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#supportocelot – Berlins coolste Buchhandlung braucht Eure Hilfe

14 Nov 2014

Haben Ocelote soviele Leben wie das Axolotl? Viele Leseratten in Berlin-Mitte hoffen das in diesen Wochen sehr – denn ausgerechnet die hippe Buchhandlung Ocelot steckt in der Krise: erst vor knapp zwei Jahren war Gründer & Inhaber Frithjof Klepp angetreten, um in den Räumen einer ehemaligen Schlecker-Filiale zu zeigen, wie Buchhandel 2.0 funktioniert. Mit cooler Innenarchitektur und Corporate Design, Barista, selbst entwickeltem Webshop, und vor allem natürlich ausgesuchten, schönen Büchern. Zusätzlicher Hingucker: durch eine Hintertür gelangt man direkt in die Räume der Stadtteilbibliothek Philipp Schaeffer.

„Weiterentwicklung blieb auf der Strecke“

Das Medienecho war von Anfang an riesengroß, selbst bei „normalen“ Lesungen kam schon mal ein Fernsehteam, auch überregional avancierte Ocelot zu einer Marke, und wurde immer als erstes genannt, wenn es um die Zukunft des stationären Buchhandels ging (siehe auch das E-Book-News-Interview). Doch vor Ort gab es auch unerwartete Startschwierigkeiten – z.B. mit dem Launch des Online-Shops, der nach juristischen Auseinandersetzungen noch einmal komplett neu aufgebaut werden musste.

Anstrengend war die Arbeit für den letztlich als Einzelunternehmer angetretenen Gründer obendrein – was sich mittelfristig ebenfalls bemerkbar machte, nicht nur durch krankheitsbedingte zusätzliche Personalkosten: „Das Tagesgeschäft war so arbeitsintensiv, dass manche Energien, die für die Weiterentwicklung des Geschäftskonzepts notwendig gewesen wären, gefehlt haben“, musste Klepp gegenüber Buchreport eingestehen.

Als im Oktober die Finanzlücke zu groß geworden war, zog Klepp die Notbremse ziehen und meldete beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an – immerhin mit dem Ziel der Unternehmenssanierung. „Kurzfristig braucht der Laden eine mittlere fünfstellige Summe. Dann könnten wir das erwartbar gute Weihnachtsgeschäft bestreiten. Mittelfristig bedarf es etwas mehr, um Ocelot nachhaltig auf stabile Füße zu stellen“, so der Ocelot-Betreiber. Neben potentiellen Investoren sind also in den kommenden Wochen auch die Kunden gefragt.

„Weniger Amazon-Tiger, mehr Ocelot!“

Tatkräftige Hilfe bekommt Frithjof „Fritte“ Klepp bereits vom harten Kern der Ocelot-Crowd – seine UnterstützerInnen haben die Facebook-Seite „Rettet das Ocelot“ eingerichtet, und möchten mit medienwirksamen Aktionen auf sich aufmerksam machen, am morgigen Samstag z.B. mit einem Ocelot-Flashmob. Ab 16 Uhr heißt es in der Brunnenstraße 181: Ocelot-Masken (PDF zum Ausdrucken hier) aufsetzen und durch den Laden schleichen. Und danach natürlich auch: Kaffee trinken, Bücher kaufen.

Außerdem gibt es den ganzen Samstag über eine Statement-Aktion: Vor Ort werden Fotos gemacht, mit einem persönlichen Text ergänzt und über Facebook, Tumblr & Co. verbreitet. Apropos soziale Medien: Via Twitter kann man auch unter dem Hashtag #supportocelot für die bedrohte Spezies aus Berlin-Mitte Flagge zeigen.