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SPIEGEL kommt auf’s iPhone – eMag der Printausgabe ab Dezember im App Store

26 Nov 2009 Ansgar Warner 11 Kommentare

SPIEGEL iPhone App eMag ab Dezember App-Store.gifDer Spiegel kommt auf’s iPhone – ab Dezember wird man eine elektronische Version der gedruckten Ausgabe im App Store kaufen können, berichtet der Branchendienst kress. Das eMag soll bereits ab Samstag abends zum Download bereitstehen und pro Ausgabe etwa 3,70 Euro kosten. Das Internet-Portal Spiegel Online wird es wohl auch weiterhin kostenlos geben – auch in einer für Mobilgeräte optimierten Ausgabe.

Brückenkopf für Bezahlinhalte: “Elegante Apps haben ihren Preis”


Hamburgs Regierender Bürgermeister Ole von Beust nannte das Hamburger Nachrichtenmagazin einmal eine “Bastion für das freie Wort”. Die Bastion mit dem repräsentativen Sitz in der Hafencity hat ab Dezember nun auch einen Brückenkopf auf digitalem Ufer: mit der neuen iPhone-App wagt sich der SPIEGEL erstmals im großen Stil auf das Gebiet von Paid Content. „Wir glauben, dass es sehr erfolgversprechend ist, die einzigartigen Inhalte des ‘Spiegel‘-Heftes als App elegant zugänglich zu machen”, äußerte sich SPOL-Chefredakteur Rüdiger Ditz gegenüber dem Branchendienst kress. Und fügte hinzu: “Das wird seinen Preis haben.“ Genauer gesagt soll jede Ausgabe etwa 3,70 Euro kosten – was dem Preis des bereits seit einiger Zeit erhältlichen E-Papers im PDF-Format entsprechen würde. Ein Jahresabo gibt es zur Zeit für 192 Euro. Ein Grundsatz der Preiskalkulation steht jedenfalls schon fest – auch der Spiegel wird dreißig Prozent der App-Einnahmen an Apple abgeben müssen. Trotzdem dürfte die Spiegel App ein gutes Geschäft werden – schließlich gibt es in Deutschland mehr als drei Millionen iPhones und iPod Touch.

Auf eine eigene App für das Portal Spiegel Online wird vorerst verzichtet


Bereits jetzt können iPhone- und Smartphone-Nutzer auf eine für mobile Geräte optimierte Version des Spiegel Online-Portals zugreifen – allerdings nur über den normalen Browser. Eine eigene App für den Content des Internetportals – nach dem Vorbild anderer Nachrichtenmagazine und Zeitungen – ist deswegen vorerst nicht geplant. „Unser Mobilportal wird sehr gut angenommen. Darum sehen wir im Augenblick keinen Grund, eine ,Spiegel Online‘-App zu starten“, so Ditz gegenüber kress. Das kann man jedoch auch anders sehen – schließlich war SPOL schon bisher ein wichtiger Faktor, um den Verkauf von Print-Ausgabe & E-Paper zu pushen. Eine ähnliche Funktion könnte natürlich auch eine eigene SPOL-App übernehmen. Besonderes Incentive für die Käufer der SPIEGEL-App dürfte aber auch der zeitliche Vorsprung zur Printausgabe sein – während Abonnenten das Heft erst montags im Briefkasten haben, wird die iPhone-Version jeden Samstag ab 22 Uhr zugänglich sein. Genauso verhält es sich bereits jetzt mit dem E-Paper im PDF-Format.

Preisfrage: Wird es auch Werbung im Spiegel-eMag geben?


Die Entscheidung für Paid Content auf dem iPhone kommt nicht überraschend – ähnliche Überlegungen gibt es etwa beim Springer Verlag. Vorstandschef Döpfner hatte vor kurzem sein Ziel bekräftigt, in wenigen Jahren 50 Prozent der Einnahmen online zu erzielen. Dabei setzt man vor allem auf die Nutzer von Mobiltelefonen, weil diese es bereits gewohnt sind, für besondere Inhalte ins Portemonnaie zu greifen. Einen ersten Versuch will der Springer-Verlag mit einer eMag-Version der “Welt am Sonntag” wagen. Ein Konsortium verschiedener US-Verlage arbeitet derweil an einer mobilen Plattform für Magazine wie Wired, Vogue, Vanity Fair und anderen Titeln. Die Amerikaner hoffen allerdings auch auf die möglichst baldige Markteinführung von E-Readern mit Farbdisplay – unter anderem, weil es ihnen natürlich auch um das Anzeigengeschäft geht. Inwieweit sich auch das iPhone für Werbeeinblendungen eignet, bleibt abzuwarten – ab Dezember gilt vielleicht auch in dieser Frage: Spiegel-Leser wissen mehr.

11 Kommentare »

  • H.O.Wireless (author) schrieb:

    Außerdem könnte der Spiegel am Ende sogar viel mehr Umsatz machen, wenn man einzelne Artikel für 50 Cent oder so ähnlich wie Musikfiles bei iTunes kaufen könnte. Andererseits wollen die natürlich auch die Auflagenzahl der Gesamtausgabe steigern – aber 3,70 klingt wirklich verhältnismäßig teuer.

  • newstube.de schrieb:

    SPIEGEL kommt auf’s iPhone – eMag der Printausgabe ab Dezember im App Store…

    Der Spiegel kommt auf’s iPhone – ab Dezember wird man eine elektronische Version der gedruckten Ausgabe im App Store kaufen können. Das eMag soll bereits ab Samstag abends zum Download bereitstehen und pro Ausgabe etwa 3,70 kosten. Das Internet-Port…

  • Nicolai schrieb:

    Einzelne Artikel für 50cent? Halte ich aus Leser-Sicht nicht für haltbar. Aber wer weiß… so im One-Klick and Buy-Fieber…

  • Tweets die e-book-news.de » Blog Archive » SPIEGEL kommt auf’s iPhone - eMag der Printausgabe ab Dezember im App Store erwähnt -- Topsy.com schrieb:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ansgar Warner, Thorsten erwähnt. Thorsten sagte: SPIEGEL #eMag als iPhone App ab Dezember für 3,70€ – http://bit.ly/8ck2k5 [...]

  • pligg.com schrieb:

    SPIEGEL kommt auf’s iPhone – eMag der Printausgabe ab Dezember im App Store…

    Der Spiegel kommt auf’s iPhone – ab Dezember wird man eine elektronische Version der gedruckten Ausgabe im App Store kaufen können. Das eMag soll bereits ab Samstag abends zum Download bereitstehen und pro Ausgabe etwa 3,70 Euro kosten. Das Internet…

  • Newsportal HUiP.de schrieb:

    SPIEGEL kommt auf’s iPhone – eMag der Printausgabe ab Dezember im App Store…

    Der Spiegel kommt auf’s iPhone – ab Dezember wird man eine elektronische Version der gedruckten Ausgabe im App Store kaufen können. Das eMag soll bereits ab Samstag abends zum Download bereitstehen und pro Ausgabe etwa 3,70 Euro kosten. Das Internet…

  • t3n.de/socialnews schrieb:

    SPIEGEL kommt auf’s iPhone – ab Dezember im AppStore…

    Der Spiegel kommt auf’s iPhone – ab Dezember wird man eine elektronische Version der gedruckten Ausgabe im App Store kaufen können. Das eMag soll bereits ab Samstag abends zum Download bereitstehen und pro Ausgabe etwa 3,70 Euro kosten. Das Internet…

  • Lena schrieb:

    3,70 Euro pro Ausgabe finde ich ziemlich teuer. Ansonsten finde ich es echt geil, dass man eine elektronische Version der gedruckten Ausgabe im App Store kaufen kann.

  • Trend-er schrieb:

    Mal schauen ob sich 3,70 Euro pro Ausgabe wirklich durchsetzen. Micropayment und das bezahlen einzelner Artikel sehe ich als wichtigen Baustein in der Content-Vermarktung

  • H.O.Wireless (author) schrieb:

    Naja, wünschen würd’ ich mir auch ganz andere Preise. 99 Cent für einen Song bei iTunes finde ich nicht so billig. Wenn’s ne Single wäre, die man auf den Plattenteller legen kann – okay. Aber für eine Datei!? Trotzdem hat sich Apple mit dieser Preisgestaltung durchgesetzt. Zumindest bei spannenden Titelstories könnte der Spiegel das wohl auch…

  • e-book-news.de » Blog Archive » Unglaublicher Guido für die Westentasche: Spiegel-App bringt Nachrichtenmagazin auf’s iPhone schrieb:

    [...] hatte sich im letzten Jahr auch der Spiegel zu einer App durchgerungen. Starten sollte sie bereits im Dezember 2009 – das angepeilte Ziel wurde jedoch deutlich verfehlt. Trotzdem scheint die erste Ausgabe immer noch [...]