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Stern als eMag: Gruner+Jahr zeigt Preview von Tablet-Version der Illustrierten

25 Mrz 2010

stern-e-mag.gifFotostrecken, Werbung, Promi-Reportagen: Für die neuen Multimedia-Tablets eignet sich wohl kaum ein Print-Format besser als das der Illustrierten. Gruner +Jahr stellte nun erstmals die eMag-Version des „Stern“ vor. Die Software stammte von Neofonie, dem Hersteller des WePad-Tablets. Auch andere Titel des Verlags G+J werden auf dieser Grundlage auf die mobilen Displays kommen. Die eMag-Version des Stern soll in den nächsten Monaten starten und preislich in der Nähe der Printausgabe liegen.

Für die technische Umsetzung sorgt WePad-Erfinder Neofonie

Die Werbeflaute macht auch Gruner+Jahr schwer zu schaffen – die Erlöse im Anzeigengeschäft gingen im letzten Jahr um fast 20 Prozent zurück. Damit ist Europas größter Zeitschriftenkonzern erstmals in die roten Zahlen gerutscht – wenn auch nur mit einem Verlust von 18 Millionen Euro. Ähnlich wie bei Springer lautet auch im Hause G+J die große Hoffnung sowohl „Online“ wie auch „Tablet“. Als erstes Produkt will man den „Stern“ auf die mobilen Displays bringen. Mit der Umsetzung wurde das Berliner Unternehmen Neofonie beauftragt. Neofonie ist während der Leipziger Buchmesse durch sein Tablet-Projekt „WePad“ in die Schlagzeilen geraten. Doch die eigentliche Trumpfkarte für Print-to-Online-Stratigien dürfte das von Neofonie entwickelte elektronische Zeitschriftenformat „WeMagazine“ sein. Die Präsentation des Stern-eMags auf der Jahrespressekonferenz von G+J lief auf modifizierten Laptops und überzeugte mangels echter multimedialer Inhalte manche Anwesenden offenbar noch nicht vollständig.

Entsteht in der deutschen Verlagslandschaft eine Art Anti-Apple-Trust?

Grundsätzlich ist der Ansatz jedoch vielversprechend. „WeMagazine“ verspricht nämlich nicht nur dank Adobes Flash-Technik die Einbindung von Audio, Video und animierter Grafik, sondern auch die Schaltung interaktiver Werbeblöcke. Die von Neofonie entwickelte App könnte perspektivisch sogar auf zahlreichen Smartphones und Tablets laufen. Denn als Benutzeroberfläche setzt man auf Android – auch das WePad wird mit der von Google entwickelten freien Software betrieben. Verlage wie G+J können somit ihren Content direkt auf die nächste Generation von Tablet-PCs bringen – ohne dass Gelder an Gatekeeper wie etwa Amazon oder Apple fließen. Für den Vertrieb von Zeitschriften und Zeitungen soll eine spezielle ePublishing-Plattform sorgen, die man offenbar auch für andere Verlage wie Burda und Springer öffnen möchte. Wenn das klappt, würde in Deutschland tatsächlich eine Parallelstruktur zu iBooks entstehen, eine Art Anti-Apple-Trust.