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„Streaminelle“ Generation: Streaming-Piraterie & Ad-Blocking bei Millenials soziale Norm

22 Sep 2016

streaminelle-generation-millenials-adblocken-und-streamenWas machen sie eigentlich so den ganzen Tag über mit den neuen Medien, die vorbildlichen „Millenials“ überm großen Teich? Der aktuelle „Millenials at the Gate“-Report von Anatomy Media verrät es uns: die 18 bis 24-jährigen in den USA streamen besonders gerne Filme und TV-Serien aus ominösen Quellen, oder sie laden Torrents herunter – zwei Drittel bekennen sich zum digitalen Piratentum. Wobei das Streaming vom Desktop (42 Prozent) oder mit mobilen Apps (41 Prozent) mittlerweile die Downloads via BitTorrent & Co (17 Prozent) deutlich übertrifft.

Die „Striminals“ halten Streaming für legal

Das Streamen hat kulturell unter den Millenials das maximal durch Zapping unterbrochene Anschauen von Fernsehprogrammen längst abgelöst: „Streaming hat Vorfahrt, linearer Medienkonsum ist zweitrangig“, so die Autoren der Studie. Wobei die Kombination von Streaming und Piraterie so stark dominiert, dass die Studie die Millenials gleich zu einer ganzen Generation von „Striminals“ erklärt, also zu kriminellen Datenströmern. Wobei zugleich klar ist: die meisten aus der Generation der „Striminals“ halten Streaming von raubkopierten Inhalten — im Gegensatz zu Downloads — für legal, und das wohl sogar zu recht. Dazu passt: Auch mit dem großzügigen Teilen von Passwörtern für Amazon Prime, Netflix, Hulu & Co. haben Millenials kein Problem.

Ad-Blocking und Streaming im Team

Erst recht keine Bedenken zeigen die Millenials dabei, auf dem Display unerwünschte Werbung auszublenden: zwei Drittel von ihnen nutzen zu diesem Zweck auf Desktop-PC, Smartphone oder Tablet werbeblockende Software (Ad-Blocking-Rate der US-Bevölkerung insgesamt dagegen: 15 Prozent). Ähnlich wie das Streaming sei Ad Blocking geradezu zur „sozialen Norm“ unter den jungen Erwachsenen avanciert, so die Autoren der Studie. Wobei es auch dabei weniger darum geht, störungsfrei Texte auf News-Portalen zu lesen, sondern um den Zugang zu Bewegtbild-Inhalten, nicht selten auch auf Piraten-Plattformen. „Ad Blocking und Piraterie sind zwei sich gegenseitig verstärkende Verhaltensformen“, stellt die Millenial-Studie fest.

„Content is King, User Experience is God“

Statt nur über Content und dessen Distribution sollten die Anbieter deswegen wohl besser über eine verbesserte Nutzererfahrung nachdenken, legen die Macher der Studie nahe. Denn die meist mobil surfenden Millenials hätten klare Bedürfnisse: sie möchten möglichst wenig Datenvolumen verbrauchen, und sie möchten so schnell wie möglich an die Inhalte herankommen. Die gute Nachricht dabei: grundsätzlich wird Werbung auch von den unter 25-jährigen noch akzeptiert, allerdings nur in gewissen Maßen angewendet, gezielt und mit Relevanz für den Konsumenten.

(via torrentfreak.com)