Der Leser im Marketing-Fadenkreuz: Atomic AI unterstützt zielgruppengerechtes Schreiben

atomic-ai-zielgruppengerechtes-schreibenKluge Algorithmen schauen uns beim Schreiben schon lange auf die Finger — sie checken und korrigieren die Orthografie, die Grammatik, zählen die Keyword-Dichte und bewerten sogar die allgemeine Lesbarkeit eines Textes. Eine neue App von AtomicReach geht nun noch einen Schritt weiter: sie berechnet einen genau definierten „Readability“-Score und gibt Hinweise, wie man einen Online-Artikel durch verändertes Schreibweise besser an die gewünschte Zielgruppe anpasst. Das soll die Leserbindung verstärken, und damit am Ende auch die Konversionsrate.

„The most advanced readability engine in the world.“

Denn „Readability“ darf man in diesem Fall getrost gleichsetzen mit „Interaktions-“ oder auch gleich schon „Vermarktungspotential“. Dazu kommt dann noch die zielgruppengerechte Planung, denn auch der Wochentag & die Uhrzeit spielen eine wichtige Rolle. Redakteure können für ihre Autoren außerdem einen „Mindest-Score“ in Sachen Lesbarkeit setzen. Nutzt man alle Möglichkeiten von Atomic AI (derzeit nur für englische Texte verfügbar), soll sich die Konversionsrate via Facebook vervierfachen, die Zahl der Interaktionen verdreifachen, die Zahl der Pageviews verdoppeln. Das zumindest verspricht AtomicReach – und bietet den Service ab 875 Dollar pro Monat an.

Atomic AI bald auch als WordPress-Plugin

Der hohe Preis scheint aber nicht wirklich abschreckend zu wirken: Mittlerweile wurden mit der Software in Nordamerika nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als zwei Millionen Texte analysiert und optimiert. Das Echtzeit-Feedback gibt’s bisher nur via Web App direkt bei atomicreach.com, doch weitere Tools sind geplant. So wird Atomic AI demnächst auch innerhalb von Google Docs funktionieren, zudem als Browser-Add On (Chrome) und via WordPress-Plugin direkt beim Bloggen.

(via Techcrunch.com)

Kein Sex, keine Katzen, kurze Sätze? Der DNA des Bestsellers auf der Spur

the-bestseller-codeManchmal kann auch ein Buch über Bestseller das Potential zum Bestseller haben. So etwa „The Bestseller Code – Anatomy of the Blockbuster Novel“: Die Autoren Jodie Archer & Matthew L. Jockers haben einen Algorithmus entwickelt, mit dem sie sozusagen der DNA von potentiellen Erfolgsromanen auf die Spur gekommen sein wollen – und stellen in ihrem derzeit heiß diskutierten Sachbuch die Grundlagen ihrer Arbeit vor.

Da Vinci Code, oder: das Rätsel des Erfolgs

Am Anfang des Projekts stand der verblüffende Erfolg von Dan Browns Megaseller „The Da Vinci Code“ (darauf spielt ja auch der Titel an) — wie kam es dazu, das von diesem Thriller mehr als 80 Millionen Exemplare weltweit abgesetzt werden konnten? Am Marketing alleine konnte es jedenfalls nicht liegen, meinte die britische Publishing-Expertin Jodie Archer, und machte sich zusammen mit Stanford-Wissenschaftler Matthew L. Jockers an die computergestützte Text-Analyse…

Trefferquote 80 Prozent

Aus einem Pool von 20.000 Titeln kann ihr Programm angeblich inzwischen satte 80 Prozent der darin enthaltenen New York Times-Bestseller herausfiltert. Erfolgskriterien bei der Textanalyse sind u.a.: Junge, starke Helden, kaum Sex, kurze Sätze, Hunde statt Katzen, etc. Besonders lesenswert, so hat man den Verdacht, sind am Ende aber vielleicht genau die 20 Prozent, die vom Bestseller-Code nicht erkannt wurden.

Algorithmen als Hilfsmittel für Lektoren?

Nicht umsonst heißt es wohl auch in der Überschrift eines Wired-Artikels, der die Hintergrund-Story des „Bestseller-Codes“ beleuchtet: „Algorithms could save book publishing — but ruin novels“. Archer & Jockers allerdings sehen es dagegen eher umgekehrt: mit Hilfe der Software könnten Lektoren auf Bücher aufmerksam werden, denen sie ansonsten keine Chancen einräumen würden.

(via Buchreport & Wired)