Home » Lesen & Schreiben

Sound-Effekte in E-Books: Google lässt sich „Auslöse-Positionen“ patentieren

21 Aug 2013 1 Kommentar

Die meisten E-Books sind nicht sehr multimedial – außer Bildern und ein paar Hyperlinks ist nicht viel los. So richtig „enhanced“ werden bisher vor allem Sach- und Kinderbücher, die man zu diesem Zweck oft komplett neu produziert. Im Bereich Belletristik dagegen herrschen konventionelle Letternwüsten vor. Googles neueste Patentanmeldung könnte in Zukunft zumindest für ein paar Begleitgeräusche sorgen: denn dabei geht es um sogenannte „Trigger Points“, also zuvor definierte Stellen im Text, bei deren Erreichen Soundeffekte ausgelöst werden.

In der Patentschrift heißt es zum Hintergrund dieser Erfindung: „Existierende E-Books und E-Reader nutzen nicht alle Möglichkeiten aus, um den Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Viele E-Reader haben Sound-Funktionen, doch die E-Books selbst wenden sie nicht an, um die Nutzererfahrung zu verbessern.“ Die technischen Einzelheiten erinnern stark an vordefinierte „Systemklänge“ in Betriebssystemen wie Windows oder MacOS, die bei bestimmten Ereignissen abgespielt werden.

Wie genau festgestellt werden soll, an welcher Textstelle sich der Leser gerade befindet, wird jedoch in der Patentschrift leider nicht erklärt. Neben einem Algorithmus, der sich an der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit orientiert, dürfte gerade bei Lesegeräten mit eingebauter Kamera (also etwa Tablets oder Smartphones) theoretisch auch das Erfassen des Blickwinkels bzw. der Augenbewegungen möglich sein.

Völlig neu wäre das nicht: So hat etwa das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) schon 2011 eine „Text 2.0-Technologie“ vorgestellt, mit der sich E-Books in eine interakative Storytelling-Umgebung verwandeln lassen. Dabei konnten nicht nur punkt- bzw. wortgenau Soundeffekte abgespielt werden – die gesamte Steuerung des Lektürevorgangs, inklusive Textauswahl, Umblättern und Anklicken einzelner Worte, läuft über die per (Spezial-)Kamera getrackten Augenbewegungen. Nicht umsonst bezeichneten die Forscher ihre Lese-Plattform als „Eye Pad“.

(via Geekwire)

Abb.: flickr/Melvin Gaal

Ein Kommentar »

  • Wird die Zukunft der eBooks multimedial? | eBook-Fieber.de schrieb:

    […] Google möchte nun in den Markt für atmosphärische eBooks einsteigen und hat sich sogenannte “Trigger Points” patentieren lassen. Diese Trigger Points sollen beim Erreichen eines bestimmten Punktes im eBook einen dazugehörigen […]