Amazon-Tablet startet schon im August, verkündet DigiTimes

Diese Nachricht war heute sogar dpa eine Ticker-Meldung wert: laut DigiTimes könnte das Amazon-Tablet schon im August oder September an den Start gehen. Nach Angaben der Zulieferer-Industrie sollen noch im Verlauf des Jahres 2011 bis zu vier Millionen der Lesegeräte mit Farb-Display abgesetzt werden. Durch den Launch während der Sommermonate wolle Amazon sicherstellen, dass zum Jahreswechsel (Thanksgiving/Weihnachten) genügend Lieferkapazitäten vorhanden sind, vermutet DigiTimes. Etwas präziser als vor einigen Wochen sind nun auch die Informationen über die Bestandteile des Tablets: so soll Texas Instruments die Prozessoren liefern und WinTek das Touch-Screen, während Quanta Computer für die Montage zuständig ist.

Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass es sich beim Amazon-Tablet um ein sieben Zoll-Android-Gerät handeln wird. Für mobilen Content ist ebenfalls gesorgt, denn der Online-Händler bietet mitterweile neben E-Books auch MP3- und Video-Downloads an. Für das klassische Kindle dürfte die Einführung des Tablets eine deutliche Preissenkung mit sich bringen – der E-Ink-Reader könnte schon in wenigen Monaten die magische 99-Euro-Schwelle erreichen. Wichtigste Voraussetzung ist natürlich, dass das Tablet wirklich kommt. Von seiten Amazons ist die Existenz des Tablets noch gar nicht bestätigt worden. Alles, was man aus dem Munde von Amazon-Chef Jeff Bezos bisher hören konnte, waren zwei Worte: „Stay tuned“. Insofern kann man sich nur Engadget anschließen: „Wir glauben es erst, wenn es Jeff Bezos persönlich erzählt.“

Kindle Color ante portas: Amazon Tablet kommt bis Ende 2011 auf den Markt

Das Kindle bekommt Konkurrenz im eigenen Haus: in der zweiten Jahreshälfte 2011 will Amazon erstmals ein LCD-Tablet mit Touch-Screen auf den Markt bringen, berichten Brancheninsider. Produziert wird Amazons Antwort auf das iPad offenbar beim taiwanesischen Notebook-Hersteller Quanta, ein besonders leuchtstarkes LCD-Display steuert E-Ink Holdings bei (ebenfalls Taiwan). Quanta produziert u.a. bereits das BlackBerry PlayBook. Dem Branchen-Blog DigiTimes zufolge sollen pro Monat bis zu 800.000 Amazon-Tablets ausgeliefert werden, das finanzielle Volumen des Auftrags betrage mehr als 2 Milliarden Euro. Für das bisherige Kindle könnte der Tablet-Start laut DigiTimes eine deutliche Preissenkung bedeuten, um parallel zum Angriff auf das iPad auch im E-Ink-Bereich neue Käuferschichten zu erreichen. Bisher setzte Amazon ausschließlich auf schwarz-weiße E-Ink-Technologie und konnte damit in den USA Millionen von Lesegeräten absetzen. Allerdings hatte Barnes&Noble mit dem Android-Tablet Nook Color deutlich Boden gewinnen können. Der wichtigste Grund für den Strategiewechsel könnten laut DigiTimes aber das Problem darstellen, auf internationalen Märkten mit Tablets wie Apples iPad zu konkurrieren. Der Start eines Amazon-Tablets war bereits seit einiger Zeit erwartet worden – viele Beobachter gehen dabei davon aus, dass es sich um ein sieben Zoll-Android-Gerät handeln wird. Immerhin betreibt Amazon mittlerweile einen eigenen Android-App-Store. Für mobilen Content ist ebenfalls gesorgt, denn der Online-Händler bietet mitterweile neben E-Books auch MP3- und Video-Downloads an.

(via DigiTimes)

Kindle Color oder Kindle Touch? Wie das Amazon-Tablet aussehen könnte

amazon-tabletWas wird Amazon als nächstes tun? Einen Android-App-Store gibt es schon, ein mit Sponsor-Screensavern subventioniertes Kindle ebenfalls, an Content vom E-Book bis zu MP3s mangelt’s auch nicht. Viele Beobachter sehen darin einen perfekten Ausgangspunkt für den nächsten Schritt: das Amazon-Tablet. Instapaper-Entwickler Marco Arment zufolge könnte sich ein Kampf der Giganten zwischen Jeff Bezos und Steve Jobs anbahnen.

Spekulationen über Amazon als iPad-Wettbewerber

Wetten, dass Amazon schon demnächst ein echtes Tablet herausbringt, das weitaus stärker als bisher das Kindle mit dem iPad konkurriert? In dieser Hinsicht hat Andy Ihnatko schon letzten Monat den Nagel auf den Kopf getroffen:

„Ich weiß nicht genau, warum sie es tun. Aber ich weiß, dass Amazon alle notwendigen Elemente zur Verfügung hat und dass sie in der besten Position sind, Apple und das iPad herauszufordern, und nicht Google, nicht Motorola, nicht HP, RIM, Samsung oder irgendeine andere Tech-Company die ihren CEO vor die Presse gestellt hat mit irgendeinem Tablet-Prototypen und einer Liste von abgesprochenen Statements“

Warum die meisten von uns so lange gebraucht haben, auf diese Idee zu kommen, weiß ich wiederum nicht, aber es macht eine Menge Sinn.

Dazu kommt das mit Werbung subventionierte „Special Offer“-Kindle, und damit endet die Story immer noch nicht. Denn man sollte dieses Angebot nicht einfach als ungewöhnliche Variante einer Preissenkung ansehen, sondern als einen Testballon, um auszuprobieren, wie eine werbefinanzierte Strategie in großem Stil aussehen könne.

7-Zoll Tablet namens Kindle Color oder Kindle Touch

Man stelle sich vor:

  • Ein 7-Zoll-Tablet, um die Kosten niedrig zu halten, nennen wir es mal Kindle Color, Kindle Tablet, oder Kindle Touch. (Das aktuelle Kindle könnte ja weiterhin das untere Low-Price-Ende der Modellreihe ausfüllen).
  • Android, aber mit Amazons E-Store im Vordergrund und vielleicht sogar ausschließlich mit Amazons Android App Store, alles direkt verbunden mit eurem existierenden Amazon-Account, damit man auf einen Klick (bzw. Fingerwisch) mobil shoppen kann.
  • Ein aggressiver Einstiegspreis von 200-300 Dollar (wobei bis zu 100 Dollar vom Preis des Basismodells mittels Werbung quersubventioniert wären), um möglichst hart mit dem iPad konkurrieren zu können
  • Tägliche Bewerbung auf der Startseite von Amazon.com

Das würde den Markt kräftig aufmischen.

Und es würde auch erklären, warum Amazon bisher Apples Aufforderung ignoriert, die Kindle-App auf das In-App-Shopping umzustellen (bei dem 30 Prozent des Umsatzes direkt an Apple geht). Ich kann mir die implizite Strategie hinter diesem „Chicken Game“ gut vorstellen:

Apple: “Beugt euch mit eurer Kindle-App unseren Regeln für das In-App-Shopping“
Amazon: “Nein. Werft die App doch einfach raus, wenn ihr unbedingt wollt”

Warum wirft Apple die Kindle-App nicht einfach raus?

Eine Menge Leute nutzen die Kindle App auf dem iPad. Wie wäre es wohl, wenn Apple die App rauswirft und Amazon ganz einfach eine iPad-Alternative für 199 Dollar startet, inklusive Kindle App, und noch vielem mehr?

Für Apple wäre das langfristig wahrscheinlich eine gute Sache: iBooks würde endlich zur einzigen breit genutzten kommerziellen E-Reader-App auf dem Tablet, und die Zahl der mit iOS betriebenen Geräte insgesamt gäbe Apple eine starke Position bei Verhandlungen gegenüber Verlagen, die auch im iBookstore präsent sein wollen. Amazon wird all das nicht unbekannt sein.

Auf kurze Sicht würde ein Amazon-Tablet dagegen wohl eher Apple Kopfschmerzen bereiten – denn eine günstige Alternative zum iPad würde den Konzern sicherlich Marktanteile kosten. Das wiederum dürfte Apple nicht unbekannt sein.

Ich nehme mal stark an, die Kindle-App wird aus mysteriösen Gründen und für unbestimmte Zeit vom Zwang zum In-App-Shopping ausgenommen bleiben.

Damit möchte ich aber nicht unterstellen, dass Amazon ein Tablet-Release nur deswegen künstlich herauszögert, damit Apple nicht die Kindle-App vom iPad schmeisst. Eher ist es wohl so, dass ein Amazon-Tablet, wenn es denn existiert, ungeachtet dieser Problematik zum vorgesehenen Zeitpunkt auf den Markt kommen wird. Denn gerade wenn der Start des Amazon-Tablets kurz bevorstehen sollte, würde Apple mit einem Rauswurf der Kindle-App ja vielen Nutzern der Anwendung einen perfekten Grund in die Hand geben, sich nach einer Tablet-Alternative umzuschauen. Am wahrscheinlichsten ist es deshalb, dass die Kindle-App weiterhin auf dem iPad bleiben wird, ganz unabhängig von der Einhaltung der Regeln für das In-App-Shopping und auch ganz unabhängig von Amazons möglichem Tablet-Launch.

Autor&cc-Lizenz: Marco Arment
Übersetzung&redaktionelle Bearbeitung: Ansgar Warner

Der Originalbeitrag erschien am 15.04.2011 auf marco.org