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Spenden als dritte Säule: taz-zahl-ich-Kampagne zahlt sich aus

31 Okt 2013 0 Kommentare

Gute Nachrichten aus dem Krautpublishing-Sektor meldet in diesen Tagen die taz: immer mehr LeserInnen spenden auf regelmäßiger Basis für taz.de, das Online-Angebot der alternativen Tageszeitung. Im Monat September kamen insgesamt knapp 10.000 Euro zusammen. Nicht schlecht im Vergleich zu 25.000 Euro Erlösen durch Online-Werbung. „Rechnet mensch das auf ein Kalenderjahr hoch, wird deutlich, dass taz-zahl-ich neben den Anzeigenerlösen und den Umsätzen in den neuen Geschäftsfeldern die dritte Einkommenssäule im Internet ist“, freut sich Aline Lüllmann auf dem taz-Hausblog. Angefangen hatte das freiwillige Bezahlmodell der taz mal mit Flattr-Buttons – die bringen mittlerweile jedoch nur noch einen kleinen Teil des Spendenaufkommens (im September knapp 750 Euro).

taz investiert in Vermarktung von Digi-Abos

Die taz insgesamt schreibt derweil jedoch rote Zahlen – was nicht nur an sinkenden Verkaufszahlen der Printausgabe liegt, sondern auch daran, dass in der Dutschkestraße verstärkt in die Vermarktung von Digi-Abos investiert wird. So stecken die tazzler satte 700.000 Euro in die Subventionierung des Google-Tablets Nexus 7 als Abo-Prämie – 3.500 Geräte stehen jetzt als Incentive zur Verfügung, gebündelt mit einem reinen Digi-Abo etwa gibt’s den Flachrechner für eine Zuzahlung von 99 Euro. Weitaus teurer als die Online-Aktivitäten sind natürlich Druck und Vertrieb der Papierausgabe: mit Neun Millionen Euro pro Jahr wird etwa ein Drittel des Gesamtbudgets dafür ausgegeben, dass die traditionelle taz am Kiosk und im Briefkasten liegt.

Würde jeder Dritte spenden, gäb’s die taz günstiger

Für die AbonnentInnen ist das nicht billig – sie zahlen regulär fast 40 Euro pro Monat für diesen Service, während das reine Digi-Abo schon ab 12 Euro zu haben ist. Theoretisch ginge es sogar weitaus günstiger – taz-Redakteur Sebastian Heiser hat kürzlich eine interessante Rechnung aufgemacht: würde nur etwa jeder Dritte (genauer gesagt 30 Prozent) von monatlich 1,24 Millionen Besuchern auf taz.de einen monatlichen Betrag von 3,64 Euro spenden, könnt man damit die gesamten Produktionskosten des taz-Contents bezahlen. Exklusive Druck und Vertrieb. Aber inklusive der Zeilengelder für die Autoren, sollte man vielleicht in Zeiten von HuffPo & Co. noch hinzufügen. Gar nicht so teuer, oder?

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