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Streit um Open Access: Elsevier laufen die Redakteure davon

5 Nov 2015 2 Kommentare

elsevier-streit-um-open-accessDer Streit um Open Access hat einen neuen Höhepunkt erreicht: dem weltgrößten Wissenschaftsverlag Elsevier ist auf einen Schlag die komplette Zeitschriften-Redaktion von „Lingua“ abhanden gekommen – insgesamt drei Dutzend Sprachwissenschaftler werden nun unter dem Titel „Glossa“ ein unabhängiges Open-Access-Journal gründen.

Der redaktionelle Exodus ist offenbar die Reaktion auf die Weigerung von Elsevier, in Zukunft sämtliche Online-Inhalte der Zeitschrift im Rahmen von Open Access kostenlos anzubieten. Die normalen Abo-Gebühren für wissenschaftliche Zeitschriften seien inzwischen so hoch, dass viele Universitäten sich die Kosten nicht mehr leisten könnten, kritisiert der bisherige Lingua-Herausgeber Johan Rooryck.

Das Problem dabei: Die Ergebnisse von mit öffentlichen Mitteln geförderter Forschung bleiben somit immer öfter für die wissenschaftliche Öffentlichkeit unsichtbar, und wo sie doch zugänglich sind, bescheren sie den großen Verlagen satte Renditen zu Lasten ohnehin knapper Bibliotheksbudgets. Elsevier etwa erreichte 2014 eine Gewinnspanne von 37 Prozent.

Der Verlag verteidigt sich trotzdem mit dem Argument, eine 100-prozentige Open Access-Strategie sei ökonomisch „nicht nachhaltig“, die Scientific Community hält kräftig dagegen: „What is ’sustainable‘ for Elsevier is unsustainable for universities“, so Martin Paul Eve (Open Library of Humanities).

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