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Sony sagt E-Books Adieu, & schickt die Leser zu Kobo (USA/Kanada)

12 Feb 2014

Early come, early go: Sony hat ankündigt, seinen „Reader Store“ in den USA und Kanada zu schließen. Damit zieht sich einer der Pioniere des elektronischen Lesens in Nordamerika aus dem Content-Geschäft zurück – Sony hatte Mitte der Nuller Jahre den ersten E-Reader mit E-Ink-Display auf den Markt gebracht, und damit Amazon überhaupt erst zum Kindle-Projekt inspiriert. Für die Nutzer von Sony-Readern bzw. E-Lese-Apps bedeutet das: sie müssen bis März mit ihrer Cloud-Bibliothek umziehen, und zwar zu Kobo, einem langjährigen Kooperationspartner von Sony.

Deutsche Kunden sind vorerst nicht betroffen, der aktuelle Shutdown findet nur in Nordamerika statt. In Deutschland war Sonys hauseigener E-Store ohnehin erst mit großer Verspätung Ende 2012 an den Start gegangen, ein paar Monate nach dem Start des Sony Readers PRS-T2, der zunächst mit einem integrierten E-Store von Libri.de (jetzt Ebook.de) ausgeliefert wurde. Da Kobo bekanntlich auch in Deutschland aktiv ist, würde ein fliegender Wechsel aber hierzulande wohl ähnlich ablaufen. Ohnehin kommt das ja in Mode – gerade hat PagePlace die Kunden vor die Tür gesetzt, auch bei Weltbild könnte ein abrupter Kurswechsel anstehen, wenn die Digitalsparte tatsächlich an einen internationalen Investor verkauft werden sollte.

Welche Ziele Sony überhaupt im E-Reading-Geschäft verfolgt, wird immer unklarer. Auch bei den Readern fährt das Unternehmen ja einen sehr eigenwilligen Kurs und setzt vor allem auf gute Verarbeitung und edles Design, weniger auf aktuelle Features. So hat es einige Zeit gedauert, bis Sony WLAN-fähige Reader anbot, auf den Einstieg in die Glimmerlicht-Liga hat man bisher komplett verzichtet und bietet stattdessen als Workaround eine ins Reader-Cover integrierte externe Leselampe an. Doch wo soll das zukünftig hinführen? Eigentlich kann man nur Nate Hoffelder von The Digital Reader zitieren: „I don’t know what to think. But that’s okay; I’m not sure that even Sony knows what they plan to do with ebooks next“.