin zu Independent-Autoren wie Denis Scheck („Unüberhörbar“), Tilman Rammstedt und Ronja von Rönne („Rönne & Rammstedt … uns fragt ja keiner“) oder Oliver Polak und Micky Belsenherz („Juwelen im Morast der Langeweile“).

Jeden Monat gibt’s zwei neue deutsche Serien

„Jeder Hörer soll mindestens einen Podcast finden, den er jede Woche regelmäßig hören will“, so Paul Huizing, Programmverantwortlicher von Audible Deutschland. Neben 17 speziell für den deutschen Markt produzierten Podcasts gibt’s zum Start auch noch fünf englischsprachige Übernahmen zu Themen wie „The Dark Web“, „Ponzi Supernova“ (mit Bernie Madoff-O-Tönen) oder „The Butterfly-Effect“ (über das „Web of Desire“). Das deutsche Angebot soll jeden Monat um zwei weitere deutsche Serien wachsen.

Konkurrenz für Apple Podcasts?

Die Podcasts sind ab sofort Teil des normalen Audible-Abos, das heißt für monatlich 9,95 Euro kann man neben einem Hörbuch nun auch unbegrenzt in die „Audible Originals“ hineinhören. Ob sich die Podcasts nicht nur zur Kundenbindung, sondern auch zur Neugewinnung von Hörern eignen, bleibt abzuwarten. Mit iTunes bzw. „Apple Podcasts“ und der zugehörigen App gibt es jedenfalls schon eine längst etablierte, starke Marke beim non-fiktionalen seriellen Lauschen, die zumal kostenlosen Content bereitstellt.

(via heise.de)

Schmuddel-Kindle im Ranking-Keller: Greenpeace-Report zu grüner IT watscht Amazon ab

green-it-guide-greenpeace„IT-Konzerne geben sich ein visionäres, umweltbewusstes Image. Gleichzeitig entwickeln viele Marktführer Produkte für die Müllhalde“, kritisiert Greenpeace-Österreich-Sprecherin Nunu Kaller. „Was in der Werbung klinisch sauber aussieht, birgt häufig dreckige Produktionsweisen.“ Besonders schmutzig geht es offenbar bei Amazon zu — im aktuellen Greenpeace-„Guide zur grünen Elektronik“ landet der Hersteller von Kindle, Alexa & Co. weit abgeschlagen auf dem vierzehnten Platz, Gesamtnote Sechs (bzw. „F“). Ganz vorne dagegen: Fairphone, Apple und Hewlett-Packard. Bzw. fast ganz vorne, denn die Spitze („A-Bewertung“) bleibt leer…

Ressourcen, Chemikalien, Reparierbarkeit

Um tatsächlich an die Spitze des Rankings zu gelangen, muss man nämlich einiges tun: idealerweise zum Beispiel die Geräte ressourcenschonend und ohne Einsatz giftiger Chemikalien produzieren, außerdem Smartphones, Tablets, Laptops oder E-Reader für eine lange Lebensdauer konzipieren (was mit Hilfe der Reparier-Experten von iFixit überprüft wurde). Auch der laufende Betrieb fließt in die Bewertung mit ein – werden verbrauchsintensive Serverfarmen für diverse Hintergrund-Dienste und Apps mit erneuerbaren Energien betrieben oder nicht?

Apple als Musterknabe bei Öko-Energien

Bei letzterem Thema (ganz im Gegensatz zur Reperarierbarkeit) erwiesen sich Steve Jobs Erben als wahre Musterknaben: „Als einziges Unternehmen hat Apple zugesagt, nicht nur Datenzentren und Büros, sondern zukünftig die gesamte Lieferkette mit erneuerbaren Energien zu versorgen“, so Greenpeace. Ganz hinten dagegen liegen Samsung und Amazon – schuld ist u.a. zu viel schmutziger Kohlestrom in der Energiebilanz. Amazon wiederum wurde aber alleine schon deswegen heruntergestuft, weil es Informationen über die Lieferkette zurückhält.

„Amazon eins der am wenigsten transparenten Unternehmen“

Dazu heißt es in der Greenpeace-Studie: „Amazon remains one of the least transparent companies in the world in terms of its environmental performance, as it still refuses to report the greenhouse gas footprint of its own operations. (…) the company provides few details on its sourcing of recycled materials that are going into its devices, nor does it publish any restrictions on hazardous
chemicals in its devices or being used in its supply chain (…)“
.

„Brauche ich das Gerät wirklich?“

Wirklich grüne IT gibt’s aber bisher ohnehin nicht. Gerade beim Neukauf sei deswegen Zurückhaltung geboten, meinen die Greenpeacer: „Die erste Frage vor jedem Kauf sollten immer sein: Brauche ich das Gerät wirklich?“, so Kaller. Umweltbewusste Käuferinnen und Käufer sollten zudem darauf achten, dass sich Elektronik-Produkte reparieren und aufrüsten lassen. Man dürfe die Verantwortung jedoch nicht allein den VerbraucherInnen aufhalsen: „Um wirklich grün zu werden, müssen Samsung und Co. komplett auf fossile Energien und gefährliche Chemikalien verzichten.“

Die komplette Studie (englischsprachig) findet man hier, eine deutsprachige Zusammenfassung hier.

(via Amazon-Watchblog)

Willkommen im Club der Dosengeister: Alexa spricht bald mit Cortana, & vice versa

alexa-spricht-bald-mit-cortanaEin Dschinn macht noch keinen Sommer. Jeff Bezos träumt bereits von einer Art Meta-AI, bei der jede Anfrage genau an den digitalen Assistenten weiterleitet, der sie am besten beantworten kann: „Die Welt ist groß und vielfältig. Es wird in Zukunft verschiedene intelligente Agents geben, jeweils mit Zugang zu speziellen Datensätzen und mit speziellen Fähigkeiten. Wenn sie zusammenarbeiten, werden ihre Stärken sich gegenseitig ergänzen, und für den Kunden weitaus hilfreicher sein.“

Alexa checkt Outlook, Cortana shoppt Amazon.com

Mit der gerade verkündeten Kooperation zwischen Amazon und Microsoft rückt diese Vision nun erstmals in greifbare Nähe: „Alexa wird mit Cortana sprechen können, und Cortana mit Alexa“, so die aktuelle Pressemitteilung. „Sie werden zu Alexa sagen können: ‚Alexa, öffne Cortana“, oder zu einem Windows 10-Gerät: ‚Cortana, öffne Alexa“.

Eine volle Integration ist das, was da in wenigen Monaten verfügbar sein soll, natürlich noch nicht. Aber immerhin ein Anfang. Alexa-Nutzer können mit Hilfer von Cortana dann Termine planen, Terminerinnerungen erhalten, oder auf E-Mails zugreifen, alles via Sprachbefehl. Umgekehrt kann man via Cortana von Alexas Smarthome-Kontrollmöglichkeiten profitieren, auf Amazon.com einkaufen oder Alexa-Skills von Drittanbietern einsetzen.

Google und Apple halten sich bedeckt

Weitere Mitglieder im Club der digitalen Dosengeister sind bisher nicht in Sicht — dass Amazon und Microsoft es so locker mit der Zusammenarbeit nehmen können, liegt ja auch daran, dass beide Unternehmen auf dem heiß umkämpften Smartphone-Markt wenig bis gar nichts zu melden haben. Anderes gilt vorerst für Steve Jobs Erben und die ABC-Schützen aus Moutain View: „Apple and Google may see competitive advantages in keeping their A.I.s separate from rival assistants, partly as a way to protect a selling point of their mobile software, iOS and Android“, vermutet wohl zu recht die New York Times.

(via NYT & Amazon PM)

Abb.: Barbara Eden & Michael Ansara as The Blue Djinn, 1966 (cc-0)

Remember September: Am 11.9. läuft Amazons Patent auf „One Click“-Shopping aus

oneclick-shopping-amazon-patent-endet-im-september-2017Gatekeeper verhalten sich nicht nur gegenüber Kunden, sondern auch gegenüber anderen Gatekeepern als … Gatekeeper. So zahlt Google jedes Jahr Milliardenbeträge an Apple, um auf dem iPhone die voreingestellte Suchmaschine zu bleiben. Apple wiederum berappte in der Vergangenheit ungenannte Millionen- (oder sogar Milliarden?) Beträge, um seinen Nutzern im iTunes- und später App Store das One-Click-Shopping zu ermöglichen — tatsächlich hieß es in den AGB dann z.B. „1-Click is a registered service mark of Amazon.com, Inc., used under license“.

Amazon hat’s nicht erfunden, aber patentieren lassen

Damit ist nun aber Schluss — denn Amazons Fuß in der Tür löst sich am 11. September 2017 (ausgerechnet…) in Wohlgefallen auf: zu diesem Termin läuft nämlich das 1997 beantrage und 1999 gewährte Patent auf One Click Shopping aus. Endlich, kann man nur sagen. Denn kaum ein anderes Patent hat wohl soviel Staub aufgewirbelt wie das für den cookie-gestützten Komfort-Einkauf mit einem Mausklick. Wirklich erfunden hatte Amazon diese Methode nämlich nicht, vergleichbare Konzepte und sogar fertiger Programmcode zirkulierte schon längst im Web, als Jeff Bezos seine Anwälte zum Patentamt schickte.

Konkurrenten wurden gnadenlos verklagt

Kritiker sahen das nicht nur als Angriff auf das World Wide Web und den gesamten E-Commerce, sondern auch auf die Basis des US-Patentrechts durch eklatanten Mißbrauch. Amazon selbst verhielt sich äußerst zwiespältig: Bezos selbst schlug mitten in der Debatte gönnerisch vor, man solle die Patentfristen doch generell von zwanzig auf fünf Jahre verkürzen, hatte aber zuvor bereits Barnes & Noble verklagt und gezwungen, den Bestellprozess von One Click Shopping auf die konventionelle Methode zurückzuschrauben.

Jeff Bezos stapelt tief in punkto Patent

Selbst stapelte Bezos sehr, sehr tief, was die Bedeutung solcher Patente für Amazon bedeutet: „the vast majority of our competitive advantage will continue to come not from patents, but from raising the bar on things like service, price, and selection—and we will continue to raise that bar“, schrieb er im Jahr 2000. Fast zwei Jahrzehnte hängt die Latte tatsächlich weitaus höher — siehe nur das Thema Digitale Assisteten und die Bestellung per Sprachbefehl — alleine mit One Click-Shopping wird die Konkurrenz tatsächlich kaum Boden gegenüber Amazon gewinnen können.

(via teleread.org)

Branchen-Umgehungsstraße: Amazon-Imprints beherrschen die Top 20 im US-Kindle Store

us-kindle-store-dominiert-von-amazon-imprintsTja, nicht umsonst nennt man es „Disintermediation“: im US-Kindle Store wurden die Top 20 der letzten sechs Monate von firmeneigenen Imprints dominiert – zwischen Januar und Juni ganz vorne dran waren Titel von Labeln wie Lake Union, Thomas & Mercer, Little A oder AmazonCrossing (mit „Hangman’s Daughter“ derzeit an der Spitze). Das berichtet Publishers Weekly — und wirft zum Vergleich einen Blick auf die den gesamten (Print-)Buchmarkt abdeckende „NPD Bookscan“-Bestsellerliste – wo fast schon naturgemäß keine Amazon-Imprints auftauchen, da Amazon-Titel jenseits des Amazon-Portals nicht verkauft werden (abgesehen wiederum von Amazons eigener Book Store-Kette).

Pricing & Kindle Unlimited als Erfolgs-Faktoren

Soweit, so gut. Interessanterweise sah aber auch die Kindle-Bestsellerliste in der ersten Jahreshälfte 2016 ganz anders anders als als die aktuelle Liste, es waren weit weniger Amazon-Imprints gelistet — auf Anfrage von PW betonte eine Amazon-Sprecherin allerdings, dass weder die „Zählweise“ noch die Art der Promotion in Sachen Eigen-Imprints sich zwischenzeitlich verändert habe. Was bleibt also als Ursache für den Durchmarsch der Eigengewächse übrig? Angeblich folgendes: „Diese Titel werden attraktiv bepreist und sind Teil von erfolgreichen Lese-Angeboten wie Prime Reading und Kindle Unlimited“.

Kein klassischer Online-Buchhändler

Was mal wieder zeigt: Ein normaler Online-Buchhändler ist Amazon schon lange nicht mehr, der Store fungiert eher als eine High-Speed-Umgehungsstraße, die nicht nur den traditionellen Buchhandel, sondern gleich auch noch die klassischen Verlage links liegen lässt – wobei man neben den Eigen-Imprints ja auch noch die sehr erfolgreichen Self-Publishing-Titel zählen muss. Die Printversionen all dieser via Amazon produzierten Bücher tauchen natürlich auch sehr prominent in Amazons eigenen Buchläden auf, mit denen nun ebenfalls Schritt für Schritt eine Parallelstruktur zur traditionellen Branche geschaffen wird…

(via Publishers Weekly)

Abb.: Derzeitige Nr. 4 der US-Kindle-Charts (Verlag: Amazon Imprint Thomas & Mercer)

Rabattschlacht-Echo: Prime Day 2017 spülte 2,2 Mrd. Dollar in Amazons Kassen

alexa30 Stunden statt nur 24, 13 zusätzliche Länder, komfortable Bestellung per Sprachbefehl: schon von der Ausgangslage her war die Rabattschlacht am „Amazon Prime Day“ in diesem Jahr auf viele neue Rekorde ausgelegt. Und wie erwartet war es dann auch so: das Unternehmen meldete ein Wachstum von 60 Prozent gegenüber 2016, und nicht zuletzt den umsatzstärksten Verkaufstag der Firmengeschichte. Was gerade in den USA nicht verwundern kann — dort gibt es mittlerweile geschätzte 85 Millionen Prime-Kunden, etwa doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren.

Echo-Konsolen besonders beliebte Schnäppchen

Besonderer Verkaufsschlager waren bezeichnenderweise Amazons Echo-Konsolen – das Argument „Alexa inside“ und zudem die starke Rabattierung haben insbesondere die Echo Dots in der Verkaufsstatistik nach oben katapultiert. Weltweit sollen Amazon zufolge dreimal soviele Echo-Konsolen am Prime-Day geshoppt worden sein wie im Jahr zuvor.

Doch auch andere Plattformen – allen voran Amazon TV und die Fire Tablets – konnten reichlich unter die Leute gebracht werden. Das wiederum dürfte dem Online-Händler nun auch im restlichen Jahresverlauf weitere Umsätze bescheren, sind Prime-Mitglieder doch ohnehin die kauffreudigsten Kunden, und besitzen nun viele neue Helferlein zum Shoppen per Fingertipp oder auf Zuruf.

2,18 Milliarden Dollar in 30 Stunden verdient

Konkrete Umsatzzahlen nennt Amazon ja nie, doch auch diesmal gibt es wieder recht glaubwürdige Schätzungen, was die Prime-Day-Erlöse betrifft – Internet Retailer zufolge stiegen sie von 1,8 Mrd. Dollar im letzten Jahr auf nun 2,18 Mrd. Dollar (zum Vergleich: Umsatz im 1. Quartal 2017: 35 Mrd. Dollar). Der Löwenanteil – nämlich 1,5 Mrd. Dollar wurde auch diesmal in den USA erzielt, 625 Millionen Dollar kamen in den übrigen Märkten zusammen.

(via TechCrunch)

„Alexa, sign me up for Prime“: Amazon-Kunden ziehen per Sprachbefehl in die große Rabattschlacht

PrimeDay_VoiceShoppingDie große digitale Rabattschlacht naht, mithin: der „Amazon Prime Day“. Doch bevor die Premium-Shopper am 10. Juli per Mausklick oder Fingertipp auf Schnäppchenjagd gehen, können US-Kunden über den digitalen Dosengeist „Alexa“ schon per Sprachbefehl einkaufen. Auch die zu diesem Zweck notwendige Prime-Mitgliedschaft lässt sich durch einen performativen Sprechakt vorher noch schnell besiegeln: „For the first time ever, Amazon device owners can sign up for Prime using just their voice by saying ‚Alexa, sign me up for Prime'“, verkündet die offizielle Pressemitteilung.

Dann aber kann’s losgehen – „Alexa, was sind deine Deals?“ lautet die entscheidende Frage. Dem Unternehmen zufolge hatten im letzten Jahr – als es zum ersten Mal spezielle Alexa-Deals gab – schon mehr als drei Millionen Kunden ihren persönlichen digitalen Assistenten die Schnäppchen-Frage gestellt. Diese speziellen Deals für Alexa-Nutzer sind seit gestern aktiv.

Die Phalanx der Alexa-fähigen Geräte ist mittlerweile schon sehr groß – neben den Echo-Konsolen sind auch Amazon Tap, Amazon TV und aktuelle Fire-Tablets mit von der Partie.

Von Harry Potter bis Funk Uhr: Amazon schnürt Prime Reading-Bündel für deutsche Kunden

amazon-prime-reading-startet-in-deutschlandAmazon schnürt ein neues Bündel für Premiumkunden: im jährlichen Prime-Abo sind nun im Rahmen von „Prime Reading“ auch für deutsche Kunden E-Lese-Angebote enthalten, darunter neben E-Books und E-Singles auch Comics, Kinderbücher und nicht zuletzt Digitalausgaben von populären Magazinen von Stern und Spiegel bis zu, nun ja, Selbst ist der Mann und Funk Uhr.

Via Kindle App & Kindle Reader

Bisher gab’s für deutsche Prime Kunden nur die sehr limitierten Möglichkeiten, via Kindle Leihbücherei einzelne E-Books auszuleihen. In den USA dagegen war dagegen das E-Lese-Angebot für Premiumkunden längst breiter angelegt. Die Prime Reading-Inhalte können über Kindle Lese-Apps für iOS, Android, PC, Mac sowie über Kindle Reader und Fire Tablets abgerufen werden.

Titel-Angebot wechselt regelmäßig

Das Titel-Angebot ist allerdings deutlich geringer als bei der E-Lese-Flatrate Kindle Unlimited, und wird zudem alle drei Monate umgeschichtet — zum Start mit enthalten sind u.a. „Nullzeit“ von Juli Zeh, „Generation Beziehungsunfähig“ von Michael Nast, „Bis alle Schuld beglichen“ von Alexander Hartung, aber auch Sachbuch-Titel wie die GU Kochbücher, Lonely Planet Reiseführer und nicht zuletzt viele Selfpublishing- bzw. Amazon-Imprint-Bestseller.

Prime-Abo vs. Kindle Unlimited

Ein Prime-Abschluss zum monatlichen Preis von 8,99 Euro bzw. zum Jahrespreis von 69 Euro nur wegen des neuen Lektüre-Angebots allein dürfte sich aber wohl eher nicht lohnen, Kindle Unlimited bietet auch weiterhin deutlich mehr. Hauptargument für Prime bleiben auch zukünftig das Streaming-Angebot im Video- und Musikbereich sowie die Expresslieferung. Ein nettes Schmankerl obendrauf ist Prime Reading aber allemal…

„Alexa, versichere mich!“: Erster deutscher Anbieter ermöglicht sprachgesteuerten Versicherungsabschluss

alexaDie Digitalisierung nützt ganz allgemein der FinTech-Branche, doch was ist eigentlich speziell mit Versicherungen? Schaut man auf aktuelle Alexa-Skills, ist „InsurTech“ ebenfalls ganz vorne dran. Über Amazons virtuelle Assistentin kann man sich nämlich inzwischen auch schon im Gespräch über einzelne Versicherungstarife informieren und sich per Sprachbefehl am Ende digitale Vertragsunterlagen auf das Smartphone schicken lassen (d.h. der eigentliche Abschluss erfolgt via Alexa-App).

Von der Adressänderung bis zur neuen Police

Zu den Pionieren der sprachlich angebahnten Police gehört seit Ende April die Deutsche Familienversicherung: „Als einziges InsurTech Deutschlands und Digitalisierungsantreiber der Branche bieten wir den Kunden eine bequeme, volldigitale Abschlussmöglichkeit“, verkündet DFV-Vorstandsvorsitzender Stefan Knoll. Neben kleineren Services wie etwa der Adressänderung kann man über den Alexa-Skill der DFV nämlich auch nach Tarifen zum Beispiel zu einer Zahnschutz-Versicherung fragen, Preisvorgaben machen und sich digitale Vertragsunterlagen zuschicken lassen. Sagt man zu Alexa am Ende des Informationsgespräches: „Das möchte ich abschließen“, antwortet die künstliche Stimme: Ich habe dir einen Link in der Alexa-App hinterlegt. Damit kannst du ganz einfach den DFV Zahnschutz abschließen.“

„Schriftliche Abschlüsse wird es nicht mehr geben“

Vorgeführt hat Knoll das eindrucksvoll im Rahmen einer Präsentation, die man sich auf Youtube anschauen kann. Für den DFV-Chef war das eine Art Sneak Preview, die für die ganze Branche Gültigkeit besitzt: „Die Zukunft wird so aussehen, dass wir es nicht mehr mit schriftlichen Abschlüssen zu tun haben. Sondern es wird nur noch mündlich erledigt werden, weil es auch gar keine Notwendigkeit gibt, irgendetwas schriftlich zu kommunizieren.“