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Stiftung Warentest lobt iPad Mini & Nexus 7 – Kindle Fire dagegen erntet Kritik

26 Nov 2012

Alle Jahre wieder nehmen die Experten von Stiftung Warentest aktuelle Tablet PCs unter die Lupe – was natürlich jedesmal auf einen Wettkampf à la „Schlag das iPad“ herausläuft. Im Dezember-Heft 2012 treten gleich 13 Android-Flachrechner ab 7 Zoll gegen Apples Edel-Gadget der dritten Generation an, die Spannbreite reicht dabei von Acer bis Toshiba. Kurz zusammengefasst lautet das Ergebnis: „Es muss nicht immer iPad sein“. Knapper Testsieger bei den Großen wurde nämlich Samsungs neues Galaxy 10.1 („Gut 1,9“), bei den kleineren Tablets dagegen hatte Googles Nexus 7 die Nase vorn („Gut 2,4“). Bei den kleinen Tablets nicht mit im Rennen war allerdings Apples iPad Mini. Dafür gab’s aber einen separaten „Schnelltest“ von iPad Mini, iPad 4 sowie Amazons Kindle Fire HD. Hier konnte Apples 7-Zoller durchaus punkten: es sei ein „gelungener, wenn auch teurer Einstieg in die Welt der kleinen Tablets“, gratuliert Stiftung Warentest. Deutliche Kritik hagelte es dagegen in Sachen Kindle Fire HD: „Kein echter Androide“, lautet das Urteil.

„Einkaufs-Terminal für Amazon-Angebote“

Amazons Tablet läuft zwar grundsätzlich mit einer aktuellen Android 4.1-Oberfläche, doch hat der Online-Händler beim Frontend kräftig nachgeholfen. Deswegen loben die Warentester zwar die Akkulaufzeit, monieren aber zugleich, das Kindle Fire HD sei „durch seine zahlreichen Softwarebeschränkungen eher ein Einkaufs-Terminal für Amazon-Angebote als ein richtiges Android-Tablet“. Tatsächlich ist Amazons eigener App-Store ähnlich stark „kuratiert“, also gefiltert, wie Apples App Store (den die Tester ebenfalls als „geschlossener“ und „weniger flexibel“ als den offenen Google Play Store kritisieren) . Zudem können natürlich mit der E-Reader-App des Kindle Fire nur E-Books aus dem Kindle-Store bzw. im Kindle-Format gelesen werden, also keine epubs – was die Tester dem Tablet ebenfalls ankreiden. Zur recht: benutzerfreundlich war die Trennung der E-Lesewelt in Kindle- und epub-Format noch nie.

Getestet wurden nur vorinstallierte Apps

Hier zeigt sich jedoch auch eine Einschränkung des Testverfahrens: denn ausprobiert wurden die Geräte nur im Lieferzustand, d.h. mit den vorinstallierten Apps. Tatsächlich lassen sich ja alternative, epub-fähige E-Reader-Apps wie etwa Bluefire problemlos nachinstallieren, was den Nutzwert von Amazons Lese-Tablets deutlich erhöht. Was den Testern ebenfalls auffiel: zum Lesen dicker Romane sind LCD-Screens von Tablets nicht ganz so gut geeignet wie klassische E-Ink-Reader. Solche Geräte hat Stiftung Warentest jedoch zum letzten Mal vor mehr als zwei Jahren getestet – schade eigentlich, gerade die Weihnachtssaison wäre eine gute Gelegenheit für einen neuen Anlauf gewesen. Die Schnelltests von iPad 4/iPad Mini sowie Kindle Fire HD kann man kostenlos im Web lesen, den kompletten Tablet-Testbericht gibt’s für 2,50 zum Download (PDF-Format).

Abb.: Stiftung Warentest, Heftcover Dez. 2012