Hörbücher & E-Books: Kopf an Kopf-Rennen in der medialen Nische

ebooks-und-hoerbuecher-kopf-an-kopfHörbücher und E-Books liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was die Zahl der Käufer wie auch die Wachstumszahlen betrifft. Das zeigen die letzten GfK-Zahlen – während elektronische Bücher letztes Jahr ein Umsatzwachstum von 2,6 Prozent erzielten, schafften Hörbücher (CD & Downloads) 1,1 Prozent Plus. Die Zahl der Hörbüchkäufer lag 2016 laut GfK bei 3,3 Millionen, die der E-Book-Käufer bei 3,8 Millionen.

Etwa ein Fünftel der Buchhandelskunden gehört zu den Lauschern, etwa ein Fünftel zu den E-Lesern – doch deckungsgleich sind diese Gruppen nicht, das zeigt alleine schon ihr Kaufverhalten: die meisten Hörbücher, nämlich vier von fünf, werden „physisch“ als CD erworben. Vor allem auch deshalb, weil Hörbücher gerne verschenkt werden – ein Drittel landet auf zu unterschiedlichen Anlässen dem Gabentisch.

Besonders beliebt sind Hörbücher wohl auch deshalb bei der Generation 60Plus, obwohl die Beliebtheit bei den 10 bis 19jährigen zuletzt ebenfalls erkennbar angestiegen ist. Schlecht vergleichen lassen sich E-Books und Hörbücher letztlich aber auch aus einem ganz praktischen Grund: nur für vergleichsweise wenige, verkaufsstarke Titel werden überhaupt Hörbücher produziert.

Besonders attraktiv erscheint immerhin die gekoppelte Vermarktung von E-Book & MP3-Audiobooks, besonders aktiv beim Bundling auf internationaler Ebene ist Amazon, siehe die Audible- und Kindle-Shop-Angebote. Hier dürfte wohl auch in Zukunft das größte Potential für E-Lektüre und E-Lauschüre liegen…

(via Börsenblatt)

Abb.: Garry Knight (cc-by-2.0)

E-Book-Markt: Kinder- & Jugendbuch-Bestseller treiben Digital-Umsätze hoch

miss-peregrines-home-for-peculiar-childrenJ. K. Rowling, Ransom Riggs, Peter Larangis – gerade Autoren aus dem Kinder- und Jugendbuch-Sektor gehörten zu den Umsatztreibern des letzten Quartals 2016. Das hat sich hierzulande auch bei E-Books bemerkbar gemacht, der Umsatz mit elektronischer Lektüre wuchs in der Weihnachtssaison um satte 9,5 Prozent. Das meldet der Börsenverein, gießt aber gleich wieder Wasser in den Wein. Denn für das ganze Jahr kam nur ein mageres Wachstum von 2,6 Prozent heraus, der E-Buch-Marktanteil stieg minimal von 4,5 auf 4,6 Prozent.

Absatz steigt, Preise sinken

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich wiederum ein komplexes Gemisch aus widersprüchlichen Trends: Der E-Book-Absatz auf dem Publikumsmarkt stieg nämlich immerhin um 4,1 Prozent, die durchschnittlich pro elektronischem Titel bezahlten Preise sanken jedoch um 1,4 Prozent. Noch verwirrender kommt hinzu: die Zahl der E-Book-Käufer soll im letzten Jahr leicht gesunken sein – sie sank nach Angaben des Börsenvereins um 2,2 Prozent von 3,9 Millionen auf 3,8 Millionen Personen.

Keine realen Umsatzzahlen vorhanden

Weniger Käufer als 2015 insgesamt haben letztes Jahr zugleich in absoluten Zahlen mehr E-Books gekauft, dafür aber pro Band weniger bezahlt. Wobei man wie immer bei solchen Angaben hinzufügen muss: es handelt sich – ärgerlicherweise – nicht um reale Absatzzahlen. Stattdessen serviert der Börsenverein Hochrechnungen auf Grundlage des GfK Consumer Panel Media Scope Buch. Erhoben durch regelmäßige Befragung von 25.000 Personen gelten die Ergebnisse als „repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,7 Millionen Menschen“.

Mehr Dynamik durch reduzierte Mehrwertsteuer?

Die Trendmeldungen aus großen Publikumsverlagen zeigten in den letzten Jahren dagegen stets eine weitaus größere Wachstumsdynamik auf dem deutschen E-Book-Markt. Noch mehr Dynamik könnte das real existierende E-Book-Business ab der zweiten Jahreshälte 2017 entfalten, wenn eine neue EU-Richtlinie endlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer für elektronische Bücher auf sieben Prozent erlaubt.

Pew Studie: Zahl der E-Book-Leser in USA stagniert, Smartphone- & Tablet-Lektüre boomt

pew-research-ereading-usa-2016Die Lektüre-Rate auf E-Readern stagniert, während Tablet und Smartphone am klassischen E-Reader vorbei in der Gunst der US-Leser nach vorn ziehen — doch am allerpopulärsten bleiben gedruckte Bücher. So lässt sich die neueste „Book-Reading“-Studie von Pew Research zusammenfassen.
Etwas genauer: Fast drei Viertel der US-Amerikaner haben in den letzten 12 Monaten ein Buch gelesen, der Anteil der Print-Leser liegt bei 65 Prozent, 28 Prozent haben elektronisch geschmökert. Was dabei besonders auffällt: Die Rate der E-Book Leser ist seit 2014 mehr oder weniger konstant geblieben, d.h. es gibt keinen Zuwachs mehr. Ähnlich, doch auf niedrigerem Niveau, sieht es bei den Hörbüchern aus.

Tablet-Nutzung seit 2011 verdreifacht

Die eigentliche Dynamik findet also bei den Verschiebungen der Gerätenutzung statt – in den USA griffen die LeserInnen während der letzten fünf Jahre immer häufiger zu Tablet & Smartphone, im Jahr 2016 dreimal bzw. zweimal so häufig wie 2011. Wobei bei der Nutzung insgesamt das Tablet auch leicht vor dem Smartphone liegt.

E-Book-Only-Phänomen bleibt begrenzt

Trotz weiter sinkender Preise bleibten Tablets ganz offenbar eher ein Ober- und Mittelschichtphänomen, je suburbaner, bildungsferner und ärmer die Leser, desto höher die Nutzungsrate von Smartphones. Für Hispanics und Schwarze ist das „Cellphone“ der wichtigste Zugang zu elektronischen Büchern. Die meisten Digital-Only-Leser (Landesdurchschnitt liegt bei 6 Prozent) findet man allerdings bei den jungen bis mittelalten Gutverdienern.