„Zeus“ sendet Zeugs: Erste 3D-Faxmaschine kann ab September vorbestellt werden

Beim Zeus! Reicht es nicht, dass wir prometheus-mäßig Ersatztteile, Blumenvasen und Aktionsfiguren Schicht für Schicht am Schreibtisch drucken können? Offenbar nein – denn kaum ist 3D-Druck einigermaßen etabliert, kündigen sich jetzt auch schon Multifunktionsgeräte an, die nicht nur auf der x, y, und z-Achse printen, sondern auch scannen, kopieren und – jawohl! – faxen können. Tatsächlich ist „Zeus“, das allerneueste Gadget aus dem Hause AIO Robotics wohl das weltweit erste Vier-in-Eins-Modell für die dritte Dimension. Auf den vier Tasten steht: „Scan“, „Print“, „Copy“ & „Fax“. Wer in Zukunft also etwa ein bestimmtes Plastikobjekt braucht, egal ob Legostein, Lampenfuss oder Lockenwickler, kann sich einfach das Design von jemandem rüberfaxen lassen. Voraussetzung ist natürlich, dass an beiden Enden der Vier-in-Eins-Göttervater seinen Dienst verrichtet.

Durch „Vier-in-Eins“ wird das Gerät günstiger

Hinter dem Projekt stehen Jens Windau und Kai Chang, zwei Robotik-Experten der „University of Southern California“, die zwecks Vermarktung ihres Know-Hows das Startup AIO Robotics gegründet haben. Ein bisschen Anschubkapital ist offenbar schon vorhanden, den eigentlichen Kick suchen die beiden USC-Doktoranden ab 4. September auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Dort konnten schon zahlreiche Produkte aus dem 3D-Sektor äußerst erfolgreich finanziert werden, zuletzt etwa der 3D-Zeichenstift „3D-Doodler“. Der war mit knapp 60 Euro pro Stück allerdings auch besonders günstig, für „Zeus“ wird man deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Immerhin soll die 3D-Faxmaschine aber wohl nicht so viel kosten wie ein Makerbot Replicator Printer und ein 3D-Scanner zusammen. Womit man irgendwo zwischen 2500 und 3500 Dollar landen würde.

Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion

Ob gerade die Teleporter-ähnliche „Faksimile“-Funktion zum Killer-Feature wird, möchte ich aber mal bezweifeln. Denn 3D-Designdaten lassen sich ja schon jetzt bequem über das Netz versenden – auch ganz profan als E-Mail-Attachment. Viel wichtiger scheint mir die benutzerfreundliche Kombination von Scanner und Printer in einem Gerät zu sein: in Zukunft wird sich die Copy/Paste- und Mashup-Kultur auf diese Weise wohl noch weitaus stärker auf die Welt der Gegenstände ausdehnen als bisher, mit vorhersehbaren disruptiven Folgen für bisherige Wertschöpfungsketten, die sich auf zentralisierte Serienfertigung stützen. Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion – er hat bisher noch gar nicht richtig begonnen. Sobald sich „Self-Publishing“ tatsächlich auf Legosteine, Lampenfüsse und Lockenwickler ausdehnt, wird die Warenwelt, wie wir sie kennen, völlig auf den Kopf gestellt.

(via GigaOM & CNN.com, RepRapForum)