Home » E-Book-Handel, E-Book-Reader

Ausgerechnet iPad: Apples Tablet könnte laut Statista-Studie bald Deutschlands meistverkaufter E-Reader sein

27 Mai 2010 Ansgar Warner 2 Kommentare

ipad ibooks erfolgreichster e-reader statista studie e-books.gifApples iPad wurde bisher vor allem als Multimedia-Gerät angesehen – sein eigentliches Erfolgsgeheimnis könnten aber E-Books sein. Einer Studie von Statista.com zufolge werden in Deutschland bis Ende des Jahres 500.000 Tablets abgesetzt – vor allem zur Nutzung als E-Reader. Wie das Statistik-Portal herausgefunden hat, wollen potentielle Käufer das iPad vor allem zur mobilen Lektüre nutzen. E-Books sollen dabei laut Statista gegenüber elektronischen Zeitungen und Magazinen die Nase vorn haben.

Bei E-Readern könnte das iPad einen Marktanteil von über 50 Prozent erreichen

Tablet-Hype hin oder her – der iPad-Start in Deutschland dürfte im Vergleich zu den USA eher in ruhigeren Bahnen verlaufen. “Relevante Gründe hierfür sind unter anderem ein schwächeres
deutschsprachiges Contentangebot für das iPad sowie der – gemessen an der Kaufkraft – höhere Preis in Deutschland”, heißt es in der Kurzfassung der Statista-Studie. Für den E-Reader-Markt ist Apples Tablet aber wohl auch hierzulande ein “Game Changer”: “Das iPad wird wenige Monate nach Verkaufsstart der meistverkaufte E-Reader in Deutschland sein”, prognostiziert das Statistik-Portal pünktlich zum Start des Tablet-PCs. Bis zum Jahr 2012 wird mit 2 Millionen verkauften Geräten gerechnet. Das werde bei E-Readern für einen Marktanteil von “deutlich über 50 Prozent” und somit eine “dominierende Stellung” sorgen. Dazu trägt natürlich die insgesamt geringe Zahl an E-Readern in Deutschland erheblich bei – sie liegt bisher gerade was E-Ink-Geräte trifft noch im niedrigen fünfstelligen Bereich. Ein Pluspunkt für das iPad scheint zudem auch der höhere Bekanntheitsgrad im Vergleich zu Geräten wie Kindle oder dem Sony Reader zu sein.

iPad-Enthusiasten auf der Suche nach komfortabler und mobiler Lektüre

Von vielen Beobachtern wurde Apples Tablet wegen seiner technischen Eigenschaften – kurze Akkulaufzeit und hintergrundbeleuchtetes LCD-Display – bisher nicht primär als Lesegerät verstanden. Folgt man der Statista-Studie, sehen die deutschen Kunden das jedoch völlig anders: das iPad werde vor allem als “neues Lesemedium” wahrgenommen. Nicht nur iPad-Enthusiasten, sondern auch allgemein an E-Readern interessierte Leser halten die “komfortable Lektüre von E-Books” bzw. von elektronischen Zeitungen für die wichtigste Eigenschaft von Apples Tablet. Erst danach kommen Funktionen wie das Internet-Surfen, Videos oder Musik. Der Traum von der tragbaren Bibliothek scheint dabei allgemein eine große Anziehungskraft zu besitzen: “Den vom MP3-Player bekannten Effekt, die eigene Musiksammlung vollständig überall und immer dabei zu haben, ist auch bei E-Books für Internet-Nutzer das wichtigste Argument für das digitale Medium”, fand man bei der Befragung heraus. Die Statista-Studie stützt sich auf Ergebnisse einer internetbasierten Umfrage unter 1000 Personen über 16 Jahren, die im April 2010 realisiert wurde.

Der Erfolg des iPads hängt auch vom E-Book-Pricing ab

Gegenüber den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen dürfte die E-Book-Branche der Statista-Studie zufolge klar im Vorteil sein. Grund sei das “breite kostenlose Angebot an journalistischen Inhalten im Internet”. Die Digitalisierung auf dem deutschen Buchmarkt dürfte Apples Tablet dagegen in kurzer Zeit kräftig voranbringen: 0,7 Prozent der Umsätze könnten bis 2012 auf E-Books für das iPad entfallen. Durchschnittlich 6 Euro pro Monat würden iPad-Besitzer in absehbarer Zeit für elektronische Lektüre ausgeben, so die Statista-Studie. Insgesamt schaffe das iPad damit bereits im Jahr 2011 “einen neuen Markt für elektronische Printprodukte mit rund 40 Millionen Euro Umsatz.” Doch der Erfolg des iPads als E-Reader ist auch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Die wichtigste davon: günstigere E-Book-Preise. Der bevorzugte Preis für elektronische Bücher lag bei der Umfrage nämlich bei bis zu 50 Prozent unter dem Preis für Print-Ausgaben. Ein weiterer Faktor musste in der Studie unberücksichtigt bleiben: die tatsächliche Zufriedenheit der deutschen iPad-Käufer mit ihrem Gerät. Die dürfte einerseits von der Verfügbarkeit des Lesestoffs abhängen – Stichwort: iBooks. In Deutschland startet das iTunes für Bücher vor allem mit Public-Domain-Titeln, da sich die Verhandlungen mit den Buchverlagen in die Länge ziehen. Problematisch könnte aber auch das für längeres Lesen eher ungeeignete LCD-Display sein – gerade bei direktem Sonnenlicht hat das iPad bereits vielen Lesern den Spaß an der Lektüre verdorben.

2 Kommentare »