„Coming this Summer“: Amazon Books öffnet bald auch in San Diego eine Filiale

amazon-books-eroeffnet-zweite-filiale-in-san-diego„Coming this summer — Amazon books“: Ein offizielles Baustellen-Schild mitten in der Open-Air-Shoppingmall „Westfield UTC“ bestätigt, was Stellenausschreibungen im letzten Monat bereits nahegelegt hatten: Amazon wagt im kalifornischen San Diego den zweiten Schritt ins Offline-Business. Das Unternehmen hat den neuen Store auch bereits in einem Pressestatement bestätigti: “We are excited to be bringing Amazon Books to the University Towne Center Mall in San Diego and we are currently hiring store managers and associates,” so Amazon Sprecherin Sarah Gelman gegenüber der Tageszeitung San Diego Union Tribune. Weitere Einzelheiten werde man demnächst mitteilen.

Konkurrenz für Barnes & Noble

Klar ist schon mal: Ähnlich wie in Seattle wurde auch in diesem Fall das Shopping-Umfeld eines Universitäts-Campus gewählt, und der Laden wird wiederum deutlich kleiner ausfallen als vergleichbare Buch-Supermärkte des letzten großen Amazon-Konkurrenten Barnes & Noble. In der Region San Diego betreibt B&N übrigens noch drei Buchhandlungen, während viele andere Ketten und Indies längst aufgegeben haben. In der UTC-Mall selbst findet man derzeit auch keine Buchhandlung.

Testballon für weitere Shopping-Mall-Filialen?

Ansonsten gibt’s zwei Theorien zur neuen Filiale von Amazon Books: entweder wird der Online-Riese den Laden genau nach dem Vorbild des ersten aufziehen — also etwa Bestseller-Auswahl aufgrund der Online-Verkaufszahlen bzw. Bewertungen, Präsentation der Kindle-Modellpalette, Preis-Check via Smartphone-App — oder einen anderen Ansatz austesten, nach dem Vorbild der im Online-Handel üblichen A/B-Test-Aufsplittung.

Das wiederum könnte dann eine Vorbereitung sein für den angeblichen Plan von Amazon, landesweit zahlreiche weitere Filialen innerhalb von Einkaufszentren zu eröffnen. Eine eigene Wikipedia-Seite hat Amazon Books schon mal, vielleicht ja bald schon mit einer langen Liste von Standorten?

(Via The Digital Reader & San Diego Union Tribune)

Abb.: Screenshot

Premiere in Seattle: Amazon eröffnet weltweit erste stationäre Buchhandlung

amazon-books-in-seattleZwanzig Jahre lang hat der klassische Buchhandel Amazon als „Online-Konkurrenz“ kennen und fürchten gelernt – ab heute beginnt eine neue Lernphase: auf dem Uni-Campus von Seattle eröffnet das Unternehmen an diesem Dienstag mit „Amazon Books“ den ersten regulären Offline-Bookstore. Selbst bei Amazon.com wird noch mal extra darauf hingewiesen, dass es bei Amazon Books nicht um ein virtuelles Projekt geht: „Hier öffnen sich keine metaphorischen Türen – diese hölzernen Türen sind der Eingang zu unserem neuen Store in Seattles University Village“.

Alle Cover frontal aufgestellt

Auf knapp 500 Quadratmetern erwarten die ersten Kunden zwischen 5.000 und 6.000 verschiedene Titel. Theoretisch hätte wohl weitaus mehr Lesestoff in den Laden gepasst. Doch anders als bisher im Buchhandel üblich soll in den hölzernen Regalen kein Buch dem Betrachter seinen Rücken zudrehen – zumindest nicht, wenn es ohne Leiter erreichbar ist.

Reviews & Verkaufsdaten von Amauzon.com genutzt

Bei der Titelauswahl verlässt sich Amazon vor allem auf die online gesammelten Kundendaten, tatsächliche Bestseller werden ebenso gelistet wie potentielle Bestseller, die bereits viele gute Reviews erhalten haben. Neben den Covern sind kleine Info-Tafeln angebracht, auf denen man das Rating sowie ausgewählte Review-Zitate findet.

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Jeff Bezos empfiehlt … McKenzie Bezos

Außerdem werden „Staff-Favourites“ präsentiert, zum Start persönliche Empfehlungen von Amazon-Chef Jeff Bezos, übrigens inklusive eines Romans aus der Feder seiner schriftstellernden Gattin MacKenzie Bezos. In Amazons weltweit erster stationärer Buchhandlung arbeiten insgesamt 15 Angestellte, darunter sowohl ausgebildete Buchhändler wie auch normale Verkäufer.

Amazon Imprints nicht erhältlich

Interessant finde ich auch, was „Amazon Books“ nicht bietet: so müssen Titel von Amazons eigenen Imprints offenbar draußen bleiben (vielleicht, um noch buchhändlerischer zu erscheinen?). Bei Amazon.com bestellte Waren kann man in der Buchhandlung ebenfalls nicht abholen, dafür dienen auch weiterhin spezielle „Pick-Up-Locations“.

Völlig verholzt ist „Amazon Books“ dann aber auch wieder nicht, die Kindle-Modellpallette vom Reader bis zum Tablet kann man dort natürlich ausprobieren und auch kaufen.

(via The Next Web & Seattle Times)