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Tablet toppt E-Reader: Beim Wiederverkaufswert hat iPad gegenüber Kindle die Nase vorn

14 Feb 2012

Bei digitalen Gadgets ist es wie mit Gebrauchtwagen. Schon während der ersten zwölf Monate erleiden sie einen beträchtlichen Wertverlust. Doch gerade Apple-User wissen, es gibt da gewisse Unterschiede. Nicht nur hippe MacBooks, sondern auch iPads sind auch aus zweiter Hand noch recht teuer. Das bestätigen nun auch Daten des US-Elektronik-Resellers Gazelle. Während ein iPad sich nach einem Jahr durchschnittlich zum halben Neupreis verticken lässt, müssen sich Kindle-Besitzer auf einen Wertverlust von 75 Prozent einstellen. Insgesamt soll die Wertverlustkurve bei Amazons Lesegeräten 22 Prozent schneller in den Keller gehen als bei Apple-Tablets. Das zweieinhalb Jahre alte Kindle Keyboard wird auf Second-Hand-Portalen wie etwa Craigslist im Schnitt für 16 Dollar gehandelt – der ursprüngliche Preis lag bei 139 Dollar.

Eine wichtige Rolle spielen dabei natürlich auch die unterschiedlichen Ausgangsniveaus. Amazon verkauft seine E-Reader bereits ab 79 Dollar, die Basisversion eines iPads kostet immerhin noch 500 Dollar. Bei der Markteinführung kostete das iPad 2 genausoviel wie das iPad 1, Amazon dagegen drückte die Preise für das Kindle in den letzten Jahren drastisch nach unten. „Die häufigen Preisrutsche beim Kindle in Kombination mit vielen neuen Modellen tragen deutlich zum reduzierten Wiederverkaufswert bei“, so Gazelle-Manager Anthony Scarsella gegenüber CNN. „Das ist ganz ähnlich wie bei Android-Smartphones (viele Modelle, viele Preisanpassungen) im Vergleich zum iPhone (wenige Modelle, stabile Preise). Das iPhone behält ein Jahr nach der Markteinführung noch 60 Prozent seines Wertes, während selbst die besten Android-Phones nur 40 Prozent behalten.“

Spannend dürfte die Entwicklung des Wiederverkaufswertes beim Kindle Fire werden. Das zum Neupreis von 199 Dollar angebotene Android-Tablet schließlich direkt mit Apples iPad Da Amazons neuer Flachrechner aber erst vor vier Monaten an den Start ging, liegen noch keine Daten über den Verkauf aus zweiter Hand vor. In Deutschland sind selbst klassische Kindle-Reader wie etwa das Kindle 3 (Wifi-Version) übrigens auch gebraucht deutlich teurer als in den USA, auf Auktionsportalen wie Ebay oder Hood lassen sich Preise zwischen 60 und 80 Euro erzielen (Neuwert: 119 Euro). Was sowohl an der späteren Markteinführung liegen dürfte wie auch in Verbindung damit an der insgesamt geringeren Zahl zirkulierender Geräte überhaupt.

Abb.: flickr/scurzuzu