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Subvokalisation plus Knochenschall: Neues Wearable-Konzept ermöglicht stumme Dialoge mit dem digitalen Assistenten

9 Apr 2018 0 Kommentare

alterego-wearable-mitSubvokalisieren, das heißt normalerweise: jemand spricht beim langsamen Lesen jedes Wort unhörbar mit, deswegen wird das gerade beim Lesenlernen auftretende Phänomen auch „inneres Mitsprechen“ genannt. Aber Subvokalisieren geht natürlich auch jenseits von Lektürevorgängen. Die bei solchen inneren Monologen auftretenden minimalen Kehlkopfbewegungen sind schon seit längerem maschinell erfassbar, was mittlerweile heißt: sie sind maschinenlesbar, können also für die stille Mensch-Maschine-Kommunikation genutzt werden. Setzt man dann noch Knochenschall für den Backchannel ein, kann man sogar für die Außenwelt unhörbare Dialoge führen, entweder mit einem digitalen Assistenten oder einem entfernten menschlichen Gesprächspartner.

Digitales Alter Ego als allwissender Einflüsterer

Genau nach diesem Prinzip funktioniert ein neues Wearable-Konzept namens „Alter Ego“, entwickelt von den MIT-Forschern Arnav Kapur und Pattie Maes. Aufgesetzt sieht es in etwa so aus wie ein Bumerang, der sich hinter der Ohrmuschel verfangen hat und bis zum Kinn reicht. Sitzt am anderen Ende dieses Hightech-Dosentelefons zum Beispiel vermittel via Smartphone eine clevere AI mit Zugang zu Internet und Datenbanken, hat man tatsächlich so eine Art Alter Ego an der Strippe — und kann in allen möglichen Situationen mit ihm interagieren, ohne andere Menschen zu stören, etwa in der U-Bahn, im Kino oder … in der Bibliothek.

Neue Form der Mensch-Maschine-Schnittstelle

“We basically can’t live without our cellphones, our digital devices. But at the moment, the use of those devices is very disruptive“, so Pattie Maes. Diverse Schummelszenarien mit einem heimlichen Einflüsterer sind natürlich ebenfalls vorstellbar, etwa bei einem Schachspiel. Ein bisschen Unterstützung kann aber nie schaden: Da unser Bewusstseinsstrom in der Regel auf Sprache aufbaut, ist eine zusätzliche innere Stimme grundsätzlich eine Art intellektuelle Prothese, oder vornehmer ausgedrück, eine Art Denkerweiterung. So sehen das auch die AlterEgo-Erfinder: „Our idea was: Could we have a computing platform that’s more internal, that melds human and machine in some ways and that feels like an internal extension of our own cognition?“, berichtet Arnav Kapur.

Bisher kann das System nach einigem Training sowohl Zahlen wie auch ca. 100 Worte erkennen, aber das ist natürlich nur ein Anfang. Im Endeffekt geht „AlterEgo“ in dieselbe Richtung, die auch in den Laboren von Facebook oder Elon Musk’s Neuralink-Startup beschritten wird – da die MIT-Forscher allerdings nicht Hirnsignale anzapfen, sondern nur Nervenimpulse am Kehlkopf, werden sie wohl schneller ein praxistaugliches Produkt auf die Beine stellen können.

(via MIT News)

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