Home » E-Book-Reader, Smartphone&Tablet

Tablet essen E-Reader auf: Wachstum bei E-Ink fällt von 200 auf 20 Prozent

25 Sep 2013

Der Tablet-Boom wirkt auch in Deutschland als Wachstumsbremse für klassische E-Reader: bis Ende 2013 steigt der Absatz bei E-Ink zwar um 22 Prozent auf 832.000 Geräte, prognostiziert der IT-Branchenverband BITKOM, doch im Vorjahr schnellten die Verkaufszahlen noch um satte 200 Prozent in die Höhe. Ursprünglich war auch für 2013 noch ein rasches Wachstum auf bis zu 1,4 Millionen verkaufte E-Reader erwartet worden – angesichts des großen Erfolgs von iPad, Kindle Fire & Co. mussten die Marktforscher diese Zahl nun offenbar deutlich nach unten korrigieren. Bei Tablets dagegen gilt momentan die Devise „The sky is the limit“ – insgesamt werden bis Dezember wohl 8 Millionen Flachrechner über den Ladentisch gehen.

Doch immerhin – die Tage von E-In-Lesegeräten scheinen noch nicht gezählt zu sein: „Reine E-Reader haben sich als eigenes Marktsegment etabliert, weil sie vor allem den Viel-Lesern Vorteile wie lange Akkulaufzeiten und einen besonders augenfreundlichen Bildschirm bieten“, so BITKOM-Vizepräsident Achim Berg im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Der Durchschnittspreis für E-Reader liegt dem Branchenverband zufolge hierzulande bei 97 Euro, und damit nur 2 Euro niedriger als im Vorjahr. Weit entfernt von diesem Niveau sind Tablet-PCs nicht mehr – die Hälfte der Modelle ist laut BITKOM schon für weniger als 200 Euro zu haben. Immer bessere Display-Auflösungen machen die LCD-Bildschirme der Tablets zudem deutlich augenfreundlicher als früher.

Nicht ganz unschuldig am langsamer wachsenden E-Reader-Geschäft sind natürlich auch Smartphones – für das Lese-App-Ökosystem von Amazon, Kobo & Co. spielen sie eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Im Jahr 2013 werden in Deutschland sage und schreibe 26 Millionen der multifunktionalen Mini-Mobilgeräte verkauft, schätzt BITKOM – nimmt man hier noch die 22 Millionen abgesetzten Smartphones aus 2012 hinzu, ist rein rechnerisch schon die gesamte Kernbevölkerung mit solchen Ad-hoc-Lesegeräten ausgestattet. In Millionen von Haushalten dürfte das elektronische Lesen mittlerweile sogar schon abwechselnd auf Tablet, Smartphone und E-Reader stattfinden – fehlt eigentlich nur noch das universelle Ladekabel.

Abb.: BITKOM-Grafik