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Steve Jobs ist Nummer Eins: Amazon präsentiert Bestseller-Top-Ten 2011

14 Dez 2011

Pünktlich zum Jahresende hat Amazon (USA) die Bestseller-Top-Ten über alle Kategorien mitgeteilt. An Platz eins steht unangefochten ein Buch mit dem knappen Titel „Steve Jobs“. In nur drei Monaten seit dem Erscheinen kletterte Walter Isaacsons Biographie des Apple-Gründers an die Spitze der Amazon-Charts. Ursprünglich hätte das Buch erst 2012 erscheinen sollen, nach dem überraschenden Tod von Steve Jobs im Oktober zog der Verlag allerdings die Veröffentlichung vor. Zum Erfolg beigetragen hat auch die parallel zur Printausgabe gestartete Kindle-Book-Version.

Genaue Verkaufszahlen nennt Amazon auch in diesem Jahr nicht. Aufschlussreich für das Geschäftsmodell von Amazon ist der Rest der Bestseller-Top-Ten aber auch so. Denn mit “The Mill River Recluse” von Darcie Chan und “The Abbey” von Chris Culver sind zwei Titel unter den Jahresbestsellern, die ausschließlich über Amazons Kindle Direkt-Publishing-Programm publiziert worden sind. Bei dieser Form der Veröffentlichung landen 70 Prozent der Tantiemen in der Tasche des Autors.

Ob überhaupt eine Print-Version verfügbar ist, wird für den Erfolg eines Titels immer unwichtiger. Bestes Beispiel ist die Vampir-Autorin Amanda Hocking, die es kürzlich sogar in den „Kindle Million Club“ schaffte, nun also zu den Autorinnen gehört, die mehr als eine Million Kindle Books abgesetzt haben. Im Unterschied zu arrivierten Edelfedern wie Lee Child, Stieg Larsson oder James Patterson hatte Hocking erst Monate nach der Ankunft im Kindle Million Club einen klassischen Verlagsvertrag in der Tasche.

Amazon baut beim Self-Publishing immer stärker auf Exklusivität, verbunden mit lockenden Tantiemen. Das neugestartete „KDP Select“-Programm etwa verteilt Monat für Monat hunderttausende Dollars an US-Autoren, die ihre E-Books für die Kindle-Leihbibliohtek zur Verfügung stellen. Dieser Ausleih-Service ist für Premium-Kunden kostenlos. Je öfter ein Titel über die „Kindle Lending Library“ ausgeliehen wird, desto größer die Ausschüttung an die Autoren im Rahmen von „KDP Select“. Teilnahmebedingung ist jedoch, dass ein E-Book ausschließlich via Amazon erhältlich ist – Konkurrenten wie Barnes&Noble, iBooks oder Kobo werden also komplett ausgebootet.