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Speed-Publishing mit Robert Scoble: Sponsoring als Kawasaki für Indie-Autoren?

13 Feb 2013 1 Kommentar

Krautpublishing war gestern – der Alpha-Blogger & Tech Evangelist Robert Scoble testet gerade eine noch weitaus effektivere Fundraising-Methode: Sponsored Self-Publishing. Für das aktuelle Buchprojekt „Age of Context“ machten sich Scoble und sein Ko-Autor Shel Israel auf die Suche nach zahlungskräftigen Unternehmen aus der IT-Branche. Das Thema des geplanten Sachbuchs eignete sich dafür ausgezeichnet – es geht um den Tech-Trend „Personalized Services“, von Google Glasses bis zu interaktiven Spielzeugfiguren. Innerhalb von 12 Monaten konnten sie knapp 100.000 Dollar einwerben, zu den Sponsoring-Partnern zählen AutoDesk, Betaworks und Microsoft, aber nicht ganz zufällig auch der Cloud-Computing-Spezialist Rackspace, für den Scoble als „Startup Liaison Officer“ arbeitet. Denn gerade „Big Data“ ist an kontextbasierten Geschäftsmodellen (Orte, Personen, Dinge) stark interessiert.

Kawasaki-Methode: „Author, Publisher, Entrepreneur“

Vorbild für die unternehmerische Herangehensweise ist Guy Kawasakis Publishing-Methode „APE“, also „Author, Publisher, Entrepreneur“. Genau diese drei Rollen muss ein erfolgreicher Indie-Autor Kawasaki zufolge nämlich ausfüllen. In seinem gleichnamigen Buch spricht der ehemalige Apple-Evangelist auch vom „artisanal publishing“ – es geht also darum, selbst kunstvoll die Hand anzulegen: „Artisanal Publishing richtet sich an Autoren, die ihr Handwerk lieben, und den gesamten Entstehungsprozess vom Anfang bis zum Ende kontrollieren. Bei dieser neuen Methode begeben sich Kreative nicht mehr in die Hände von großen, traditionellen Verlagen, und die Leser bekommen mehr Bücher zu lesen.“

„Verleger sind einfach nicht schnell genug“

Das eingeworbene Geld soll zwar auch dazu dienen, dem Ko-Autor & Forbes-Journalisten Shel Israel ein kleines Sabbatical zu finanzieren, um Zeit zum Schreiben zu haben, doch ein Teil wird auch in Lektorat, Layout und Marketing von „Age of Context“ gesteckt. Grundsätzlich wäre natürlich auch die Zusammenarbeit mit einem Verlag denkbar gewesen – doch vor allem zwei Argumente sprachen dagegen: „Die meisten Verleger können ein Buch nicht schnell genug produzieren, außerdem erlauben sie Autoren nicht, Teile ihres Materials vorab kostenlos zu veröffentlichen.“ Es geht aber nicht nur um die Faktoren Zeit und Flexibilität – auch Geld spiele eine Rolle: „Die gesponserten 100.000 Dollar sind ungefähr das dreifache von dem, was traditionelle Verlage vorschießen würden.“

Anders als bei der Alternative Krautpublishing lauern beim Sponsored Publishing natürlich neue Abhängigkeiten – schließlich muss man den Geldgebern ja irgendeinen Mehrwert versprechen. Inhaltlich werde man jedoch keine Kompromisse eingehen, versprechen Scoble und Israel: „Wer uns sponsert, hat keinen Einfluss auf das, was wir in unserem Buch schreiben. Wir gehen an das Thema so heran, wie wir es sehen, und lassen auch Konkurrenten unserer Unterstützer zu Wort kommen.“ Eins haben die High-End-Spesenritter ihren Spendern aber offenbar versprochen: sie werden schnell sein. Bis zum Oktober 2013 soll „Age of Context“ in den Handel gelangen.

(via leanderwattig & scobleizer.com )

Abb.: flickr.com/dtpancio (cc)

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