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“Stop the presses”: Macmillan stellt Druck von Wörterbüchern ein

5 Nov 2012 Ansgar Warner 1 Kommentar

„Haltet die Druckerpressen an“, liest man heute im Blog des Wörterbuchverlags Macmillan. Klingt dramatisch, und ist es auch. Denn nach fast 150 Jahren werden die renommierten englischsprachigen Dictionaries in diesen Wochen zum letzten Mal gedruckt. Ab 2013 heißt es dann: digital only. Nach dem Ende der Encyclopedia Britannica fällt damit bereits das zweite große Standardwerk dem World Wide Web zum Opfer. Doch beim Verlag selbst übt man sich in typisch britischem Understatement. Ein Grund für das Ende der Papierversion sei schlicht der zunehmende Erfolg des Macmillan Online-Dictionary.

Für Wörterbuch-Herausgeber Michael Rundell ist der Übergang von Print zu Online sogar ein echter Grund zur Freude: „Das Ende von Print ist ein Moment der Befreiung – denn endlich haben unsere Dictionaries das perfekte Medium gefunden.“ Das habe nicht nur etwas mit Benutzerfreundlichkeit zu tun, sondern auch mit Aktualität: “Gedruckte Wörterbücher werden nur alle vier, fünf Jahre überarbeitet. Online können wir dagegen regelmäßig neue Wörter und Redewendungen aufnehmen, und damit auf die sich ständig verändernde Rolle von Englisch als Weltsprache für Wissenschaft, Business und soziale Medien reagieren.“

Ohnehin hat Macmillan die Web-Präsenz in den letzten Jahren konsequent ausgebaut, vom Crowdsourcing-Projekt ‘Open Dictionary’ bis hin zur wöchentlichen Buzzword-Kolumne. Natürlich hängt die Entscheidung zum Anhalten der Druckerpresse vor allem auch mit dem sich ändernden Kosten-Nutzen-Verhältnis zusammen – Print ist zu teuer geworden. Ähnlich wie die Encyclopedia Britannica stand Macmillan bereits in den 1990er Jahren vor dem Ausverkauf, in diesem Fall bekam die deutsche Holztbrinck-Gruppe den Zuschlag.

Schuld am Niedergang hat nicht nur das World Wide Web. Auch die Integration kompletter Dictionaries in elektronische Lesegeräte und E-Reading-Apps dürfte ihren Teil beigetragen haben. Immerhin bleiben die Nachschlagewerke so auch in Zukunft ein tragbares Vademecum: “Unsere Marktforschung zeigt uns, dass die Leute sich heutzutage über Wortbedeutungen mittels PC, Tablet oder Smartphone informieren“, so Stephen Bullon, Verlagsleiter bei Macmillan Education. „Die klare Botschaft lautet: die Zukunft des Wörterbuchs ist digital“.

Abb.: Screenshot

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